Brevet Brevet-Berichte 2017

Dieses Thema im Forum "Treffen, Rennen und Veranstaltungen" wurde erstellt von RaptoRacer, 10.02.2017.

  1. bike_slow

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    Du warst auch da? *grübel* haben wir uns gesehen? Evtl. auch nur Samstag bei der Registrierung (ich war der wirre Park-Marschall im Einfahrtsbereich ...).

    Und überhaupt, wer war denn mit einem Braunschweiger Bus mit einem Lowrcacer und zwei Uprights auf dem Heckträger unterwegs ? (Sichtung beim Checkin 12:15 Uhr Fähre am Samstag, Dover-Calais)

    -Andreas, schreibt natürlich auch einen Bericht.
     
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  2. panicmechanic

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    Der Camper war von Enno+Frau. Die haben mein Jester mitgenommen.
    Etwas schreiben werde ich allerdings erst, wenn ich geeigneteres als mein Handy zur Verfügung habe.
     
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  4. knightrider

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    Bitte sehr!
     
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  6. Reggebabe

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    Hallo Heiner.

    Sehr schön notierte, detailreiche Story; sehr schön zum lesen und nachzuvollziehen! Vielen Dank hierfür und trotz der gesamten Widrigkeiten, alles Gute für alle zukünftigen Projekte. Ich selbst hatte dieses Mal ja auch so ein paar "Kleinigkeiten" aber zumindest keine Reifenprobleme wie in 2013 (12 x !!!). Aber auch hierzu in meiner Story mehr.

    Besten Gruss von ReggeBabe.
     
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  7. RaptoRacer

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    Moin Heiner,
    Bitte bitte bitte kauf dir MarathonPlus Reifen!!!;)
    Diese Leidensfähigkeit ist ja nicht zum Aushalten.

    Ach ja ich bin mitlerweile man benötigt für LEL ein eigenes Rad!

    Übrigens war ich mit dem SL bis Edinburgh 3h schneller als mit dem M5.
    Der Abstand hätte sich aber auf dem Rückweg reduziert.
    1/3 der bneötigten Zeit geht übrigens auf Konto Pausen und Schlaf.

    Bei mir zeigt sich zudem das ich bei 1000+ Strecken mit dem VM ohne Probleme finischte aber
    Mit dem Lieger entweder Probleme bekam oder abbrach...
     
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  8. bike_slow

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    Dann freu Dich erstmal auf meinen Bericht. *hüstel*
     
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  9. RaptoRacer

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    Hab aber erstmal keine Lust was zu schreiben.:p
    Wobei es bei mir recht rund lief bis auf einen gebrochenen Umwerferkäfig und der Achillessehne.
    Die dann auch recht plötzlich akut wurde.
     
  10. Andreas

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    Gute Besserung!
     
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  11. slowrider

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    Moin Rene, ich hoffe, Dein Beutel ist wieder aufgetaucht. Und wenn Du mich samt MetaPhysic 2021 an den Start schipperst, dann finishe ich LEL gerne auch mal gesäßschonend. ;)

    Breitere Reifen, wie sie bei einigen RR-lern zu beobachten waren, gehören dann bei dem ruppigen Insel-Asphalt für mich unbedingt dazu. Noch immer habe ich taube Handflächen vom Gerappel auf'm Up. :sick:

    BTW, Glückwünsche an alle LEL-Finisher und mein aufrechtes Mitgefühl an alle, die sich an der Strecke erfolglos versucht haben. Heuer fand ich LEL härter als 2013. 2021 kann es ja eigentlich nur noch besser werden.

    Last but not least ein Extra-Dank an Heiner für seine Stories - besonders die mit den Schuhen zieht mir vor Grinsen fast die Schuhe aus. Meine klick-, aber sicher nicht geruchsfreien 0-8-15 Sandalen wollte zum Glück niemand sonst haben. :p
     
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  12. RaptoRacer

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    Beutel ist nicht aufgetaucht. Habe jetzt mal einen nach-Hause-sende-Antrag gemacht.
    Dafür muss man aber in Vorleistung treten...:confused:
     
  13. Sutrai

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    Eine doofe Frage: Ist die LEL die Strecke lediglich ein Vorschlag und man darf beliebig davon abweichen? Oder ist eine "Optimierung" der Strecke regelwidrig?
     
  14. Sturmvogel

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    Darf man.
    Würde ich aber nicht mehr so sehr planen.
    Allein auf weiter Flur ist öder als in der Karawane.
    Und wenn was ist, gibt es auf dem Track schneller Hilfe.
     
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  15. bike_slow

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    Streng genommen musst Du nur die Kontrollen passieren; was Du dazwischen treibst bleibt Dir überlassen. Als "Ersttäter" ohne Ortskenntnisse und Scouting-Möglichkeiten täte ich mir mit Optimierungsansätzen aber schwer. Die Veranstalter haben sogar für einzelne Abschnitte Alternativ-Routen im Angebot (tags vs. nachts, schön und hügelig vs. flacher und große Straße).

    Ich habe die Strecke als relativ velomobilfreundlich empfunden (ich kenne die Perspektive ja, auch wenn ich selbst einspurig unterwegs war). Es gab ein paar doofe Stücke, die ich wiederum im Dunkeln mit der Liege auch nicht sonderlich toll fand. Mit dem Velomobil würde ich die niedlichen Hügel vor Louth wohl umfahren wollen und diese enge, dunkle Radweg-Anfahrt auf die Kontrolle in Edinburgh war auch eher zum Abgewöhnen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11.08.2017
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  16. bike_slow

    bike_slow

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    Hier nach Bilder von Heiner aus diesem Album.
     
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  17. Sturmvogel

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    Ja genau!
    Das erste war beim Start nach Süden in Barnard Castle als ich Lust hatte die paar (10) h Rückstand endlich wieder rauszuholen.

    Das zweite nach 1 h Fahrt und min 45 min Reparatur später, als die Flickeinlage lamgsam auf 4 bar genracht wurde um hoffentlich bis Thirsk weiter schleichen zu können.
    Der Farmer war sehr nett!
    Und es regnete fast nicht mehr
     
  18. 200-km-Brevet "Zum Priwall"

    Kurzfristig entschied ich mich zur Teilnahme am Brevet "Zum Priwall". Mit dem offenen Lieger traute ich mir aufgrund anhaltender Rekonvaleszenz die komplette Fahrt (noch) nicht zu, außerdem war in der Wettervorhersage ausdauernder Regen angekündigt. Das ist mit zusätzlichen Anforderungen (v. a. Regenkleidung mit Problemen der Wärme- und Feuchtigkeitsabfuhr, bei diesen Temperaturen nützt Goretex nix) verbunden, die sich im Velomobil erfahrungsgemäß nicht so auswirken. Dafür musste ich die Fahrt bis zum Startort Ahrensburg - von mir zu Hause knapp 30 km entfernt - selbst zurücklegen und konnte nicht die S-Bahn und RB nutzen. Der zeitliche Unterschied zwischen Fahrt im VM und Fahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln für die An- und Abfahrt war marginal; würde ich mit der Kombination Fahrrad - S-Bahn - RB ca. 1:10 Std. benötigen, konnte ich davon ausgehen, dass ich für die Strecke mit dem Velomobil 1:15 Std., also 5 Minuten länger, brauchen würde. So fiel mir die Entscheidung leicht und ich startete um 6:35 mit dem Milan SL in Wilhelmsburg. Bei sehr wenig Verkehr kam ich gut vorwärts. Eine Baustelle, in der die Strecke nur in eine (nicht in meine) Richtung freigegeben war, musste ich die Spitzhacke ansetzen und mich zwischen Baustellenmarkierungen und entgegenkommenden Fahrzeugen durchmogeln. Radfahrer hatten sie in dieser Baustellenführung komplett vergessen (vielleicht auch absichtlich nicht berücksichtigt, wer braucht das schon und es kostet Geld) - das werde ich gelegentlich den Kollegen der Behörde für Wirtschaft und Verkehr - Referat Unmotorisierter Verkehr erzählen. So wurden also aus den 210 km fürs Brevet selbst zuzüglich An- und Abfahrt ca. 270 km.

    Die Zeit für die Anfahrt war exakt kalkuliert, 10 Minuten vor Start des Brevets kam ich an und konnte meine Anmeldeunterlagen im Empfang nehmen. Auf die Schnelle zählte ich ca. 15 Teilnehmer, davon 4 oder gar 5 Liegeräder und ich mit dem einzigen VM. Jetzt prasselte das ordentlich, alle fuhren mit Regenklamotten los. Ich dagegen stand mit dünnem Plastikshirt und kurzer Radhose im Regen und ließ mich von der Fahrt nach Ahrensburg etwas abkühlen. Da ich mich nicht im Detail auf die vorgegebene Strecke verlassen wollte, hatte ich mir eine Strecke ausbaldowert, die eine Mischung aus bekannten Strecken und, wo nötig, neuen Streckenempfehlungen des Brouters war. Vor der ersten Kontrolle waren in der Streckenempfehlung Streckenanteile ausgewiesen, in denen man sich auf wenig Fläche mit Fußgängern herumplagen sollte, das liegt mir mit Velomobil nicht. Ich bevorzuge außerdem lange möglichst gerade Strecken, da ich aus Erfahrung und ohne überzupacen 1,5 bis 2 km brauche, um auf ressourcenschonendes Reisetempo (in der Ebene 35 bis 40 km/h) zu kommen - halt VM-spezifisch.

    Start war pünktlich um 8:00. Meine erste Etappe führte mich in östlicher Richtung aus Ahrensburg heraus über Lasbek-Dorf, Barkhorst, Schmachthagen, Rethwischdorf, Meddewade, durch Reinfeld, nördlich weiter durch Heidekamp nach Badendorf, ich umfuhr Stockelsdorf nördlich, weiter ging es durch Rensefeld und Ratekau zum Hemmelsdorfer See, weiter durch Warnsdorf, um schließlich in Travemünde mit der Fähre die Trave zu queren. Ich hatte großes Glück, die Fähre war gerade am Ablegen, überlegte es sich dann nochmal anders, weil ich gesehen wurde. Mir wurde sogar noch die Zeit gegeben, um mit der Fahrkartenverkäuferin zu debattieren, ob mein VM nun ein Auto oder ein Fahrrad sei (wir entschieden schließlich Fahrrad, weil man mit Radschuhen nicht Auto fahren würde :whistle: ). Bis dahin hatte ich bereits 73 Kilometer hinter mir, nach weiteren 10 Kilometern um 11:10 erreichte ich schließlich die erste Kontrolle in Dassow. Dort genehmigte ich mir zwei Schokobrötchen und einen Kaffee. Vor meiner Abfahrt von zu Hause nach Ahrensburg aus konnte ich einfach noch nichts essen, die zwei Riegel unterwegs waren zu wenig, sodass mir die 20-minütige Pause gut tat. Diese erste Etappe legte ich nur von einer kurzen Pinkelpause unterbrochen mit einem Schnitt von 26 km/h zurück.

    Die nächste Etappe sollte nach Zarrentin am südlichen Ortsende führen. Auch diese Strecke fuhr ich nach eigenem Entwurf (55 km: Schönberg, Niendorf, Ratzeburg, Seedorf, Zarrentin), der zwar einige Kilometer länger war als der Brevet-Entwurf, dafür über lange Strecken vorfahrtberechtigt auf schönen Straßen mit glattem Asphalt führte. In Schönberg verfuhr ich mich gleich zweimal, was mich ca. 5 Minuten "kostete". Bis Seedorf regnete es wirklich ununterbrochen, zeitweise als Starkregen, von dem ich auch im VM etwas abbekam. Ich finde das nicht weiter schlimm, im Gegenteil, das kühlt angenehm und man muss nicht so schwitzen. Für diese 52 km benötigte ich knapp über zwei Stunden, nur unterbrochen von einer Pinkelpause. Der Aufenthalt in Zarrentin fiel kurz aus, Stempel geholt und gleich wieder weiter.

    Die dritte Etappe (Testorf, Boize, Gudow, Lehmrade, Mölln - entsprach dem Streckenvorschlag) war mit 23 km die kürzeste und mit einem 28er-Schnitt die schnellste. Kurz hinter Zarrentin kam sogar die Sonne heraus und es wurde gleich subtropisch. Das Grün links und rechts funkelte in einem fast schon unwirklichen Glanz, grell, neonartig, einmal dachte ich, welche Drogen denn da abgeschmissen worden sind ... Vor Mölln war der Asphalt weitestgehend abgetrocknet, ich musste in Abfahrten nicht mehr ganz so vorsichtig sein und konnte es stellenweise bis über 60 km rollen lassen. Mit Mölln verbinden mich gemischte Gefühle. Einerseits war ich hier vor 1,5 Jahren zur Reha und die historische Innenstadt ist autoüberflutet, andererseits ist es ein nettes Städtchen mit viel Wasser und einer wunderschönen Kirche, in der ich mal einem Orgelkonzert lauschen durfte. Die Kontrolle in der Shell-Tankstelle wurde mit einem belegten Brötchen, einem Kaffee und einem interessanten Gespräch mit der Bedienung abgerundet. Die Tankstelle hat rund um die Uhr geöffnet (nachts muss aus gesetzlichen Gründen für 30 Minuten geschlossen werden), dafür sind drei Schichten nötig. Ich habe früher mal vorübergehend im Drei-Schicht-System gearbeitet und fand es sehr anstrengend. Die Mitarbeiterin bestätigte meinen Eindruck, verwies aber auf das zusätzliche Geld, das mit einer Nachtschicht verdient werden könne. Nach etwas mehr als 20 Minuten ging es weiter zur letzten Etappe.

    Die letzte Etappe fuhr ich wieder nach eigenem Entwurf über Poggensee, Köthel (Lauenburg), Mühlenrade, Hamfelde, Trittau, Grossensee, Schierholzkate, Meilsdorf, Ahrensfelde, Hagen (Siedlung) und Am Hagen, sodass ich von Süden her zum Ziel zurück kam. Auch auf dieser Etappe verfuhr ich mich zweimal, was knapp 5 Minuten Verzögerung mit sich brachte. Gesamtschnitt dieser Etappe 26 km/h.

    Im Ziel kredenzte mir Jochen Hinrichs-Stöldt eine kräftig gewürzte Nudelsuppe, ich nahm zwei Cola-Schorle zu mir und erzählte von meiner recht ereignislosen Fahrt. Ich hatte keine Pannen, keine wesentlichen Probleme durch den ausdauernden Regen, kam gut vorwärts und war nach 204 km und einer Gesamtzeit von 8:45 Stunden, darunter ca. 50 Minuten Essens- und Pinkelpausen sowie ca. 10 Minuten "Verfahrenszeit" wieder im Ziel. Gegen die Feuchtigkeit im Velomobil hatte ich einen Lappen dabei, mit dem ich das Wasser im Fahrzeug gelegentlich entfernte. Entgegen meinen Befürchtungen im Vorfeld ging es mir recht gut. Die Beine waren etwas schwer und die Knie zwackten leicht, aber nichts heftiges. Ich hatte trotz Trinkblase (mit 200 Gramm Maltodextrin in 2,5 Liter 5%iger Traubenschorle) etwas zu wenig getrunken und sicherlich zu wenig gegessen (meine alte Schwäche), aber ich habe ausreichend Körperfett im Leib, um nicht an Unterernährung zu sterben. Später trank ich zwei Flaschen Malzbier und einen halben Liter Wasser nach. Außerdem hatte ich am Abend vorher in meiner privaten Pastaparty gleich die Portion für die Mikrowelle nach dem Brevet vorbereitet, sodass die Muskulatur schnell wieder mit Kohlenhydraten gefüllt wurde.

    Abends schaffte ich es sogar auf den Energieberg in Georgswerder, um die Cruise-Days und das aus dessen Ehren stattfindende Feuerwerk aus gebührender Distanz zu fotografieren. Um 22 Uhr war es dann gut und ich fuhr etwas ausgekühlt nach Hause und schlief schnell ein. Ich war mit diesem Tag sehr zufrieden. Außerdem strahlt eine solche Tour bei mir in die folgende Woche mit guter Laune aus.
     
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  19. derTill

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    200 km zum Priwall, oder auch: "Kannst du dir nicht irgendwo ein Velomobil leihen?"

    Das Erste Brevet des Jahres im September? Check!
    Im laufenden Jahr nur gut 1000 km in den Beinen? Check!
    ein neues Rad, bisher nur auf Kurzstrecken (<60 km) gefahren? Check!
    Wettervorhersage: Regen, Regen, Regen? Check!
    In der Nacht zuvor nur wenig geschlafen, weil die 6 Monate alte Tochter meinte, dass das zwischen 2 und 3 Uhr morgens uncool ist? Check!
    Wasserdichte Beutel zu Hause vergessen? Check!
    Eine Woche vorher die SD-Karte mit der Topo Deutschland-Karte vertüddelt? Check!

    Die Vorraussetzungen für ein erfolgreiches Brevet letztes Wochenende hätten also besser nicht sein können. Fast guter Dinge traf ich am Samstag um viertel nach 7 Uhr in Ahrensburg gemeinsam mit den ersten Regentropfen ein und nahm meine Unterlagen entgegen. Sicherheitshalber hatte ich zum GPS-Track noch eine bunte Karte mit Streckenverlauf bestellt, da ich meine SD-Karte irgendwo zwischen Smartphone und Navi verlegt habe. So konnte ich zwar dem GPS-Track folgen, aber eben ohne Hintergrundkarte mit Straßen und Abzweigungen - wird schon gehen :)
    Bis zum Start um 8 Uhr kamen von den angemeldeten 46 Fahrern knapp 20 zusammen. Die anderen hatten wohl Jochens Aussage "Das Wetter verspricht ganz gut zu werden" in seiner Mail zwei Tage zuvor nicht geglaubt.

    Ich glaubte ihm auch nicht, weshalb ich mit Regenjacke, Regenschutzbrille, Regenfußstulpen und Wasser- und Winddichter kurzer Hose gewappnet angereist war. Und ich sollte Recht behalten.
    Um viertel vor 8 rief meine Frau noch an, sie sei gerade aufgestanden und der Wetterbericht sieht nach ganz schön viel Regen aus und ob ich das wirklich machen will. Ob ich mir nicht irgendwo ein Velomobil leihen kann? Genau in dem Moment kam auch @Christoph Hipp auf den Hof gefahren, aber ich glaube nicht, dass ich da was hätte verhandeln können, oder ich auch nur ansatzweise in seinen SL gepasst hätte :eek::D.
    Nach einem Kaffe und dem üblichen Klönschnack über Räder, das Wetter und die Strecke sowie zwei Hinweisen zu Sperrungen (die man durchfahren konnte, oder doch nicht?) schickte uns Jochen in den nun andauernden Regen. Insgesamt waren neben meiner Wenigkeit drei weitere Liegeradler sowie Christoph im Milan SL und ein paar wackere Aufrechtradler Leidensfähig genug für die Tour.

    Ich ließ es zunächst langsam angehen und rollte mit den anderen Liegern und zwei weiteren aus dem Ort raus. Irgendwie war mir das aber zu sehr Kaffefahrt und ich beschloss zu den vorderen aufzuschließen. Gegenüber meinem 20" Rainbow Lyric auf Kojaks, war ich mit meinem Velomotion auf zwei 28" Grand Prix deutlich flockiger unterwegs.
    Die nächsten 15 km rollte ich also alleine durch den Regen bis ich kurz vorm Klingberg das 8er Grüppchen um Michael Nagel erreichte. Am Klingberg waren die dann aber wieder zu schnell für mich bergauf, so dass ich alleine weiter fuhr. Die Strecke bis zum Priwall, 85 km, war geprägt von Metropolen Wie Sülfeld, Havighorst, Wakendorf I bis XXI (oder so), etc. und dank des Dauerregens und dem Ende der Erntesaison waren die kleinen kurvigen "Straßen" übersät mit Matschepampe. Gut, dass ich keine Schutzbleche am Rad hatte, so konnten die sich nicht zusetzen :D
    Ich wartete eigentlich nach jeder Treckerspur aus Sand und Steinchen auf ein bedrohliches Pfeifen aus einem der Reifen - dies blieb aber glücklicher Weise aus. Andere hatten weniger Glück und so überholte ich 5 der 8 vorgefahrenen beim Flicken am Wegesrand.
    Am Priwall kam ich um kurz nach 11 Uhr an, bezahlte beim Bäcker meine zwei Laugenstangen und die Streuselschnecke mit einem triefend nassen sandigen 5€-Schein und konnte dem fragenden Blick der Dame am Tresen nur ein "nicht wirklich meine Schuld" zurückwerfen.
    Mein ausgewogenes Mittagessen nahm ich dann auf der Fähre ein.

    Vor der Weiterfahrt Richtung Dassow und Zarrentin noch schnell auf die Karte und den Kontrollstempelbogen geschaut - komplett durchnässt. Soviel zu wasserdichten Radtaschen. Stempel brauchte ich mir da keine mehr drauf geben lassen und Navigieren nur nach roter Linie ohne Karte hat auch bisher gut geklappt. Also auf nach Dassow, dort an der Kontrolltanke einfach vorbei - hatte ja noch genug zu trinken und grad gegessen - und ab in den Gegenwind Richtung Schönberg. Kurz hinter Dassow wurde dann aus dem bisher andauernden Landregen ein richtig starker Schwall. Zum Glück kam nach 500 m ein Bushäuschen in Sicht und da stand was von Sperrung Richtung Schönberg. Wie war das? Durchfahrt möglich? Ach mist! Kurz Jochen angerufen - Ja alles gut kannst du durch. Inzwischen war wirklich alles an mir und meinem Rad nass, nur die Seitentaschen unter meinem Rücken waren einigermaßen trocken. Zur Sicherheit noch das Handy ausgemacht, nicht dass das auch noch kaputt geht. Insgesamt hat mich der Regen weniger gestört oder demoralisiert als erwartet. Man war zwar irgendwann einfach nur nass, aber dann war er auch egal und solange man was sehen konnte, musste man nur warm genug angezogen sein und bergab immer etwas bremsen.
    Der Regen wurde nach 5 Minuten besser, also auf nach Zarrentin. Die 40 km von Dassow nach Zarrentin waren ereignislos: Regen, schlechte Fahrbahn, Regen, wenig Kurven man konnte es rollen lassen, Regen und Gegenwind.
    Punkt 14 Uhr traf ich in Zarrentin ein und, oh Wunder es hörte auf zu Regnen und die Sonne kam raus. Ich setzte das erste mal seit 8 Uhr meine Schutzbrille und Kaputze ab und genoss die Strahlen bei einem Laugenbrötchen und einer neuen Flasche Eistee an der Kontrollstelle.

    Von nun an ging es mit Wind von schräg hinten auf schönen Strecken nach Mölln, so macht Brevet fahren doch Spaß! Nur alleine war ich immer noch. Waren die alle schon vor mir? Alle noch hinter mir? Immerhin das Wetter hielt sich und so hatte ich zwischen Zarrentin und Ahrensburg noch schöne 60 km zur Versöhnung. Nur meine Beine waren nicht ganz so fit wie im letzten Jahr, so dass es am Ende 17:40 Uhr war, als ich in Ahrensburg an kam. Jochen saß schon in der Sporthalle und wartete auf "Kundschaft". Scheinbar waren noch einige auf der Strecke, nur der Junge Mann mit dem M5 CHR hatte mich wohl irgendwo überholt. Nach einer leckeren Nudelsuppe und einem alkoholfreien Panaché machte ich mich dann auch auf den Weg nach Haus.

    Heute Abend muss ich mal in den Keller und mein Rad raus holen, das muss geputzt werden :ROFLMAO:
     
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  20. RaptoRacer

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    So am WE war der 4 Startpunkte-Brevet in NL.
    Ich bin in Venray/Merselo gesatert wie auch @Joppie und @Landradler.

    2-3km war leichtes Einrollen und dann habe ich mich mit 3 Rennradlern und Joppie im Schlepptau abgesetzt.
    Ein RRler war davon richtig gut, zu Anfang schlug der immer so um die 36km/h an.
    Also nur mitrollen, vorne mitarbeiten, wäre nach paar Metern das Ende.
    Da mir da Ganze etwas zu schnell war, nutzte ich dann geschickt eine Pinkelpause um abreißen zu lassen.

    Bei KM105 in Scherpenzeel war Joppie schon weg und den Schwächsten der 3 RRler sah ich da auch noch.
    Also nur kurz Sachen sortieren und weiter.
    Auf dem Weg nach Zwolle zu K2 holten mich dann die 2 schnellen RRler wieder ein, anscheinend hatten sie bei K2 doch irgendwo länger pausiert.
    Diesmal hatten sie noch einen Starter aus Scherpenzeel im Schlepptau.
    Hab mich wieder dahinter geklemmt, aber der Scherpenzeeler und ich konnten nicht folgen und so fuhren wir mal zusammen und mal getrennt Richtung K2 Zwolle bei km200.
    Irgend wo beim Km 150 machte dann Joppie ne Pause (Fauler Hund! im Mango radeln ist doch pausieren!) und ward nicht mehr gesehen.

    In Zwolle habe ich dann kurz mit AllertJ gesprochen, dessen Frau/Freundin EvaN ab hier mit einem QV startete.
    Ab Zwolle fuhr ich dann mit dem RRler aus Scherpenzel zusammen, in der Ebene war ich einen Tick schneller, aber dafür konnte man sich mit Jemandem unterhalten.
    Fahr Tempo lag dann immer so zwischen 27 und 30km/h.
    K3 km280 in Boekelo erreichten wir dann als gerade die letzten Sonnenstrahlen weg waren. Gerd der Organisator dort war noch im Restaurant an der Hauptstraße.
    Also kein Süppchen bei ihm zu Hause sondern stattdessen Kaffee und Kuchen. Weizen hatte ich Lust zu , war mir aber schon zu kühl dafür.

    Ich fuhr mit meinem Begleiter wieder zusammen los und holten Eva in einem kleinen Städtchen ein, die kurz vor uns gestartet war.
    Auf der Ebene zog sie aber einfach davon und war weg...
    Ich hatte dann etwas Magenprobleme wegen der Säure von einem ApfelMüsliriegel...

    In Deutschland holte ich dann mit meinem Begleiter die 2 Schnellen RRler wieder ein, anscheinend hatten sie beim McD ne Pause gemacht.
    Dann Wetterleuchten am Horizont, rot, nicht weiss, Puh kein Gewitter, diesmal war es wirklich mal in Feuerwerk in der Nähe von Rees.
    Hinter der RheinBrücke fuhr ich dann geradeaus die B67, statt durch Niedermörmter über die Dörfer (Buh, Abkürzer, Betrüger...).
    Ist gar nicht soviel kürzer lässt sich aber deutlich angenehmer zu fahren.
    In Uedem hatten mich die 2 Schnellen RRler wieder und meinen Begleiter hatten sie abgehängt.
    Ich habe mit dann für 10km wieder drangehängt.

    20km vorm Ziel lies ich sie fahren um Jan den Organistora vom Start in Venray anzurufen, dass in 40min die RRler aufschlagen und Eva vermutlich noch deutlich schneller ist.
    Von nun an wieder alleine und ohne Druck gings wieder nach NL über die Maas und zur AutobahnTanke.
    Die 2 RRler hatten mir nochmal 10minuten auf dem kurzen Stück abgenommen. Waren schon fit.
    Jan hatte aber Eva auch nicht mehr angetroffen, habe ich wohl zu spät angerufen...

    Insgesamt habe ich für 395km brutto 15:56, bzw netto 14:25 benötigt.
    Das ist ungefähr das gleiche wie letztes Jahr.
    Auf jedenfall ein netter Jahresausklang!
     
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