Corona-Virus

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Hoffentlich tun sie uns und der Welt den Gefallen und bauen einen schönen hohen Zaun um sich herum.

Grenze zu Österreich dicht gemacht hat [...] hirnloser populistischer Schwachsinn!
Nanana. Man kann ja aus entgegenstehenden Gründen die Offenhaltung von Grenzen befürworten, aber daß Mobilitätseinschränkungen JEDER Art JEDEN Krankheitserreger in seiner Ausbreitung hemmen, ist doch nun seit den Zeiten der Beulenpest eine Binsenwahrheit. Je kleiner die isolierten Einheiten, desto gehemmter die Ausbreitung.

Natürlich könnte man genauso die Meridiane des Gradnetzes der Erde oder die Seitenränder eines Deutschlandatlas als Mobilitätseinschränkungsgrenzen nehmen wie die politischen Ländergrenzen, aber die Ländergrenzen gibt es nunmal bereits, das ist doch eine total praktische Sache, für sowas sind Grenzen doch unter Anderem erfunden worden.
 

JKL

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Aber diese Relationen sind doch das Wesentliche, um überhaupt eine sinnvolle Einordnung der Positivzahlen betreiben zu können, ansonsten ist das doch stochern im Nebel (so kommt´s mir auch manchmal vor).
Hmm, ich wüsste jetzt nicht was ich mit der Anzahl der gebrauten Tests sinnvolles anfangen könnte, ausser vielleicht wieviel Leute unnötig einen Test gemacht haben.

Ich habe versucht, über die Verstorbenen eine Dunkelziffer auszurechnen ... klappt nicht -> junge Leute sterben nicht so schnell an C , haben aber bleibene Schäden.

Ja, wir stochern im Nebel, aber selbst wenn wir alle Einwohner D am selben Tag testen (was einfach nicht möglich ist), fallen immer noch die, die sich vor <4 Tagen angesteckt haben durchs Raster und die stecken wieder Andere an.

Ich weiß nicht was wir mehr tun können, als in die Glaskugel schauen und hoffen, dass es bis zu einer Impfung ruhig bleibt.
Ich bin kein Merkel-Fan, aber hier macht sie, meiner Meinung nach, alles richtig.


Gruß Jörg
 
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... an den lancet gerichtetes Schreiben, in dem Bedenken bzgl. der Studie zum russischen Impfstoff Sputnik V geäußert werden....
u.a. wird Skepsis geäußert, dass die dort angegebenen Werte in dieser Form tatsächlich in der Studie so gemessen wurden.
 
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Gibt es inzwischen eigentlich eine gültige Definition wann ein Lockdown ausgerufen wird?
Reicht X Neuinfektionen/Tag? Oder müssen noch Y Krankenhausaufnahmen dazu kommen? Evt noch gekoppelt an Z Verstorbene?
Hat es dazu eine Neubewertung gegeben oder wird das immer noch auf Bauchgefühl von Politikern entschieden?
 
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Servus,

ich habe mir heut abend das NDR Corona Virus Update #56 angehört. Ich war überrascht, wie heftig der Drosten zu Beginn des Podcasts über das Statement (ich glaube, das hier) des Netzwerks Evidenzbasierter Medizin herzieht, die waren mir im Vorfeld kaum aufgefallen.

Morgen noch mal in Ruhe anhören, hoffentlich mit weniger Geräuschen eng überholender Autos,

Rainaari
 
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Ich hab noch nicht reingehört, aber mir mal die Stellungnahme des EBM-Netzwerks durchgelesen. Einige der Kritikpunkte an getroffenen Maßnahmen (nicht durch den Pandemieverlauf gerechtfertigt, keine parallele Beobachtung) klingen vernünftig. Die Frage nach der Bedeutung der berichteten Zahlen hat @Andreas Seilinger gerade auch wieder so ähnlich hier im Thread gestellt.
Vom Zenit der Pandemie zu sprechen finde ich allerdings etwas verfrüht, denn das impliziert Wissen aus der Zukunft. Außerdem werden da als Ergebnis eines Ringversuchs 98,6% Spezifität für den PCR-Test angegeben - mit so einem Test wären die vom RKI berichteten Testergebnisse gar nicht möglich, denn die lagen in KW 27-29 unterhalb des angegebenen Konfidenzintervalls.
 
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Für mich ist es wirklich spannend zu sehen, wie in Deutschland weitere Lockerungen durchgesetzt werden (Stadien, Hallen) und meine Kollegen in Spanien, Frankreich, England , Tschechien und auch Östereich genau das Gegenteil erleben, es wird nicht uninteressant zu verfolgen, ob die Zahlen weiterhin unter Kontrolle bleiben. Ich kann die Details nicht wirklich bewerten, aber zumindest die Sterbezahlen (z. Bsp WHO weekly bulletin) erscheinen das möglich zu machen.

Entscheidend wird vermutlich auch die Kapazität der Gesundheitsämter sein, und die allgemeine Disziplin. Und ich habe die Hoffnung, das die bei uns gar nicht so schlecht ist.
 
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In der Stellungnahme des EBM-Netzwerkes wird, wenn ich es nicht überlesen habe, an genau 0 Stellen auf nicht-letale Folgen eingegangen. Interessant.

Gibt es eigentlich schon brauchbare Studien, welche belegen, dass Covid-19 überhaupt kein Problem darstellt, sofern man es überlebt?

Bekannt ist ja, dass sich das deutsche Nationalteam der Amateurboxer komplett mit dem Coronavirus ansteckte. Hier wäre es mal äußerst interessant (und leicht nachvollziehbar), wie deren sportliche Karriere demnächst weitergehen wird. Wie viele werden noch in einem Jahr im Nationalteam sein?

Leider habe ich keine Ahnung, wo Ranglisten etc. aus dem Boxsport ersichtlich sind, eine kurze Recherche im Netz erbrachte mir nichts (nur die o.g. Meldung)
 
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ich habe mir heut abend das NDR Corona Virus Update #56 angehört. Ich war überrascht, wie heftig der Drosten zu Beginn des Podcasts über das Statement (ich glaube, das hier) des Netzwerks Evidenzbasierter Medizin herzieht, die waren mir im Vorfeld kaum aufgefallen.
Anfangs dachte ich er kritisiert das nur ein wenig, aber dann legt er ja richtig los über das Netzwerk EbM herzuziehen. Aber das zeigt auch mal wieder, dass "evidenzbasiert" oft nur als Label und als Marketing gebraucht wird (wenn evidenzbasiert drauf steht, dann muss es ja stimmen). Ich hab von dem Netzwerk auch noch nichts gehört (was nichts heißen soll), konnte aber auch auf der Website nichts Greifbares finden für was sie eigentlich stehen – außer auch irgendwie wichtig sein zu wollen.
 
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Heute hat Bayern NRW in den kumulierten Zahlen überholt. :(
Und während andere Landkreise zumindest teilweise was dazu schreiben, wie und wo die hohen Fallzahlen entstanden sind, schweigt sich München dazu aus, wieso wir mit der 7-Tage-Inzidenz aktuell bei 45 liegen und gestern 169 neue Fälle hatten, betont aber, dass eine Überschreitung der 50-er Grenze selbstverständlich nicht bedeutet, dass automatisch wieder Beschränkungen eingeführt werden.

Immerhin weiß ich inzwischen, dass die Schule sich nach den Zahlen ihres Kreises richtet und ihr die Zahlen aus den evtl. abweichenden Wohnorten der Schüler egal sind.
 

dendrocopos

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Mal wieder zu Schweden und dessen "Sonderweg", hier ein recht eingehender Artikel in der FT (englisch) über die Strategie.
Klarster Kritikpunkt vielleicht dieser Graph:

(Relativ) viele Tote, aber wirtschaftlich auch nicht besser als die Nachbarn. Aber sicher, man kann auch anders: Viele Tote und wirtschaftlich katastrophal (yeah, Boris!).

Ansonsten gibt es, glaube ich, eine Art Konvergenz: Schweden hat vieles richtig gemacht und hätte mit heutigem Wissen einiges anders gemacht. Im Augenblick sieht es sogar gut aus. Aber die hohen Zahlen der Toten (bes. Ältere, in Altenheimen) gehen natürlich nicht zurück.
Das Hauptproblem war wohl, die Altenheime und Ältere zu Hause nicht schützen zu können; dass das sehr schwer sein würde, war aber auch voher relativ klar (schlechte Anstellungsbedingungen, Kranke schleppen sich zur Arbeit).
Dazu viel zu wenig Tests und keine Kontaktverfolgung (ist hier fast überall Aufgabe eines jeden Individuums).
 
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wieso wir mit der 7-Tage-Inzidenz aktuell bei 45 liegen und gestern 169 neue Fälle hatten
Geht das aus dem RKI-Dashboard nicht hervor?
Was - woher das kommt? Wie sich das als Summe aus den täglichen Zahlen ergibt, geht daraus hervor, wobei die von München selber genannten Zahlen (klick) etwas abweichen, vermutlich zeitlich anders abgegrenzt oder zugeordnet. Ich meinte Aussagen dazu, wie und wo sich die Leute angesteckt haben. Dazu finde ich bei anderen Gemeinden öfter Aussagen (Hochzeitsfeiern, Reiserückkehrer, oder in Garmisch-Partenkirchen eben die US-Soldatin), aber für München spucken mir Suchmaschinen nur jede Menge Zahlenangaben aus.
Wenn keine lokalisierten Ursachen genannt werden, weil sich keine feststellen lassen, dann spricht das für das Szenario "community spreading", und das mit diesen Raten in einer Großstadt finde ich nicht wirklich entspannend. Zumindest passt es zeitlich noch zum Szenario "Reiserückkehrer". Ich baue darauf, dass das Gesundheitsamt weiß, was zu tun ist.
 
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Frankreich:
[...] Auch die Zahl der Patienten, die ins Krankenhaus müssen, steigt unaufhörlich. Inzwischen hat die Zahl der täglichen Aufnahmen die Höchstwerte vom Frühjahr überschritten. Am Montag kamen in ganz Frankreich 545 Menschen mit schweren Symptomen ins Krankenhaus, am Dienstag waren es 642 Menschen. Damit ist die Zahl der Neuaufnahmen von täglich durchschnittlich 460 Kranken seit dem Ende des Lockdowns überschritten. Besonders schlimm wütet das Virus in Bordeaux und in Marseille. In den Krankenhäusern der beiden Städte werden die Intensivbetten knapp. [...]
Quelle:
Corona in Frankreich: Die volle Wucht der zweiten Welle
 
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...und hier mal ne steile These aus Schweden.
Anders Tegnell sagte heute in einem Interview:

Kurz zusammengefasst übersetzt:
Länder, die in den letzten Jahren eine niedrige Sterblichkeitsrate bei Grippe hatten, wie z.B. Schweden, werden dieses Jahr eine sehr hohe Übersterblichkeitsrate bei covid-19 aufweisen. Während diejenigen, die in den letzten beiden Wintern eine hohe Grippe-Sterblichkeitsrate hatten, wie beispielsweise Norwegen, eine relativ niedrige Covid-Sterblichkeit aufweisen. Der gleiche Trend wurde in mehreren Ländern beobachtet. Dies ist vielleicht nicht die ganze Erklärung, aber ein Teil davon, sagt er.

Laut Dagens Nyheter waren im vergangenen Jahr knapp 8.000 Menschen mit der saisonalen Grippe infiziert, zuvor waren es knapp 14.000 und in der Saison 2017–2018 waren es knapp über 20.000.

Wenn im Winter viele Menschen an der Grippe sterben, sterben im nächsten Sommer weniger Menschen während einer Hitzewelle. In diesem Fall war es Covid-19, bei dem viele starben, sagt Tegnell.

Schweden belegt in einem neuen Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO den 11. Platz unter den am schlimmsten betroffenen Ländern in Bezug auf Todesfälle bei Covid-19 pro Million Einwohner.

Der neue Bericht zeigt, dass ein starker Zusammenhang zwischen einer geringen Übersterblichkeit bei Influenza und einer hohen Übersterblichkeit bei Covid-19 besteht und umgekehrt, sagtTegnell.


Aha, und wenn wenige an Grippe sterben und es keine Hitzewelle gibt, werden alle vom bösen Wolf gefressen, oder wie?

Hier nochmal zur Veranschaulichung die Übersterblichkeit in Schweden diesen und vergangener Jahre:

Gruß
Geli
 
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Aha, und wenn wenige an Grippe sterben und es keine Hitzewelle gibt, werden alle vom bösen Wolf gefressen, oder wie?
Exakt. An irgendwas muss man sterben. Nur je später desto besser. Wer im Winter nicht an Grippe stirbt, noch ein schönes halbes Jahr hat und dann von einer Hitzewelle dahingerafft wird, hatte ein schönes halbes Jahr. Deshalb halte ich auch nichts von aufrechnen "so und so viel Verkehrstote sind uns egal und wegen Corona so ein Theater".

Weil sich das Risiko kumuliert, frühzeitig zu versterben. Ich will gesund alt werden.

Vor Wölfen habe ich eher keine Angst, ausser um meine Schafe. Auch hier gilt: Drei Schafe habe ich durch Verheddern im Zaun verloren, eins durch Clostridien. Noch keins durch den Wolf und eins ans Alter. Aber Zaun + Wolf + Clostridien gemeinsam könnten meine kleine Herde ziemlich dezimieren, bevor das einzelne Tier die Chance bekommt, an Altersschwäche zu sterben. Allerdings ist es auch absolut sicher, dass ein vom Wolf gerissenes Schaf keinerlei Risiko mehr hat, im Zaun zu versterben. Ist das dann gut?
 
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