Dreirad gesucht mit niedrigem Einstieg und guter Sitzhöhe

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Moin aus Celle,
nachdem ich hier einiges gelesen habe, brummt mir der Kopf. Hängen geblieben bin ich z.B. hier: https://www.velomobilforum.de/forum/index.php?threads/delta-dreirad-mit-federung.57362/
Das Rad ist für meine Frau gedacht (etwas über 160 cm groß), ansonsten dürfte fast alles andere auch bei ihr auch zutreffen. Die Jüngsten sind wir mit 68 auch nicht mehr. Einen Händler gibt es hier nicht, der nächste dürfte in Hannover sein.
Für einen leichten Einstieg und höhere Sitzposition kommt wahrscheinlich nur ein Rad mit 2 Rädern hinten in Betracht. Wie unterscheiden sich die unterschiedlichen Hinterachsbauweisen im Fahrverhalten zueinander? Gesehen habe ich Starrachsen mit Senkrecht stehenden Rädern und geteilte Achsen mit Schräg stehenden Rädern.
Zentralfederbein oder Gummielement (?), Einzelradaufhängung mit Drehfeder(?). Wahrscheinlich gibt es noch weitere Kombinationen. Aus finanziellen Gründen wird es sicher kein Hi-Endprodukt werden können, aber ein kippsicheres Fahrverhalten ist Voraussetzung. (Falls man es in einen Kombi verladen könnte, wäre das auch ein Vorteil.
Handwerkliche Begabung ist vorhanden, wenn auch bisher eher am Auto oder Motorrad praktiziert.)

Lieben Gruß
Werner
 
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Spontan fallen mir beim Delta nur 2 Möglichkeiten ein:

- Hase Lepus oder Kettwiesel (je nachdem, welche Sitzposition - hoch oder tief, man bevorzugt)
- Sinner Comfort

Letzteres ist neu günstiger als die Hase Räder. Lepus oder Kettwiesel werden bei Ebay Kleinanzeigen oft angeboten, derzeit stehen dort einige in unterschiedlichster Ausstattung und Preisklassen online. Wenn man ein "Lepus Comfort" nimmt hat man die niedrigste mögliche Einstiegshöhe, da der Rahmen einen Knick hat, der ihn im Bereich vor dem Fahrer nochmal deutlich absenkt.

Ein ungefedertes Delta würde ich nicht nehmen. Das geht ordentlich auf den Rücken, wenn man nicht megaglatte Fahrbahnen hat. Daher ist das günstige Hase Trigo raus.

Meine Frau (157 cm) fährt ein Hase Lepus Steps von 2020 und ist SEHR zufrieden damit. Ich fahre ein (oben erwähntes) Lepus Comfort von 2008 und nicht minder zufrieden, obwohl die Einzelradaufhängung des aktuellen Rades meiner Frau natürlich nochmal ganz anderern Komfort bietet als das einzelne Rahmen-Federelement meines alten Schätzchens.
 
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Danke für deine Einschätzung. An das Trigo hatte ich zuerst auch gedacht, wegen des Knicks, leider keine Federung. Das aktuelleLepus hat allerdings keinen Knick. Unangenehm, in meinen Augen, die Preisgestaltung. Wenn ich das richtig begriffen habe, liegt der Basispreis bei 1340€, das hört sich gut an. Allerdings fehlt dann erst einmal die Federung, was ich ok finde. Aber Schutzbleche? Antrieb? als Aufpreis? Ich bin verwirrt.
 
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Wenn du dir die Preisliste von Hase anschaust: Zum einen gibt es da die "Topseller", fertig von Hase ab Werk konfigurierte Bikes, die dort (und bei manchen Händlern) auf Lager liegen. Die kauft man exakt so, wie sie konfiguriert sind. Sonderwünsche ab Werk nicht möglich, höchstens durch Umbau beim Händler (z. B. Federgabel vorne beim Lepus). Man zahlt dann aber den Preis für das konfigurierte Rad plus Austauschteil plus Ein-/Umbaukosten. Vorteil, wenn man mit der Ausstattung so wie angeboten zufrieden ist: Schnell lieferbar und günstiger als selbst konfiguriert (auch, wenn man exakt die selbe Ausstattung selber zusammenstellt).

Zum anderen kann man sich, wie oben bereits erwähnt, ein Rad komplett selber zusammenstellen, wie man mag. Das wird dann bei Hase als Einzelstück genau für dich als Kunde nach deinen Wünschen gebaut. Dafür sind die Einzelpreise. Vorteil: Du zahlst genau für das, was du haben willst. Nachteil: Dauert länger, ist teurer als der Kauf eines Topsellers.

Das Lepus Comfort mit Knick wird schon lange nicht mehr gebaut, nur gebraucht erhältlich. So ein Hasenleben ist aber lang, meins stammt aus 2008 und ist trotzdem gut in Schuß. Das wird noch viele Jahre treu seinen Dienst verrichten. Bei knappem Budget würde ich mir daher den Gebrauchtmarkt genauer ansehen.
 
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Nein, etwa doppelt so hoch.
@berlice meint hier, so erschließt es sich mir aus seinem Posting, den Grundpreis für den nicht-klappbaren und ungefederten Rahmen eines Hase-Delta. Damit fängt man beim frei konfigurierbaren Hase in der Liste der Ausstattung an. Alles andere (Sitz, Lenkung, Räder, Antrieb, Bremsen etc. etc. etc.) kommt dann noch als Einzelposten hinzu. Es ist wirklich nur der nackte Rahmen.
 
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Für einen leichten Einstieg und höhere Sitzposition kommt wahrscheinlich nur ein Rad mit 2 Rädern hinten in Betracht.
Warum?
Meine Mutter ist mit ca. 70 vom Flyer (Einspurer-Pedelc) auf ein Anthrotech umgestiegen und damit noch viele Jahre gefahren (das Anthrotech hat nun meine Schwester übernommen), und auch von HP Velotechnik gibt es Trikes, die für sie geeignet gewesen wären.
Am besten mal am realen Produkt ausprobieren.

Höherer Sitz bedeutet zwar geringere Kurvengeschwindigkeit, aber das ist vermutlich kein Problem für Euch, oder?
Es gibt übrigens auch Trike-Tandems; das erste von Anthrotech habe ich vor gut einem Monat beim Händler gesehen ... (der ist allerdings in der Nähe von München).

Sofern möglich, lohnt sich auf alle Fälle der Besuch bei einem Spezialradhändler; da könnt Ihr sowohl ausprobieren als auch Euch beraten lassen. (Wenn Ihr aber privat kaufen wollt, dann lieber verschiedene Angebote anschauen und ausprobieren - die Händler können die Beratung nur dann anbieten, wenn sie ab und zu auch was verkaufen.)

Viel Erfolg bei der Entscheidungsfindung wünscht wolf
 
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Sowohl beim Delta (2 Räder hinten) als auch beim Tadpole (2 Räder vorne) kann man - falls das das Problem des Aufsteigens behebt (je nach Behinderung) - sich von der schlechteren/ungeschickteren Seite aus auf den Sitz setzen und dann das gesündere/geschicktere Bein über den Ausleger heben. So kann man ggf. auch nach Schlaganfall oder ähnlichen Behinderungen selbstständig Fahrrad fahren. Es muß also nicht unbedingt ein niedriger Einstieg sein. Auch Aufstehhilfen können bei etlichen Trikes nachgerüstet werden, falls hier Bedarf besteht.

Hase und Anthrotech würde ich nach meiner bescheidenen Erfahrung durchaus empfehlen.
 
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Beim Delta ist es schon einfacher als beim Tadpole. Mehr Platz vor dem Sitz, man kann auch von der Seite sehr einfach aufsitzen. Gerade beim Lepus ist der Rahmen durch das 16 Zoll Vorderrad sehr niedrig, da kommt kein mir bekanntes Tadpole mit. Beim alten Lepus Comfort sind es nochmal rund 10 cm niedeiger als beim aktuellen Lepus. Niedriger geht wirklich nicht.
 
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Beim Hasen gibt es noch die Version rückwärts gehend von Vorne aufzusteigen. Klingt schräg, geht für manche Einschränkungen aber besser als das Bein zu heben.
Die reguläre Version die fast immer hilft ist die Variante, bei der man den Lenker ganz einschlägt und erst seitlich Platz nimmt. Sobald der Hintern als Ruhepol die benötigte Sicherheit gibt lässt sich ein Bein auch mit der Unterstützung der Hände oder einer Schlinge über den Rahmen heben.
Auf alten Schiffen lernt man segeln und alte Hasen bieten einen guten und entspannten Einstieg in die dreirädrige Welt.
Viel Erfolg bei der Suche und viel Freude im Anschluss.
 
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Danke für eure Stellungnahmen. Ein wirklich wichtiger Aspekt ist Standsicherheit beim Bremsen und Sturzsicherheit in Kurven. Deswegen auch meine Frage zu den Unterschieden bei der Radstellung (Gerade - Sturz).
Ansonsten muß ich noch eine Menge Überzeugungsarbeit leisten. "Zufällig" irgendwo vorbeifahren und sich ein Rad ansehen, ist ja z.Z. nicht so einfach. Die Händler sind eben nicht neben an und besonders viele Menschen mit solchen Rädern habe ich hier auch noch nicht gesehen.

Rückwärtsgehen wird nicht funktionieren. Kann hier ja niemand wissen, der meine Frau nicht kennt. Nach einem Unfall vor gut 20 Jahren und etlichen Knochenbrüchen später, hat man dann festgestellt daß die Kalkeinlagerung in den Knochen nicht funktioniert. Ich nehme an, daß durch die Medikamente Nieren+ Leber geschädigt wurden. Mittlerweile Diabetes, Wasser i.d.Beinen und durch fehlende Bewegung schlussendlich Übergewicht. Meine Frau ist und war nie wirklich eitel, aber ein Dreirad wird eine schwierige Diskussion.
Aus dem Grund dürfte auch ein Rad mit vor den Rädern stehenden Tretlager ausfallen. Zumal, wenn ich lese daß beim Bremsen die Gefahr des nach vorn kippen besteht.
 
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Deine Beschreibung dünstet aus allen Poren einen Hasen aus. Meine Frau mag, im Gegensatz zu mir, das Fahrgefühl auf meinem Tadpole nicht. Auf dem Hasen hat sie sich von Anfang an wohl gefühlt.
Die Gefahr mit einem Tadpole auf kritische Art und Weise nach vorne zu kippen tendiert gegen Null.
Ein Gefährt mit hohem Sitz, zum Beispiel ein Hase, kann kippen wenn eine Kurve zu schnell zu eng genommen wird, besonders wenn dann noch ein zusätzlicher Impuls hinzu kommt (an der Leine ziehender Hund, Randstein, ruckartige Lenkbewegung), allerdings lässt sich dies bei vorsichtiger, vorausschauender Fahrweise ebenfalls auf annähernd Null reduzieren.
Akzeptanz scheint ein wichtiger Faktor zu sein, schön wäre da ein Dreirad eines Mitforisten in halbwegs passender Größe für eine Proberunde, dazu Gespräche und Erfahrungsberichte, welche die Sorgen deutlich reduzieren.
Ich wünsche euch viel Erfolg auf dem Weg zurück in die Mobilität.
 
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Ein nach vorne kippen bzw. ein anheben des Hinterrades beim Bremsen muss man schon mit einer Not- /Vollbremsung provozieren.

Meine Empfehlung einen Händler mit mehreren Herstellern im Sortiment besuchen
 
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Rückwärtsgehen wird nicht funktionieren. Kann hier ja niemand wissen, der meine Frau nicht kennt. Nach einem Unfall vor gut 20 Jahren und etlichen Knochenbrüchen später, hat man dann festgestellt daß die Kalkeinlagerung in den Knochen nicht funktioniert. Ich nehme an, daß durch die Medikamente Nieren+ Leber geschädigt wurden. Mittlerweile Diabetes, Wasser i.d.Beinen und durch fehlende Bewegung schlussendlich Übergewicht. Meine Frau ist und war nie wirklich eitel, aber ein Dreirad wird eine schwierige Diskussion.
Bei meiner ist es ebenso. Rückwärts gehend aufsteigen klappt wegen gesundheitlicher Probleme ebenfalls nicht. auch Übergewicht spielt eine Rolle. Sie wollte zunächst auch kein Dreirad - bis zu dem Moment, wo sie zum ersten Mal auf ihrem später gekauften Hase Lepus saß. Dieses Rad überstieg unser eingeplantes Budget bei weitem, aber es gab kein Halten mehr - da haben wir auf das Budget gepfiffen.

Das Lepus ist bis 150 kg Fahrergewicht ausgelegt. Bei den auf einem Lepus üblichen Geschwindigkeiten - es ist kein Renner, sondern ein gemütlicher Cruiser - kann man die Kippgefahr vernachlässigen. Ich habe es versucht, selbst wenn man es darauf anlegt hebt es maximal ein Beinchen kurz an, das ist es aber auch schon. Da hilft der Schrägstand der Hinterräder definitiv.

Es gibt auch keinen Grund, sich für das Fahren eines Trikes zu schämen - meine Frau verband anfangs "Dreirad" immer mit den "großen Kinderrädern", wie sie diese nennt, also "normale" Aufrechträdern mit eben drei Rädern. EIn Liegerad war zuerst gar nicht auf dem Schirm. Wenn man dann eines fährt und merkt, dass sich niemand daran stört, dass "die Dicke" (so sagt sie selber) "Dreirädchen fährt", sondern beinah jeder, dem man begegnet, Äußerungen wie "DAS ist ja ein cooles Teil" tätigt, dann ist der Zuwachs an Lebensqualität unbeschreiblich.

Schade, dass ihr so weit weg wohnt, sonst könntet ihr gerne mal zu einer Probefahrt bei uns vorbeikommen.
 
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Wenn der Obenlenker nicht stört, gibt es noch das Scootertrike:
1619782081840.png
gibt es auch mit (schwachem) Frontmotor:

Ähnliche Geometrie, ader richtig tiefer Einstieg und Bosch-Motor:
1619782686555.png

Gibt es auch ohne Motor:

Da gibt es keinen Konfigurator, die Räder gibt es nur in einer Ausführung. Dafür sind sie sofort lieferbar!
Das klappt bei den Liegeradmanufakturen derzeit gar nicht.
Zum einen gibt es da die "Topseller", fertig von Hase ab Werk konfigurierte Bikes, die dort (und bei manchen Händlern) auf Lager liegen.
Wenn "auf Lager" , dann hast du Glück. Bei Neubestellung: mindestens zweite Augusthälfte.
 
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Nee, das Scooterbike würde ich in diesem Falle nicht nehmen! Da ist der Schwerpunkt zu hoch...sonst auch ein schönes Touringrad (hatte ich ja einspurig).

Wirklich! Hase fahren!
Wir haben hier 2 "richtig alte" (Ehepaar, beide über 80 Jahre) Liegeradfahrer die uns öfters entgegenkommen. Dann halten wir ein kurzes Schwätzchen. Er hat über 25 Jahre Liegeraderfahrung und sich dann leider mal mit einem Scorpion überschlagen.
Seitdem fahren beide nur noch Hase - Trikes. Die sind nicht umsonst so gebaut das auch sehr behinderte Menschen damit zurechtkommen. Es dürfte schwierig werden bei einigermaßen "normaler" Fahrweise ein Kettwiesel umzuwerfen (darf bei Reha-rädern auch nicht passieren- schadet dem Image...).
Wie auch oben "Callamon" schon schrub: Wenn Du erst mal draufgesessen hast und ein paar Runden gedreht hast, ist Dir das Budget sch...egal! Und Du wirst Dich wundern über Kinder und Jugendliche Die rufen: "So ein geiles Rad will ich auch..."
Das Kettwiesel macht einen unglaublichen Spaß! Sehr zu empfehlen...ich darf das behaupten, fahre schließlich selber eines mit Vorderradmotor..

Leider seid Ihr zu weit weg, sonst könntet Ihr hier mal `ne Runde drehen...
Es grüßt Euch
Flittchen
 
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Nee, das Scooterbike würde ich in diesem Falle nicht nehmen! Da ist der Schwerpunkt zu hoch
Das hängt doch von der Sitzhöhe ab.
Die kann beim Lepus 63 cm sein!
Schafft das Scootertroke nie - ist dazu abhängig von der Körpergröße: Der Sitz rutscht auf einer Schiene nach oben, je größer der Fahrer ist.
Zweites Kriterium ist die Breite, da scheint das Scootertrike schmäler zu sein, also kippeliger.
 
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Hallo Werner,
mein Culty-Trike habe ich bei Perl-Fahrräder in Altencelle damals gekauft. Der Händler hatte seinerzeit auch noch weitere Sonderräder im Programm.
Leider war ich schon viele Jahre nicht mehr bei Perl und habe deshalb keinen aktuellen Stand. Allerdings bin ich ab und zu im Raum Celle unterwegs, da ich nicht so weit entfernt wohne.

Viele Grüsse aus Hänigsen

Dietrich
 
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