Der Off Topic Faden

Ein erschreckender Artikel über Fahrrad Lieferdienste und Unfälle.
" ... An 71 Prozent der erfassten Verkehrsunfälle von Lieferdienstfahrern sind keine anderen Verkehrsteilnehmer beteiligt. Als häufigste Ursache nannten 72 Prozent der Befragten rutschige Oberflächen durch Laub, Nässe oder Eis. ...."

Hmmm, schwer zu interpretieren. Ich fahre seit fünfzig Jahren unfallfrei, wenn ich die alkoholbedingten Entgleisungen unterschlage. Das war dreimal dämlich. Aber nüchtern finde ich das ok mit dem Rad. Allerdings habe ich auch nciht zig Kilogramm Beladung an Bord. Neben ist ein Lebensmittelbringdienst und die sind verdammt voll geladen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nee,leicht. Der Job ist hochgradig gefährlich,die Infrastruktur unzureichend gewartet. Hinzu kommt noch die Abzocke ,mit der die Fahrer nach Deutschland gelockt werden um hier Bullshitjobs zu verrichten.
 
Wie manche fahren ist aber auch naja da wundert man sich nicht.

Aber natürlich fällt die beschissene Radinfrastruktur hier auch massiv ins Gewicht.
Aber manche Fahrer haben auch scheinbar wenig Selbsterhaltungstrieb.


Habe ich auch mal ein paar Monate gemacht, hiess damals noch foodora. Da gabs aber auch keinerlei Bonus wenn man schneller da war. Wenn man X Lieferungen pro std geschafft hat gabs Boni aber das war weitgehend von durchgehender Beschäftigung(also passende Schicht) und kurzen Wegen und auch schneölen Restaurants abhängig. Hatte man recht wenig Einfluss , ausser Schicht und gebiet passend zu wählen)
 
Naja, die sind schwer unter Druck. Sie schaffen ein annähernd brauchbares Einkommen (Maßstab eher Überleben als schönes Leben), wenn sie sich an möglichst wenig Regeln halten und bolzen wie nur möglich. Dass sie so sehr gefährlich leben wundert mich nicht!

Lg!
georg
 
Sie könnten sich natürlich auch zusammentun und für menschenwürdige Arbeitsbedingungen kämpfen. Aber solange jeder für sich bleibt und aus der Angst heraus, ersetzt zu werden, alles mit sich machen lässt, wird eben alles nur schlimmer.
 
Oh, @Niko bitte kein Viktimblaming.
Keinen gesicherten Status, die Plattformen verhindern Betriebsräte,das haben auch deutsche Fahrer nicht geschafft. Auch haben die gestreikt und sind dann rausgeflogen. Was da läuft ist moderner Sklavenhandel. Oder was glaubst du warum in kürzester Zeit auf einmal alle vom Subkontinent hier Rad fahren?
 
Da fahren fast ausschließlich Ausländer die sich irgendwie versuchen über Wasser zu halten. Hab ich selbst genug gesehen, als ich ein Jahr in der Branche tätig war.
Entweder du leistest oder du fliegst. Gleichzeitig finden die Firmen nicht genug Fahrer... Tja.
 
"Move fast and break things."

Dass das was gebrochen wird menschliche Leben sind, interessiert weder im Ursprungsland des Spruchs, noch hierzulande irgendjemanden. Dort wäre das ja Kommunismus, hier nennt man das ja jetzt Teilzeitlifestyle.

@Niko Ich habe schon mal in einem Konzern, der allerlei Union Busting betreibt, versucht einen Betriebsrat zu gründen. Hast Du das mal gemacht? Ich kann Dir sagen, dass das deutsche Arbeitsrecht dabei nicht auf Deiner Seite steht...
 
Danke für die Klarstellungen hier zu dem letzten Thema. Ich finde es immer wieder beschämend ,wie leichtfertig über nicht previligierte geurteilt wird. Da kommt dann halt das ganze Repertoire an Vorurteilen und schnellen angeblich kausalen Zusammenhängen zusammen und schwupps ist alles einfach erklärt,ohne sich einen Kopf drum machen zu müssen,ob man nicht eventuell auch ein Teil des Problems ist.
 
Mein Sohn hat im Studium ein paar Jahre als Fahrrad Auslieferer gejobbt, und er war mit dem Job ganz ok. Und klar, es gibt da auch schwarze Schafe, mehr als Eines. Meine persönliche Massnahme: Ich nutze das nicht. Aber wie gesagt, mein Sohn war ganz ok mit dem Job, und hat sich damit im Studium ein Zubrot verdient. Es ist nicht Alles schwarz und weiß.
 
Als Zubrot funktioniert das sicher gut! Aber als auf Dauer angelegte Arbeit, sicher nicht!

Natürlich sind die Firmen auch unter Druck. Wer seine Leute nicht auspresst, wie Zitronen, ist bald selbst pleite. Aber das ließe sich leicht arbeitsrechtlich ändern -wenn man nur wollte!

Lg!
georg
 
Oh, @Niko bitte kein Viktimblaming.

Ich habe weder geschrieben, noch impliziert, dass sie an ihrer Situation selbst schuld sind. Aber nur sie selbst können etwas daran ändern. Wer sonst wird denn für sie einstehen? Die Wirtschaft? Die Politik? @schlafrad aus dem Forum?

Nur wenn ein Großteil der Fahrer/innen auf einmal streikt und die Firmen dadurch hohe Verdienstausfälle haben, kann sich etwas ändern. Ja, sie sind alle ersetzbar, aber eben nicht alle auf einmal.

Wie soll denn Deiner Meinung nach ihre Situation verbessert werden?

@Niko Ich habe schon mal in einem Konzern, der allerlei Union Busting betreibt, versucht einen Betriebsrat zu gründen. Hast Du das mal gemacht? Ich kann Dir sagen, dass das deutsche Arbeitsrecht dabei nicht auf Deiner Seite steht...

Ja, wie Lenin schon sagte: In Deutschland ist eine Revolution unmöglich, weil es verboten ist, den Rasen zu betreten. Natürlich kann man das System nicht mit den Mitteln des Systems verändern.

Ich finde es immer wieder beschämend ,wie leichtfertig über nicht previligierte geurteilt wird. Da kommt dann halt das ganze Repertoire an Vorurteilen und schnellen angeblich kausalen Zusammenhängen zusammen und schwupps ist alles einfach erklärt,ohne sich einen Kopf drum machen zu müssen,ob man nicht eventuell auch ein Teil des Problems ist.

Jeder, der Teil unserer Gesellschaft ist, ist Teil des Problems. Ist halt die Frage, was man so dagegen macht. Ich lasse mir keine Lebensmittel liefern und boykottiere Amazon schon seit über zehn Jahren. Ich hoffe, Du bist da ähnlich konsequent, wenn Du Dich rhetorisch schon so weit aus dem Fenster lehnst.
 
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