Elastomer Federbein im Strada

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angespornt durch viele interessante Experimente im Forum, hatte ich schon vor einiger Zeit bei der Bibus AG zwei ACE Stossdämper Tubus TR 83-50 bestellt. Die lagen dann lange rum, weil mir nicht klar war, wie, und ob, daraus ein Federbein gebaut werden könnte. Ausserdem kamen mir die sau hart vor, beim einen habe ich deshalb mal links und rechts je etwa 12mm abgefräst. Der maximale Hub wäre gemäss Katalog etwa 70mm.
Gestern kam mal Schwung in die Sache. Ich nahm das Strada Federbein raus und baute einen Gelenkkopf an ein 8mm Alurohr, der andere kam mit einem Gewindebolzen an des Dämpfers kleineres Befestigungsloch Ø ca 6mm. Dieser Bolzen taucht in ein Alurohr, sodass der Dämpfer nicht abkippen kann.
Zwei Flansche, mit Epoxi Reparatur Kitt auf den Alustab aufgebracht, fixieren den Dämpfer an diesem.
Erste Resultate: Der 'reduzierte' Tubus TR 83-50 ist sehr weich. Die anmodelliertem Auflagen am Alurohr halten nicht genügend. Das Alurohr ist bisher nicht geknickt.
Ich habe daher Kerben ins Rohr gefeilt, den 'original' TR 83-50 angebaut, und neue Auflagen mit Epoxi Reparatur Kitt angeformt.
Der härtet noch... vielleicht wäre ein Rohr mit grösserem Durchmesser bis an den Dämpfer, plus ein kurzes Stück mit weniger Durchmesser, welches den Dämpfer durchdringt, für die nächste Version besser. Gut wäre demontable Befestigung, damit man den Dämpfer austauschen könnte. Falls sich zeigen sollte, dass der überhaupt was taugt, aber zu hart ist oder zu weich.
Jedenfalls ist die Konstruktion leichter als das Original, hat kein Losbrechmoment, und es hat Spass gemacht.
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Ich wurde gerne wissen wie deine erfahrungen damit sind. Denn katalog meldet leichte dampfung bis denn endanschlag erreicht wird. Ob das so gut wirkt als Velomobil dampfer?

Mit diese epoxid knette hab ich nicht solche gute erfahrungen gemacht. Die Bison variante die ich genutzt habe war hart, aber sehr sprode. Schon leichte krafteinsatz mit einen kleine kombizange reicht um das material zu verpulvern. Starke uber die von gips aber niedriger als viele holzsorten.

Auch das 8x1mm alu rohr scheint mir unterdimensioniert fur diesen zweck und belastung. Wurde erst mal schauen was passiert wenn mann das heck im stand runter druckt. Ein 10x1 rohr, sauber entgratet, das 8 mm rohr ein bisschen schleiffen und mit siliconöl behandelt, konnte mann vielicht druber schieben.

Wenn es functioniert ist es eine genial einfache losung. Eine losung mit zwei stuck gestapelt wie ein 8 oder in einander, eins mit kleineren durchmesser, der anspringt nach ein stuck einfedern der grosse.
 
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ja genau: Stärkeres Rohr nehmen, bessere Befestigung machen sind die nächsten Schritte, die ich vorhabe. Und ja, die Dämpfung ist nicht sehr hoch. Ich habe gesehen, dass der in einem E-Scooter verbaut ist und da dachte ich.. will ich auch probieren. 2 Stück hatte ich auch gedacht und darum 2 bestellt, aber 1 sollte reichen mit 7cm Federhub und die Konstruktion ist einfacher: Diese Ringe kippen gerne seitlich weg.
 
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Gewichte: Velomobiel.nl Federbein wiegt 280g, ACE-Elastomer wiegt 200g. Die Elastomere sind ziemlich schwer. Na ja, nur 80g, aber fast 30%. Ich habe jetzt das breitere 'Original' Elastomer angebaut, und die Auflagewulste so modelliert, dass das Elastomer deformieren kann. Und ne Scheibe zwischen gelegt, dass das Epoxi Zeug nicht am Elastomer klebt. Mehrmals sich heftig reinsetzen hat die Konstruktion überstanden. Das Alurohr ist übrigens Ø10, die Gelenkköpfe haben nämlich M8. Es scheint schön anzusprechen, federt aber auch 1x nach, wenn ich das Heck in der Garage 'fallen lasse'. Wegen der Breite muss das Elastomer unten an der Schwinge sein und passt hoffentlich unter die Abdeckung.
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Diese Art Federn haben eine degressive Charakteristik, eigentlich das Gegenteil von dem, was ein Federbein machen soll.
Und wohl kaum Dämpfung, die gerade hinten wichtig ist.
 
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ich versteh leider nicht soo viel davon, aber die Kennlinie sieht mir einigermassen vernünftig aus: Ich finde das eher progressiv als degressiv, und Metallfedern sind ja auch 'nur' linear. Auf der Kraft-Hub Kennlinie sieht man, dass deutlich Energie abgebaut, also gedämpft wird.
Lasse ich das Heck vom Strada auf den Boden fallen, hüpft es zwar, aber nur etwa 1/5 der Fallhöhe. Eigentlich ähnlich wie der Original Dämpfer, aber es federt stärker ein. Probefahrt kommt noch - Kniebeschwerden. Subjektiv bin ich begeistert: Das könnte ja klappen :ROFLMAO:
Die Unterlagen sind natürlich reine Werbung des Herstellers, der findet, das sei eine Alternative zu hydraulischer Dämpfung, die er auch anbietet.
Mir gefällt, dass der Dömpfer auf Zug und auf Druck arbeitet, man damit also auch negativen Federweg kriegt.
Bild 2020-04-16 um 11.14.49.jpgBild 2020-04-16 um 11.22.34.jpg
 

roland65

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Dämpfung, die gerade hinten wichtig ist.
Die Dämpfung muss nach meinen Tests mit Elastomer hinten deutlich höher sein als vorne. Den Kontrollverlust eines Hinterrades, das auf ruppigem Untergrund in der Kurve den Bodenkontakt verliert kenne ich inzwischen :eek: Das habe ich zwar ohne größere Probleme überstanden, trotzdem würde ich nicht empfehlen das nachzumachen. :rolleyes: Ich überlege schon, wie ich den mit Elastomerkügelchen gefüllten Gummibalg von Räderwerk einbauen könnte. Dazu müsste ich die entsprechenden Aufnahmen schaffen bzw. ein Schott einlaminieren. Bevor ich das angehe, werde ich das Ding aber erst mal bei jemand testfahren.

Ich finde es aber trotzdem toll, dass @fan-dan das probiert, denn nur so kann man klären, ob ein System geeignet ist oder nicht.

VG, Roland
 
Ich vermute auch das die feder und dampfungs eigenschaften diesen teil nicht das bringen, was mann wunscht. Wenn es doch wirken wurde, das ist es gut moglich ein schott, oder tragendes gepackfach zu bauen, was die feder hält. Die krafte beim ausfedern sind relativ gering, moglich brauch mann nur oben eine konstruction, und konnte mann es unten mit ein paar kabelbinder an die schwinge schnuren.

Grusse, Jeroen
 
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Ich fahre ziemlich kurze Strecken und bin nicht der schnellste Rennfahrer. Mit 30 ne schräge Aufpflästerung hat gut funktioniert. Es spricht besser an als das Original Federbein, schaukelt und hüpft nicht (allerdings: Nur kurze Strecke). Viel anders als das Original fühlt es sich nicht an.
Das Element ist breit und versperrt der Kette den Weg auf die kleinen Ritzel. Kriegt noch ne Fase, oder der Gelenkkopf unten wird verlängert.
Ich habe die @McElburg / @Jack-Lee / @Düsentriebin / @roland65 Federbeine gerne beobachtet und mich gefreut, Elastomere mit Befestigungsaufnahmen zu finden, an denen man also drücken und ziehen kann. Das Original Federbein fährt aber mit - dem Epoxi Kitt trau ich nicht. Tuning geht halt nur, indem man mit der Kreissäge nen Ring abschneidet (oder ein anderes bestellt wird).
 

roland65

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Die Ansprache wird bei allen Systemen mit geringem Losbrechmoment super sein. Für mich sind Testfahrten erst bei höherer Geschwindigkeit interessant. Bei niedrigem Tempo ist das meiste problemlos beherrschbar, aber ab 50 wird so einiges schnell kritisch. Wenn es mir da - wie erlebt - Probleme macht, dann ist das nichts für mich. Drum bin ich hinten aktuell wieder mit DTswiss unterwegs. Ich bin aber gespannt auf eine erste SL-Fahrt mit einem Elastomergefüllten Luftbalg.
 
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ab 50 wird so einiges schnell kritisch
Da kann ich nicht mithalten.. :eek: auf meinen Strecken komme ich nur gaanz selten mal über 45. Derweil freut mich, dass mir der Elastomer unauffällig, doch eher etwas besser als das Original Federbein vorkommt. Und ich hatte mich getäuscht: Die Schaltung hat schon Patz auf die kleinen Ritzel, aber sie war verstellt...
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Servus,
diese Elastomere weisen eine vergleichsweise niedrige Dämpfung auf und sind degressiv von der Federkennlinie... Nicht gerade prall für den Einsatzzweck.
Genau so isses! Weiß auch nicht, warum so viele hier mit Elastomeren rumexperimentieren. Das Optimun stellen nun einmal Srahlfedern mit Öldämpfer dar. Selbst Luftbälge wie im QV bringen kaum Verbesserung zu Stahlfedern und bieten eigentlich nur den Vorteil der einfachen Einstellbarkeit.
Wer sein VM aufrüsten will, kann eigentlch nur über gescheite Öldämpfer nachdenken.
Alles andere stellt eher eine Verschlechterung zum Originalfahrwerk dar (außer es war ungefedert ;-) )
 
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degressiv von der Federkennlinie
ahemm..

Grafik Energie-Hub Kennlinie zeigt: Für mehr Hub ist progressiv steigende Energie notwendig. Für 8mm Hub 5 Nm, 32mm Hub 50Nm. (also vierfacher Hub > zehnfache Kraft)
Grafik Kraft-Hub-Kennlinie zeigt, dass bei einer Hubbewegung von 32mm 20% der Energie abgebaut wird.
Mir kommt die Dämpfung eher schwach vor, gegenüber dem Original Dämpfer (velomobielonderdelen.nl verkauft gerne den Risse Luftdämpfer: Der sei besser...) Ich habe Null Ahnung, wieviel % Energie Fahrzeug Stossdämpfer so aufnehmen sollten :eek:. Vielleicht ist die Dämpfung ganz ok und das leichte Ansprechen täuscht? :unsure:
Aber vorerst hatte ich Bedenken bezüglich meiner Epoxi-Knete-Aufnahme am Standrohr: Ob die jetz hält ;) Oder runter kracht?
20200418_125943 Kopie.jpg
Die zweite Version der Aufnahme taugt offenbar (y) und ich habe schon mehr Vertreauen. So habe ich heute probiert: 63km/h bergab, zwei (kleine) Querrillen.. geht. 2 x Eisenbahngleise queren, ca 30km/h.. geht. Schlagloch durchfahren.. geht! :p Gefühl von besserem Bodenkontakt des Reifens: Der fällt ganz schnell z.B. Schlagloch runter, ohne beim rauskommen den Rücken zu prügeln.
Also mal vom Ausprobieren her: Besser als befüchtet, keinesfalls in Konkurrenz zum Räderwerk, oder zum Risse, oder zum DTSwiss :X3:! Ich fahre ja Strada, das rechte Bein ist sehr schwach und das Knie auch. Also eher Komfort als Sport, und handwerkliche Fähigkeiten, na ja ... begrenzt.

Diese ACE-Dinger sind nicht ganz billig: Zwei Stück haben 130.00 gekostet. Denkt man diese Dämpfer als Vorderradfederung: Die bauen zu breit, statt TR83-50 würde höchstens TR63-43 passen, mit 12 Nm/Hub statt 45 Nm/Hub, oder in der 'harten Version': 25 Nm/Hub. Die sind 55mm breit und könnten eventuell in's Radhaus passen. Haben dann M5 Aufnahme - die Borhung für ein 'Standrohr' wird kleiner sein, vielleicht Ø8.

aber sicher klar bringen tun's nur
gescheite Öldämpfer
nur, dann kann ich nicht basteln :ROFLMAO: (und die sind eh schwer)
 
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am Taunus
hinten bisschen tief
Ja, sieht (auf den Abstand Schaltwerksabdeckung – Felge bezogen) so aus.

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Weida 07570
Servus,
da hab ich wirklich nicht richtig geschaut! Ich hatte solche Teile schon mal in der Hand gehabt, die hatten teils degressive Kennlinien. Da Teil hier hat eine fast lineare Kennlinie. Und ich rede von der Kraft/Weg Kennlinie, nicht von der Kraft/Energie-Kennlinie ;)
 
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