Interesse, Offenheit, Respekt, Wertschätzung und Empathie...
Die eigentliche Frage ist doch, warum dich mein Widerspruch so sehr triggert, dass du mit einem derartigen Beitrag reagierst und das Ganze noch in den Off-Topic-Faden trägst. Wie auch immer...
Zu deinen Fragen:
Ich lese nur sehr selten Bücher in Form von Ratgebern zu einem Thema, das ich
eingehend vertiefen möchte. Interviews und Vorträge, also Vorträge, die
nicht für ein Fachpublikum ausgearbeitet wurden, interessieren mich nur insofern sie auch unterhaltend gemacht sind und entsprechend als Zeitvertreib und zur Schulung meines Allgemeinwissens. Sorry, ich weiß wie das klngt, ist aber eine ehrliche Antwort von mir.
Wenn ein Thema für mich eine grundlegende Bedeutung hat, erschließe ich mir zunächst die
allgemeinen Grundlagen und die zentralen Begriffe der Fachsprach. Bei dem vorliegenden Thema sind das entsprechend die Grundlagen der Biochemie des Stoffwechsel, der Endokrinologie und Diabetologie aus
unabhängigen Quellen. Diese Informationen gibt es auch auf der fachlichen Ebene eines
Wissenschaftsjournalismus, der die Zusammenhänge umfassend und verständlich erklärt.
Zur Überprüfung einer These ist das hilfreich, aber keine notwendige Bedingung. Thesen lassen sich auch mit der kritisch-rationalen Methodik überprüfen, ohne über besondere Fachkenntnisse über das Thema zu verfügen.
Schritt 1 - Vorprüfung der Primär-Quelle:
Handelt es sich um eine seriöse Quelle? Gilt der Autor als anerkannter Experte in seinem Fachgebiet? Vertritt er eine völlig abweichende Minderheitsmeinung? In welchem Zusammenhang und auf welcher Plattform wurde der Text veröffentlicht? Wird der Sachverhalt auch von anderen Vertretern des Fachgebiets diskutiert? Findet sich eine überwiegene fachliche Position von Vertretern anerkannter Institutionen zu dem Thema?
Schritt 2 - Definition der These:
Was ist die zentrale These des Textes?
Schritt 3 - Versuch der Widerlegung:
Das ist der entscheidende Schritt - es kommt nicht darauf an, eine These zu
bestätigen (Verifikation), es kommt darauf an, ob ich die These
widerlegen kann (Falsifikation) und das trifft
gerade auf Thesen zu, die ich für glaubwürdig halte und denen ich bereit bin zu folgen. Ich bemühe mich also ohne Ausnahme nach Kräften eine These zu widerlegen und erst, wenn mir das nicht gelingt, gilt die These als vorläufig bestätigt. Für die Widerlegung der These "Eine Keto-Diat ist in allen Fällen unbedenktlich", braucht es keine 5 Minuten Recherche.
Warnhinweise:
Unter einer der folgenden bedingung ist eine These und die darin enthaltene Aussage unzulässig:
Ist die zu prüfende These eine
Tautologie?
Eine Tautologie ist eine These, die immer wahr ist und daher auch nicht widerlegt werden kann: „Die Keto-Diät funktioniert, weil sie ketogen ist.“
Ist die zu prüfende These ein
Zirkelschluss?
Auch ein Zirkelschluss enhält keine widerlegbare Aussage: „Keto ist gesund, weil gesunde Ernährung ketogen ist.“
Beinhaltet die These eine unzulässige
monokausale Erklärung?
Kompexe Sachverhalt werden auf eine ausschließliche Ursache zurückgeführt: „Keto ist gesund, weil Kohlenhydrate ungesund sind.“
Beinhaltet die These einen
unzulässigen Induktionsschluss?
Unzulässige Induktionsschlüsse schließen von einem speziellen Sachverhalt auf einen allgemeingültigen Sachverhalt: "Ich habe mit Keto keine gesundheitlichen Probleme, also hat keiner gesundheitliche Probleme mit Keto".
Die Begriffe sind definiert:
Quantitative Mangelernährung - Der Körper baut Fett- und Muskelgewebe ab.
Qualitative Mangelernährung: Die zugeführte Energiemenge reicht aus, aber es fehlen essenzielle Nährstoffe.
Wasserfasten ist vom ersten Tag an eine quantitative
und qualitative Mangelernährung.
Heilfasten ist eine quantitative Mangelernährung.
Intervallfasten unter der Bedingung einer ausgewogener Ernährung und ausgeglichener Energiebilanz ist keines von beidem.
Was der Begriff Mangelernährung nicht aussagt ist, ob eine Mangelernährung aus
therapeutischer Sicht
gewünscht ist. Und wenn das der fall ist, nennt man es im allgemeinen Sprachgebrauch Diät.
Eine Ketose-Diät kann unter der Bedingung einer Vorerkrankung lebensbedrohliche Akuterkrankungen auslösen:
Diabetes-Typ-2: Akute Unterzuckerung mit schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen, insbesondere in Wechselwirkung mit Diabetes-Medikamenten.
Diabetes-Typ-1: Akute Lebensgefahr durch Übersäuerung des Blutes (Ketoazidose)
Vorgeschädigte Nieren: Die hohe Proteinzufuhr steigert den Filtrationsdruck und kann zu Nierenversagen führen
Verschiedene Stoffwechselerkankungen: Enschränkungen bei der Verstoffwechselung von Eiweiß mit entsprechenden Folgen (Vergiftung).
Die Liste läßt sich unter der Bedingung der Zufuhr von großen Mengen Fett im Rahmen einer Keto-Diät noch erweitern um Lebererkrankungen, Bauschspeicheldrüsenentzündung, Gallensteinleiden und Gicht.
Vitamin C, B9 und K, A / β-Carotin, Kalium und Magnesium, Sekundäre Pflanzenstoffe, Ballaststoffe.
Was sagt das nun aus?
Eine Keto-Diät kann unter bestimmten Bedingungen ein vielversprechender Ansatz zur Gewichtsreduktion sein, ebenso wie eine ausgewogene, kohlehydratreduzierte Ernährung. Die Risiken einer Keto-Diät unter der Bedingung einer relevanten Vorerkrankungen sind dabei nach Art und Umfang deutlich schwerwiegender, als bei einer ausgewogenen, kohlehydratreduzierten Diät.
PS: Diese Aussage ist unzulässig - ob ein normaler Körper das in ausreichendem Maße kann, hängt unter anderem von Alter, Geschlecht, genetischer Anpassung und Verhalten ab.