Drei Gipfel Fahrt

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Die zwei höchsten im Norden, wie @HoSe sagt. Also den Brocken mit 1148 m ü.NN (Sachsen-Anhalt), den Wurmberg mit 971 m ü.NN (Niedersachsen) und auf dem Rückweg die "Grosse Blösse" 527 m ü.NN (Weserbergland - kein Bundesland). Wurmberg und Brocken standen schon länger auf meiner Liste. Und mir spuckt noch ein super Brevet im Kopf herum. Sozusagen der große Hexenritt. Das könnte eine Etappe davon werden.
Von uns ist der Brocken mit dem VM 179 km entfernt. Ungefähr doppelte Entfernung wie der Kahle Asten im Sauerland. Müsste eigentlich zu schaffen sein. Allerdings hatte ich Schauergeschichten über die beiden Gipfelstraßen gelesen. Nachdem ich von der Freundin meines Sohnes gehört hatte, sie war mit ihrem Vater auf E-Bikes beide Gipfel an einem Tag abgefahren und es wäre ganz leicht gewesen, musste es sein. Holger sagte mir ebenfalls, die Asphaltstraßen wären gut. OK.
Mit @HoSe verabredet. Einen Tag Anfahrt bis nach Braunschweig. Dann morgens um 07:00 h gestartet. Bald nach dem Start macht Holger mit seinem Alpha einen 360° Kreisel als er rechts abbiegen will. Das war filmreif. Die Straße war etwas taunass und er hatte absolut keine Haftung. Wahnsinn.
Bis Wernigerode durch Sachsen-Anhalt. Vergessene Gegend und von mir auch vorher nie gesehen. Doch insgesamt schön zu fahren. Die Straße vor und hinter Osterwieck war etwas fürchterlich. Nichts für Gebissträger. (Vorne links zwischen den Bäumen ist der Brocken)
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Von Wernigerode beginnt der Anstieg (400 HM auf 17 km). Erst gemächlich. Dann am Ende des Tales der übliche Anstieg (Kat. 3+4).
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Der Verkehr ist schon spürbar. Viele Urlauber und Tagesausflügler. Ein Rennradler überholt uns, den wir in Wernigerode noch gesehen hatten. Vor 3 Annen Hohne sehen wir an der Schranke die Dampflokbahn.

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Weiter bis Schierke. Ich muss noch einmal Wasser nachtanken.
Ab jetzt können wir auf dem Versorgungsweg, welcher für Autos gesperrt ist, nach oben fahren. Gute 10 km und 500 HM. Immer wieder überholen uns junge, frische Rennradler. Ja ein paar ältere waren auch dabei. Aber insgesamt ist noch wenig los für meinen Geschmack. Große Abschnitte des Waldes sind abgestorben. Nach oben hin wird es windiger und frischer.
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Interessant auf Strava an den Anstiegen zu sehen, ich brauche bergauf zwischen 30-40 Watt mehr. Mein DFXL wiegt mit Ersatzteilen (Mantel + Schläuche für vorne und hinten, Werkzeug, Wasser, Essen, Wechselklamotten, Kamera, Powerbank usw. ca. 32 kg). @HoSe hat eindeutig die coolere Brille als ich.

Kurz vor 12:00 h sind wir oben. Ein schöner Weitblick. Etwas getrübt vom Dunst.
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Kurze Pause, Essen, Fotos und wieder runter. Man kann laut @HoSe ´s Aussage noch ganz gut runter fahren, da noch nicht so viel los ist. Im oberen Abschnitt sind jetzt auch mehr Wanderer. Wir werden viel digital gebannt. Bremsen werden schon recht warm.
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Wir kommen aber ohne Kühlpausen zu machen runter.
In Schierke eine schöne Kaffeepause. Noch einmal Wasser tanken für mich. Jetzt noch 12 km nach Braunlage. Ein bisschen runter bis ins Elend und wieder rauf. In Braunlage ist richtig was los. An der E-Bike-Leihstation ist eine lange Schlange. Hinter dem Ort geht es auf einem Wirtschaftsweg, auch für Autos gesperrt, hinauf. Der Anstieg (340 HM auf 6 km hoch) ist schneller steiler und bleibt gleichmässiger als am Brocken. Wir fanden es hier anstrengender. Vielleicht auch, weil es der zweite Gipfel war. Gegen Ende zieht er noch einmal richtig an. Wir haben beide 1x Traktionsprobleme. @HoSe ist i.d.R. meist weiter vorne. Öfters sehe ich ihn nicht. Mit seinem größeren Blatt (66/12-52) muss er schneller sein, wenn er nicht stehen bleiben will. Ich kann es ruhiger angehen lassen (60/24-11-40). Deshalb kann ich auch immer fahren und muss nicht aussteigen. Er hat einfach auch mehr Power. Für mich immer ein Anreiz hier nicht zu sehr zu kriechen.
Oben angekommen machen wir eine kleine Pause. Ober heißt unterhalb eines kleinen Sees. Den Schotterweg bis zum Gipfel sparen wir uns. Wir sind hier schließlich zum Radfahren und nicht zum wandern. Jetzt scheint die Sonne angenehm warm und es ist windgeschützt.
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Ich bin klitschnass. Die Hose war schon am Brocken ziemlich feucht. Gut das ich Wechselklamotten mit habe. Banane und Müsliriegel futtern und mein Wasser austrinken. Bergauf mit hohem Puls ist es für mich schwierig normal zu trinken. Hier geht es wieder.
Gemeinsam fahren wir wieder hinab.
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Kurz vor Braunlage trennen sich unsere Wege. @HoSe fährt über das Torfhaus wieder nach Hause und ich Richtung Westen nach Bad Lauterbach. In Braunlage wieder Wasser nachtanken. Dann viel rollen und regenerieren bis Bad Lauterbach und weiter nach Northeim. Irgendwo machen ich noch einmal ein Pause tanke noch einmal nach und besorge mir eine große Apfelschorle und ein Stück Kuchen. Futternd und trinkend komme ich durch Northeim, Einbeck bis Dassel im Solling. Den höchsten Gipfel im Weserbergland, die "Große Blösse" wollte ich auf dem Rückweg noch mitnehmen. Noch ein Anstieg von fast 400 m. Dann habe ich es eigentlich geschafft.

Lange runter bis Neuhaus im Solling, 1x kurz wieder hoch und dann noch einmal laaaaaange herunter bis zur Weser. Fast 10 km und 300 HM. Die Abfahrt ist auch bei der Hexe dabei. Die ist einfach nur genial. Immer um 50-70 km/h ohne groß bremsen zu müssen mit leichten Kurven.
Von Boffzen nach Fürstenberg oberhalb der Weser entlang. Schöne Abfahrt und Rennstrecke bis Lauenförde. Über die Weser nach Beverungen. Durch die Heimat und das Heim lockt.
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Das gibt noch einmal extra Power. Ein paar kleinere Anstiege und bald rolle ich das letzte Stück bis vor das Haus. Meine Frau lässt die Garage aufgehen, Begrüßung, Duschen, Bier trinken, Wildgulasch essen. Was geht es mir gut.

Interessante Unterschiede:
Ich habe 10 Flaschen Wasser mit Maisstärke, Kaiser Natron, Magnesiumtabletten geleert plus 1,5 l Apfelschorle, 1 Milchkaffe. Dazu 2 Stücke Kuchen , 6 Bananen, 4 Brote, 4 Müsliriegel.
@HoSe ´s Wassersack war am Wurmberg nicht mal leer. Ich vermutet, er ist damit auch nach hause gekommen. Plus 1 Kaffee und 1 Kuchen, und ein Brot (?).
Bergauf ist in den Segmenten auf Strava zu sehen, hat er meistens um 30-40 Watt weniger gebraucht als ich. Vielleicht war deshalb sein Bedarf an Nachschub auch viel geringer. Ich glaube, er war nicht so richtig ausgelastet.
Bildschirmfoto 2020-07-25 um 10.36.47.png
 
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DF XL
@HoSe
Auf dem vierten Foto (Seitenansicht von Dir im Alpha), wenn das die normale statische Einfederung an den Vorderrädern ist, bleibt aber nicht viel Reserve für's dyn. Durchfedern.
Haben sich die Cellastos schon so viel "gesetzt"?
@Fritz
Schöner Bericht! :)
 
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Toller Bericht, noch schöner war die Tour @Fritz :giggle:
Wassersack war am Wurmberg nicht mal leer. Ich vermutet, er ist damit auch nach hause gekommen. Plus 1 Kaffee und 1 Kuchen, und ein Brot (?).
Hat gut ausgereicht. Ein paar Nüsse kamen noch dazu.
Ich glaube, er war nicht so richtig ausgelastet.
Das war ingesamt eine gute Strategie. Nie komplett auspowern, immer dranbleiben, Tempo nicht zu hoch. Ich merke muskulär, dass ich in letzter Zeit weniger geklettert bin beim VM Fahren.
Auf so eine "Transitverbindung" ala Hex max. wäre ich sehr gespannt und würde mich freuen, wenn das zustande kommt(y).
 
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also 7.5 liter......das ist in etwa soviel wie ich auf so ner Tour auch benötige.
Ich kriege von Freunden immer wieder gesagt, ich trinke zuviel.........
ist aber hier OT...sorry
 
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Klingt dramatisch woran lag es?
So sah es auch aus. Ziemlich unvermittelt. Ich denke, wegen nasser Straße, glattem feinen Asphalt, Geschwindigkeit, scharfe Kurve (mehr als 90 Grad) und vielleicht Federung. Letzteres kann ich noch beurteilen. Frage mich, warum er nicht umgekippt ist. Das hat vielleicht insgesamt 1-2 Sekunden gedauert.
 
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90 Grad Kurve, leicht feucht, sehr glatter Asphalt, die Kurve steilt sich in der Fahrbahn nach links auf und man fährt in eine Steigung, auch bei idealen Bedingungen mit Vorsicht zu genießen. Jedes weicher abgestimmte VM hätte es umgehauen. Ich schwör:cool:!
Welcher Reifen hinten?
 
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