Corona-Virus

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Das Risiko ist eher klein. Selbst bei einer anhaltenden Inzidenz von 1.000 (Infektionen pro Woche und 100.000 EW) dauert es zwei Jahre bis es alle mal hatten.
Das ist mir durchaus bewusst und deshalb habe ich mich ja auch so früh es mir möglich war impfen lassen. Es wird ja voraussichtlich langfristig bleiben und spätestens an dem Zeitpunkt an dem jeder die Möglichkeit hatte sich impfen zu lassen folgen wir wahrscheinlich dem bewährten Beispiel von UK. Dann werden die Inzidenzen ein paar Monate lang nicht bei 1000 zu halten sein bevor es irgendwann durch ist. Solange sollte man halt entweder (sehr) jung oder geimpft (oder besser beides sein). Letzteres konnte ich mir ja glücklicherweise aussuchen.
 
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Indien hat offiziell 414.000 Corona-Todesfälle vermeldet, das sind weltweit die drittmeisten nach den USA und Brasilien. Experten haben die Zahlen aus Neu Delhi aber seit Beginn der Pandemie angezweifelt. Dabei gingen sie großteils aber nicht von bewusster Falschinformation aus, sondern machten das völlig überforderte Gesundheitssystem des Landes verantwortlich.
India lacks an authoritative estimate of the death toll from the COVID-19 pandemic. We report excess mortality estimates from three different data sources from the pandemic’s start through June 2021. First, extrapolation of state-level civil registration from seven states suggests 3.4 million excess deaths. Second, applying international estimates of age-specific infection fatality rates (IFR) to Indian seroprevalence data implies a higher toll of around 4 million. Third, our analysis of the Consumer Pyramid Household Survey, a longitudinal panel of over 800,000 individuals across all states, yields an estimate of 4.9 million excess deaths. Each of these estimates has shortcomings and they also diverge in the pattern of deaths between the two waves of the pandemic. Estimating COVID-deaths with statistical confidence may prove elusive. But all estimates suggest that the death toll from the pandemic is likely to be an order of magnitude greater than the official count of 400,000; they also suggest that the first wave was more lethal than is believed. Understanding and engaging with the data-based estimates is necessary because in this horrific tragedy the counting— and the attendant accountability—will count for now but also the future.

Das ist das drei- bis vierfache der Zahlen des IHME, die aktuell etwa 1.170.000 Covid-19 Tote in Indien berechnen:

Offiziell sind es in Indien aktuell 414,657 Covid-19 Tote bei einer Bevölkerung von etwa 1.4 Milliarden Einwohnern.
 
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In einem sehr langen Twitter-Thread hat sich Céline Gounder mit der Frage der Notwendigkeit von Booster Shots (dritte Dosis) beschäftigt – auf einer Seite zu lesen hier. Ich habe nur mal das Fazit überflogen. Aktuell gibt es die Datenlage nicht her. Ausnahmen sieht sie bei J&J-Geimpften und Immunsupprimierten.

133/ How to summarize what this all means?

- We don’t yet have data to support additional or higher doses of COVID vaccine for the general public.

134/
- In making the case for a 3rd dose of its vaccine, Pfizer presented data from ongoing follow-up of phase III study participants to the White House COVID Response Team this week, but this data has yet to be shared publicly.

This data must be shared publicly.

135/ Based on the available data, some exceptions and groups in which I think an additional dose of COVID vaccine might be indicated include:

136/
- People who received the J&J vaccine, especially elderly persons who mount weaker immune responses to vaccination.
Why? The J&J vaccine offers less robust protection against the Beta & Delta variants.

137/
- Solid organ transplant recipients and other significantly immunosuppressed persons.
 
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Die offiziellen Angaben unterschätzen die Anzahl der Corona-Toten stark. Die Deutscher Welle nennt unter Berufung auf eine Studie eines ehem. Regierungsberaters einen Faltor 10 (!):

Coronavirus digest: India's COVID death toll 10x higher than official tally
daraus:
The study, published by Arvind Subramanian, the Indian government's former chief adviser, and two other researchers, shows that the number of people who died in excess between January 2020 and June 2021 could be between 3 million and 4.7 million.
Noch schlimmer ist die Situation in nicht so hoch entwickelten Ländern wie Mymar, das zudem noch unter den Folgen des Militärputsches leidet:

‘Everyone is dying’: Myanmar on the brink of decimation
- Durchseuchung der Hälfte der 55 M Einwohner in 3 Wochen erwartet
- 10 bis 15 M Tote vorhergesagt
- Krankenhäuser nehmen keine Patienten mehr auf
- keine FFP2 / N95 Masken erhältlich
- kein Sauerstoff.
- China verstärkt einen elektrifizierten Grenzzaun über 500 km

Gruß
Christoph
 
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Wobei deine Vergleichsbeispiele schlecht gewählt sind, weil sie (besonders im Fall von russisch Roulette) sehr ernste und oft tödliche Konsequenzen nach sich ziehen. Eine Coronainfektion ist in den allermeisten Fällen nach ein bis zwei Wochen ausgestanden.
Das deckt sich nicht mit meiner Erfahrung aus dem Kundenkreis (medizinischer Bereich). Von einem Todesfall habe ich zum Glück nichts gehört, aber der große Teil derer mit denen ich geredet habe hatte Wochen danach noch Nachwirkungen - so fit wie vor der Infektion war keiner mehr, die Bandbreite ging von "Wandern/Bergtouren gehen gar nicht mehr seither" bis zu arbeitsunfähig oder "seit Wochen anhaltende Dauer-Migräne die sich nicht in den Griff kriegen lässt" (selbiger saß bei mir in der Schulung, vollgepumpt mit Opiaten und ist vor Schmerzen trotzdem regelmäßig fast vom Stuhl gekippt; junger Kerl <30 Jahre ohne Vorerkrankungen). Also nein, das eine Infektion in den allermeisten Fällen in 2 Wochen ausgestanden ist bezweifle ich leider aus Erfahrung...
 
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Ich arbeite ja in der Euregio (also im Grenzgebiet .de <-> .nl mit sehr offenem und starkem Grenzverkehr.
Es ist hier schon krass zu sehen, wie dennoch die NPIs (bzw. deren "Lockerungen") das Infektionsgeschehen sehr eingegrenzt beeinflussen:
1626876955777.png
Den Grenzverlauf erkennt man zumindest deutlich. Sehr deutlich:oops:.
Mal schauen in welche Richtung sich das angleicht.

Gruß
Christoph
 
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@TimB wenn ich die aktuellen Belegungsdaten gegen die von Mitte April halte und in Relation zu den jeweiligen Inzidenzen setze komme ich etwa auf eine Reduktion um einen Faktor 10 was den Hospitalisierungsfaktor angeht. Also nur 1/10 der Hospitalisierung im Vergleich zum April. Wobei das aktuell so schnell ansteigt dass man gar nicht sagen kann in wie weit dieser Faktor aus der zeitlichen Verschiebung zwischen Infektion und Hospitalisierung oder aus einer tatsächlichen Reduktion aufgrund einer stärkeren Durchimpfung der älteren Bevölkerung resultiert. Genauer wird man das erst dann beziffern können, wenn der Anstieg irgendwann wieder abflacht und man sauber drüber integrieren kann.
 
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40 Prozent der britischen Corona-Patienten sind geimpft
bei 88 Prozent Geimpften (erste Dosis, wie bei den Krankenhauseinweisungen) Also: 60% aller Hospitalisierungen aus 12% des Bevökerung und 40% aus 88%. Spricht erst einmal für die Impfung, denn wenn ich das richtig überschlage, liegt da ungefähr ein Faktor von 10 zwischen. Und das, obwohl potenziell mehr "Risikopatienten" unter den Geimpften sind.
Das heißt nicht, dass man diesen Vorteil nicht auch verspielen könnte.

Gruß
Christoph
 
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wenn ich die aktuellen Belegungsdaten gegen die von Mitte April halte und in Relation zu den jeweiligen Inzidenzen setze komme ich etwa auf eine Reduktion um einen Faktor 10 was den Hospitalisierungsfaktor angeht.
Du denkst aber schon dran, daß die Belegung das widerspiegelt, was im 1-2 Monate bis 1-1.5 Wochen vor dem Stichtag an Neuinfektionen vorlag? Die Belegung also den Anstieg von Anfang Juni bis Anfang Juli beschreibt...

1626937396228.png

Deswegen nehme ich die Daten ab dem 30.6. ja mit dazu. Das ist alles vor dem großen Anstieg der Inzidenz.

Gruß,

Tim
 
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bei 88 Prozent Geimpften (erste Dosis, wie bei den Krankenhauseinweisungen) Also: 60% aller Hospitalisierungen aus 12% des Bevökerung und 40% aus 88%. Spricht erst einmal für die Impfung, denn wenn ich das richtig überschlage, liegt da ungefähr ein Faktor von 10 zwischen. Und das, obwohl potenziell mehr "Risikopatienten" unter den Geimpften sind.

Es sind nur 68% erstgeimpft, Zweitimpfung nur 53%. Spricht natürlich nicht gegen die Impfung, aber ich frage mich, warum selbst unser ÖR diesen Rechentrick aus UK übernimmt und nicht hinterfragt.
 
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Es sind nur 68% erstgeimpft, Zweitimpfung nur 53%. Spricht natürlich nicht gegen die Impfung, aber ich frage mich, warum selbst unser ÖR diesen Rechentrick aus UK übernimmt und nicht hinterfragt.
Die Begründung war, dass unter 18 Jährige bei den Hospitalisierungen keine Rolle spielen.
Du hast Recht, der Tegesspiegel hätte darauf hinweisen sollen.
Mich würde auch der Anteil der doppelt Geimpften interessieren.

Gruß
Christoph
 
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