Ein paar Fragen an die Kettwiesel-Experten

Hallo,
zum Thema Motor beim Kettwiesel meine 2 cent:
Beim Tretlagermotor sollte man beachten, dass dann sehr wahrscheinlich auch eine neue speziell gebogene Lenkstange nötig ist, da die gerade Lenkstange sehr wahrscheinlich nicht am Motorgehäuse vorbei kommt.

Ich habe eines meiner beiden alten Stahlwiesel als "schlechte Tage"-Wiesel umgebaut, um eben an schlechten Tagen bei Steigungen nicht das Handtuch werfen zu müssen.
Dazu habe mit einem TSDZ2-Tretlagermotor (der mich am UP mit hohem Systemgewicht bisher klaglos überall hoch gebracht hat) und einem neuen billigen Nabenmotor die böse Steigung meiner Einfahrt und anschließend meine Trainingsstrecke (Flachland) getestet. Das Wiesel hat kein Diff und die 9fach-Kettenschaltung, ich habe ein recht hohes Systemgewicht (> 100kg mit Gepäck).

In meinem Fall stellen sich die Unterschiede der beiden Konzepte am Kettwiesel so dar:

TSDZ2-Mittelmotor:
- wie gesagt: Lenkstangenverlauf checken, die Schwierigkeiten beim Einbauen sind relativ niedrig, aber man muss eben auch ein Tretlager wechseln können. Ansonsten eben Kabel verlegen, einen Platz für den Akku und Display finden etc.
- theoretisch viel mehr Leistung, aber die bekomme ich an steilen Wegstücken nicht auf die Straße, weil dann das Vorderrad lupft wie verrückt und ich stark nach rechts gegenlenken muss, um überhaupt irgendwie noch halbwegs geradeaus zu fahren zu können. Auf der Straße fühlt sich das für mich echt nicht gut an.
- Kein Freilauf, d.h. ich trete immer gegen den Widerstand des Motors und des dort verbauten Getriebes an, auch wenn er in der Ebene nicht an ist. Oberhalb der Unterstützung zu fahren ist so für mich sehr anstrengend und ziemlich spaßbefreit. Für mich sehr nervig, das drückt meine Geschwindigkeit stark und es nimmt dem Wiesel gefühlt etwas Agilität.

Billiger Nabenmotor vorne:
- Der Einbau des Kits war sehr einfach, Vorderrad wechseln, ansonsten wie beim Mittelmotor Kabel verlegen, Platz für den Akku und Display finden.
- Beim Anfahren am Berg und an steilen Wegstücken bei niedriger Geschwindigkeit deutlich schwächer. Wenn ich Steigungen mit Schwung angehe, ist die Unterstützung für mich völlig ausreichend.
- Bei sehr langsamer Fahrt dreht gerne mal ein bisschen das Vorderrad durch, aber dafür zieht mir das Wiesel nicht wie verrückt nach links. Gleichzeitig etwas mehr Gewicht im Vorderrad, was berghoch auch hilft.
- Freilauf im Motor, ich kann in der Ebene oberhalb der Unterstützung oder bei ausgeschaltetem Motor ohne für mich spürbaren Widerstand fahren. Da sind dann auch über längere Abschnitte zwischen 30 und 35 km/h drin.
- Ergänzung: Ein zusätzlicher Vorteil für mich ist, dass wenn man sich z.B. das Schaltwerk abreißen sollte, man mit dem Nabenmotor und Pseudopedalieren trotzdem noch nach Hause kommen kann, da der Nabenmotor ja nicht den Antriebstrang des Kettwiesel nutzt.

Für mich persönlich gewinnt der billige Nabenmotor im Vorderrad haushoch. Mit anderen Motoren und unter anderen Bedingungen kann das natürlich anders aussehen, da habe ich keine Erfahrung.

Noch eine Ergänzung: Trotzdem werde ich demnächst noch einen Xiongda 2 Gang Nabenmotor besorgen und testen, weil ich mir da noch etwas stärkere Unterstützung bei langsamer Fahrt an steilen Wegstücken verspreche. Ich hoffe nur, dass dann das Vorderrad im ersten Gang nicht einfach nur durchdreht ;)
 
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Hallo @Capella,
schön, dass Du hier im Forum bist.
Zu Deiner Frage nach Wetter-Schutz meine Antwort, lasse es.(n)
Ich habe mehrere Wind und Regenschutz probiert, hatte leider nicht den Effekt den ich mir erwünscht habe. Wenn es regnet, wirst Du nass von oben, unten, seitwärts sowie von vorne.
Als RR-Fahrer habe ich diese Erfahrung gemacht, bin ohne Schutzbleche gefahren, nur mit einer Regenjacke.
Mehr als 50 Jahre.
Grüße N.
 

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Für das Verdeck von Hase gibt es auch eine zusätzliche Plane, die unter den Rahmen gespannt wird und so vor Nässe von unten schützt. Außerdem als weiteres Zubehör einen Poncho, der in das Verdeck eingeklipst wird, so dass nur der Kopf noch hinausschaut. Das hält als Gesamtpaket durchaus trocken.
 
Okay. Das Thema Motor ist erstmal bis auf weiteres vom Tisch. Ich habe zwei gesunde Beine, ich kann treten. Und eigentlich ist ja gerade das coole an so einem Trike (oder an jedem Fahrrad, finde ich), dass man sich aus eigener Kraft so tierisch effizient vorwärts bewegen kann. Auf Verdeck oder Streamer hab ich auch erstmal keine Lust und habe stattdessen in eine neue Regenhose investiert, Gamaschen will ich mir auch noch kaufen, das muss vorerst reichen. Bei so richtigem Mistwetter fahre ich eh nicht.

Aber so langsam nähern wir uns der dunklen Jahreszeit und ich würde gerne beleuchtungstechnisch etwas aufrüsten. Ich habe zwar einen Seitenläufer-Dynamo und daran angeschlossen LED-Front- und Rücklicht, aber das ganze ist etwas funzelig und halt laut und nicht besonders effizient (ich habe immer das Gefühl, Seitenläufer wandeln Bewegungsenergie in erster Linie in Lärm und Gummiabrieb und nur in sehr viel geringerem Maße in Strom um). Außerdem ist das Rücklicht hinten am Sitz etwas blöd angebracht, weil es verdeckt wird, wenn man z.B. einen Rucksack oder eine größere Packtasche hinten anbringt.

Deswegen überlege ich jetzt, zusätzlich einfach so einen handelsüblichen batteriebetriebenen Beleuchtungssatz zusätzlich anzubringen. Aber die kommen ja normalerweise mit Halterungen für Lenker und Gepäckträger, die für mich nicht brauchbar sind. Was sind eure kreativen Lösungen, die dann am Kettwiesel zu befestigen?
 
Für mich ist ein Nabendynamo im Vorderrad immer der Königsweg, weil das einfach zuverlässig funktioniert und man nicht vom Akkustand abhängig ist.

Hinten habe ich auf beide Schutzbleche eine Rückleuchte gebaut:
Bildschirmfoto vom 2024-10-09 12-34-02.png


Für Akkulampen gibt es bei einigen Herstellern auch zusätzliche Halterungen. Ich habe z.B. für ein anderes Rad eine Akkulampe von Cateye, für die es für kleines Geld auch eine Gabelhalterung gibt:

Beispiel bei bike-components
 
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Für mich ist ein Nabendynamo im Vorderrad immer der Königsweg, weil das einfach zuverlässig funktioniert und man nicht vom Akkustand abhängig ist.
Davor schrecke ich im Moment noch etwas zurück, für den Fall, dass ich in das Vorderrad halt vielleicht doch irgendwann noch einen Motor einbauen will. Nabendynamos für das nicht angetriebene Hinterrad gibt es wahrscheinlich nicht?
 
Ich glaube nicht, dass es einen zum Kettwiesel passenden Nabendynamo für das Hinterrad gibt, das ist ja eine recht spezielle Nabe.

Mit einem Nabendynamo im Vorderrad könntest Du die aktuelle Beleuchtung weiter verwenden oder nur teilweise gegen Besseres tauschen. Ein komplettes Rad mit Nabendynamo bekommst Du ab etwa 90,- neu im Netz und viel günstiger gebraucht.

Es gibt auch noch die Möglichkeit Felgendynamos zu verwenden, damit habe ich persönlich aber keine Erfahrung, da sie mir zu teuer sind. So einen könntest Du einfach statt dem Seitenläufer einbauen. Der Dynamo läuft dann nicht auf dem Reifen mit, sondern auf der Seite der Felge und soll viel angenehmer sein, was Widerstand, Geräuschentwicklung und Leistung angeht.

Bei einem Umbau auf Vorderradmotor würde ich dann sowieso auch darüber nachdenken, die Beleuchtung über den großen Akku laufen zu lassen. Dann müsstest Du sehr wahrscheinlich die aktuelle Beleuchtung komplett austauschen. Das kommt darauf an, was Du dann einbauen möchtest.

Von daher wäre eine gute Akkubeleuchtung für Dich wahrscheinlich wirklich am sinnvollsten, wenn Du Dir alle Optionen offen halten möchtest. Denn die kannst Du ja auch bei einem Umbau auf Vorderradmotor einfach weiter verwenden.

Für gute Akkulampen bekommst Du bestimmt auch noch gute Empfehlungen.
 
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Nabendynamos für das nicht angetriebene Hinterrad gibt es wahrscheinlich nicht?
Für Tadpoles (zwei Räder vorne) gibt es einige von SON, für das Kettwiesel habe ich das noch nicht gehört.
Ist in den meisten Fällen auch überflüssig, da vorne ein normaler NaDy passt, und wenn Du einen Motor hast, das Licht i. d. R. vom Motorakku kommt.
Manchmal findet man ein 20"-Rad mit NaDy gebraucht, vielleicht einfach mal eine Suchanzeige bei Teile/Zubehör aufgeben?
 
Zum Thema Beleuchting:
Ich fahre seit rund sieben Jahren das Kettwiesel (Evo Steps, daher Standardbeleuchting mit dem Akku) und wollte einfach "mehr" haben um auch die Breite des Trikes sicjhtbar zu machen. Vor knapp zwei Jahren habe ich mir das zugelegt:

flasher

Fahre ich jetzt schon rund 5000km und bei total zufrieden (zuerst hat mich der Preis etwas geschockt, jetzt ist es mir das wert).
Bei Bedarf gerne weitere Erfahrunsgberichte.

Viele Grüße,

Mathias
 
Fahre ich jetzt schon rund 5000km und bei total zufrieden (zuerst hat mich der Preis etwas geschockt, jetzt ist es mir das wert).
Der Preis ist schon ziemlich heftig. Andererseits kann man die dann natürlich unabhängig von der Fortbewegungsart immer einsetzen, also auch beim Spazierengehen, Joggen, auf dem Up, dem Tretroller etc. Insofern ist eine Anschaffung vielleicht ganz sinnvoll. Werde ich mal im Blick behalten. Vielleicht schenke ich mir die zu Weihnachten oder so.
 
Okay, ich habe jetzt erstmal so ein preisgünstiges Batteriebeleuchtungs-Set angebaut, dass es letzte Woche für 12,90 € bei Aldi gab. Das Rücklicht konnte ich wunderbar hinten an den Sitz schrauben, der Scheinwerfer war schwieriger, den habe ich jetzt erstmal an den Unterlenker gemacht, wenn es dunkel ist, mache ich halt zusätzlich noch die verbaute Dynamo-Beleuchtung an. Eigentlich will ich vorne irgendwann noch den Lowrider anbauen, vielleicht kriege ich den Scheinwerfer da dran. Der ist nämlich eigentlich erstaunlich gut für den niedrigen Preis.

Außerdem habe ich eine handelsübliche Außenlichterkette mit Batteriefach an meine Fahnenstange gebaut. Das sieht witzig aus und erhöht die Sichtbarkeit, gleichzeitig sind die Lämpchen so winzig, dass sie niemanden blenden oder groß irritieren sollten. Und da die ganze Fahnenstange nur im Schnellspanner für den Sitz eingeklemmt ist, lässt sich diese illegale Zusatzbeleuchtung bei Bedarf in Sekundenschnelle abnehmen, ist also wohl nicht "fest verbaut".

Damit traue ich mich jetzt auch in der Dämmerung und im Dunkeln auf die Straße.
 
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