Der Off Topic Faden

Halte ich für eine blödsinnige Aussage von Frau Mayr. "Gut" bedeutet in meinem Wertesystem nicht Sterneküche zu hause, sondern gesunde Zutaten frisch zubereitet. Gemüse und Obst der Saison ist ziemlich günstig, Fleisch im geringem Umfang und wenn dann gutes und möglichst viel Fisch ist auch zu finanzieren. Gibt es auch noch feine Sachen, wird sich aber ändern. Ein Makrele mit frischrem Meerrettichsalat und Brot ist vom Inhalt überhaupt nicht vergleichbar mit Fastfood und billiger. I(m Winter gibst dann halt Kohleintöpfe. Steckrüben, hmmmmmm

Sowas wie "Ofengemüse" kostet wenig, ist lecker und gesund. Ich mach mir regelmäßig Gemüseeintöpfe mit vielen Linsen und Kichererbsen. Kostet ganz wenig und ist auch lecker. Hab mir gerade ein Ratatouille gekocht. Kostet nicht viel Geld und auch kaum Zeit. Kann man auch zusammen mit Kindern machen, damit sie kochen lernen.
Spätestens bei der Behauptung, dass Fisch günstig in die Ernährung einzubauen sei, war es dann aber auch etwas zu viel mit der Fantasie. Über die Aussage zum Zeitbedarf mit den Kindern eine Ratatouille zu kochen, lachen wir jetzt mal alle mal gemeinsam…

Klar ist es sinnvoll selbst frisch zu kochen, gesünder sehr wahrscheinlich in vielen Fällen auch (gerade in der süddeutschen Küche gibt es ja hinreichend Zeug, bei dem man sich lieber tunlichst zurückhalten sollte). Mach ich deshalb ja auch. Aber hört doch mit dem Märchen auf, dass das alles leicht, schnell und billig sei, am besten mit einem Kind dabei. Allein der Schnippelaufwand nur für das Suppengrün beim Eintopf sprengt bereits den Zeitbedarf des Fertigkrams um ein Vielfaches, und dass so eine Suppe dann auch entsprechend ein Weilchen köcheln muss, ist auch einzuplanen. Wenn es dann auch nicht immer wieder dasselbe sein soll, wird es auch preislich schnell komplexer. Kommt dann noch regelmäßig Obst mit dazu, hat man finanziell eh schon verloren.

Das soll kein Argument sein nicht selbst zu kochen, aber bleibt mal bitte realistisch! Insbesondere der Zeitaufwand (der oben mit dem "sich leisten können" gemeint war) ist quasi der Grund schlechthin für Industriefraß - egal ob vegan, vegetarisch oder fleischhaltig. Die Königsberger Klopse aus dem Tiefkühlregal sind halt genauso Fast Food wie das vegane Schnitzel und die Tomatensoße aus dem Glas. Und vom Prinzip her ist selbst das Würstchen vom Fleischer eine Art Fast Food.

Die Erzählung erinnert mich an Autofahrer, die den Zeitvorteil der Autofahrt anführen, während sie in Realität die Zeit für die Parkplatzsuche in der Innenstadt ausklammern. Die hervorheben, wie viel angenehmer die Autofahrt sei, während sie in Realität jedes Mal kurz vor einem Aneurysma stehen, wenn sie vier Sekunden lang einen Radfahrer nicht überholen können.
 
Woran machst du das jetzt fest,das das kein Austausch verschiedener Ansichten ist?
Wenn Du zu wissen glaubst, was jemand anders kennt oder nicht kennt, ist das für mich kein neutraler Austausch mehr, sondern eine Unterstellung, und das hat weder etwas mit einer (auch nicht kontroversen) Diskussion zu tun noch mit einer gesunden Streitkultur.

Auch die Frage, was ich früher an Fleisch gegessen oder nicht gegessen habe, ist für meine Ernährungsgewohnheiten (die ich hier nicht vollständig offenlegen möchte) unerheblich.
Ich ernähre mich vegetarisch, habe dafür meine Gründe, und mag "klassisches" Beinah-Essen aka Fast Food nicht, aber von Zeit zu Zeit das, was Du als "Fertigprodukte" bezeichnest.
Daß liebevoll selber gekocht häufig besser schmeckt (wenn ich koche nicht unbedingt, siehe unten) und bei der Auswahl qualitativ hochwertiger Zutaten auch gesünder ist, hat hier wohl niemand ernsthaft bestritten.

Dein Kreuzzug für mehr Aromen im Essen läßt mich allerdings ziemlich kalt, da meine Geschmacksnerven vermutlich deutlich weniger empfindlich sind als Deine.
Und daß Massentierhaltung auch ökologisch und ethisch eine Katastrophe ist, ist einer der Gründe fur mich, Vegetarierr zu sein. Aber ich erwarte von niemandem, aus der Situation dieselben Konsequenzen zu ergreifen.
 
@Spulenfiepen : wir haben zwar keine Kinder, aber wohl ähnlich wenig Zeit wie Paare mit Kindern...
Was beim Essen zubereiten extrem geholfen hat : "Meal prep". Samstag oder Sonntag werden ein paar Stunden frei geschaufelt und das Essen für die nächste Woche vorbereitet. Im Vergleich zu täglich oder alle zwei Tage kochen ein immenser Zeitgewinn, bei uns etwas 5-6h pro Woche .
 
@Spulenfiepen : wir haben zwar keine Kinder, aber wohl ähnlich wenig Zeit wie Paare mit Kindern...
Was beim Essen zubereiten extrem geholfen hat : "Meal prep". Samstag oder Sonntag werden ein paar Stunden frei geschaufelt und das Essen für die nächste Woche vorbereitet. Im Vergleich zu täglich oder alle zwei Tage kochen ein immenser Zeitgewinn, bei uns etwas 5-6h pro Woche .
Richtig, das ist auch die einzige Art und Weise wie das funktionieren kann. Und im Grunde genommen ist das auch die ganze Idee hinter einem Eintopf, insbesondere wenn man die traditionellen Dauereintöpfe, in die immer nur „hinzugekocht“ wird, bedenkt. Diese Vorbereitung hat aber gerade für mehrere Personen auch gewisse Grenzen, irgendwann wird das nämlich logistisch nicht mehr tragbar, wenn man für drei oder mehr Personen für fünf Tage im Voraus kochen will (ich weiß nicht wie Du das handhabst, aber bei mir gibt es halt - abgesehen vom Frühstück - nur Eintopf zu essen, wenn ich welchen gekocht habe).

In dieser Hinsicht sind die Kosten aber eben auch noch so ein Thema. Kommt in meine Erbsensuppe etwas Speck hinein, ist das preislich dann nicht mehr zu rechtfertigen. So ein Zeug wie fette Rippe für die Kohlsuppe betrachte ich persönlich dabei nicht mal mehr, weil das was eigentlich mal Abfallprodukt war, durch die eigentlich äußerst effizient alles verarbeitende Lebensmittelindustrie eben kein Abfall mehr ist, und nur entsprechend selten und teuer im Handel landet (seltsamer Spaßfakt: Ochsenschwanzsfleisch ist heutzutage quasi nicht mehr käuflich erhältlich, weshalb ich seit etlichen Jahren keine Ochsenschwanzsuppe mehr gekocht habe).
 
Spätestens bei der Behauptung, dass Fisch günstig in die Ernährung einzubauen sei, war es dann aber auch etwas zu viel mit der Fantasie.
Die günstigen Matjes für 1.99 auf 300g bei Rewe oder Penny sind nicht teuer. Mache ich mir gerne eingelegte Heringe raus mit etwas Joghurt, Sahne und Zwiebel, Apfel und Gurke. Das ist nicht teuer, nicht einmal im Ansatz. Das einzige Zeitaufwand entsteht beim Schneiden der Zwieben und des Apfels. So ein Gericht dauert keine 5 min. Und Forellenfilets sind auch erschwinglich. Ist lecker auf Brot mit Meerrettich. Damit hat man seine Eiweise.

Über die Aussage zum Zeitbedarf mit den Kindern eine Ratatouille zu kochen, lachen wir jetzt mal alle mal gemeinsam…
Viele Erwerbstätige sagen mir regelmäßig, dass ihnen die Zeit zum kochen fehlt. Das ist eine Frage der Wertschätzung. Gut organisiert dauert das alles nicht lange. Aber ja, das Argument sticht und trotzdem kann man das einrichten, wenn man es will. Es ist eine Frage der Prioritäten.

Aber hört doch mit dem Märchen auf, dass das alles leicht, schnell und billig sei, am besten mit einem Kind dabei.
Was ist denn die Alternative? Die subventionierte Kantine ist manchmal erträglich. Wenn ich sehe, dass ich letzte Woche für Currywurst, Hefeweizen und Kaffee 20.-€ im Biergarten zahlte, ist kochen extrem billig. Was dauert denn lange am Kartoffelkochen, das machen die von ganz alleine, dazu dann Kräuterquark und zwei Scheiben Schinken. Typische Gerichte, die ich ab 12 selber kochte waren Fischstäbchen mit Kartoffelpürre und Kopfsalat. Alles besser, als abgepackte Fertiggerichte.

Ich koche seit fünfzig Jahren quasi täglich, selbst im Büro ging das fast immer, weil ich in Firmen mit Küche war. Habe ich in der Mittagspause gut geschafft. Wenn man natürlich nie kocht, extra Einkaufen geht, stumpfe Messer nutzt und bei jedem Schritt ins Kochbuch schaut, um das andere Extreme zu nennen, dann dauert das. Da ist der Pizzabringdienst schneller, aber für mich keine Alternative

Wenn ich mir eine Linsensuppe koche, muss ich eine Zwiebel schneiden, eine Möhre, einen Stange Lauch, das wird alles kurz angebraten, rote Linsen dazu, mit anbraten, braune Linsen rein, Wasser drauf, Kartoffel würfeln und rein, Bei Bedarf eine Packung Schinkenwürfel mit anschwitzen. Dauert alles keine 10 min und es ist frisches Gemüse und gesunde Hülsenfrüchte. Und dann lässt man das alleine köcheln. In der Zeit gehen andere zwei Zigaretten rauchen.

Es ist eine wichtige Frage, was man kocht. Da gibt es riesige Unterschiede im Aufwand.
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja, meine Frau und ich arbeiten 6Tage die Woche, manchmal 7, 8-12h am Tag. Dazu die rechtlichen Verpflichtungen und vielleicht auch ein paar Stunden zu zweit und für Hobbys. Und schwupps, ist keine Zeit mehr für irgendwas.
 
Das sind so ziemlich die schlechtesten Veggie-Produkte, die mir untergekommen sind.
Naja dann haben sie ihre übliche Qualität doch schon gut getroffen ;)
Rügen"darf's noch etwas mehr Salz sein?"walder

Gestern gab's 1.5 kg Spargel mit Salzkartoffeln und gekochtem Schinken, dazu böse Fertighollandaise, noch vom Geburtstag übrig.
Man kann auch für 5€ lecker Essen.

ist da jede Menge Chemie drin.
Jeder Stoff besteht zu 100% aus Chemikalien, alles andere sind Felder und deren Austauschteilchen, Vakuum und Esoterik (was vergessen?) ;)

Also Sauerkraut in der ursprünglichen Form ist ausgesprochen gesund.
Was nichts an der Verarbeitungskategorie ändert. War glaube ich @Jack-Lee s Intention, das herauszustellen.
Dem "ausgesprochen" würde ich schon sehr widersprechen.
Es ist nunmal ein stark konserviertes Nahrungsmittel...

Gruß,

Tim
 
- offtopic -
In der Mitte auch. In Göttingen war das üblich. Viel kürzer als dreiviertel Acht. Schlimm fand ich immer "Viertel Acht" anstatt "Viertel nach Sieben". Aber so ist das mit den Regionen und der Sprache. Man versteht es, auch wenn es ungewohnt ist.

Aber nun zurück zu guten Witzen

vermutlich "deutsche" Schreibweise
07:15: viertel Acht
07:30: halb Acht
07:45: dreiviertel Acht

Musste ich mir bei meinem Umzug hier nach NRW abgewöhnen. Spannend ist, dass ich es selbst nicht mehr so denke, sondern die amerikanische Schreibweise:

07:15: viertel nach Sieben
07:30: halb Acht
07:45: viertel vor Acht

ebenfalls in meinen Gedanken übernommen habe. Jetzt fällt es mir umgedreht dafür immer auf, wenn Menschen die (vermutlich) ursprünglich deutsche Benennung nutzen.

da ich die entsprechenden Ausdrucksweisen jeweils in den ehemaligen Besatzungszonen der Amerikaner/Engländer und der Russen so kennen lernen durfte, gehe ich davon aus, dass das damit zusammen hängt. Hat hier ein Geschichtsfanatiker mehr Infos dazu, ob das tatsächlich damit zusammen hängt?
 
Es ist nunmal ein stark konserviertes Nahrungsmittel...
aber nicht hochverarbeitet, wobei es anscheinend keine offizielle Definition des Wortes gibt, aber selbst nach der NOVA-Definition ist es kein hochverarbeites Lebensmittel, sondern nur

Gruppe 3, Verarbeitete Lebensmittel, konservierte, eingelegte oder fermentierte Lebensmittel, die nur wenige Zutaten enthalten, zum Beispiel geräucherter Fisch, saure Gurken oder Dosentomaten
 
Die erste Frage ist, was man unter " Kochen" versteht.
Eine Packung Nudeln aufmachen und die Nudeln ins kochende Wasser werfen, den Inhalt einer Dose geschälte Tomaten hacken, in einen Topf (vielleicht schon mit angedünsteten Zwiebeln) hauen und aufkochen, dazu ein paar getrocknete Kräuter (aus der Dose), ist für mich Kochen, für andere nicht.
Da werden frische Tomaten blanchiert, gehäutet, kleingehackt und dann erst in den Topf geworfen, die Nudeln wurden aus Mehl oder Hartweizengriess oder etwas Ähnlichem selber hergestellt und nun gekocht, die Kräuter stammen aus dem Garten oder vom Markt usw.
Je nachdem ist der Zeitaufwand deutlich anders, der Geschmack teils auch.
Aber da gebe ich z. B. @schlafrad Recht, die Bedeutung guten Essens und entsprechend die Qualität der Lebensmittel auch im Supermarkt ist in D generell deutlich niedriger als z. B. in der Schweiz oder in Frankreich.

Eben, wie @Rotkaeppchen schon schrieb, eine Frage der persönlichen Prioritäten.
 
Man kann auch selbst kochen , und dabei die Gesundheit weniger im Fokus haben :). Bei „mir“ gabs Käsemakkaroni, aber mit selbstgemachter Käsesauce hat’s prima geschmeckt (Parmesan und Cheddar als Grundlage)

Jeder mag doch Essen, wie er mag.
 
Naja, meine Frau und ich arbeiten 6Tage die Woche, manchmal 7, 8-12h am Tag. Dazu die rechtlichen Verpflichtungen und vielleicht auch ein paar Stunden zu zweit und für Hobbys. Und schwupps, ist keine Zeit mehr für irgendwas.

Dann ist euch das einfach nicht so wichtig. Ist doch okay.

Schlimm finde ich in dieser Diskussion, dass hier einige ihre eigenen Gewohnheiten oder Prioritäten preisgeben und dafür kritisiert werden. Kritisiert doch lieber die Sache und nicht die Person oder, noch besser, zeigt, dass das für euch nicht ist, ohne jemanden dafür persönlich zu kritisieren.
 
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