Corona-Virus

Beiträge
3.157
Darin beschreibt er Symptome und Prävalenz von Long Covid und dass es in einer hohen Zahl an Fällen in ein "chronic-fatigue-syndrom" übergeht.
Das wird in der Therapie noch ätzend. CFS ist eh schon diffus - am ehesten Verbesserung durch sportliches Training unabhängig vom aktuellen gefühlten fitnesszustand, nämlich nach Plan - bei Long-Covid-CFS ist aber genau das Gegenteil ("pacing") angesagt. Tja, und dann diese beiden Versionen von einander noch unterscheiden ...
ich tippe, auf die Rentenversicherung kommt eine Welle von Erwerbsminderungsrenten-Anträgen zu.
 
Beiträge
1.101
Zuletzt bearbeitet:
Beiträge
897
Jürgen Habermas (Philosoph und Soziologe) hat in den aktuellen "Blätter für deutsche und internationale Politik" den Artikel ""Corona und der Schutz des Lebens. Zur Grundrechtsdebatte in der pandemischen Ausnahmesituation" geschrieben. Ein Stückchen davon ist hier kostenlos zu lesen. Nebenbei verortet er verdrängte Ängste bei den Corona-Leugnern. Worum es ihm geht:
Interessanterweise sind in den ermüdenden Talkshows über die immer wieder gleichen Corona-Themen zwei grundsätzliche Fragen nicht ausdrücklich zur Sprache gekommen, die den politischen Streit erst ins rechte Licht gerückt hätten – nämlich weder die Frage nach der eindeutigen Zielbestimmung der staatlichen Gesundheitspolitik noch die Frage nach dem Gewicht der medizinischen Expertise unter dem rechtlich relevanten Aspekt der Ausnahmesituation einer solchen Gesundheitskatastrophe.

Die staatlich verordneten Einschränkungen haben in der Theorie einen freiwilligen Charakter:
Der demokratische Rechtsstaat ist keine moralische Anstalt, sondern ein mit Mitteln des modernen Zwangrechts verfasstes Gemeinwesen. Es gehört zum intrinsischen Sinn der rechtsstaatlichen Verfassung, dass sich die Bürger als individuelle Angehörige nach allgemeinen Gesetzen genau die Rechte gegenseitig zugestehen und legal gewährleisten, die den Kern ihrer jeweils eigenen subjektiven Freiheiten bilden. Dies ist letztlich auch der Grund, warum die ungleichmäßig verteilten Einschränkungen und Leistungen, mit denen der Staat in der Pandemie seine Bürger belastet, auch dann, wenn sie aus funktionalen Gründen verordnet werden müssen, von Haus aus den eigentümlichen Charakter eines freiwilligen Beitrags des Einzelnen zur kollektiven Bewältigung einer von allen befürworteten politischen Aufgabe behalten! Am intrinsisch freiwilligen Charakter dieser Leistung ändert die Hülle des Rechtszwangs, in die der erwartete Solidarbeitrag eingekleidet wird, nichts. [...] Die Aporie zwischen Rechtszwang und Solidarität ergibt sich daraus, dass in der Pandemie eine in der Verfassung selbst angelegte Spannung zwischen den beiden tragenden Verfassungsprinzipien aufbricht – zwischen der Volkssouveränität einerseits und der Herrschaft der Gesetze, die subjektive Freiheiten gleichmäßig gewährleistet, andererseits.[...]

Ansonsten brauchen Bürger vertrauen in die Regierung:
müssen freilich die Bürger auf die Stabilität der Verfassung vertrauen dürfen – also darauf, dass die Regierung das gesundheitspolitisch begründete Regime der gesetzlich verordneten Solidaritätsleistungen nicht über die aktuelle Gefahrensituation hinaus verstetigt; denn in der komplementären Ergänzung und gegenseitige Stabilisierung der beiden Verfassungsprinzipien liegt das Geheimnis jenes demokratischen Rechtsstaates, der durch politische Vergemeinschaftung der Bürger zugleich deren Individualisierung ermöglicht.
 
Beiträge
12.763
Donnerwetter. Hat lang genug gedauert. Der Artikel ist bestellt, danke für den Hinweis.
Wegen ihres rechtsradikalen Kerns sind die scheinliberal begründeten Proteste der Corona-Leugner gegen die vermeintlich konspirativen Maßnahmen einer angeblich autoritären Regierung nicht nur ein Symptom für verdrängte Ängste, sondern Anzeichen für das wachsende Potential eines ganz neuen, in libertären Formen auftretenden Extremismus der Mitte, der uns noch länger beschäftigen wird.

Gruß
Christoph
 
Zuletzt bearbeitet:
Beiträge
11.378
Das heißt, dass die Impfe zu ~80% gegen Infektion sogar unter Clubbedingungen hilft.
Kannst Du so nicht sagen, weil es keine Kontrollgruppe an Ungeimpften gab. Wenn da anteilmäßig genausoviel erkrankt wären, wäre der Schutz 0.
Andererseits steht wieder nirgends, wieviele tatsächlich krank wurden und wer nur positiv getestet wurde - die Schutzwirkung betrachtet nur Erkrankte.
Auf die Infektion aufmerksam geworden seien die Betroffenen aufgrund milder Symptome oder durch eine Meldung ihrer Corona-Warn-App auf dem Smartphone.

Leider wird das der Unterhaltungsbranche trotzdem noch weiter zusetzen.
Um das hinzubekommen, müssen halt entweder weiter Masken getragen werden oder die Geimpften müssen sich auch für sowas testen lassen, bis wir soweit geimpft haben wie Dänemark und uns wie dort trauen, die Ungeschützten (Impfverweigerer, Nicht Impfbare und ohne Impfschutz mangels Immunsystem) nicht mehr zu schützen.

Gruß,

Tim
 
Beiträge
696
Beiträge
3.892
Um das hinzubekommen, müssen halt entweder weiter Masken getragen werden oder die Geimpften müssen sich auch für sowas testen lassen, bis wir soweit geimpft haben wie Dänemark und uns wie dort trauen, die Ungeschützten (Impfverweigerer, Nicht Impfbare und ohne Impfschutz mangels Immunsystem) nicht mehr zu schützen.
Habe mir wieder einen Schwung zugelegt.
Was diesen Fall betrifft: bisher keine Schummeleien mit falschen Urkunden aufgetreten (y)
 
Beiträge
3.892
Beiträge
2.307
Servus,
ich fand die Grafik von Christian Karagiannidis beeindruckend, der Impfquote (Erstimpfungen) und R-Wert der Bundesländer in Beziehung setzt:
E_U9vBEXoAQ5p8S


Spassige Randnotiz: Als neue Ausrede der Impfgegner ist zu 'Der Impfstoff ist zu neu, der ist noch nicht ausreichend erforscht' die Aussage 'Der Impfstoff ist zu alt, der wirkt ja nicht gegen die aktuellen Varianten' getreten. *facepalm*
 
Beiträge
384
Spassige Randnotiz: Als neue Ausrede der Impfgegner ist zu 'Der Impfstoff ist zu neu, der ist noch nicht ausreichend erforscht' die Aussage 'Der Impfstoff ist zu alt, der wirkt ja nicht gegen die aktuellen Varianten' getreten. *facepalm*
Für Beobachter der US-Politdiskurse ist dies seit 40 Jahren Alltagswahnsinn. Schade, dass der Mist hier nicht nur erfolgreich eingeführt wurde, sondern auch kultiviert wird. Auf der anderen Seite vom Atlantik sieht man, was das für Folgen hat. Unter anderem ist es einer der Sargnägel der Medienbranche.
 
Oben