Digitaler Windkanal - Windlast auf Velomobile ?

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Die Fa. Dlubal, ein Hersteller für Software für Bauingenieure bietet jetzt eine Software an,
die Windlasten auf beliebig geformte Körper errechnen kann. (3D-Volumenmodell)

Das ist eigentlich für komplexe Bauwerke gedacht, lässt sich aber bestimmt auch für Velomobile anwenden.
Vor allem ist die Software im Verhältnis zu anderer Software in dieser Richtung (vermutlich) sehr günstig. (2.400 EUR netto)

Als Student bekommt man sogar kostenlose Probeversionen.

Man benötigt dann "nur" noch digitale 3D Modelle der Velomobile und kann alle Fahrzeuge und Änderungen an den Fahrzeugen
digital vergleichen.

Ob das für Velomobile gut funktioniert weiß ich natürlich nicht, wer Lust hat zum Spielen hat hiermit einen Tip.

Ich werde die Software für unser Büro nicht anschaffen, dafür haben wir zu selten solche Bauwerke.

https://www.dlubal.com/de/produkte/eigenstaendige-statiksoftware/rwind-simulation
 

bst

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Die Software basiert soweit ich sehe auf OpenFOAM.
OpenFOAM ist eine sehr leistungsfähige CFD Software/Toolbox und ist OpenSource. Sofern du dich ein bisschen mit der Thematik beschäftigst und auf die o.g. vereinfachte grafische Oberfläche verzichten kannst, kannste das auch ohne den Kauf von Software machen...

Knackpunkt ist wie du schon erkannt hast geeignete 3d Modelle der VMs zu bekommen.

Des weiteren muss man die Ergebnisse der Simulationen deuten können - rechnen kann man viel, aber wenn der Input (Randbedingungen, Mesh, ...) nicht stimmt, dann ist der Output auch Quatsch.

(Bei meinem ex Arbeitgeber hab ich ebenfalls eine auf OpenFOAM basierende Lösung entwickelt, allerdings nicht für Gebäude sondern ein anderes Anwendungsgebiet )
 
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Des weiteren muss man die Ergebnisse der Simulationen deuten können - rechnen kann man viel, aber wenn der Input (Randbedingungen, Mesh, ...) nicht stimmt, dann ist der Output auch Quatsch.
Das sollte man natürlich immer, insbesondere als in diesem Fachgebiet tätigender Ingenieur, wobei man sich natürlich auch als Außenstehender in die Thematik einarbeiten kann.

Der Hinweis auf Open FOAM ist gut, das werde ich mir mal anschauen, wobei ich (als reiner Anwender, der damit sebstständig Geld verdienen muss)
schon bei anderen Produkten (Open Software aus den Hochschulen) festgestellt habe, dass meistens die GUI sehr bescheiden ist und somit die
Kosten für auf den speziellen Anwendungszweck ausgerichteten Gewerblichen Software, doch meistens gerechtfertigt sind.
 

MAD

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Gibt es nicht die Möglichekeit mithilfe von 3D Technik ein Velo einzuscannen?
ODer gibt es nicht auch teileweise die Möglichkeit mittels Software aus Bildern ein 3D Objekt zu rendern was man übernehmen kann?

Gruss Micha
 
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MAD

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Ich arbeite aus beruflichen Gründen mit AgiSoft Metashape und könnte ggf. versuchen aus Bildern ein 3D Modell im XYZ, LAZ, LAS oder PLY zu erstellen. Habe aber kein VM...;)

Aber bei einem High Racer wären die Werde auch Intressant.
Vllt stellt ja auch jemand hier sein VM zur Verfügung ;)
 

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@PivotHarpoon Also aus vielen verschiedenen Perspektiven sein Velo fotografieren? Könnte ich mit meinen Milan SL machen.
Die Frage für mich ist aber: Was will man denn mit so einer Computersimulation rausbekommen?
 
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Ich arbeite aus beruflichen Gründen mit AgiSoft Metashape und könnte ggf. versuchen aus Bildern ein 3D Modell im XYZ, LAZ, LAS oder PLY zu erstellen. Habe aber kein VM...
wird wohl nicht funktionieren ohne dem Velomobil eine entsprechende Behandlung zu Teil werden zu lassen, Folieren, Rasterprojektion o.Ä.
@Kraeuterbutter hat das auch schonmal ohne Hilfsmittel versucht.
Ein guter 3D-Artist kommt da mit möglichst orthogonaler Fotos und einiger weniger analoger ermittelter Messpunkte schneller ans Ziel. Am besteneiner der auch ein wenig von Fahrzeugdesign versteht.
 
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ODer gibt es nicht auch teileweise die Möglichkeit mittels Software aus Bildern ein 3D Objekt zu rendern was man übernehmen kann?
Ein Ansatz wäre, eine Punktwolke aus Fotos zu erzeugen. Auf Youtube findet man unter dem Stichwort VisualSFM viele Tutorials. Aus der Punktwolke lassen sich dann wieder 3D-Modell erzeugen, die mit anderen Tools weiterverarbeitet werden können.

Ein großer 3D-Laser-Scanner wäre natürlich präziser.
 
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Ich hab das Ende Oktober für mein WAW mal gemacht. Freitagnachmittag um 5 gestartet, um 7 hatte ich das Ergebnis. Ich hätte gedacht dass es länger dauert. Gescannt habe ich mit structure.io und anschließend das STL-File mit SpaceClaim bearbeitet. Das Bereinigen hat bei mir den Löwenanteil der Arbeit ausgemacht, ich schätze eine Stunde oder eineinhalb. Dann habe ich das Geometriemodell in ANSYS Discovery Live reingeworfen, ein Tool, das mein Arbeitgeber im deutschsprachigen Raum vertritt, hier von mir aber rein zu Hobbyzwecken genutzt wurde, um die Tretleistung abzuschätzen.
Anbei ein Bild der ersten Analyse, da noch ohne Scheibe. Die wurde einfach nicht mitgescannt, aber später manuell ergänzt; im unten verlinkten Blogpost ist ein Video mit Scheibe enthalten.
Velomobil.JPG

Für eine Geschwindigkeit von 40km/h komme ich auf eine Kraft von ca. 8.5 N, das entspricht ungefähr 100W. Zusammen mit dem Rollwiderstand für 2 Kojaks vorn und einen Marathon Supreme hinten lande ich in Summe bei ca. 150W.
Weitere Details dazu gibt es hier: https://www.e-moped.net/2019/12/07/wie-strömt-s/
 
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Ein Ansatz wäre, eine Punktwolke aus Fotos zu erzeugen. Auf Youtube findet man unter dem Stichwort VisualSFM viele Tutorials. Aus der Punktwolke lassen sich dann wieder 3D-Modell erzeugen, die mit anderen Tools weiterverarbeitet werden können.

Ein großer 3D-Laser-Scanner wäre natürlich präziser.
Das war ja das Vorgehen, was oben bereits genannt wurde. Wie gesagt, ich habe Zugriff auf AgiSoft Metashape, damit kann man aus Fotos und dem SFM Verfahren 3D Punktwolken/Modelle erzeugen. Wir haben aber auch eine TLS (Terrestial Laser Scanner) vom Typ ILRIS 3D TLS in unserer Arbeitsgruppe, welchen man eventuell nutzen könnte. Ist aber alles schon mit einem gewissen Aufwand verbunden, keine Ahnung ob sich das lohnt.
 
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Mal zwei behutsame Hinweise:
Vermutlich schon lange bevor hier Details der Formen ins Internet gelangen, wären Urheberrechte zu beachten.
Und noch etwas:
Wollen wir es umtriebigen Geschäftsleuten in Fernost leicht machen, die fleißige Arbeit der europäischen VM-Szene umsonst abzugraben um dann Billigangebote zu produzieren?
(Ich weiß, ganz so einfach ist das nicht und die Marktgröße ist vermutlich auch nicht attraktiv genug …)
 
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Ich glaube nicht, dass Geometriedaten ausmessen und teilen ein Problem ist. Die Kopie gewerblich zu nutzen, mag was anderes sein, klar. Aber Kopien aus Fernost sind wirklich nicht zu befürchten. Weder werden die es qualitativ hinbekommen, noch ist diese Nischenmarkt für die interessant.
 
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Vielleicht muss ich meine Aussage relativieren.
Ich bin mir sicher, dass es möglich ist, in Fernost sowas qualitativ hinzubekommen, und dass die nötigen Fähigkeiten, es zu fertigen, vorhanden sind. Man sollte das nicht unterschätzen und es gibt keinen Anlass, sich da überlegen zu fühlen.
Aber bei Velomobilen, und vielen anderen Produkten auch, ist es wirklich nicht einfach, alle qualitätsentscheidenden Details überhaupt zu erkennen. Das macht es schwierig, die Qualität zu erreichen.
 
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