Drehmaschine für Fahrradteile

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Dieser Faden ist sehr interessant, da ich selbst seit längerem die Anschaffung einen kleinen Drehbank und einer Fräse plane.
Trotz immer stärker werdender CNC-Möglichkeiten oder 3D-Druck für den Hobbybastler, hänge ich als Metaller doch eher an der klassischen Zerspanung.
Auf Arbeit steht eine Weiler Praktikant und eine Deckel FP1, aber da ist seltenst die Möglichkeit, ungestört und in Ruhe zu Basteln. Eventuell mal Sonntag Vormittag, aber wenn ich da frei habe, will ich eigentlich nicht früher oder extra in die Arbeit.

Entweder es wird eine reine Getriebemaschine, die an drei Phasen läuft (FU nachrüstbar) oder eine Vario, dann aber auf alle Fälle kein Gleichstrommotor.

Momentan ist Paulimot ganz gut im Rennen. Ich werde wohl demnächst mal nach Ulm Fahren (125km), um mir das Angebot vor Ort anzusehen.

Gruß vom spargelix
 
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Vielen Dank schon mal für die Hinweise und Tipps (y)(y)

Hab selbst leider nur 1 Jahr Berufsfachschule Metall als Grundlage. Andy Drehbänke kamen wir da also noch nicht, aber mit langen Ärmeln und Haaren hab ich schon mal nix am Hut :D. Hab mir aber schon einige UT Videos angeschaut wie alle möglichen Dinge gedreht wurden. Bin als Autodidakt ganz gut über die Runden gekommen und freue mich schon auf ein paar selbstgedrehte Teile. Bei Zigaretten hab ich das auch gelernt, obwohl ich selbst Nichtraucher bin. Was lernt man nicht alles um eine attraktive Frau zu umgarnen.:X3:

Wie man alle Finger behält, hab ich dann auch in der Berufsfachschule für Holz gelernt, da war Arbeitssicherheit auch großes Thema an dem Standard Maschienenpark. Für Holz hab ich ja Tischfräse ,-kreissäge und E-Hobel, aber für Metall hab ich nur Ständerbohrmaschienen, Blechschneider, kleine Abkantbank und Schraubstock.

Bin gespannt :rolleyes:
 
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Ich habe mir zuerst eine Emco Unimat 4 später eine Tischdrehmaschine ähnlich einer Schäublin 102 geholt. Beiden gemein ist das sie ziemlich gebraucht sind und ich als Anfänger die versteckten Mängel nicht bemerkt habe. Vorteil: Der finanzielle Schaden hält sich in Grenzen. Du bist also beim Kauf zwingend darauf angewiesen auf jemanden der sich auskennt (warscheinlich ist dann eine neue Chinesin präziser). Eine Verkäufer glauben - vergiss es! Eine abgerockte Maschine wieder instand setzen ist für Leute mit Fachwissen und guten Kontakten möglich. Finde ich sehr spannend. Als Anfänger willst du aber deine Teile herstellen und nicht 1-2 Jahre die Maschine restaurieren (und Führungen schaben lernen).
Du wirst viel Zeit brauchen bis du einfache Teile sauber drehen kannst. Rechne mindestens ein Jahr. In der Zeit wirst du einiges an Ausschuss produzieren und diverses Werkzeug ruinieren.
Bei den Kosten nimmt das schnell grössere Dimensionen an. Die Maschine, dazu mindestens nochmal soviel für Zubehör, je nach dem noch die Elektroinstallation, Renovation und Einrichtung deines Werkraumes.
Wenn du nur wenige Teile benötigt ist es einfacher und günstiger in einem Forum (Zerspanungsbude) zu fragen wer dir Teile fertigen kann.
Hilfe findest du bei der Zerspanungsbude oder in der Literatur bei Jürgen Eichmann (auch wenn der etwas eigen ist - könnte ein Liegeradfahrer sein ;)).
Zerspanung macht vieles beim selber bauen Möglich. Du musst dir bewusst sein das du nur noch 50% Liegerad fahren wirst und 50% vor der Drehe stehst. Wenn du ein schlechtwetter Hobby brauchst ist es super :D
 
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Ja das war auch meine Überlegung, das ich bei einer Neumaschiene Garantie und Gewährleistung in Anspruch nehmen kann. Ich selbst werde ja keine Stückzahlen drehen, da wird sie wenig verschleißen. Die ganze Zeit aber auf einer Vernudelten oder Verschlissenen Maschiene zu arbeiten, macht ja wenig Sinn. Ausserdem bekomme ich da die Mwst. ersetzt, gegenüber einem Privatkauf. Zubehör kaufe ich ja dann auch lieber in einem echten Geschäft. Ich stehe bei einem Drehbänkchen ja erst mal genauso fachfremd da, wie ein Büromensch, wenn er sich ein brauchbares Fahrrad zulegen will. Der fragt sich ja auch, anonym im Onlinehandel oder lieber persönlich im Fachgeschäft ?


PS-Unfall:
...unser Meister in der BFS-Holz war vorher bei der Berufsgenossenschaft beschäftigt und verriet uns, das jemand dem an der rechten Hand Finger fehlen, er die wohl an der Kreissäge verloren hat und bei den linken Fingern war es die Tischfräse :p:X3:
 
Ob nun ein 40 Jahre altes Schlachtschiff, eine 20 Jahre alte Emco (für teuer Geld), oder ein neueres Modell, darüberlässt sich trefflich streiten.
Wer nur mal ne Kleinigkeit dreht, dem ist es egal ob er nur einen 0,5 mm Span abnehmen kann, oder gleich 3 oder 4 mm. Dauert halt was länger, aber was solls. Wenn die Maschine gut eingerichtet ist, bekommst Du auch längere Passungen gut hin, am Ende halt nur noch 5/100 Span abnehmen, dann geht das durchaus mit Paulimot und Co.

Für wichtiger halte ich:
Futtergröße (wie groß/klein möchtest Du Werkstücke spannen können)
weiche und harte Backen für Innen und Außenspannen
größe Spindeldurchlass (Damit auch mal ein längeres Teil reinpasst)
Vorschub zum Planen und Längsdrehen (ja/nein) (Planen ist nicht so wichtig, geht auch gut von Hand)
Werkzeugspannsystem
Vorschub zum Gewindeschneiden (geht alternativ auch mit Schneideisen, Gewindebohrer,gerade bei kleineren Gewindegrößen)
Motorleistung (Edelstahl und Titan bauchen schon ein wenig mehr als wenn Du hauptsächlich 7075, POM und Co. drehst.)

Wenn Du das geklärt hast für Dich, schau Dich nach der passenden Maschine um. Wenn Du nicht nur mit Wendeplatten arbeiten möchtest, brauchst Du auch noch einen Schleifstein.

Ich bin mit meiner Minidrehbank, gebraucht für 180€ zzgl. Werkzeug und Messmittel für 300€, ganz zufrieden. Ich hab ja Zeit und muss nur hier und da mal eine Kleinigkeit drehen/abdrehen.
 
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dem ist es egal ob er nur einen 0,5 mm Span abnehmen kann, oder gleich 3 oder 4 mm.

ja, da sehe ich mich eher, ich möchte mich langsam ran tasten an das Endmaß. Die Späne müssen also nicht glühen, die ich da abtrage aber ich schätze das sie ein Mindestmaß haben müssen damit überhaupt noch ein Span ensteht. Edelstahl und Titan wohl eher selten. Das Fahrwerk des Prototypen wird wohl meist aus Alurohren enstehen. Über kurz oder lang, steht dann auch noch ein Alu-Schweißgerät an.

Wie nennt man es denn, wenn man z.B. den Zahnring eines Freilauf's innen fertigt ? Nennt sich das "Schaben" ?

Also der Ring, wo die Sperrklinken reinklinken. o_O
 
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Hallöchen,

was haltet ihr von der Maschiene ?
(Ich finde sie interessant, weil sie eine Spitzenweite von 750mm hat, wo man eine ganze Velomobilachse einspannen könnte...)


....und was hat euch an eurer Drehbank schon mal echt gefehlt, als ihr was drehen wolltet ?
 
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Hallo
Ich bin immer der Meinung weniger ist mehr . Ich habe mir vor ca 30 Jahren so ein Maschienchen gekauft . Für den Hoppybereich vollkommen ausreichend .
War noch nie kaputt , reicht eine normale Steckdose und hat bestimmt schon bei 100 Projekten ihren Dienst geleistet . Früher beim Modellbau und heute bei den Fahrrädern und E Mopeds .
Grüße
 
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Ich denke mal, du wirst deine Drehbank schon noch finden. Es ist ja eigentlich schon genug gesagt worden, sowohl die Spanleistung betreffend als auch Genauigkeit etc.
Du musst dir nur klar machen, was deine Drehbank (aktuell) auf jeden Fall können muss, und was nicht unbedingt notwendig ist, auch wenns noch so schön wäre. Eine Drehbank zu haben ist schon notwendig, ich merke das selbst immer wieder, weil ich ebenfalls keine habe. Und ja, eine Bohrmaschine ist kein Ersatz dafür. Ich wollte mir vor Jahren ebenfalls mal eine Drehe anschaffen, und wollte dabei noch X Sachen berücksichtigen. Wenn ich das durchgezogen hätte, hätte ich eine ganze Menge Geld versenkt, weil der Aufwand der Investition nicht mal ansatzweise gerechtfertigt gewesen wäre. Heute bin ich schlauer. Aber ich denke, du weißt am besten, wie oft du die Maschine benutzen wollen wirst, ob es nach aktueller Betrachtung nur für ein paar Teile sein wird, was schade ob der Aufwendungen wäre, oder ob du planst jetzt schon weißt, dass du da quasi jede Woche mit Spaß dran gehen wirst.
So gut wie sicher ist eh, dass du wahrscheinlich nie alles komplett bearbeiten können wirst. Es gibt nicht umsonst Dreh- als auch Fräsmaschinen, weil jede Maschine ihr Hauptaufgabengebiet gut kann. Also, warum nicht den Mittelweg wählen, eine günstige Maschine, die das Wichtigste gut kann? Mit begrenzten Möglichkeiten lernt man auch schnell, das vorhandene Equipment bestmöglich auszunutzen, was Wissen und Know-how zusätzlich förderlich ist. Und wenn es dann doch etwas gibt, was du partout nicht bearbeiten kannst, dann kannst du diese Arbeitsschritte bzw. das Teil bzw. eine teilweise Bearbeitung immer noch an andere Firmen / Fachleute auslagern.
 
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Hallöchen,

was haltet ihr von der Maschiene ?
(Ich finde sie interessant, weil sie eine Spitzenweite von 750mm hat, wo man eine ganze Velomobilachse einspannen könnte...)
..
Moin,

die verlinkte Maschine bei Westfalia ist m.M.n. den Preis nicht wert. Wird in China für rd. 680-800 US$ eingekauft.. dementsprechend angesiedelt ist die Qualität der Maschine. Und die Präzision der Führungen, Spindellager, Gewinde, Konus usw.

Für 1000,00 € bei eBay in gutem Zustand: Evtl., aber dann muss einer nochmal 500-750,00 € an Überarbeitungskosten und/oder viele Dutzend Arbeitsstunden hineinstecken. Problem dabei ist: es funktioniert am Besten, wenn größere(!) Maschinen vorhanden sind, um die Teile darauf zu überarbeiten. Edit: Für wen Abweichungen von 10-40 Hundertstel kein Problem darstellen, reicht evtl. auch die gelieferte Qualität. Lagersitze möchte ich damit auf jeden Fall nicht drehen müssen..

Wenn Asiamaschine, dann von einem der auf Qualität halbwegs achtenden deutschen "Reseller" / OEMs mit eigenen Verbesserungen.

Oder, noch besser: Schau Dich direkt in entsprechenden Fachforen um, welche auch CNC-Umbauten und Einmessen / Nachschaben bspw. beinhalten. Dann etwas Durchlesen, was empfehlenswert ist und was nicht. Anschließend hast Du genügend Beiträge, um dort im Kleinanzeigenmarkt reinzuschauen.

Dort findest Du für 2000,00 - 3000,00 € (Ja, ist evtl. etwas teurer, lohnt jedoch => Werkzeug anbei ist zumeist den Aufpreis mehr als wert) bereits brauchbare konventionelle oder CNC-Umbau-Maschinen mit guter Pflege, welche eingemessen sind und - sofern Asiaware - bereits die Schwachstellen überarbeitet bekamen.

750 mm Spitzenweite sind dort selten, allerdings ist die Angabe im verlinkten Angebot auch mit Vorsicht zu betrachten (Spindeldurchmesser spielt auch eine Rolle, genauso wie Spitzenweite mit montiertem Reitstock / Lünette. Auch, wenn Letztere die Spitzenweite nicht beeinträchtigen sollte, lässt sie sich nicht bei allen "Billig"maschinen ganz am Ende montieren (Sicherheitsgründe).
 
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