Corona-Virus

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Die Aussage
Die allermeisten Neuinfektionen finden im privaten Umfeld statt
dürfte schlicht falsch sein.

Anderer Meinung ist der Epidemiologe Ralph Brinks am 10.1.21 im Deutschlandfunk:
ich würde tippen, dass wir hier gerade ein Indiz dafür bekommen, dass es nicht die Maßnahmen sind, die jetzt einen so starken Einfluss auf das Pandemiegeschehen haben. Denkbar wäre es eben, dass private oder familiäre Kontaktnetzwerke eine deutlich stärkere Rolle für die Verbreitung des Erregers spielen. Familiäre Kontakte lassen sich nicht beliebig verringern, besonders nicht, wenn es um räumlich beengte Wohnverhältnisse geht. Diese sozioökonomische Komponente, die ist im Verlauf der Pandemie ja auch in Deutschland sehr stark zutage getreten.
Quelle:
Soziale Kontakte in der Pandemie / Epidemiologe Brinks: Kaum vermeidbare Kontakte werden unterschätzt
 
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Die Aussagekraft dieser Tabelle dürfte somit stark verzerrt sein.
Die Aussage
Die allermeisten Neuinfektionen finden im privaten Umfeld statt
dürfte schlicht falsch sein.
dürfte schlicht falsch sein.
Das kann mMn wahrscheinlich keiner wirklich einschätzen - eine ernsthafte Kontaktverfolgung findet doch kaum (noch) statt - und selbst den ehemals getätigten Aussagen, ob nun Schulen, Gastronomie, Fussballspiele ÖPNV,… keine Hotspots / nicht wesentlich zur Inzidenz beitragen stehe und stand ich skeptisch gegenüber, weil sie i.d.R. Auf Grundlage spärlicher Informationen von Leuten mit konkreten Anliegen getätigt wurden.
 
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dürfte schlicht falsch sein.
Das kann mMn wahrscheinlich keiner wirklich einschätzen - eine ernsthafte Kontaktverfolgung findet doch kaum (noch) statt - und selbst den ehemals getätigten Aussagen, ob nun Schulen, Gastronomie, Fussballspiele ÖPNV,… keine Hotspots / nicht wesentlich zur Inzidenz beitragen stehe und stand ich skeptisch gegenüber, weil sie i.d.R. Auf Grundlage spärlicher Informationen von Leuten mit konkreten Anliegen getätigt wurden.
Nun ja, wenn ich mir die Entwicklung der Infektionszahlen bei uns in NL so ansehe (steigen sehr stark seit kurz nach Weihnachten) und dabei in Betracht ziehe, dass außer essentiellen Läden und seit einer Woche Schulen nichts offen ist (Sport im Freien darf auch seit einer Woche wieder für Jugendliche, bis 20.00h), dann drängt sich mir die Schlussfolgerung, dass private Kontakte und Arbeitskontakte (hier wird nur z.T. zu Hause gearbeitet - wesentlich weniger als 2020) anscheinend doch eine sehr große Rolle spielen, schon ein wenig auf. Was allerdings auch auffällt: Sowohl die Belegung der Krankenhausbetten als auch die der IC-Betten sinken seit Anfang Dezember kontinuierlich. Bisher haben die massiv steigenden Infektionszahlen keinerlei Einfluss auf die Pflege. Bei der Boosterkampagne haben wir auch endlich aufgeholt. Dementsprechend dürfen ab morgen nicht-essentielle Läden wieder bis 17.00h öffnen, die Universitäten und Fachhochschulen dürfen wieder öffnen und Kontaktberufe (z.B. Friseur) dürfen auch wieder öffnen bis 17.00h. Am 25.1. wird beschlossen, was mit Restaurationsbetrieben und Kultureinrichtungen passiert. Ich bin - wieder einmal - gespannt.
 
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Ein sehr guter Artikel von Sascha Lobo, der sich mit der sehr alten Problematik befasst, daß die Psyche des Menschen immer einen Schuldigen sucht - in der Coronapandemie trifft das jeden einmal.
Neben der Psyche spielt aber auch das gesellschaftliche Zusammenspiel eine Rolle, also auch die Soziologie fragen. Die FAZ hat einen Artikel dazu, dessen Hintergrund ist die Forschung von Heumann und Nachtwey. Die knüpfen an die Kritische Theorie von Adorno an (Analyse der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft, Herrschafts- und Unterdrückungsmechanismen). Die Ursachen der jetzigen Querdenker sind vermutlich schon älter, die Schlusssätze des FAZ-Artikel:
Deutet man ihre Entfremdung als das Resultat einer neoliberalen Prekarisierung der Lebensverhältnisse, so wäre zu fragen, ob die Gesellschaft dieses Potential sehenden Auges nicht selbst erzeugt hat. Sind die Impfgegner als Boomerang der Austeritätspolitik zu sehen und entziehen nun einer Gesellschaft die Solidarität, die diese ihnen lange zuvor entzogen hatte?
Quelle (€):
Aufstand der Entfremdeten
Nach einer Studie sind die neueren Protestbewegungen das Produkt einer neurotisch verzerrten Skepsis.
 
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Das gestrige 'Technical briefing' der 'UK Health Security Agency' enthält aktualisierte Zeitreihem zur Wirksamkeit von Impfstoffen.
2 Impfungen verlieren nach 1/2 Jahr die Wirksamkeit gegen symptomatische Infektionen mit Omikron, >10 Wochen nach der 3. Impfung liegt der Schutz immerhin noch etwa auf Influenza - Niveau.
IMG_20220115_113337.jpg
im Bezug auf Hospitalisierungen ist der Schutz höher: mehr als 10 Wochen nach der 3. Impfung > 80%.
IMG_20220115_113834.jpg Die Infektionen der stark exponierten und früh (dritt)geimpften Angestellten im Gesundheitswesen steigt -bei sinkenden Testzahlen- stark:
IMG_20220115_113603.jpg
 
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Danke für den Hinweis.
Darin gibt es einen Verweis auf eine Studie zum Einfluss anthroposophischen Gedankenguts im Milieu der Impfverweigerer mit dem Titel „Quellendes «Querdenkertums». EinepolitischeSoziologie derCorona-Protestein Baden-Württemberg“ ohne Bezahlschranke.

Der "Executive Summary" (bis auf die Überschrift auf Deutsch) ist interessant, der gesamte Artikel ist mir zu viel. Daraus:
sehenwir[... ]eineihrerQuellenimmittlerweilemodernisierten und in seiner Kohärenz verschwundenenAlternativmilieu.Esführtaber keindirekterWegvom(ehemaligen)linksal- ternativenMilieu zum „Querdenkertum“im 21. Jahrhundert. Es handelt sich gerade um dieTransformationdiesesMilieus,indervon denlinkenPolitikformenundlinkenWerten wie Solidarität und Gleichheit im Grunde nichtsmehrübrigist.Gebliebensindvorallem Lebensstile der Körperpolitik und der Selbstverwirklichung,dieIdeederGanzheit- lichkeit,häufig(abernichtimmer)einespirituelle und vor allem anthroposophische ÜberzeugungundeinlibertäresFreiheitsverständnis.
Neues Wort gelernt:
"conspirituality"
 
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Mal 'ne Frage ...
Bei den Erst-(J&J)/Zweitimpfungen gibt es ja (bundesweit?) die 2-Wochen-Frist, bis sie "gültig" ist, sowohl rechtlich, als auch faktisch, bis im Körper der Impfschutz halbwegs aufgebaut ist.
Wie ist das beim Boostern? Rechtlich scheint sie sofort gültig?
Wie sieht es aus medizinischer Perspektive aus bzgl. Frist bis zu einer Wirksamkeit?
 
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Ich habe mal wieder durch Zufall was zu Longcovid gefunden, was uns sicherlich noch länger begleiten wird.

Untersuchungen aus USA+GB zeigen
Myokarditis-Risiko nach SARS-CoV-2-Infektion höher als nach Impfung
Die deutsche Beschreibung zur Untersuchung ist verlinkt in Oxford und Ohio . Interessant ist, falls jemand tiefer recherchieren möchte, das diverse Leistungssportler und "Freizeitsportler" davon betroffen sind.

Speziell zu Longcovid gibt es sehr viele fachliche Beschreibungen und entsprechende wissenschaftliche Hinweise, jedoch fand ich kaum (siehe oben) wissenschaftlich belastbare Studien. Auffällig ist die Zunahme von Diabetes bei Kindern nach Covid. Da es sich um eine Multiorganerkrankung handelt sind weitere Folgeerkrankungen/ Krankheitsfolgen im Fokus, die ich nicht weiter auflisten möchte.

Es ist zu vermuten (dazu gibt es sehr wenig Bestätigungen, weil der Fokus auf den Infektionsverlauf gerichtet ist), das Impfen auch die Wahrscheinlichkeit dieser Spätfolgen minimiert (eine fachliche Ergänzung ist dazu erwünscht).

PS.: Das Phänomen, das Ungeimpfte über das Wasser gehen können scheint sich nur auf Tennisspielern zu beschränken :LOL: und Anwohnern des Schwarzen Meeres
 
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Interview mit Drosten im Tagesspiegel:

Was wäre hier ein konkretes, realistisches Szenario für 2022?
Im nächsten Winter rechne ich noch einmal mit einer starken Inzidenz-Erhöhung. Und wir werden wohl auch wieder Masken tragen müssen in Innenräumen, weil der Übertragungsschutz noch einmal ein wenig sinken wird und die Vulnerablen in der Bevölkerung geschützt werden müssen, besonders die alten Geimpften und die Ungeimpften jeden Alters. Wirklich ins Gewicht fallende Einschränkungen werden aber wahrscheinlich nicht mehr nötig sein.
[...]
Werden wir jemals wieder so leben wie vor der Pandemie?
Ja, absolut. Da bin ich mir komplett sicher. Ich glaube aber, ein paar Sachen werden bleiben. Wir werden noch ein paar Jahre lang Masken in bestimmten Situationen tragen müssen. Das wird weiter nerven.
 
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Untersuchungen aus USA+GB zeigen Myokarditis-Risiko nach SARS-CoV-2-Infektion höher als nach Impfung

Hat ja auch so den ein oder anderen Fussballprofi erwischt...

Bevor ICH mich mit Corona infiziere, möchte ich gerne mehr über die Langzeitfolgen wissen....

Ironiebutton aus.

Das kann natürlich täuschen, aber bei der Anzahl mehrfach erkrankter Fussballprofis kann man schon darüber nachdenken, ob der (Profi-) spielbetrieb nicht doch zu riskant war /ist, bzw., das Rumgondeln durch die Weltgeschichte. Und wenn ich mich an die (nichtvorhandene) Konsequenz erinnere, mit der Verantwortliche z. B. zur Zeit der ersten Spiele im Lockdown die Regularien eingehalten haben, wundert's mich auch irgenwie gar nicht....
 
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Das kann natürlich täuschen, aber bei der Anzahl mehrfach erkrankter Fussballprofis kann man schon darüber nachdenken, ob der (Profi-) spielbetrieb nicht doch zu riskant war /ist, bzw., das Rumgondeln durch die Weltgeschichte. Und wenn ich mich an die (nichtvorhandene) Konsequenz erinnere, mit der Verantwortliche z. B. zur Zeit der ersten Spiele im Lockdown die Regularien eingehalten haben, wundert's mich auch irgenwie gar nicht....

Da geht es ja nicht um riskant oder nicht, sondern vor allem um sehr viel Geld. Und das zählt mehr als andere Dinge, hat man ja während der Pandemie schon öfters erkennen können.
Allerdings habe ich in meinem Umfeld auch bereits einige Fälle der mehrfachen Infektion, leider unabhängig von der Impfung.
 
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