Ein Velocamper in der Planung

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Hallo zusammen und guten Morgen!
ich habe einen 'Velocamper' in der Planung und bin in dem Zusammenhang (glücklicherweise) auf dieses Forum gestoßen! Kurz vorgestellt: Mein Name ist Daniel, komme aus Freiburg, forsche an Szenarion zur Transformation des Energiesystems, habe viele Hobbies, unter anderem "so herumradeln". Mit Maschinenbaustudium gewappnet möchte ich mich jetzt an dieses Velocamper-Projekt wagen, wozu ich wohl ein paar Threads(/Fäden?) zu unterschiedlichen Detailfragen öffnen werde.
An dieser Stelle schon mal vielen Dank für die Aufnahme und die vielen guten Diskussionsthreads zu zahlreichen Punkten auf meiner Frageliste! Damit bin ich überhaupt schon ein gutes Stück weiter gekommen!
Aber erst mal - Velocamper:
Wie bei so vielen bin auch ich zeitens Corona vom Campervan-Fieber angesteckt worden. Das hat eingeladen zum träumen und sich mal einen ausleihen, jedoch sorgte die Tankstellenproblematik, nämlich regelmäßig an solcher vorfahren und den Rüssel fossiler Liquiditäten im Tank zu versenken, für einiges Unbehagen im Gedankenspiel. Eines Tages, auf dem Berg, unweit vom Geiersnest, schälte sich eine neue Idee heraus: Warum nicht einen Camper mit Pedalkraft hinan und hinauf bewegen?
Im Grunde ist es ein großes Velocar, also ein Velolastencar, in dem zwei (pedalierende) Personen nebeneinander sitzen, hinter ihnen eine Ladefläche, auf der man sich (beplant) ein bescheidenes Zuhause einrichten kann. Von den Maßen rechne ich mit ca. 1,35 m Breite und ca 3 m Länge. Vielleicht kann man es sich als großen Bruder des Citkars vorstellen, wobei es sich in einigen Details (u.a. Ladeflächengröße, Sitzposition und Antriebsstrang) unterscheiden soll. (Elektrisch unterstützt und mit PV auf dem Dache wird es auf jeden Fall.) Mit diesen Maßen sollte man noch auf Radwege passen, jedoch sind abgelegene Straßen und Waldwege natürlich vorzuziehen.​
Hypothese: Campervanleben geht auch unabhängig von fossilen Kraftstoffen!
Das wäre also Reiselust pur, nach dem Motto, alles um und bei sich zu haben, dem es bedarf. Wettergeschützt, autark, ausreichend Wasser dabei, jederzeit bereit, anzuhalten und die Beine im gemachten Bett ins Fahrzeugende zu strecken! Bei Kaffeebedarf steigt der/die BeifahrerIn mal fix nach hinten und setzt den Espresso auf, etc. Das geht alles!
Sodenn: Die Gewichtsfrage ist euch gewiss schon ins Auge gesprungen, hat sich nun vielleicht schon ihren Weg gebahnt bis vor in die Fingerspitzen: Wie soll man das Ding noch bewegen? Also, das Thema Gewicht:
Personen: 75+75 = 150 kg (ausgelegt wird es natürlich für mehr)
Fahrzeug: ca 150 kg
Camperausrüstung, Dach, Bett, etc: 50 kg (Ein Zelt + Isomatte + Kocher wiegt ja deutlich weniger)
Gepäck: 50 kg
Da wären wir also bei 400 kg, so schnell überschlagen. Gewiss lassen sich diese Zahlen diskutieren, jedoch ist es auch stark von der Umsetzung abhängig. Vielleicht kriegt man es teilweise auch leichter hin. Nichtsdestotrotz ist das Gewicht einer der Hauptfaktoren für das künftige Reiseerlebnis - so viel ist klar. Trotzdem gilt: Keine faulen Kompromisse. Es soll ein pedalierter Campervan sein. Es gibt Alternativen: Rikschas, Campinganhänger oder der Fahrradbus, den man quasi auch mit 'Camperfunktion' bauen kann, um nur einige zu nennen. - Der Velocamper wird größer und schwerer und es bleibt eine Herausforderung, ihn trotzdem handlich (oder fußlich?) zu gestalten.
Natürlich muss ich in bestimmten Punkten wie Geschwindigkeit und Reichweite (als auch Wegbarkeit) Abstriche machen. Dafür bekomme ich eben ein Stückchen mehr Komfort. Ein mir außerdem auch wichtiger Punkt ist die Sicherheit. Auf bisherigen Radreisen als auch im Alltag bin ich dem Verkehr immer wieder stark ausgesetzt gewesen. Ein Auto fährt den Radfahrer um, bumm - liegt er im Straßengraben - hat die Hüfte gebrochen - usw. Diese Bitte nach hinten, gesehen und berücksichtigt zu werden, begleitet mich beim Radfahren (Sin' wir nich' alle ein bisschen am beten?!). Mit solch einem Velocamper werde ich auf jeden Fall gesehen und habe auch (zumindest) etwas mehr 'Standing'.
So viel zur Idee. Bei der Umsetzung sind folgende Punkte offen, die ihr wohl in manchem Thread wiederfinden können werdet:
  1. Fahrwerk: Welches Fahrwerk kann das Gewicht tragen? Insbesondere die Radaufhängung, inkl. Laufrädern, beschäftigt mich hierbei. Da die vordere Achse das meiste Personengewicht trägt :)X3:), wäre es das Beste, auch diese anzutreiben. :eek: Gibt es so etwas schon, bzw. dafür Achsschenkel & Radnaben? Aktueller Recherchestand ist: niente! (Hier ein Thread zur Suche eines Achsschenkels.) (Es sei denn, man nimmt das vordere Fahrwerk eines 4WD-VerbrennerQuads - ist nur schwierig zu kriegen und sauschwer, da 4WD erst ab 500ccm verwendet wird.) Alternativ ließe sich der Antrieb über eine Kardanwelle (zu Achsschenkel) und einer Kette auf das Rad übertragen. Das fände ich aber unschön, wegen zusätzlicher Kette und Effizienzverlust (und Platzbedarf für Bremsscheibe.) Ein Achsschenkel ließe sich ja noch zusammenschweißen, eine angetriebene Radnabe (da dann wohl aus Alu) wäre schon etwas aufwendiger. (Bei der Federung werde ich wohl, wie von @Jack-Lee empfohlen und auch im Citkar vorne umgesetzt, erst mal auf Blattfedern setzen.) (Eine Radnabe ohne Antrieb ließe sich wohl wie hier einseitig aufhängen.) Alternativ werden die Hinterräder angetrieben. (Irgendwie geht's wohl, zumindest hier ist ein Vorderradantrieb verwendet. @Marc ? :) als auch beim SUM-X Lastenrad.) (Dazu habe ich jetzt noch mehr Threads (Suchstichwort "Angetriebene Vorderräder") entdeckt, die werde ich noch studieren.)
  2. Laufräder: Ich bin mir nicht sicher, ob es so stabile 20" im Fahrradbereich gibt, aber das wäre erst mal mein Ansatz: 1. Die stärkste Felge, stärkste Speichen finden. 2. Leicht nach innen versetzt einspeichen, sodass axiale Kräfte von außen von den Speichen gut getragen werden können. 3. Räder leicht nach innen kippen lassen, um axiale Kräfte besser aufnehmen zu können. Oder ich finde solche Spezialfelgen, wie sie am Citkar u.ä. (Zembike und Velove Armadillo) verbaut sind.
  3. Steifigkeit: Grundsätzlich die Frage, wie erreiche ich niedrige Roll- und Fahrwiderstände bei 4 Rädern? Ich nehme an, ein Vibrieren oder Flattern wäre ziemlich ungünstig, heißt die Konstruktion muss steif genug sein.?
  4. Hat jemand Erfahrung mit der Verwendung von Stahlseilen in der Rahmenkonstruktion? Komponenten, die lediglich auf Zug belastet sind, könnten ggf. als Stahlseile verbaut werden.?
Weitere offene Punkte, zu denen ich noch recherchieren will, sind
5. Motorwahl (wahrscheinlich weder Mittel- noch Nabenmotor, sondern eigenständiger Motor, der über Kette/Riemen antreibt.): Die Motoren, die ich gefunden habe, wird die Nennleistung bei 5000upm angegeben (was viel zu hoch ist) und keine Kennlinien ausgegeben. Dann lieber einen Getriebemotor nehmen, oder überdimensionierten Motor bei niedrigen Umdrehungen laufen lassen? (Muss ich noch recherchieren.)​

Beim Differenzial gibt's ja Möglichkeiten, samagaga, vom Rasenmähertraktor etc., oder doch lieber Freilauf oder einzeln angetriebene Räder.

Also jetzt mal "vorab": Gibt es Erfahrungswerte für solche Schwergewichte?
Ich schmeiße diesen Ideen- und Fragenpool einfach mal raus in die Runde. Wer erste Tipps hat, äußere sie gerne. Beizeiten will ich noch spezifische Threads starten, bzw. könnten wir Themen dann auch auslagern. So weit! Bin gespannt auf eure Rückmeldungen!

Guten Gruß, Daniel
 
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Lese mal diesen Faden, da sollte viel Wissenswertes drin stehen. Vor allen Dingen, es funktioniert im realen Leben.

Noch so ein paar Punkte zu drüber nachdenken:
  • Zulassungsfrei sind Pedelecs mit ihren spezifischen Beschränkungen. Die dürfen auch Radwege benutzen. Der Rest bedarf einer Zulassung (im Einzelfall) mit allen Folgen (wieviele gibt es im realen Leben?) und muss auf der Straße fahren (Radwege etc. tabu).
  • Radwege sind für einspurige Räder dimensioniert. So gibt es im realen Leben auf Radwegen auch noch viele Hindernisse (nicht dass die jemand auch noch zügig benutzen will und womöglich kein Auto haben will), wie 90° Schikanen, enge Kurven, Wegführen von der Fahrbahn vor Kreuzungen, Drängelgitter, Poller etc., um nur mal ein paar reale Beispiele zu nennen.
  • Ein Fahrzeug hat bei zwei Personen im Zweifelsfall 100% Ausfall zur Folge. Bei zwei Fahrzeugen mit je einer Person fallen in so einem Fall meist nur 50% aus.
  • Die einfachste Lösung ist häufig die beste Lösung.
  • Serienteile vereinfachen das Leben in vielerlei Hinsicht.
  • Falls Du nicht die nächsten Monate/Jahre (wenn ich mir vergleichbare Projekt so ansehe) mit der Fahrzeugentwicklung beschäftigt sein willst, dann würde ich nicht nur bei den Teilen Serie wählen :) .
 
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Hey winido,
danke für die Rückmeldung. Ja es gibt dabei einiges zu bedenken und mit einem solchen Gefährt ist man nicht so recht zuzuordnen, wodurch man wahrscheinlich manchmal anecken wird. Es ist eben kein richtiges Fahrrad mehr, sondern erhebt Anspruch auf mehr Platz - hat ja bei den SUVs auch geklappt.
Der kitenteddy/Jörg hat da einen interessantes Quad gebaut, schaut auch sehr reisefähig und bequem aus! Hat wohl auch einiges gekostet, allein die zwei Pinions.. Beim Velocamper (oder Pedalwagen) sollen zwei Personen jedoch nebeneinander sitzen, mit Ladefläche dahinter. Das geht eher in Richtung Veload, wo mich neulich ein Kumpel drauf aufmerksam gemacht hat, oder so ein Gerät hier:
IMG_20210924_130039.jpg
^Mit denen habe ich mich unterhalten. Das Gefährt stammt wohl von einem Hotel an der Ostsee, ist also kein Eigenbau. Die Räder und Reifen sind wohl vom Moped. Das war beim Klimastreik; auf solchen Demos kann man damit natürlich auch gut unterwegs sein.

Hier ein Zwischenstatus:
Ich kam etwas ins Stocken bei der Frage, ob aufrecht sitzen oder nicht. Nun habe ich wenig Erfahrung mit Liegerädern, nur auf meinem Pino sitze ich auch ganz gerne vorne, hatte mir aber sagen lassen, dass man dabei die Körperkraft weitaus effizienter einsetzen kann. - Das will ich auch, habe ich gedacht, entspricht aber nicht meiner Vorstellung eines pedalbetriebenen Lastenwagens, bzw. pedalbetriebenen CamperVans. Die Übersicht im Verkehr ist mir dabei schon wichtig, jedoch auch Reisetauglichkeit. Und natürlich, wenn man für jeden Kilometer Blut und Wasser schwitzt, macht das bei aller Gemütlichkeit (mit Kaffeedose und Bett an Bord) auch nicht so viel Spaß. Aber gut, dies ist die größte Herausforderung bei diesem Gefährt, und ich werde es erst wissen, wenn ich es ausprobiert habe. Kompromiss: FahrerIn aufrecht, BeifahrerIn in liegend - ganz praktisch zum Lastwechseln.

Eine der Hauptherausforderungen bleibt, Teile zu finden, die die Last tragen können, jedoch nicht hoffnungslos überdimensioniert sind (da die Belastung zwischen Fahrrad und KFZ liegt).
Mit Samagaga-Teilen war ich eigentlich happy - die haben ja fast alles, nur die Achsschenkel hätte ich mir selbst schweißen müssen. Das wäre noch gegangen, nachdem ich diesen Umbau entdeckt habe. Dann habe ich mal das zulässige Drehmoment (zulässig 4,5 kg/m, Bruch bei 12 kg/m, siehe hier) mit dem voraussichtlichen maximalen Drehmoment verglichen, was ca 21 kgm pro Person, bei zwei Personen 21 kgm + Motordrehmoment pro Rad wären. Berechnung: 36 / 24 Übersetzung * 100 kg Körpergewicht * 0,17 m Kurbellänge = 21 kgm
In diesem Thread wurden mal Überlegungen zum Drehmoment einer Kardanwelle angestellt, mit ähnlichem Ergebnis. Das liegt also deutlich über der Bruchlast. Auch wenn man wahrscheinlich selten so feste in die Pedale tritt, würde die Welle wohl ziemlich flexen, wie in erwähnten Thread auch beschrieben. Vllt hat sich Samagaga auch in den Zahlen geirrt - wenn sie schon "kg / m" schreiben -, weil so könnte ja selbst ein kräftiger Radfahrer die Welle knacken. Also vielleicht doch mit zwei Ketten auf die Hinterräder wie beim Veload, dann spare ich mir auch gleich das Differenzialgetriebe - wobei ich das eigentlich nicht schön finde. Lange Ketten auf tendenziell unbelastete Räder (da unter der Ladefläche) und wenn ich nicht mit Umlenkrollen arbeiten will, hängen die Ketten im Weg für Stauraum. Aber jetzt selber eine Kardanwelle basteln, wäre wohl auch etwas viel Aufwand..

Dritter Punkt ist die Anwendbarkeit - was mache ich mit so einem Ding? Es wäre optimal (nach meinem Geschmack) für eine lange (lange) Reise, aber eben nicht für den Alltag um "mal eben" irgendwo hin fahren. Oder eben für den Transport schwerer Sachen, zum Beispiel Gemüse von der solidarischen Landwirtschaft. Beides steht gerade nicht so an. Aber vielleicht baue ich erst mal und schaue, was bis dahin so aufkommt. :)

Gruß Gruß, alles_tutti!

PS: Auf der Homepage nutzrad.de werden viele verschiedene Nutzräder vorgestellt - lädt zum Stöbern ein: http://www.nutzrad.de/index.php?seite=kat
PPS: Die Laufräder vom Zembike wären wohl auch stabil genug.
 
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interessante Ideen : ) vielleicht wäre zwei LR hintereinander Anordnung Fahrradwege-kombatibler?
Dann mit ausklappbaren Ebenen um fürs Campieren die nötige Grundfläche zu erreichen ?
Danke fürs Telefonat vorhin, fand ich einen guten, schönen Gedankenaustausch : )
 

JKL

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Ich denke auch schon länger über ein Wo-VM nach.
Bei mir gehen die Gedanken aber eher in Richtung L6e ... 2 x 4 x 2 Meter, 4kW, 2 Tretgeneratoren, 8m² Solar, 30km/h.
Also alles Sachen für die ich hier gesteinigt werden würde. o_O

Schau bei den Laufrädern mal bei alligt.nl vorbei.
Leo hat die neue (4te) Generation mit >200kg bei 30° Schräglage und alle 1.6m einen 10mm Schlag mehrere tausend km getestet, bis die ersten Risse aufgetreten sind.
Ich bin mit der 2ten Generation ~45.000km z.T. mit 60km/h gefahren und teste grade die 3te Generation mit noch höherer Geschwindigkeit.

Gruß Jörg
 
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Hey Heiko @HFKLR , ja ich freue mich drauf, mir mal deine Räder anzuschauen!

Also alles Sachen für die ich hier gesteinigt werden würde. o_O
^Hehe - könnnte sein :giggle::censored:

Danke für den Tipp mit den Rädern, die sind bestimmt super! Ich war jetzt schon bei Simson-Rädern gelandet, (Link auf AKF-Shop), aber die von alligt gibt's ja sogar für 150kg statisches Gewicht - was das wohl heißt? Die dynamische Belastung ist ja noch mal deutlich höher. Und die axiale Belastung wäre auch noch mal spannend zu erfahren. Was meinst du (@JKL) denn mit 30° Neigung? Zwischen Radachse und Waagerechten? Das wäre ja einiges! Aber gut, das war nur für den Prüfstand, um eine deutliche axiale Belastung eingehen zu lassen, nehme ich an?
Ich dachte daran, die Räder vielleicht ein bisschen, so 10°, nach innen kippen zu lassen. Mal fix nachgerechnet, sollte nach der Formel für Zentrifugalkraft
F = m * v² / r = 5555 Newton
bei m=400kg, v=30km/h = 30/3,6 m/s und r=5m
Also 5555 Newton, als würde man mit einer halben Tonne "zur Seite" ziehen. Quasi ein Kleinwagen der über Böschung hängt und an einem Abschleppseil seitlich an meinen Velocamper gebunden ist - okay! o_O Das wäre natürlich ein rasanter Ritt bei voller Ladung und 5 Meter Radius habe ich gerade noch nicht so das Gefühl für, wie realistisch das ist. Diese Last würde wohl hauptsächlich vom äußeren Vorderrad aufgenommen - und wenn man dabei auch noch bremst - oheidipei.. Vielleicht klemme ich noch so dicke Gummiblöcke drunter, die das Vehikel bei Radbruch 'anständig' ausbremsen. :unsure: Wobei, wahrscheinlich würde vorher die Haftung auf der Straße versagen, was heißt, man schlittert über so eine tanzende Felge. Nagut, vielleicht doch langsamer fahren..

Die zwei Meter Breite wären natürlich komfortabel, jedoch kommt man dann nicht mehr zwischen den Pollern durch - wo welche stehen. Deswegen die max 1,35m Breite. Nach Möglichkeit wäre es auch sehr praktisch, einen Unterbau unter Schrankenhöhe zu haben und den Überbau leicht abmontieren zu können. Schranken können ja sonst ziemlich nervig werden.

So weit erst mal, gute Nacht allseits.
 

JKL

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Was meinst du (@JKL) denn mit 30° Neigung? Zwischen Radachse und Waagerechten?
Si, den Test mit waagerechter Achse hat Leo (bei ~8000km? ich hab die Zahl nicht mehr im Kopf) abgebrochen, weil einfach nichts passiert ist.
okay! o_O Das wäre natürlich ein rasanter Ritt bei voller Ladung und 5 Meter Radius habe ich gerade noch nicht so das Gefühl für, wie realistisch das ist.
Nicht so sehr, 5m Radius habe ich bei vollem Lenkeinschlag. ;)
Die zwei Meter Breite wären natürlich komfortabel, jedoch kommt man dann nicht mehr zwischen den Pollern durch - wo welche stehen. Deswegen die max 1,35m Breite.
Die 2m Breite gehen auch nur mit einem L6e Fz (4kW).
a - dürfen die nicht auf den Radweg und
b - fährt ein Pedelec mit einer Frontfläche von 4m² bei einer Windböhe von vorn rückwärts.

Deine geplanten 1,35m würde ich aber auch noch mal überprüfen.
Bei mir in Gegend stehen die Poller enger und durch Drängelgitter kommst du vermutlich nur noch mit der Akkuflex durch.

An der Stelle würde ich mal @kitenteddy und @Steppenwolf 127 fragen, was sie darüber denken.
Die beiden haben die meisten km mit breiten und langen Fz, quer durch D und können am besten sagen, wieviel cm breiter es vielleicht noch geht.

Gruß Jörg
 
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Hey @JKL , was für Felgen waren das denn von alligt? Die haben ja CBW1 (max statische Last 75kg) und CBW2 (max 150kg) - und wenn CBW1 mit über 200kg Last auf 30° mehrere tausend (wie viele denn?) Kilometer hält, wäre das schon eine Ansage. (Man darf ja hoffen. ;))
Die 1,35 Meter sind relativ safe, da mit dem Fahrradbus schon ganz gut überprüft. Aber ja, ein paar Erfahrungswerte würden nicht schaden - wenn ich mal dran denken würde, den Zollstock einzustecken..

vielleicht wäre zwei LR hintereinander Anordnung Fahrradwege-kombatibler
Noch zu deinem Vorschlag, Heiko; ja, das wäre gewiss kompatibler und es wären wohl auch andere Reisegeschwindigkeiten drin. So eine "Green Mamba", wie Kitenteddy im (obig verlinktem) Thread vorgestellt hat, mit einem Carla Cargo Anhänger hinten dran und aufklappbarem Wohnzelt. Aber das wäre kein Velocamper mit Velocamper-Feeling, kein Fahren Seite an Seite, kein "ich döse mal ein bisschen/spiele Gitarre/koche Tee während du hier den Hügel hinab/mit Rückenwind entlangrollst", kein "hey wir stellen uns zwischen die Wohnmobile und freuen uns zweihunterdreiundsechzig Kekse". Sondern (gewiss) ein feines Gefährt, um Strecken wie von Norwegen durch Portugal und noch weiter runterzustrampeln.

Generell kann man davon ausgehen, mit einem solchen Vehikel vor ungünstigen Hindernissen zu stehen. Unsere Verkehrswelt ist halt für Autofahrer und schmale Fahrradfahrer finden da auch ihren Platz. Ein solches Gefährt hingegen trotzt der Kategorisierung, was es sowohl unpraktisch/hinderlich und jedoch auch (für mich) den Reiz ausmacht. Ich glaube, wir brauchen neue Mobilitätskonzepte (dringender denn je) und deswegen lege ich an diesem Punkt (noch) eine SteveJobs-Attitude an den Tag. Vielleicht geht es auf und man findet (trotz Unwegsamkeiten und Gewicht) hier und da ein wenig Freude am Wegesrand. Es wäre halt etwas anderes/neues. :cool:
 

JKL

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Hey @JKL , was für Felgen waren das denn von alligt? Die haben ja CBW1 (max statische Last 75kg) und CBW2 (max 150kg) - und wenn CBW1 mit über 200kg Last auf 30° mehrere tausend (wie viele denn?) Kilometer hält, wäre das schon eine Ansage. (Man darf ja hoffen. ;))
Die neuste Generation.
Okay, und wie fühlt sich das an, wenn du bei 30 km/h den Lenker voll einschlägst? :unsure:
20 - 30m auf der Seite liegend? Etwas rutschig. :sneaky:

Gruß Jörg
 
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Hi @alles_Tutti, über das Thema hatte ich mir auch schon viel Gedanken gemacht.

Vor langer Zeit hatte ich die Idee für ein Trike mit langem 1m breitem Laderaum als Camper. Dann die Idee für ein "Velowohmoboot" das 1m breit und 4m lang ist. Das bräuchte dann natürlich Vorderradantrieb um vom Wasser auf den Strand hochfahren zu können haha. Ich habe auch mal ein 2m x 4m großes Velowohnmobus skizziert. Aber weit gekommen bin ich mit den Ideen leider nicht. Kürzlich habe das "Semi Apocalypse" (thread) gesehen und wieder drüber nachgedacht. Also abgesehen von dem "total vernünftigen Zelt" scheint mir so ein fifth wheel / semi trailer insgesamt die viel bessere Lösung zu sein:

Offenes quad bike wie das Pony4 plus großer Anhänger. Last und Komplexität wird aufgeteilt. Antrieb ist einfacher, Anhänger ist einfacher. Last ist auf 6 Räder verteilt. Quad ist alltagstauglich und Du kannst optional auch eine Wind/Regenschutzscheibe und leichtes Dach draufstecken. Anhänger kann kleiner oder größer sein. Wenn Ihr irgendwo beim campen seid kannst Du dann einfach auch etwas erkunden oder Brötchen holen fahren ins Dorf ohne die Kirche mitzunehmen. Theoretisch könnte ein semi trailer auch nahtlos wie ein Gelenkbus Teil des Quads werden.

Deswegen ist mein eigener Plan jetzt erstmal ein möglichst einfaches Quad zu bauen. Mit starrer Radaufhängung und 26x4 Fatbike tubeless Reifen als Federung. Mittelmotor und Ritzelschaltung. Durchgehende Hinterachse mit doppeltem Freilauf (entweder durch BMX Freilauf oder Freilaufhülsen in Radnaben). Oder vielleicht doch mit Federung und normaleren Reifen (Schwalbe Pick-Up).

Deine Anwendungsanforderung von einem side-by-side Tandem ist natürlich anders. Alternativ besser abwechselt den Trailer ziehen? Man kann ja trotzdem nebeneinander fahren. Vielleicht darf man auch mehrere Quads aneinander kuppeln als "Tandem zug". Dass würd dann erlauben mit zwei Motoren unterstützt anzutreiben. Wahrscheinlich nicht legal.

Auch dinge wie Pop up könnten mit einem Wohnanhänger leichter umgesetzt werden. Also wie ein Schuhkarton werden aus 1m hohem "windschnittigen" Anhänger ein 1.9m hoher block. Oder man könnte man einen "slide out" bauen... kompliziert aber machbar. Also ein Anhänger der vom 1m auf 2m Breite ausfährt. Oder von 1.2m auf 2.4m. Oder von 2m auf 4m hahaha. Die minimale Breite ergibt sich eigentlich nur durch die Matratze auf der du noch bequem zu zweit schlafen möchtest haha. Legal sind glaube ich 2m breite Fahrradanhänger für mehrspurige Fahrzeuge wie Quad, für Zweirad nur 1m breit. Auf Landstraße besser mit großen Schildern mit Fahrrad und 25kmh hinten dran.

Theoretische Leichbauweise wäre mal super grob gerechnet 2m x 4m x 2m hoch mit 1mm dickem composite Laminat, plus Streben und einfacher Wölbung zur Steifung, plus 2cm extruded polystyrene foam (XPS) auf der Innenseite mit nicht tragendem Stoff oder Tapete beklebt. Dass wären ca 40m². Laminat ca. 50kg für Carbon oder 80kg für Glasfaser? XPS mit 0.02m dicke ca. 0.8 m³ a 40kg/m³ Dichte also 32kg. Etwas leichter in der oberen Hälfte und Dach, und etwas schwerer in der unteren. Also für die Hülle sind 100kg schon denkbar. Ich glaube leichte Boote / Dinghies sind in der Größenordnung. Plus zwei Räder und Solarpanele (4kg für 310W). Davon muss ja nur ein Teil auf der Hinterachse vom Quad aufliegen. Mich reizt die Idee sehr dass als Boot zu bauen, dann kann man die beiden Quads dranschnallen und lospaddeln.
 
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Noch ein paar Gedanken zum Vorderradantrieb:

Vorderradantrieb geht theoretisch aber vergiss es. Es ist schwierig und genauso komplex wie moderne KFZ Fahrzeugtechnik. Also nix leichte und günstige Fahrradteile. Wenn auf ebay Antriebswelle für KFZ oder ATV suchst - die kannst du verwenden. Sind halt nur schwer und lang. Die haben zwei Gleichlaufgelenke und können Federung und Lenkung in der Länge ausgleichen (siehe Tripode Gelenk). Super interessante Thematik haha. Samagata hat glaube ich nur primitivere Kreuzgelenk Lösungen (nicht wirklich Gleichlauf und weniger Effizienz), aber zumindest bekommst Du da splined shafts / Keilwellen die aufeinander passen. Ich habe lange darüber nachgegrübelt aber aufgegeben.

Was man machen könnte ist ein normales Quad aber dann zwei Nabenmotoren ans Vorderrad bauen. Dass ist nicht mehr Straßentauglich aber würde mit 4x4 bestimmt sehr gut am Strand in den Dünen abgehen :)
 

Jack-Lee

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Die Heinzmann Nabenmotoren nutzen.. Die gibt's als duo, sind als 2x125w deklariert, liefern aber bis zu 1100w pro Motor... Da bekommt man auch 500kg Fahrzeug bewegt.
 

JKL

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Naja wenn man drei x 250w Motoren betreibt ist man kein pedelec mehr. Aber vielleicht kann man die auch dran lassen und nur die Leitungen abstöpseln.
Ich bin jetzt von 2 Motoren in den Vorderrädern und HPV an den Hinterrädern ausgegangen.
Wie @Jack-Lee schon geschrieben hat, gibt es von Heinzmann einseitig aufgehangene Motoren die mit 125W NennDauer deklariert sind und so wäre ein solches Fz legal.

---

OT ->

Das Problem beim Verständnis von E-Motoren ist immer wieder die -> Nenn-Dauer-Leistung <-
Die ist meiner Meinung nach völlig ungeeignet um was auch immer zu begrenzen.

Die Norm für NennDauer beschreibt, was ein Motor mindestens leisten können muss.
Die Heinzmann-Motoren (125W NennDauer) kann ich auch mit 10kW betreiben ... geschätzt 60 Sekunden, dann brennen sie durch.
Diere Motoren werden also nie ein 10kW Label bekommen, aber ich kann sie, wenn ich sie danach abkühlen lasse, ohne Probleme für 10 Sekunden mit 10kW befeueren.

<- EOT

Und wir sollten diese gefühlt 1.000 mal geführte Diskusion nicht auch noch in diesen Faden ziehen.

Gruß Jörg
 
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Ich bin jetzt von 2 Motoren in den Vorderrädern und HPV an den Hinterrädern ausgegangen.
Wie @Jack-Lee schon geschrieben hat, gibt es von Heinzmann einseitig aufgehangene Motoren die mit 125W NennDauer deklariert sind und so wäre ein solches Fz legal.
Oh wow 2 x 125W kannte ich noch nicht, das ist natürlich eine fantastische Lösung für 4x4 bzw. Vorderradantrieb! Und erlaubt eine Tretlagerschaltung und einfacheren Aufbau! Und einen Rückwärtsgang! Und einseitige Aufhängung mit Montageflansch! Da hätte man ja schon den halben Achsschenkel!! Heinz my man!!!

Ok ok wo bekommt man den denn und wie teuer wird das im Vergleich zu einem China Mittelmotor?

Persönlich brauche ich 4x4 nicht wirklich, wäre halt "cool". Sowohl für dicken Anhänger als auch für ein side-by-side Tandem ist vermutlich mehr als genug Gewicht auf der Hinterachse.

PS: Und ja für Strasse macht nur HPV auf Hinterachse Sinn, mein ursprünglicher Gedanke war halt einfaches Quad mit Hinterantrieb und Mittelmotor, das man "irgendwann mal" für Abseits der Straße aus Spaß dann noch zusätzlich pimpen kann.
 
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Ich vermute mal die 125W Heinzelmänner schaffen recht viel Spitzenleistung weil sie in einem Ölbad laufen. Also Hitze wird schnell von den Spulen im Motor verteilt, aber auf Dauer ist dann Schluss und es wird dann trotzdem 250W Nenndauerleistung nicht überschritten. Es könnte aber sein dass die durch Olkühlung trotzdem besser auf Luftkühlung reagieren und dann bei Fahrtwind dann noch mehr leisten.

Man könnte auch die "Optik" tunen indem man die Fahrradspeichen mit etwas Kupferdraht umflechtet und mit Wärmeleitkleber mit dem Nabenmotorgehäuse verbindet. So ein schickes Dreamcatcher Motiv hat dann hoffentlich keinen Einfluss auf die Nenndauerleistung :LOL:

Noch ein Argument für zwei Einzelquads und Anhänger: Mann kann dann eine Kiste mit schwererem Gepäck auf das freie Quad umladen und so die Last auf zwei Pedelecs verteilen.
 
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