Brevet-Berichte 2019

Dieses Thema im Forum "Treffen, Rennen und Veranstaltungen" wurde erstellt von Radwunschmeister, 03.01.2019.

  1. Radwunschmeister

    Radwunschmeister

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    600 Km Brevet "AhrGro" des Audax Club Schleswig-Holstein

    Nachdem der 600er Brevet unseres Vereins über ein Jahrzehnt lang immer aus einer länglichen Schleife rechts und links entlang der Elbe bis nach Brandenburg/Havel bestanden hatte, war es nun an der Zeit für etwas Neues.
    Unser 1. Vorsitzender Jochen hatte bei einer Reise durch die Niederlande im letzten Jahr u.a. Groningen besucht und sich gedacht, dass man dort ja auch mit dem Rad hinfahren könnte. Es wurde eine Strecke ausgetüftelt und Mitte Februar diesen Jahres Abschnitte davon zusammen mit unserer 2. Vorsitzenden Anja abgeradelt:
    https://audaxclub-sh.de/2019/02/17/vorfruehling-im-februar/

    Am 23.06.'19 hat nun die Premiere des neuen Brevets stattgefunden:
    - gegen 06 Uhr machte sich ein kleines Grüppchen von zunächst 6 Randonneuren von Ahrensburg auf den Weg. Zunächst ging es auf kleinen und mittelgrossen Straßen via Volksdorf, Mellingstedt und Glashütte Richtung Westen.
    Auf diesem z.T. noch recht dörflichen Abschnitt gab es unterwegs auch die ein oder andere kurze Passage mit Kopfsteinpflaster, aber bei einer Länge von ca. 20-50 m war das kein wirklicher Grund für größere Umwege.
    Kurz vor Norderstedt probierte ich einen ersten Ausreißversuch und traf am Stadtrand auf Anja, die dort auf uns gewartet hatte, um uns ein Stück weit zu begleiten. Durch die nun folgendenden zahlreichen Ampeln konnten auch die mir im geringen Abstand folgenden übrigen Teilnehmer wieder aufschliessen.

    Über Hasloh und die Wulfsmühle ging der Track auf nun grösseren Straßen nach Kummerfeld und weiter Richtung Elmshorn, wo ich endlich die vorteilhafte Aerodynamik meines VMs ausspielen und die RR sowie meinen Vereinskollegen Björn auf dem Highracer hinter mir zurücklassen konnte. Es folgten erneut kleine Dörfchen wie Kiebitzreihe, Siethwende und Sommerland, bevor wir in Richtung des gerade am Wochenende zuvor zu den Matjestagen von mir besuchten Glückstadt abbogen. Als ich dort am Anleger auf die nächste Fähre wartete, stießen auch meine Vereinskameradin Inge und mein Vereinskamerad Ludger zu mir. Diese waren um die gleiche Zeit von Neumünster aus gestartet und direkt Richtung Glückstadt geradelt. Kurz bevor diese Fähre abgelegte, schafften es auch die übrigen Teilnehmer unseres Brevets noch mit an Bord. Vom Ufer aus winkte uns Anja zum Abschied, die hier wieder Richtung Heimat umgedreht hat. Einige Teilnehmer eines Itzehoer Gesangsvereins, deren Kleinbus sich ebenfalls an Bord der Fähre befand, interessierten sich lebhaft für mein Gefährt und unser Unterfangen.

    Von Wischhafen verlief die Route weiter über die B495. Kurz vor Hemmoor querten wir die Oste und einige eiszeitliche
    Endmoränen stellten sich uns in den Weg. Diese waren jedoch eher lang und flach, ergo mit dem VM gut zu bewältigen.
    Dabei versuchte ich unsere Gruppe mit meinem VM nach hinten abzuschirmen, was aber nicht wirklich vonnöten war, da die uns passierenden Autos entweder geduldig warteten oder uns im grosszügigen Abstand passierten.
    Das gefahrene Tempo von über 30 Km/h war unseren beiden auswärtigen Gästen auf die Dauer zu hoch, daher ließen diese einer nach dem anderen abreißen. Irgendwo hinter Lamstedt wollte ich dann den Schwung mitnehmen, um fliessend über ein Hügelchen zu kommen, und setzte mich daher erneut von der Gruppe ab. In Langeln ging es rechts von der B495 ab und die Straße wurde zunehmend kleiner und schlechter. Hier hatte Jochen mittels Wegpunkten einen Gefahrenabschnitt markiert, denn das letzte Stück (ca. 200 m) der Grossenhainer Straße besteht nur aus Schotter.
    Ich hatte zunächst ein recht hohes Tempo drauf. Als jedoch mein Heck dazu ansetzte, mich zu überholen, griff ich herzhaft in die Bremse. Noch einen seitlichen Überschlag wollte ich nicht erleben.
    Wie ich später auf der Karte gesehen habe, kann man dieses Stück z.B. via Ebersdorf, Heinschenwalde und Köhlen umfahren.

    Es folgten Lunestedt und Hagen im Bremischen, bevor wir alle, wieder vereint, in Sandstedt die nächste Fähre über die Weser erreichten. In Brake trennte sich Jochen von der Gruppe, da er von dort mit dem Zug wieder nach Hause zurück fahren wollte. Ich setzte mich bei der Gelegenheit erneut ab. Dennoch überholte mich das Grüppchen Renn- u. Liegeradfahrer unterwegs, da wir verschiedene Ansätze hatten, um nach der Umgehung der Ortsmitte von Brake wieder auf den Track zurückzufinden. Das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen und bin ihnen ein weiteres Mal davongefahren.

    In Apen entschied ich mich bei etwa Km 200 an einem Supermarkt zu einer längeren Pause. Kaum war ich vom Einkaufen wieder draussen, rauschten meine Verfolger/in erneut an mir vorbei. Erst in Leer würde ich die Kameraden/in wiedersehen, wo sie in einem Café eine Auszeit nahmen. Ich sagte kurz Hallo und setzte meinen Weg alleine fort. Die langen und geraden Strassen in Ostfriesland sind wie prädestiniert für ein Velomobil und das nutzte ich leidlich aus. Ich passierte Weener und Bunde und überquerte kurz darauf bei Nieuweschans die (unsichtbare) Grenze in die Niederlande. Unsere Strecke führte mich weiter auf kleinen Strassen via Scheemda und Slochteren. Die dortige Führung des Radverkehrs erfolgt meist auf Schutzstreifen, so daß ich die wenigen Abschnitte auf getrennt verlaufenden Radwegen ignorierte und auf der Strasse weiterfuhr. Überraschenderweise wurde das von den Autofahrern toleriert. Die strassenbegleitenden Radwege waren aber auch häufig schmaler als mein VM, und diese wurden selbst in Gegenrichtung von Motorrollern benutzt, was mich in meinem Verhalten bestärkte.

    Endlich näherte ich mich unserem Ziel Groningen aus nordöstlicher Richtung und schlug mich auf zunehmend voller werdenden Radwegen Richtung Zentrum und Rathaus durch. Dort war der einzige Stempel gefragt bzw. alternativ ein Foto des Febo-Automatenrestaurants aufzunehmen. Ich drehte auf der Suche danach schiebend eine kleine Runde durch die Fussgängerzone, fand jedoch nichts, wo ich ersteres erlangen konnte. Als ich wieder auf dem grossen Markt gelandet war, trafen auch meine Vereinskameraden/in und der sie begleitende RR Gerrit vom FC St. Pauli an der Touristinformation ein. Ich schilderte ihnen das Dilemma und Inge sprach daraufhin spontan einen dort auf den Stufen sitzenden Touristen an, um ein Foto von uns allen machen zu lassen. Nach einer Viertelstunde begaben wir uns wieder auf den Rückweg, ich verlor das Grüppchen im dichten Fußgängerverkehr jedoch schon nach 100 m erneut, da ich mich im VM nicht so schnell durch selbige schlängeln konnte bzw. wollte.

    An etlichen kleinen Schiffswerften vorbei folgte ich der Route via Sappermeer und Scheemda Richtung Deutscher Grenze. Unterwegs begegnete ich unseren beiden Nachzüglern und überholte unser RR-Pärchen Inge&Ludger.
    An einem holländischen Aldi-Markt trafen wir Schnellen uns alle wieder, um Vorräte und Wasser für die Nachtfahrt zu bunkern. Es folgte das alte Spiel, mal waren sie vorn, mal ich. Zwischen Westerstede und Oldenburg machte ich bei Km 400 erneut eine größere Pause, um den aus dem Supermarkt auf dem Hinweg besorgten Nudelsalat zu essen.

    An der Weser-Fähre in Berne traf ich Björn auf seinem Performer Highracer. Er hatte unterwegs seinen Mitfahrer Gerrit verloren, den die Hitze und das hohe Tempo des Tages wohl stärker geschafft hatten, als gedacht, und welcher sich daher entschieden hatte, fortan alleine und langsamer weiterzufahren.
    Björn und ich sind über die Jahre ebenfalls viele Brevets zusammen gefahren, daher ergab es sich von selbst, dass wir nun die restliche Strecke gemeinsam zurücklegen würden. Da auch Björn zwischen 03 und 04 Uhr morgens der Schlaf zu übermannen drohte, legten wir uns kurz hinter Zeven auf einem Parkplatz für eine halbe Stunde aufs Ohr.

    Ein letztes Ungemach bedeutete die Sperrung der Kattwyk-Hubbrücke in Moorburg, so daß wir nicht durch den Hafen, sondern über Harburg und Wilhelmsburg unseren Weg nach Hamburg hinein nehmen mussten. Zum Glück waren wir mit unseren Ortskenntnissen hier im Vorteil. Die letzten Km zurück nach Ahrensburg waren meist ruhige Nebenstrassen und selbst der 4-spurige Berner Heerweg war Sonntag morgens entspannt zu fahren. Kurz nach Acht Uhr klingelten wir in Ahrensburg an Jochens Haustür und wurden freundlich zu einem sehr willkommenen Becher Kaffee bzw. Tee eingeladen. Dort am Tisch merkte ich ebenfalls, wie mich zunehmend die Müdigkeit überfiel.
    Aus diesem Grund drängte ich nach anderthalb Stunden wieder zum Aufbruch.
    Nachdem ich fast 700 Km hinter mich gebracht hatte, stand ich gegen 12 Uhr mittag endlich wieder bei mir zu Hause auf der Matte. Ich war erschöpft, aber begeistert. Diese tolle Strecke kann ich jedem empfehlen, der es mit einem relativ leichten 600er probieren möchte.
    Hier finden sich auch noch ein paar Impressionen dazu:
    https://audaxclub-sh.de/2019/06/26/premiere-geglueckt/

    Viele Grüße,
    Morten
     
    Zuletzt bearbeitet: 28.06.2019
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  2. flx

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    Wissend, dass dieser Bericht nicht viel Publikum finden wird, schreibe ich ihn exklusiv*** für euch. Ich lese hier nämlich auch immer gerne eure Berichte von Fahrten, die durch irgendwelche deutschen Mittelgebirgstäler, die ich wohl niemals sehen werde, führen. Daher schliesse ich einmal von mir auf andere und möchte euch ebenfalls teilhaben lassen an diesem 600er-Brevet, das für mich gestern früh um 7.20 Uhr bei einem gut gefüllten Teller mit Huhn-Gemüse-Reis seinen Abschluss fand.

    Brevet 600 "Camino del Diablo+ (THB)" von Audax Suisse, 27.-29. Juni

    Donnerstagabend um 18 Uhr standen nur 20 Teilnehmer am Start, ausser mir alles Rennradler (hier ist also noch Luft nach oben). Drei Teller Pasta und ein paar Aprikosenschnitten sollten reichen für die Nacht, die übrig gebliebenen Lücken füllte ich mit Flüssigkeiten aus. Da wir auf einen verspäteten Aspirant warteten, verzögerte sich die Abfahrt erst einmal. Aber die schnelle Truppe fing nach zehn Minuten an, unmutig mit den Hufen zu scharren und wollte los. Also gings ab, hinein in den schönen, lauen, gut 35 °C warmen Sommerabend.

    Diesmal habe ich mich auf eine Solofahrt eingestellt. Ich wollte unbedingt meinen eigenen Rhythmus fahren, ohne Rücksicht auf andere nehmen zu müssen und ohne selbst zu unangebrachtem Tempo verleitet zu werden. Ausserdem wäre mein langsamer Berggang bei den insgesamt 9500 Höhenmetern mit keinem Rennradler kompatibel gewesen.

    Bei leichtem Wind, der uns offensichtlich aus einem Heissluftgebläse entgegenkam, radelten wir dem südlichen Bodenseeufer entlang nach Osten. Kurz vor dem ersten Checkpoint bog ich spontan von der Route ab, da eine Schranke gerade schloss. Na gut, bald kam der nächste Übergang, und ich radelte kurz zurück zur Kontrolle, um die Testfrage zu beantworten.

    Auf der flachen Strecke bis Chur traf ich unterwegs immer wieder ein paar andere Teilnehmer. Auf dem Rheindamm sehe ich Rücklichter vor mir, die vielleicht fünf Kilometer oder weiter vor mir sind. Spät abends fange ich einen Bauern ab, der auf seinem 1930er-Damenrad zum Stall fährt und der mir den Wasserhahn zeigt. Dies war kein Ausflug, auf dem man sich eine mögliche Frischwasserquelle entgehen lassen sollte. Irgendwann hörte ich auf zu zählen, wie oft ich meine 1,5-Liter-Flasche füllen musste.

    Dennoch freute ich mich auf eine kalte Cola (trinke ich nur, wenn ich krank bin oder auf Brevets) in Landquart - leider kam ich zehn Minuten zu spät zu dem Laden. Aber ich wusste, dass der McDonald in Chur bis Mitternacht auf hat. Das war nicht weit, und kurz vor Schliessung war das kalte Gesöff und ein sog. Macflurry-Eisbecher genau das Richtige für mich. Zwei Kilometer vorher war mir ein grosser Nachtfalter in den Mund geflogen, der so ein staubiges Gefühl im Mund zurückliess, das weggespült sein wollte.

    Kurz später beginnt die (im Dunkeln nicht ganz so) malerische Rheinschlucht und anschliessend die lange Steigung zum Oberalppass. Inzwischen war die Temperatur ideal. Bald wurde es hell, und oben, auf 2000 Metern musste ich mir für die Abfahrt nach Andermatt doch tatsächlich ein dünnes Shirt überziehen.

    Am Checkpoint in Andermatt erwartete uns Speis und Trank - was für ein Luxus (für mich drei Teller Gerstensuppe)! @veloeler war auch dort (danke für den Support mit Pumpe & Zange, alles hielt danach); er kam extra mit einem kleinen Umweg vorbei. Mich zog es nach einer Stunde Pause aber weiter, damit ich für den folgenden Furkapass (2429 m) noch von der Morgenfrische profitieren konnte. Bei meinem ersten 600er-Brevet vor zwei Jahren hatte ich an diesen langen Rampen meine Krise - daher hatte ich jetzt Respekt und übte mich in Geduld und Zurückhaltung, bis ich schliesslich oben war. Aber hey, das lief gut diesmal!

    Gut waren auch meine Bremsen, wobei die hintere so klemmte, dass ich sie als Feststellbremse nutzen konnte. Das war auf Abfahrten beim einhändig Fotografieren sehr praktisch. Die Bremse jeweils wieder zu lösen, wurde schnell zur Routine - ich habe es ja nicht gern extra anstrengend. Jedesmal, wenn ein Schmelzwasserbach über die Fahrbahn floss, gab es eine angenehme Erfrischung von vorne und von unten. Nach dem Furka war der Grimselpass (2164 m) mit seinen sechs Serpentinen eine Kleinigkeit, und wieder rechtzeitig vor der zweistündigen Mittagspause des Dorfladens kam ich unten in Innertkirchen an. Kleiner Raubzug beim Kühlregal, kurze Pause, und frisch gestärkt gings ab in die Nachmittagshitze, die unerbittlich ihrem Höhepunkt zusteuerte.

    Beim Rollenlassen vor dem Zwischenstopp überschlug ich im Kopf ein paar Höhenmeter, Kilometer und Uhrzeiten und kam dabei zum Schluss, dass die fakultative Schleife über die Grosse Scheidegg (1962 m) zeitlich eigentlich drinliegen müsste. Also bog ich ab, schaltete zurück und fiel ein weiteres Mal ins Bergschneckentempo. Aber für diesen Pass lohnt sich immer ein Umweg und der Übergang ist sogar autofrei (abgesehen von der touristischen Buslinie und vereinzelten Subarus der Älpler).

    An der Kontrolle auf der Passhöhe musste ich erstmal rausfinden, wie man ein Selfie macht. Wie man die Vorderkamera nutzt, hatte ich noch gar nie geübt vorher ... Auf der Abfahrt nach Grindelwald qualmten die Bremsen, zu eng und steil ist das Strässchen. Wieder im Tal auf 500 m ü.M. brütete es inzwischen ordentlich. Es war etwa 17 Uhr, als ich den für mich letzten offenen Laden dieses Brevets passierte. Ich kaufte alle Fertigmilchreisbecher auf (vier Stück, einer davon als Reserve für später nachts), dazu ein Fertigmüesli, nochmals eine Cola und zwei Molkefruchtgetränke. Es gab auch an diesem Brevet Teilnehmer, die u.a. wegen Magenproblemen abbrachen. Ich stehe bei Brevets auf Milchreis ...

    Mein Vorteil war, dass ich den folgenden Streckenabschnitt gut kannte, er liegt quasi bei mir im Hinterhof. Einige der anderen meinten, sie hätten mit den grossen Pässen den kräfteraubenden Teil hinter sich - womit sie sich täuschten. Die Voralpenpässe sind auch ganz knackig, über Kilometer nicht asphaltiert und stellenweise gar nicht fahrbar. Ganz zu schweigen von den Viehdrähten und Klappgattern, die zu öffnen sind, wenn die Route über die Kuhweiden führt. Hängt beim Büffel selbst abends noch die Zunge raus, war es wirklich ein heisser Tag (s. Foto). Aber mit der Nacht folgte die angenehme Temperatur. Die beiden Tropennachtfahrten genoss ich sehr. Mit Steffen zusammen verleibte ich mir als letzten Pass den Glaubenbielenpass ein und er führte mich netterweise die 1100-Meter-Abfahrt hinunter.

    Jetzt lagen die Berge hinter mir, die restlichen flachen 180 Kilometer versprachen ein gemächliches Ausfahren bis ins Ziel. Gut, es kann einem immer etwas Unerwartetes unterkommen, aber bei mir lief alles glatt. Nur die Stadtdurchfahrten von Luzern und Zürich bringen einen etwas aus dem Rhythmus (Baustellen, unlogische Radwege, Spätheimkehrer, Radler ohne Licht, usw.). Für alle Fälle hatte ich einen Biwaksack dabei, damit ich mich überall komfortabel für ein Nickerchen hinlegen könnte, aber da auch diese Nacht so angenehm zum Fahren war und ich mich schon aufs Frühstück freute, blieb er ungenutzt.

    Im Ziel war dann nicht viel los, die ganz Schnellen waren schon weg und die Hälfte hatte unterwegs irgendwo abgebrochen. Auf meinem Weg zurück zum Bahnhof hoffte ich noch, Steffen beim Endspurt zu sehen. Aber erst nachher habe ich gehört, dass er kurz vor Zielschluss noch angekommen ist.

    So, auch wenn ihr eure Liegeräder wohl nie über die Büffelweiden im Chüeblisbüelbode schieben werdet, hoffe ich doch, nein, bin ich sicher, dass ihr die Empfindungen, die bei so einer Fahrt ausgelöst werden, nachempfinden könnt. Dann freut euch doch schon auf eure nächste Langstreckenfahrt, sei die in Frankreich oder sonstwo!
     

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    Zuletzt bearbeitet: 30.06.2019
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  3. RaptoRacer

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    Das war ja nicht Absicht - als der Veranstalter eine Woche vorher die Strecke abfuhr, stand der Büffel noch nicht quer auf dem Track. Aber sowieso sind die Tiere friedlicher als Rinder.
     
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  5. I-S-MS

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    Ich war schon bei dem Wort schieben raus, von chüe..... und Büffel gar nicht zu reden.
    Meine Hochachtung an die Schweizer Randonneure, die über die Pässe radeln und trotzdem noch die mittagliche Versorgungslücke auf dem Schirm haben.
    Kommt auf meine Liste mit den Dingen, die ich ausprobieren will !

    Grüsse aus den Flachland
    Ingo ( der das kleine Kettenblatt seit dem 600 er im Wuppertal nicht mehr genutzt hat ) !
    --- Beitrag zusammengeführt, 01.07.2019 ---
    @Christoph S : Ja es gibt die Endmoräne, aber die haben echte Berge !
     
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    Wer will, kann sich hier meine Sicht der 630 km in zeitbudgetfreundlichen fünf Minuten einverleiben:
     
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