Ein Automobil

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Hallo zusammen,

ich bin neu hier im Forum und möchte gerne mein Projekt vorstellen. Das Fahrzeug ist im Rahmen einer Diplomarbeit entstanden, bei der es eigentlich nicht um die Herstellung eines Fahrzeugs ging, sondern darum, wie man mit einer Problemstellung die Menschen erreichen kann, die man auch erreichen will.

Die Aerodynamik ist natürlich katastrophal und der Schwerpunkt viel zu hoch, doch darum ging es bei diesem Projekt auch nicht. Es sollte ein Fahrzeug entstehen, das in die schweizer Kategorie Elektrofahrrad bis 25 km/h passt, das eine Familie mit zwei Kindern befördern kann und das von der autofahrenden Bevölkerung nicht belächelt wird. Also eher ein Wegbereiter für leichte Fahrzeuge, das eine Diskussion anregt als ein marktreifes Produkt. Und das funktioniert bisher recht gut.

Streng genommen ist es kein Pedalcar, da dem Fahrzeug die Pedale fehlen. Aber es ist hier in der Schweiz in der Kategorie Elektrofahrrad bis 25km/h angesiedelt. 1 Meter breit, 500 Watt Motor und knapp 19 km/h schnell. Elektrofahrräder dürfen in der Schweiz bis 20km/h gasgriffgeführt und ohne Pedalunterstützung sein. Ich hoffe, dieser Beitrag ist auch ohne Pedale in diesem Forum willkommen.

Der Antrieb erfolgt über einen 450 Watt Motor mit 24V (MY1020z), der noch von einem anderen Projekt vorhanden war. Als Zwischengetriebe habe ich eine vorhandene Nexus 3C41 verbaut, die auch die Rückfahrfunktion übernimmt. Der Rückwärtsgang funktioniert sehr gut, jedoch kann ich die Gänge nicht verwenden, da die Schaltung mit dem Anfangsdrehmoment des Motors nicht klarkommt. Die Drehmomentabstützung hat sich bereits bei der ersten Fahrt rund gedreht. Zurzeit läuft die Schaltung im ersten Gang und ich habe die Übersetzung durch wechseln der Ritzel so angepasst, dass das Fahrzeug 19 km/h erreicht. Jetzt bleibt nicht mehr soviel Drehmoment für Steigungen, für den Alltag ist es aber ein guter Kompromiss.

Da ich aber doch sehr gerne mehrere Gänge hätte, denke ich darüber nach, die Schaltung durch eine Torpedo 3-Gang zu ersetzen, da die doch robuster zu sein scheint, sowie einen anderen Controller zu verbauen, der das Anfangsdrehmoment etwas herabsetzt. Falls jemand einen Vorschlag für einen passenden 24v Controller hat, wäre das super.

Grüsse

Luc
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Schönes Projekt und vor allem sauber gefertigt keine DIY-Basteloptik.

wenn Du eh schon so viel Arbeit und sicher auch ein paar Franken investiert hast, warum nimmst du dann nicht eine Rohloff als Zwischengetriebe, und eher noch einen 1000W Motor.

olaf
 

Jag

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Konstruktive Kritik schaut anders aus.
Naja, ob die Kritik nun konstruktiv war oder nicht. Ein guter Punkt ist dabei: @Düsentriebin bringt deutlich zum Ausdruck, dass sie nicht glaubt, dass ohne Not die Leute vom Auto auf eine Motor-Kutsche anno 1870 wieder umsteigen werden. Und ich glaube es auch nicht und würde deshalb niemanden empfehlen, ernsthaft Zeit und Geld in dieser Weise in das Thema zu investieren. In anderer Weise vielleicht (z.B. Podbike usw.). Aber eigentlich ist die Zeit erst reif, wenn die Ressourcen knapper sind.
 
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@Lucatoni
Aus dem „konstruktiven“ Beitrag musst Dir nichts machen, der Autor hat eine Selbstregulierungsschwierigkeit und schreibt daher schon auf dem Account seiner Freundin, da seiner gesperrt ist.
Davon abgesehen kann er auch sehr nett sein...
...sein einziger denkbarer Fokus sind offenbar schnelle Velomobile, dafür schätzen wir ihn auch, aber irgendwie schaut er trotzdem auch in der Kategorie „Velocar“ rein, die ihn halt nie glücklich macht.

Es gibt hier auch viele wohlwollende...
...danke für Deine Vorstellung!
 
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Hallo
@Lucatoni also ich finde das Fahrzeug recht schick gemacht . Da ich einmal die Gelegenheit hatte einen Benz Patent-Motorwagen
aus dem Museum fahren zu dürfen kann ich mir das Feeling etwas vorstellen .
Warum habt ihr dann doch auf Pedalantrieb verzichtet ?
Beim Motor habt ihr was falsches ausgesucht . Ein bürsteloser Motor läuft viel sanfter wie dieser . Bei der Schaltung würde ich auf die Sram 8 Gang
zurückgreifen oder auch die 3 Gang könnte reichen . Da du ja nur Motorantrieb hast kannst du mit dieser auch leicht rückwärts fahren ohne großartigen Umbau .
Grüße
 
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@bebauchterbiker das kann er machen , aber dadurch wird er nur schneller . Er wird keinen Controller finden mit dem der Motor richtig zufriedenstellend anläuft . Mein Tipp wär ein Nabenmotor so umgebaut das er als normaler Getriebemotor genutzt werden kann .
Dazu einen Chinacontroller . Er braucht ja hauptsächlich nur Gasgriff . So ein Antrieb läuft butterweich an und hat eine super Leistung .
In verbindung mit einer Schaltung ist auch der Verbrauch besser und die Steigfähigkeit natürlich auch .
Schade das wir solch ein Fahrzeug in Deuschland nicht legal auf der Straße fahren dürfen .
 
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zureich
mehr holz & kork, karton, naturfaserverbundstoffe, usw tragen sicher zu einer bessereren akteptanz bei,
völlig unabhängig von "kundenstamm" des fahrzeuges. (meine meiung)
.... retro ist ja grad "in".
mir gefällts optisch (währe aber nichts für mich) und "mechanisch" scheint es kein hexenwerk zu sein. gute voraussetzung für "open source"
zumal es trotz der einfachen "kantigen" aufbauten einen gewisse eleganz hat, dank der geschwungenen "einstiegen".
das hier gezeigte ist wohl die "schönwetter" cabrio version. *schelmisch guck*
 
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Sehr schönes Spaßmobil!
Ich denke mit ein paar anderen Materialien und vor allem einem Verdeck könnte es sogar einen realen Nutzwert haben. Zumindest für die täglichen Strecken in der Stadt kann ich mir gut vorstellen, dass man mit so einem Mobil ganz locker einen Zweitwagen, und mittels Carsharing für die ganz harten Fälle sogar das eigene Auto komplett ersetzen kann.
Idealerweise ist die ganze Konstruktion noch faltbar und passt in einen Fahrradschuppen oder benötigt nur einen Bruchteil eines Parkplatzes.
Einfach, günstig, leicht und möglichst umweltfreundlich, das sollte der Weg für die Zukunft sein 500W statt 150kW, unter 100kg statt über 2t Leergewicht, das finde ich richtungsweisend.
Leider will nicht jeder selbst treten und der ÖPNV ist leider hierzulande auch nicht die Lösung.
Gruß Delle
 
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Autofahrer kommen vom Auto nicht vom Fredfeuersteinmobil
1886Motorkutsche06.jpg


Das Gefährt ist also sowas wie "back to the roots" und dürfte daher als lustiges Vehikel akzeptiert werden.

Ob sowas vermarktbar ist, würde ich jetzt mal bezweifeln. Interessant finde ich aber durchaus, dass es ein wachsendes Interesse an dieser Art von Fahrzeugen gibt. Auch wenn das Einzelstücke sind und bleiben werden, schießen immer wieder (und m.E. zunehmend) solche exotischen Konstruktionen aus dem Boden.

Und immerhin löst das Autochen reale Transoprtaufgaben, die man mit den meisten Velocars und auch Velomobilen nicht gelöst bekommt (2+2-Sitzer!).

Hier zur Erinnerung nochmal die Zielsetzung der Konstruktion:

Es sollte ein Fahrzeug entstehen, das in die schweizer Kategorie Elektrofahrrad bis 25 km/h passt, das eine Familie mit zwei Kindern befördern kann und das von der autofahrenden Bevölkerung nicht belächelt wird. Also eher ein Wegbereiter für leichte Fahrzeuge, das eine Diskussion anregt als ein marktreifes Produkt.
 
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Sauber und konsequent. Schön.

Die Aerobremsung könnte in gewissen Höhenlagen durchaus Vorteile haben.

Wo ist denn dieser Schriftzug her? Gedruckt oder recyclet?
 
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Das Fahrzeug ist im Rahmen einer Diplomarbeit entstanden, bei der es eigentlich nicht um die Herstellung eines Fahrzeugs ging, sondern darum, wie man mit einer Problemstellung die Menschen erreichen kann, die man auch erreichen will.
Ziel erreicht! :)
(Nur falls Du Daniel erreichen willst, musst Du Dir etwas neues einfallen lassen...)

Zur Lage der Batterie:
Da könnte ich mir eine Bleibatterie auf der Beifahrerseite als Gegengewicht in Rechtskurven vorstellen.
Tippe ich da richtig? :)

Gruß, Harald
 
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