Ein neues Neige-Trike...

kann man das durch das vordere Auslegerrohr customizen? Ich bin z.b. 196 cm mit 96 cm Schritthöhe.
96 cm Schritthöhe könnte in dem jetzigen Fahrzeug schwierig werden, mit angepasster auslegerlänge aber realisierbar. Ist ja sowieso alles custom-made, demnach bei Interesse kein Problem.
 
Deshalb würde mich mal interessieren, wie die community zu dem Thema Pedalgenerator steht - also Kettenloser Antrieb.
Da sind wir geteilt. Für diejenigen, die hauptsächlich auf Motor fahren und weder Kette pflegen noch schalten wollen, ist es toll. Für diejenigen, die "echt radfahren" wollen, lange Touren ohne Steckdose machen oder alles selbst warten wollen, ist es Mist. Man bedient einfach unterschiedliche Zielgruppen.
 
Shimano hat aber soweit ich weis keine Automatik Schaltung, die autark läuft. immer nur in Kombi mit einem Bosch/Shimano Antrieb.
Nabenschaltungen mit Di2 sind älter wie Steps Mittelmotor. Von daher gab es mal autarke Möglichkeiten.
Nur hat das automatische Schalten nie richtig funktioniert.
Was schlicht und einfach daran liegt daß Schalten unter Last dann erfolgen sollte. Wenn im Bereich oberen/unteren Totpunkt wenig Drehmoment durch den Fahrer anliegt.
Da es nie einen Drehmomentsensor gab, konnte die Automatik nicht wissen wann sie schalten soll. Und wenn der Radler nicht genug Druck von der Kurbel nimmt. Dann schaltet nix oder es kracht.
Durch die Nutzung des vorhandenen Drehmomentsensor im Mittelmotor lässt sich das wesentlich besser steuern.
Wie gut hängt von der Komplexität des Getriebes ab. Die Gänge wo mehrere Getriebestufen geschaltet werden wirds schwieriger in der kurzen Zeit alle Stufen schnell genug zu schalten.
Deshalb gibt's auch genug Radler die es nicht schaffen Rohloff E14 und sich zu synchronisieren.

Enviolo wo nur die Kugeln gekippt werden müssen. Ist da wesentlich einfacher. Bei hoher Last am Berg, ist daß Traktionsöl aber auch so fest, daß die Handschalter stark erhöhte Kräfte merken.
Bei den automatischen Enviolos wurde irgendwann deshalb ein stärkerer Stellmotor verbaut.

Hauptgrund gegen Enviolo ist die relativ geringe Laufleistung von 20.000km.
Die oftmals nicht erreicht wird.
Abrieb im Traktionsöl führt zu erhöhtem Schlupf und damit Trittfrequenz. Was bis zu einem gewissen Grad durch höhere Entfaltung ausgeglichen wird.
Gibt auch immer wieder Meldungen zu undichten Naben. Was meist zu Totalausfall führt.
Da die wenigsten Ebiker hohe Laufleistungen haben, sind vernünftige Aussagen zu Serienstreuung kaum möglich.
 
Da sind wir geteilt. Für diejenigen, die hauptsächlich auf Motor fahren und weder Kette pflegen noch schalten wollen, ist es toll. Für diejenigen, die "echt radfahren" wollen, lange Touren ohne Steckdose machen oder alles selbst warten wollen, ist es Mist. Man bedient einfach unterschiedliche Zielgruppen.
Achso: Die Leute, die mit der Effizienz einer Enviolo kein Problem haben, werden mit der Effizienz eines PERS wohl eher auch kein Problem haben. Das PERS verschwendet immerhin "nur" Leistung aus der Kurbel, während die Enviolo auch die Leistung aus dem Motor verschwendet. Der ganze Kettenlauf mit etlichen Umlenkungen und kleinen Kettenrädern ist auch nicht unbedingt das, was man sich vorstellt, wenn man maximale Effizienz erreichen wollte.
Kann also sein, dass du da bereits auf einem Weg bist, wo ein PERS durchaus ein konsequentes Weiterdenken der Richtung wäre.
Was aber nicht heißt, dass ich diese Richtung unbedingt für richtig halte. Ein möglichst effizienter Kettenantrieb mit Kettenschaltung ist auch was nettes. Du meinst, dass das Fahrzeug zu komplex zu steuern ist, um dann noch zu schalten? auch kann meine Einspurer auch gleichzeitig fahren und schalten und noch auf den Verkehr achten, die Ampelphase abschätzen und nebenbei eine Show in den Kopfhörern hören. Das einzige Mal, als ich eine automatische Enviolo gefahren bin, fühlte sich daß scheußlich an. Ich schalte lieber selbst, weil ich gar nicht in jeder Situation die selbe Trittfrequenz haben will. Eine elektronische Kettenschaltung finde ich schon extrem einfach und angenehm zu schalten. Wenn ein Motor in die Schaltung leistet, dann sollte dieser entsprechend nach Kurbel-Drehmoment oder mit einem Schaltsensor den Kettenzug für den Moment reduzieren, dann passt das. Schalten im Stand und vielleicht noch Rückwärtsgang sehe ich nicht als wichtig an. (Und ich fahre Lastenquad mit 350kg Gesamtgewicht und großem Wendekreis.)

1) Ein Radnabenmotor mit ordentlich Drehmoment im Hinterrad (+4Kg) , und keine Gänge.
oder
2) Ein ''Mittelmotor'' am Fixpunkt der Schwinge, Kette vom Motor zum Hinterrad, und dann eine Nabenschaltung im Hinterrad. Damit hätte das Hinterrad +2,5kg anstelle von +4kg. Das system ist durch das vorhandensein von Gängen deutlich steigfähiger und effizienter im gebirge, aber auch deutlich teurer.
Motor mit Kette ergibt auch ohne Schaltung Sinn. (Bei Verwendung eines Tretlagergenerators) Durch die Kette ist eine beliebige Untersetzung möglich und so kann man mit hoher Motordrehzahl auch aus einem kleineren Motor gutes Drehmoment aufs Rad bringen und bessere Effizienz erreichen. Und eben kaum Gewicht im Hinterrad für bessere Performance der Federung.
 
Wirklich wirtschaftlich wird man das Trike so kaum unter 13-15k€ anbieten können. Sieht super aus, ist toll verarbeitet und funktioniert anscheinend. Aber das muss man wollen. Wäre dann Neigetrike Nummer 5 oder 6 in den letzten Jahrzehnten...
"kaum unter 13-15k€ anbieten" Ich habe mich mit Dr.-Ing. Ahmad Omari von Roadracer Trix unterhalten. Im Laufe unseres Gesprächs meinte er auf Nachfrage, der Preis läge bei etwa 12.000 €. Aber bitte Geduld: Wer wirklich Interesse hat, sollte ihn unbedingt aufsuchen, eine Probefahrt machen und erst dann über den Preis verhandeln.

Ahmad braucht vermutlich mindestens zehn Enthusiasten, um die Produktion zu starten, denn die Herstellung eines einzelnen oder weniger Exemplare erscheint mir sehr schwierig.

Ich werde auf jeden Fall mal nach Belgien reisen, weil ich das unbedingt ausprobieren möchte. Ich finde es eine sehr mutige Entscheidung, ein Neige-Trike zu bauen, denn wie @Jack-Lee schon sagte: Es ist ja mittlerweile schon fast das x-te.

Ich hoffe wirklich, dass es klappt, denn angesichts der Kreativität und der offensichtlichen Qualität des Fahrrads wäre es schade, wenn es nur dieses eine Exemplar bliebe. Aber es bleibt auch eben ein Nischenprodukt innerhalb der Trikes-Nische.
 
Hauptsache schön leicht in Carbon und dann diesen massiv schweren Enviolo-Schrott am gefederten Hinterrad ‍:X3:
Schrott? Das klingt ja ziemlich negativ. Erklären mir das bitte, denn ich möchte wissen, warum du das denkt. Das gesamte Neige-Trike zeugt von handwerklicher Perfektion und fundiertem Fachwissen. Er weiß, was er tut und was er braucht. Gibst konzeptionell vielleicht im Moment keine bessere Lösung? Ahmad arbeitet in der Automobilindustrie in Deutschland, und mit seinem Titel wird er dort sicherlich nicht am Fließband arbeiten. Warum also das Wort „Schrott“? Danke in voraus. :)
 
Schrott? Das klingt ja ziemlich negativ. Erklären mir das bitte, denn ich möchte wissen, warum du das denkt. Das gesamte Neige-Trike zeugt von handwerklicher Perfektion und fundiertem Fachwissen. Er weiß, was er tut und was er braucht. Gibst konzeptionell vielleicht im Moment keine bessere Lösung? Ahmad arbeitet in der Automobilindustrie in Deutschland, und mit seinem Titel wird er dort sicherlich nicht am Fließband arbeiten. Warum also das Wort „Schrott“? Danke in voraus. :)
Mit "Schrott" war ja hier nichts von der Eigenleistung des Entwicklers gemeint, sondern die Enviolo Schaltnabe, die hier vor allem dafür bekannt ist, den schlechtesten Wirkungsgrad aller mechanischen Antriebe zu haben (wird nur inzwischen durch die elektrische Übertragung unterboten) und der Ausführung nach wohl auch dafür, schnell zu verschleißen. (Ich hörte auch davon, dass die Freiläufe nicht sehr haltbar seien, aber das mag behoben worden sein, weiß ich nicht.)
 
Da sind wir geteilt. Für diejenigen, die hauptsächlich auf Motor fahren und weder Kette pflegen noch schalten wollen, ist es toll. Für diejenigen, die "echt radfahren" wollen, lange Touren ohne Steckdose machen oder alles selbst warten wollen, ist es Mist. Man bedient einfach unterschiedliche Zielgruppen.
Für mich ist die Sache etwas komplizierter, denn neben den von @HenriP genannten Punkten spielt auch das Alter eine Rolle. In wenigen Wochen werde ich 81, und ein bisschen Rückenwind beim Radfahren ist mir in meinem Alter sehr willkommen.

Motorantrieb im Allgemeinen? Das ist mir auch für meinen täglichen Arbeitsweg wichtig. Ich wohne ganz im Süden von Amsterdam und arbeite in Amsterdam-Nord auf der anderen Seite des IJ. Wenn ich mit dem Fahrrad fahre, nehme ich die Fähre. Das ist eine ziemliche Strecke mitten durch Amsterdam, und der Verkehr kann manchmal sehr unangenehm sein. Motorisiert würde ich den längeren Weg nehmen und viel weniger müde ankommen.

Wichtig ist mir jedoch, das Fahrgefühl eines Kettenantriebs zu erleben. Mit dem CIXI-Generator hatte ich das. Mit einem anderen Fahrrad – einem Quad – hatte ich das während der EUROBIKE 2025 überhaupt nicht. Im Gegenteil, ich fand es sehr nervig, im Leerlauf zu strampeln, ohne wirklich voranzukommen, und dann plötzlich nach vorne zu „schießen“.

PS: Ich habe absolut kein Interesse am Schalten. Ja, mit 20 in meinem Morgan F (Baujahr 1947) hat es Spaß gemacht, aber das ist schon sehr lange her. Die Trittfrequenz einstellen? Wunderbar!

Übrigens @Jako/Ahmad ist es schön und sehr gut, dass du selbst hier im Forum bist, denn du kannst die Sache wie kein anderer erklären. Ich wünsche dir viel Erfolg! :) (y)
 
"Schrot-sache" die hier vor allem dafür bekannt ist, den schlechtesten Wirkungsgrad aller mechanischen Antriebe zu haben
Aha, verstehe. Aber, Ich halte aber nichts davon, einfach nur negative Charakterisierungen vorzunehmen und anzunehmen, dass die Leute das sofort verstehen. In diesem Fall hätte es für mich genauso gut bedeuten können, dass die technische Ausführung oder die verwendeten Materialien von minderer Qualität waren. Ich habe wieder etwas Neues gelernt, und das schadet nie!
 
Hauptgrund gegen Enviolo ist die relativ geringe Laufleistung von 20.000km.
Die oftmals nicht erreicht wird.
Na ja, das ist ja eine ziemlich schwache Leistung von dem System. Für kurze Fahrten in der Stadt, um im Supermarkt einzukaufen, ist es okay. Ich habe auch noch das alte Fahrrad meines Vaters. Ein Raleigh mit dem Standard-Schaltwerk von damals, das immer noch einwandfrei funktioniert. Der alte Kämpfer ist seit rund 40 Jahren treu unterwegs. Die Weimann-Bremsen funktionieren auch noch bestens. Habe mir vor Kurzem neue Bremsbeläge besorgt. 20.000 km? :mad:
 
wie die community zu dem Thema Pedalgenerator steht.
Wie @HenriP schon geschrieben hatte sehr unterschiedlich.
Der Antrieb, wie ihn ICE auf der Spezi vorgestellt hat,fuhr sich für mich von der Rückmeldung her sehr angenehm, die Freundin, die ebenfalls da war, hat keinen Unterschied zur Kette gemerkt.
Allerdings war es (bei minimaler Unterstützung) deutlich anstrengender, auf 25 km/h zu kommen, und drüber habe ich auf dem Parcours gar nicht geschafft.
In diesem Fall hätte es für mich genauso gut bedeuten können, dass die technische Ausführung oder die verwendeten Materialien von minderer Qualität waren.
Für mich als Muttersprachler war eindeutig, daß sich der "Schrott" nur auf die Nabe bezog.
 
keinen Unterschied zur Kette gemerkt.
Allerdings war es (bei minimaler Unterstützung) deutlich anstrengender, auf 25 km/h zu kommen, und drüber habe ich auf dem Parcours gar nicht geschafft.
Genau so habe ich es bei meinen beiden Probefahrten erlebt. Kein Unterschied zum Kettenantrieb, und ich fahre schon seit meinem achten Lebensjahr Fahrrad.

Nebenbei bemerkt: Die Beschleunigung war absolut problemlos. Es ging so sanft, fast schon erstaunlich. Ich kann mich an meine Euphorie erinnern, als ich zum ersten Mal ein Windcheetah gefahren bin – und das ist auch schon sehr, sehr lange her.
 
Achso: Die Leute, die mit der Effizienz einer Enviolo kein Problem haben, werden mit der Effizienz eines PERS wohl eher auch kein Problem haben.

Motor mit Kette ergibt auch ohne Schaltung Sinn. (Bei Verwendung eines Tretlagergenerators) Durch die Kette ist eine beliebige Untersetzung möglich und so kann man mit hoher Motordrehzahl auch aus einem kleineren Motor gutes Drehmoment aufs Rad bringen und bessere Effizienz erreichen. Und eben kaum Gewicht im Hinterrad für bessere Performance der Federung.

Ja, die Effizienz ist so ne Sache. Die Frage ist, was man priorisiert. Effizienz, oder Schnelle Beschleunigung.
Bedenke, das Reguläre Schalten benötigt Zeit und Schubunterbrechung - beides geht zu lasten der Beschleunigung.

Wer lange Strecken fährt, der ist mit Kette/Umwerferschaltwerk besser dabei.
Wer flink im Gelände unterwegs sein möchte ( allroadracer ) bevorzugt eher eine schnelle Beschleunigung und verlässliches Anfahrdrehmoment.

Die Enviolo AutomatiQ ist keine effiziente Schaltung, aber eine schnelle Schaltung, und sie benötigt keine Schubunterbrechung. Ob das bei der 3x3 Automatik auch so ist, weis ich noch nicht.
Beim PERS + Rednambenmotor oder Motor/Kette ohne Schaltung entfallen zwar auch die Schaltzeiten, aber die fehlenden Gänge erfordern einen Motor mit sehr hoher Leistung ( unabhängig von der Übersetzung ) , der insbesondere im Low-End-Torque Bereich äußerst ineffizient arbeitet. Spritzig kann es trotzdem werden, aber eben auch ineffizient.

Das Schöne an der Manufaktur, man kann vieles realisieren, so wie es der Nutzer es gerne hätte.
 
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Ich werde auf jeden Fall mal nach Aachen reisen, weil ich das unbedingt ausprobieren möchte. Ich finde es eine sehr mutige Entscheidung, ein Neige-Trike zu bauen, denn wie schon sagte: Es ist ja mittlerweile schon fast das x-te.

Ich hoffe wirklich, dass es klappt, denn angesichts der Kreativität und der offensichtlichen Qualität des Fahrrads wäre es schade, wenn es nur dieses eine Exemplar bliebe. Aber es bleibt auch eben ein Nischenprodukt innerhalb der Trikes-Nische.
@HansNL du bist jederzeit in Aachen wilkommen. Amsterdam ist ja nicht so weit weg ;)
 
Bedenke, das Reguläre Schalten benötigt Zeit und Schubunterbrechung - beides geht zu lasten der Beschleunigung.
Und schlechte Effizienz kostet Antriebsleistung, also verlngsamt das auch die Beschleunigung. Elektronische Kettenschaltung schaltet wirklich schnell. SRAM Transmission soll sogar unter Last erst am besten schalten.
Naja, existiert aus gutem Grund alles. Für irgendjemanden ist jede Version die beste. Dass MTB alle Kettenschaltung koder vielleicht Pinion) und gegebenfalls Mittelmotor nutzen, hat schon seinen Grund, aber anders kann man es auch machen. Gerade wenn man Platz für ein Zwischengetriebe hat.
 
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