EC-Velomo-tion Quad-Cargo-Velomobil

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Irgendwie fehlt aber (noch?) die Option für einen Passagier...
...die es bei der Konkurrenz gibt (z.B. Bio-Hybrid)
 

BuS velomo

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Das ist ein durchaus spitz kalkulierter Preis für eine größere Serienproduktion. Wie sich das entwickelt, wird in der Konkurrenzkonstellation mit den ganzen Startups "ausgekundschaftet". Nicht im Preis enthalten ist eine flächige Vertriebsstruktur, weshalb es das QV an den Standorten des EC-Netzwerks zu erwerben gibt - Mechelen, Eger, Aachen, Weida. Naja und solange Corona wütet auch da nur zum Ausprobieren.

Die Ableitungen der Plattform für DIY steht erstmal nicht im Vordergrund der Kalkulation. Unter den gleichen Konditionen kann es durchaus eine FS-Quad-Basis für unter 5000€ geben, die sich Bastler selbst mit Bafang und LKW-Plane vollenden dürfen - wirklich günstiger als das Pony kann es aber nicht werden, solange es nicht containerweise aus Fernost kommt.

Eine solch hohe Passanger-Variante wie der Bio-Hybrid ist nicht explizit als Plattform-Serviervorschlag vorgesehen - aber möglich. D.h. der Rahmen trägt das, und man muss die Bestuhlung anpassen - höher und aufrechter. Ein solches Dachkonzept ist auch schnell aus einfachen 2D-Handwerksmitteln gemacht. Auf explizite Nachfrage kann ich das als Velomo auch anbieten, aber EC wird hierzu nichts ausarbeiten... das Serienkonzept ist die Single-Kabine mit Kinderklappe. Das liegt näher am gemeinen Fahrrad-Profil als ein stetes Passivtandem mit 1,1 durchschnittlicher Auslastung zu bewegen - die Logik muss aus einem gut motorisierten Automotive-Kreis stammen.
 
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, aber bis auf Weiteres mit Kettenschaltung
Ist zu der Plattform schon mal an irgendwas anderes als ein System mit Kette und entsprechender Schaltung gedacht worden? Die Konzepte von Stringbike und Dijker basieren ja auf dem Ansatz, das man bei einem Hin- und herbewegen mit Freilauf die Übersetzung deutlich einfacher ändern kann. Beides so sicher nicht wirklich hierfür brauchbar denke ich, aber ich verfolge einen solchen konzeptionellen Ansatz für mein Projekt, (allerdings derzeit mit 3 Rädern) es wäre aber auch ziemlich gut gerade für ein 4 Rad System (2 entkoppelte Antriebe; kein Rücklauf der Kette, daher kein herumtransportieren von Schmutz; Elegante Methode zu Schalten...) geeignet. Kann auch gut und relativ kostengünstig in Kleinserie gebaut werden. Haltbarkeit/Robustheit halte ich für eine aktuelle Schwäche der o.g. Konzepte (teilweise m.E. nach auch Effizienz), aber für lösbar. Da würde ich sogar so weit gehen zu behaupten, das man das Wartungsfrei und ohne Schmierung deutlich länger haltbar als Kettensysteme bauen kann. Ist sowas ausgeschlossen oder durchaus interessant?

Gruß aus dem Allgäu
 

BuS velomo

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Naja, was heißt Termine. Ich hab ein Vorserien-Exemplar fahrbereit in Weida - kann jeder (angekündigt) vorbeikommen ;)

Über die Kontaktfreudigkeit der Exemplare in Eger, Wien und Brüssel kann ich keine Aussage treffen... meine eigene Rundreiseplanung braucht noch ein paar Wochen Zeit.

Ist sowas ausgeschlossen oder durchaus interessant?
... ausgeschlossen. Das Konzept kann Dijker als Produkt am Markt etablieren - wenn es nen Hype auslöst (unwahrscheinlich), können sie bei QV, Podbike oder sonstwo kooperativ anfragen, fremde Hüllen über ihre Plattform zu zimmern. Aber meinerseits konzentriere ich mich auf Fahrradtechnik und nicht die tausendste Verheißung, das Kurbel-Kette-Prinzip zu übertrumpfen.
 
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Das liegt näher am gemeinen Fahrrad-Profil als ein stetes Passivtandem mit 1,1 durchschnittlicher Auslastung zu bewegen - die Logik muss aus einem gut motorisierten Automotive-Kreis stammen.
Das ist richtig - und genau da sehe ich zumindest die Frage, wer der Kundenkreis sein soll. Ob du mitm QV die Lastenradmuttis (und -vaddis) oder gar die Kindersitz-an-Sattelstützenfraktion hinterm Ofen vorholst (oder besser: vorholen willst), weiss ich nicht.

Dieses "Man könnte aber..." (-> Freiheitsversprechen) ist aber m.E. eines der zentralen Verkaufsargumente für übermotorisierte Automotive-Kreise.

Grundsätzlich halte auch ich es natürlich für angemessen, erstmal die Pendler-Zweitwagen/-lasti-Fraktion abzuholen und dann zu schauen. Schade, dass BH, Wello Family oder Urbaner den Markt noch nicht ausgelotet haben, wäre sehr interessant.

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Schade, dass BH, Wello Family oder Urbaner den Markt noch nicht ausgelotet haben, wäre sehr interessant.
2020 wurden „nur“ 2,92 Millionen PKW zugelassen. Wenn der Markt bei 1% dieser Zahl läge sprechen wir über 29.200 Velocars.
Bei sechs Herstellern kämen wir auf ca. 4870 Fahrzeuge je Hersteller.
 
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Nur 1,1 Mil privat gekaufte PKW, wobei Flottenfahrzeuge ja tlw. auch zur Fokusgruppe gehören…
(z. B. Pflegedienste ;-)

Zum Vergleich die Absatzzahlen von Lastenrädern in Europa:
2018 17.785
2019 28.532
2020 43.610
…würde also erstmal von Klein(st)serien ausgehen.
 
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Aus dem Käseblatt der Verkehrswacht Münster:
Diskussion in den Niederlanden über leichte und schwere elektrische Fahrräder
In den Niederlanden wird eine Diskussion über die Wegenutzung von leichten und schwereren, elektrisch angetriebenen Fahrrädern geführt. Während derzeit eine Grenze von 55 kg für die Kategorie 1a (leichtes, elektrisches Transportrad) zur Kategorie 1b (leichte Transporträder mit eigenem Antrieb und ohne Tretunterstützung) wird die Grenze zu den schwereren Transporträdern von Kategorie 2a (für Güterverkehr) bzw. Kategorie 2b (für Personentransport) gesehen. Unter anderem diskutiert man darüber, ob die schwereren und breiteren (über 1 Meter Breite) Transporträder die Fahrbahn benutzen dürfen. Quelle: Fietsberaad v. 04.01.2021
 
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Danke für das Dokument. Google translate und meine rudimentären Niederländischkenntnisse sagen mir, dass die Grenze zwischen Pedelec und Moped zukünftig bei 55 kg liegen wird. Richtig?
Für die Kategorie 2, die relativ größeren und schwereren LEVs, ist vorgesehen, dass sich die Zulassungsmethode nicht wesentlich von der derzeitigen Zulassungsmethode für spezielle Mopeds unterscheidet. Das bedeutet, dass die Zulassung durch eine unabhängige Prüfstelle erfolgen wird und dass es eine umfassende Risikobewertung geben wird, [...] Relativ große E-Bikes, die derzeit noch wie E-Bikes zugelassen sind, werden unter diese neue Regelung fallen. Damit wird die Regelung für diese relativ großen E-Bikes an die derzeitige Regelung für spezielle Mopeds angeglichen.

Gruß
Christoph
 
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Danke für das Dokument. Google translate und meine rudimentären Niederländischkenntnisse sagen mir, dass die Grenze zwischen Pedelec und Moped zukünftig bei 55 kg liegen wird. Richtig?

Gruß
Christoph
Richtig, für die Kategorie der Fahrräder mit Tretunterstützung bis 55 kg (Kat. 1a), die mit einem Hilfselektromotor mit einer maximalen Nenndauerleistung von 250 W ausgestattet sind, dessen Leistung unterbrochen wird, wenn der Fahrer aufhört, in die Pedale zu treten, und ansonsten progressiv reduziert und schließlich abgeschaltet wird, bevor das Fahrzeug eine Geschwindigkeit von 25 km/h erreicht, wurde die Entscheidung getroffen, die aktuellen Anforderungen beizubehalten.
Dazu gehört u. A. gem. Regelement Voertuigen, artikel 5.9.6, dass Fahrräder auf zwei Rädern nicht breiter als 0,75 m sein dürfen, Fahrräder mit mehr als zwei Rädern und Fahrräder mit Beiwagen nicht breiter als 1,50 m sein dürfen.

Allerdings liegt das EC-Velomotion Quad-Cargo-Velomobil mit über 55 kg nicht mehr in dem Bereich, in dem die aktuellen Anforderungen beibehalten werden sollen. Demnach wird es für dieses Fahrzeug in NL zumindest eine Zulassung brauchen, ggf auch eine Versicherungspflicht mit Kennzeichen…

(…für mich ein Grund mehr, unter 55 kg bleiben zu wollen ;-)
 
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BuS velomo

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Ist das noch in der offenen Diskussion oder schon auf dem unwiderstehlichen Weg zur beschlossene Sache?

Grundsätzlich begrüße ich sowas ja, auch wenn es in den anderen 250W-Threads genau meine größte Sorge war, dass irgendwer den Faktor Gewicht zückt, statt sich der schärferen Leistungsbegrenzung zu widmen... und nun haben effiziente Nutzlast-Räder den Salat, während übermotorisierte Spaßräder unbetroffen von einer Verschärfung wären.

Keines der jetzigen Startups (Cargo, Velocar) würde so eine 55kg-Grenze überleben, wenn dem nennenswerte Zulassungshürden und der potentielle Ausschluss vom Radweg droht (das Pendant zu "dürfen die Fahrbahn benutzen"). Beim QV müsste man die Kabine opfern und wäre in NL nur noch mit der DIY-Plattform "fahrradkonform" - also ~35kg Fahrwerk, 10kg E-Antriebskram, 10kg lockeres Überwurfdach.
 
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