Das Konzept des Milan MK 7

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Gab es wegen der Schraubachsen konkret Schäden (welche) oder ist das nur eine Vorsichtsmaßnahme?
OT: Frage nur deshalb weil ich mir gerade ein neues Fahrwerk baue...
Grüsse Harald
Meine Interpretation:
Konvertiten von DF auf Alpha haben im Alpha ein ungewohnteres Handling: etwas schwieriger anzufädeln (muss genau mittig die Bremse treffen, dann Schraubachse anschnäbeln, mit im Vergleich höheren Moment außen festziehen, erfordert guten 15er Ringschlüssel oder Nuss).
Daher (wegen eh offener Radkästen im Alpha) haben eine Handvoll Leute meist selbst gedrehte, weiterhin fest verschraubte Starrachsen, die aussen den M8er Inbus haben = Handling wie im DF. Da man das M12 hinten eh nicht ständig lösen muss, kann man es auch direkt kleben. Muss man aber nicht.
Konkrete Schäden sind mir keine bekannt, der Sitz sieht eigentlich recht solide aus: zur Hälfte etwa M12 Gewinde, die andere Hälfte 15 mm Pass-Sitz von der Achse.
/Ende OT, sonst anderer Thread - Bilder gibt es hier bei mir https://www.velomobilforum.de/forum...ns-velomobil-thread.58568/page-5#post-1139011 - kann dort auch gerne diskutiert werden.
 

Jens Buckbesch

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imme ich zu ... Wer sowas plant hat nicht viel Plan von VM-fahren / -warten.
Hallo Reinhard,
das tut schon sehr weh, wenn einer wie du sowas sagt.
Ich hab nun schon mehr als 130.000 Velomobil-Kilometer hinter mir, baue seit 15 Jahren Velomobile und habe 10 Jahre die Wartung für Velomobile im Räderwerk gemacht.
Und ich habe den Vertikalmast hier wirklich auf längeren Touren geprüft; ich komme immer noch gut vom Sitzen aus an die Technik. Und die neue Wartungsluke macht es wirklich viel einfacher als früher.
Ich bemühe mich, auf Wünsche und Skepsis einzugehen.
 

Jag

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Ich persönlich habe solche Maßnahmen wie die angebotene Vertikal-Abstützung nicht für notwendig gehalten, da ich nicht davon überzeugt bin, dass sie für mehr als 10 % der Fahrer notwendig gewesen wäre.
Ich selbst hab bei meinem Mk3-Glasmilan auch noch keine Weichheit bemerkt. Um so erstaunlicher fand ich besagtes Video. Wahrscheinlich bemerkt man das nur, wenn man es filmt. (Mich würde mal interessieren, ob Rennräder sich auch ähnlich verbiegen, oder ob das Phenomen bauartbedingt dort nicht existiert.)
 

Jens Buckbesch

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Was es so alles gibt....Bodenholmsystem
Zur Erläuterung hier zusammen mit Schwinge, Umlenkrollenkasten und Horizontalschott, Lose zusammengelegt und noch ohne endgültigen Beschnitt. Der Umlenkrollenkasten ist auch noch nicht gefinisht. Die grünen Platten sind die Stapelplatten für die Sitzneigungsverstellung.
 

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Rennräder sich auch ähnlich verbiegen,
Wenn Du sehen würdest wie die sich im Wiegetritt den Berg hoch verbiegen, dann würdest Du wenn Du etwas ängstlicher bist, so etwas nie wieder machen. Ich glaube es gibt auch Fertigungstoleranzen bei dem Mast, mein Mast hat klar einen kleineren Ausschlag, etwa wie auf dem Video von DD.
 
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Zur Erläuterung hier zusammen mit Schwinge, Umlenkrollenkasten und Horizontalschott
Warum kann das Bodenholmsystem, der Umlenkrollenkasten und die Sitzabstützung nicht als ein komplettes Teil, evtl. auch noch mit Verbindung zum hinteren Radkasten ausgeführt werden? Stellen die Klebeverbindungen nicht per se Schwachstellen und Herausforderungen für den exakten Einbau dar?
Ansonsten schön zu sehen, dass es weiter geht!
 
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Zur Erläuterung hier zusammen mit Schwinge, Umlenkrollenkasten und Horizontalschott, Lose zusammengelegt und noch ohne endgültigen Beschnitt. Der Umlenkrollenkasten ist auch noch nicht gefinisht. Die grünen Platten sind die Stapelplatten für die Sitzneigungsverstellung.
Warum nicht gleich den nächsten Schritt mitmachen und anstelle dem Edelstahl U-Profil Schwingenlager am Radkasten Karbonhalter a la A7 verwenden? Schön ist diese Neukonstruktion unter der Prämisse "Wiederverwendung bekannter Teile" einfach nicht.
 
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Zur Erläuterung hier zusammen mit Schwinge, Umlenkrollenkasten und Horizontalschott, Lose zusammengelegt und noch ohne endgültigen Beschnitt. Der Umlenkrollenkasten ist auch noch nicht gefinisht. Die grünen Platten sind die Stapelplatten für die Sitzneigungsverstellung.
Wie kommt man denn nun an die hintere Umlenkrolle ran?
 
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das Bodenholmsystem
sieht nach klassischem Blechkonstruktionsprinzip aus. Kann man sicher so machen. Widersprüchlich ist für mich als Karbon-Laie, dass das A7 ohne jegliche Längsverstrebung und mini-Kettentunneltiefe zwischen beiden Brücken auskommt und am MK7 soviel "gestrebt" wird bzw werden muss? Ist der Boden vom A7 soviel stärker belegt oder können jetzt am Milan 2 Lagen entfallen?
 
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Wie soll denn in diesem Kasten eine Umlenkrolle installiert werden, wenn der Kasten aufgesägt, dass eine 100mm Rolle reinpasst ists ja kein Kasten mehr.
Außerdem, der Sitz kippt den Kasten nach hinten, die Umlenkrolle zieht nach oben, beides ein Moment in die gleiche Richtung und alles stützt sich nur am relativ weichen Unterboden ab :unsure: . Macht aus meiner Sicht keinen Sinn.
 

Jens Buckbesch

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Warum kann das Bodenholmsystem, der Umlenkrollenkasten und die Sitzabstützung nicht als ein komplettes Teil, evtl. auch noch mit Verbindung zum hinteren Radkasten ausgeführt werden? Stellen die Klebeverbindungen nicht per se Schwachstellen und Herausforderungen für den exakten Einbau dar?
hi,
es sind jetzt 2 Teile, Umlenkrollenkasten und Sitzabstützung sind ja ein Modul, und das andere ist das Holmsystem. Der hintere Querholm soll nicht unterbrochen werden (bis auf Kettendurchführung natürlich) durch die nach oben aufbauende Sitzabstützung. Es ist zwar einfacher, alles in einem Stück zu machen, aber instabiler. Die Huckepackverklebung des Umlenkrollenkastens auf dem Querholm ist sehr steif und stabil und kann mühelos die Sitzkräfte und Umlenkrollenkräfte aufnehmen.
 

Jens Buckbesch

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MK7 soviel "gestrebt" wird bzw werden muss?
Beim Milan kann man ja den Sitz einfach entnehmen und er ist ganz anders aufgehängt als in anderen Velomobilen. Er ist ja nicht wie eine Hängematte aufgehängt sondern liegt auf dem Unterboden auf. Das nicht nur wegen der leichten Herausnehmbarkeit, sondern auch aus Sicherheitsgründen: es ist bei Auffahrunfällen von hinten sehr vorteilhaft, wenn der Sitz hinten nicht oben in Genickhöhe aufgehängt ist , sondern weiter unten . Ich bei einigen solchen Unfällen gesehen, dass der Fahrer so viel besser geschützt ist. Der Milansitz ist ja auch " selbsttragend", d.h. er hat 2 stabile Holme auf der Rückseite. Dadurch werden bei einem Heckaufprall die Kräfte gut verteilt. Für diese Sitzlagerung braucht es die stabile Querstrebe hinten und die mit großer Klebefläche darauf verklebten Sitzabstützung. Diese Sicherheitskonzept hat sich gut bewährt und die Herausnehmbarkeit des Sitzes auch. Es wäre einfacher, den Sitz oben am Süllrand aufzuhängen und auf eine Sitzneigungsverstellung zu verzichten.
 

Jens Buckbesch

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anstelle dem Edelstahl U-Profil Schwingenlager am Radkasten Karbonhalter a la A7 verwenden?
Das Edelstahl U-Profil ist aber sehr funktional und es ist austauschbar. Der Karbonhalter a la A 7 ist ja praktisch jedes Mal ein Unikat und muss verklebt werden. Das Edelstahl-U-Profil prozess-sicherer in der Montage und das ist bei einem sicherheitsrelevanten Bauteil eher ein Vorteil. Wenn die Schwingenandeckung (Schaummatte) eingeklettet ist, sieht man das Profil auch nicht mehr.
 
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Das nicht nur wegen der leichten Herausnehmbarkeit, sondern auch aus Sicherheitsgründen: es ist bei Auffahrunfällen von hinten sehr vorteilhaft, wenn der Sitz hinten nicht oben in Genickhöhe aufgehängt ist , sondern weiter unten . Ich bei einigen solchen Unfällen gesehen, dass der Fahrer so viel besser geschützt ist. Der Milansitz ist ja auch " selbsttragend", d.h. er hat 2 stabile Holme auf der Rückseite. Dadurch werden bei einem Heckaufprall die Kräfte gut verteilt. Für diese Sitzlagerung braucht es die stabile Querstrebe hinten und die mit großer Klebefläche darauf verklebten Sitzabstützung. Diese Sicherheitskonzept hat sich gut bewährt und die Herausnehmbarkeit des Sitzes auch.
Das mit der Kraftverteilung beim Heckaufprall und dem Schutz des Fahrers, kann ich leider aus doppelter Erfahrung bestätigen.
 
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