Ein Peer Gynt wird elektrifiziert

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So, nun fange ich endlich mal ein, mein Liegerad vorzustellen. Wie ich zum Peer Gynt Langlieger kam, habe ich in diesem Beitrag im Radreiseforum erläutert. Ein Wiederholung spare ich mir.
Und mein erster Kontakt zum (halb-)liegenden Radeln begann mit diesem Eigenbau Liegerad aus Siebdruckplatten.

Warum habe ich angefangen, das Peer Gynt zu elektrifizieren?
Hauptgrund sind Fahrten zur oder von der Arbeit, wenn ich mal nicht von meinem eigentlich Einsatzort starte oder ende. Da ich schon mehr als 10 Jahre kein Kfz mehr besitze, möchte ich trotzdem auf eine etwas entspanntere Weise gelegentlich Strecken von ca. 40-50 km Arbeitsweg zurücklegen.

Ich Sommer 2020 habe ich mich mal über die Möglichkeiten für den Umbau des Peer Gynt informiert. Letztendlich habe ich mir einen Umbausatz mit Hinterradnabenmotor von bmc-world entschieden - 500 Watt Motor im 48 Volt System.
Einen passenden Akku habe ich dann ein paar Wochen später bestellt. Nachgeordert (aus China) habe ich noch Verlängerungen für die Waterproof Kabelverbindung für Bremssensoren, Daumengas etc.

Heute war es soweit, das ich eine Probefahrt für ein Fotoshooting gemacht habe. Da ich aber vermutlich das Steuergerät unbeabsichtigt geschrottet habe, bin ich nur mit Muskelkraft unterwegs gewesen (auch ohne den Akku). Und ich muss sagen, das Rad rollt weiterhin gut, es ist kein Widerstand durch den Motor zu spüren.
Am Ende der Probefahrt musste ich ein Problem feststellen: Das obere Kettenschutzrohr hatte sich aus der Halterung gelöst und ist nach vorne durch den Umwerfer gezogen worden. Ca. 30-40 cm ist das Kettenschutzrohr aufgeschlitzt. Die Kettenschutzrohre hatte ich im Rahmen des Umbaus neu bestellt (auch für den unteren Kettenteil zwei kürzere Rohre - bisher war nur oben ein Kettenschutzrohr angebracht und sowieso teilweise defekt).

Für einen tiefen Schwerpunkt habe ich den Akku mit der Rahmenhalterung (kommt beim herkömmlichen Rad aufs Unterrohr) von unten und soweit wie möglich nach vorne angebracht. Auf der Rücksseite der Rahmenhalterung habe ich als Schutz vor Regenwasser ein Stück Lkw-Plane zwischen Rahmenhalterung und Rahmen eingebaut. Das Steuergerät werde ich wahrscheinlich in einer Rahmentasche unter des Obere Rahmenrohr anbringen.

Das Display sitzt mittig vor dem Sitz, darüber der Taster mit Ein/Aus und Unterstützungsstufenwähler (das ist leider nur mit einem sehr kurzem Kabel direkt mit dem Display verbunden).

Die Beleuchtung besteht aus einem Cyo (40er) und View Rücklicht, angeschlossen am Nabendynamo im Vorderrad. Einen Zusatzscheinwerfer für den Anschluss an das Steuergerät habe ich mir auch noch gegönnt. Dieser hat auch eine Hupe mit eingebaut. Die beiden Taster für den Zusatzscheinwerfer befinden sich links rechts am Lenker. (*ich hatte diesen zuerst links am Lenker)

Vorne bremst eine mechanische Scheibenbremse (Shimano M475 o.ä.), hinten eine hydraulische Felgenbremse - gerade verbaut ist ein die Raceline Serie. Die ganz alte Magura ist auch noch vorhanden, lediglich der originale U-Bügel passt nicht Hinterrad. Deswegen musste ich mir einen alternativen U-Bügel zulegen (70 Euro, der einzige, den ich gefunden habe).
 

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[OT] Womit hast Du denn an dem Holzlieger die Lenkung vorn an der Gabel befestigt?[/OT]

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Die kleine schwarze Klammer am Rohr der Federgabel ist von Riese&Müller. Ich hatte damals einige Versuche gemacht und schließlich bei einem Fahrradhändler nach dem Teil gefragt, das ich an deren Lastenrad gesehen habe. Leider wollte Riese&Müller mehr als 30 Euro für dieses kleine Teil haben.

Da die Gabel jetzt auch am Peer Gynt dran ist, wird das auch weiterhin genutzt.
 
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Die ersten Testfahrten sind jetzt auch schon gemacht und ich muss sagen, der "Pusch" über das Daumengas ist ordentlich. Beim Treten selbst finde ich die Unterstützung selbst noch nicht so gravierend, aber das ist sicher noch Einstellungssache.
Am Sonntag mal einen möglichen Arbeitsweg von Darmstadt nach Wiesbaden ausprobiert, wobei Wiesbaden selbst katastrophal für Fahrräder ist. Vernünftige Wege in die Innenstadt gibt es so gut wie gar nicht - alles nur für die Spritstinker gebaut :-(
Heute noch eine Runde über Pfungstadt und Eberstadt und den Wald zur Lichtwiese - und auch die Waldwege gingen gut. Bereifung ist aber eher schmal: vorne ein Conti Speed in 35-406, hinten ein Conti .... in 37-622
 
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