Brevet Brevet-Berichte 2017

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...und warum @ArnoldM nächstes Jahr nicht mehr mitfahren wird, erzählt er vielleicht selber
Nach diesem diskreten Wink mit dem Zaunpfahl muss ich wohl ein bisschen was schreiben, warum AlbExtrem nach meiner zweiten Teilnahme für mich ein abgeschlossenes Kapitel ist.

Es ist ganz einfach: ich sehe für mich keinen Sinn mehr darin, mich im Pulk mit hunderten anderer Radler die perversen 16-19% Anstiege hochquälen zu müssen. Meistens musste ich sowieso schieben, weil die Anstiege einfach nicht aufhören wollten. Das waren ja nicht nur einfach ein paar Rampen, sondern richtig lange Strecken auf denen es nur mit permanent über 10% hoch ging.
Da hat auch die über den Winter umgebaute Schaltung (von 53-39/11-32 auf 50-34/11-36) am Bacchetta CA2 nichts mehr rausreißen können, wenngleich mir diese die gemäßigteren Steigungen doch sehr erleichtert hat.
Dann kommt dazu, dass ich diverse Male absteigen mußte obwohl ich noch hätte fahren können, weil die Vordermänner einfach zu langsam waren, ich an die Kippgrenze kam und links und rechts dicht war. Um sicher fahren zu können, brauche ich außerdem halbwegs freie Sicht. Das ist auf den ersten paar Steigungen wegen der Masse an Fahrern und dem sehr dichten Gedränge nicht gegeben, so dass ich zu meiner eigenen und der anderen Sicherheit lieber rechtzeitig abgestiegen bin und geschoben habe.
Abschnittsweise und gegen später, wenn das Feld sich auseinander gezogen hat, ist es eine wirklich schöne Tour durch reizvolle Landschaften.
Nachdem ich jetzt zwei Mal mitgefahren bin und vorgestern nach 11,5 Stunden Gesamtzeit erfolgreich nach 177 km ins Ziel kam, bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich mir nichts mehr beweisen muss und den Tag lieber auf einer entspannten Tour alleine oder mit meiner Frau verbringe, ohne mich für Nichts quälen zu müssen.
Massenveranstaltungen werde ich nach den zwei gemachten Erfahrungen künftig generell meiden und mich auf solche Anlässe wie die "futurebike Speckweg-Tour" im kleinen Kreis Gleichgesinnter beschränken.
Die ganzen Sachen sollen schließlich Spaß machen. Das und meine Gesundheit sind mir wichtiger als alles andere.
Am Sonntag hat es mir über weite Strecken keinen Spaß gemacht.

Gruß
Arnold
 
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Hallo Arnold,

danke für den Kommentar! So unterschiedlich können die Erfahrungen sein.

Das waren ja nicht nur einfach ein paar Rampen, sondern richtig lange Strecken auf denen es nur mit permanent über 10% hoch ging.
Das ist bei Alb Extrem das Salz in der Suppe und ich hab das viel lieber als für mich eklige Hügelreiterei ohne Möglichkeit, einen Rhythmus zu finden. Andere nennen das dann Velomobilfliegen :confused:

ich an die Kippgrenze kam und links und rechts dicht war. Um sicher fahren zu können, brauche ich außerdem halbwegs freie Sicht. Das ist auf den ersten paar Steigungen wegen der Masse an Fahrern und dem sehr dichten Gedränge nicht gegeben, so dass ich zu meiner eigenen und der anderen Sicherheit lieber rechtzeitig abgestiegen bin und geschoben habe.
Ja, wenn man im Pulk im Stau hängt wirds doof. Die Leute müssen auch immer nebeneinander hoch und die schnellen drücken sich ganz links noch vorbei. Hatte ich früher auch hin und wieder. Da schau ich inzwischen vor den Anstiegen, wie ich mich einsortiere. Und mit dem RF und besserem Gleichgewicht (das ich das mal sagen würde mit meinem nicht vorhandenen...) kann ich halt deutlich langsamer in grader Linie fahren als Du mit dem Bacchetta. Das ist besonders im Welzheimer Wald ein Problem und zum Himmelreich, früher waren deutlich weniger schmale Waldstraßen im Streckenverlauf integriert. Da war ich dieses Jahr aber schon weit genug vorn, um überhaupt keine Probleme zu haben.

Die ganzen Sachen sollen schließlich Spaß machen.
Am Sonntag hat es mir über weite Strecken keinen Spaß gemacht.
Und ich fand trotz des Defekts die Tour wieder genial. Allerdings steckte ich nie im Pulk, selbst die RR-Züge, die mich halb überholt hatten haben mich wieder rausgelassen, wenn ich am Ende der Steigung wieder angezogen habe. Die Fähigkeit des Pulkfahrens scheint eine Funktion der Fitness zu sein - die hatten wohl schon Erfahrung in Sachen Raum geben in der Gruppe.
Wer also ungern in großen Gruppen fährt, für den ist Alb Extrem nichts, auch wenn wie diesmal "nur" 3300 Starter zusammenkamen. Ein nicht ausgebuchtes Alb Extrem, das ist selten.

Gruß,

Tim
 

Andreas

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Guten Mittag,

am vergangenen Wochenende bin ich den schönen 600er Brüssel-Paris-Brüssel (BPB) gefahren:

Start war für mich am Freitag, denn ich wollte ein Stück mit dem Fahrrad anreisen, wie ich es fast immer mache, wenn es nach Belgien geht. Losgefahren bin ich eine Stunde später als geplant, sodass ich nicht wie angedacht die 130 km bis Eupen (erster belgischer Bahnhof) fuhr, sondern "nur" 112 km bis Aachen. Um die Höhenmeter zu verringern, hatte ich eine etwas nördlichere Route als üblich gewählt, nämlich durch Würselen und Aachen statt im Hügelland südlich von Aachen, durch Langerwehe und Breinig.

Etwas anders geplant hatte ich auch im Nordwesten von Köln, um zwei sehr enge Drängelgitter zu vermeiden, dabei stand ein Verkehrszeichen am Straßenrand, das man als Radfahrer doch eher selten sieht:
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Der Preis für die umfahrenen Drängelgittern war allerdings ein Bahnübergang, bei dem ich mehrere Minuten Zwangspause hatte. Ich glaube, da plane ich nochmal um. Ansonsten war die Fahrt am Niederrhein ohne besondere Vorkommnisse mit etwas Gegenwind. Zu einem großen Teil habe ich die (von mir geplante) Strecke des 300ers ab Wuppertal genommen. Der Stadtverkehr in Aachen war dann wieder etwas gewöhnungsbedürftig. Auf der Oppenhoffallee konnte ich einen überholenden Auto ans Fenster klopfen; fortan fuhr ich in der Fahrbahnmitte. Und dadurch habe ich gleich zwei Unfälle vermieden, denn innerhalb weniger Minuten haben zwei Autofahrer ihre Türen aufgerissen, direkt in den Todes-Radstreifen. Wer so eine Scheiße plant, gehört mit dem Kopf vor eine Autotür geknallt.

Die Zugfahrt in den Vorort von Brüssel war dann völlig stressfrei, wie meistens in Belgien. Mein Gastgeber wohnte nur 500 Meter vom Bahnhof entfernt. Knapp außerhalb der Stadt (und Region) Brüssel, um flämischen Dilbeek, nur 1,5 km vom Startort. Nach einer schönen Portion Spagetti ging es auch bald ins Bett.

Am nächsten Morgen fuhr mein Gastgeber mit bis zum Start, wo sich etwa 45 Randonneure versammelten. Ich war nicht nur der einzige Deutsche, sondern auch der einzige Liegeradfahrer. Vom Organisator war auf halber Strecke eine Hotel-Übernachtung organisiert, einschließlich Gepäcktransport. Sehr pünktlich um 7 Uhr ging es los. Leider ohne die sonst übliche Ansprache (oder habe ich sie nicht mitbekommen?).
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Zunächst rollte es etwas zäh, aber wie Bergfloh vor einigen Wochen so schön sagte, ein Brevet entwickelt sich. Man sollte die ersten Anzeichen, dass ich nicht richtig läuft, nicht überbewerten. Abgesehen davon kam der Wind von vorne, und zwar recht deutlich. Es dauert bei mir dann eine Weile, bis sich der Rhythmus einpendelt und ich stoisch gegen den Wind trete. Also einfach locker weiterfahren, auch wenn der Tacho 3-4 km/h weniger anzeigt, also man es gerne hätte. Kräftiger treten wäre sicher falsch gewesen, denn es sollte den ganzen Tag hügelig sein. Immerhin 3.000 Höhenmeter sollte der 600er haben, also 500 pro 100 Kilometer. Das nicht nicht übermäßig viel, aber auch nicht gerade flach.

Bei zunächst städtischer Umgebung (wir starteten ja nur wenige Kilometer von Brüssel) hatte der Organisator eine nahezu ampelfreie Strecke gefunden, sodass es ohne Stopps rollte. Rasch wurden die Orte kleiner und es ging über landwirtschaftlich geprägte Hügellandschaft in Richtung Südwesten.
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Das Wetter war eigentlich optimal, viele Wolken, trotzdem warm und nicht schwül. Nur der Gegenwind bremste. Aber was will man machen? Die Straßen waren ausnahmslos gut, jedenfalls in Flandern. In der Wallonie gab es dann hin und wieder Straßen mit schlechter Oberfläche und/oder Bremsasphalt. Nicht schlimmes, aber so leicht wie in Flandern rollt das Rädchen nicht.

Nach 68 km war die erste Kontrolle erreicht, eine kleine Kneipe mit freundlicher Bedienung. Nur Speisen hatten sie leider nicht. So fuhr ich nach 10 Minuten weiter. Die nächste Kontrolle lag bereits in Frankreich und war 102 km weit entfernt. Das war auf dem Brevet der längste Abstand zwischen den Kontrollen. Also habe ich nur 10 km nach der Kontrolle noch eine Pause gemacht und ein Sandwich gegessen. Kurz danach war die Grenze nach Frankreich erreicht, ohne dass sich die Landschaft in irgendeiner Weise änderte. Ich fuhr weiterhin durch eine Hügellandschaft zwischen Feldern. Gelegentlich durch kleine Orte.

10 Kilometer später ging es dann in den Wald. Schnurgerade Straßen, weiterhin leicht hügelig, mit sehr wenig Autoverkehr. Eine tolle Abwechslung.
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Und im Wald die (angekündigte) Geheimkontrolle. Etwa auf halber Strecke zwischen Kontrolle 1 und 2. Und mit Verpflegung. An einem Picknick-Platz. Man kam auch an seine Taschen. Besser geht es nicht!
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Nach dem Wald wieder die Hügellandschaft. Trotz Gegenwind kam ich recht ordentlich voran. Denn weil es keine engen Kurven gab, konnte ich bei nach praktisch jeder Abfahrt den Schwung bei der anschließende Auffahrt nutzen.


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So sah es 90% des Tages aus.

Die zweite Kontrolle dann in Saint Quentin, mit 55.000 Einwohnern die größte Stadt auf der Strecke. Die Strecke in die Stadt und wieder heraus ließ sich dennoch flüssig fahren. Kaum Ampeln oder nerviger Stadtverkehr. Die Kontrolle wieder in einer Kneipe ohne Mahlzeiten, aber es gab in der direkten Umgebung eine gute Auswahl an Bäckereien und Gaststätten.

Der weitere Weg sah eigentlich genau so aus, wie der bisherige. Felder, Hügel und dazwischen ein graues Teerband.
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Ganz gemächlich wurde es etwas hügeliger, hier und da waren auch mal 50 bis 70 Höhenmeter am Stück zu überwinden. Um 20:42 Uhr hatte ich dann nach 242 km die dritte Kontrolle in Pierrefonds erreicht. Wie bei den vorigen Kontrollen standen schon Rennräder am Straßenrand, diesmal vor einer Pizzeria. Nachdem ich die Portionen der anderen sah, habe ich nur eine kleine Pizza (lecker!) bestellt. Denn mit zu vollem Magen fährt es sich nicht gut, zumal es ja nicht gerade flach war.
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Fast alle ausländischen Teilnehmer gemeinsam an einer Kontrolle: Drei Briten, ein Spanier und ich. Der einzige Niederländer des Brevets hatte offenbar eine andere Gaststätte im Ort gewählt (freie Kontrolle).

Bei der Weiterfahrt noch ein kurzer Blick auf das Schloss Neuschwanstein Pierrefonds, einst Privatresidenz von Napoleon III.
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Ganz langsam wurde es dunkler. In einigen Orten ging es über kurze Abschnitte extrem schlechtes Kopfsteinpflaster. An einem habe ich 100 Meter geschoben, um keinen vollständigen Zahnausfall und multiples Rahmenversagen zu riskieren...
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Um etwa 23:40 hatte ich dann nach 289 km die letzte Kontrolle des Tages erreicht, den Döner-Imbiss Paris Kebap in Plailly. Hier habe ich nur ein Cola getrunken, wurde aber von anderen Gästen (die irgendwie dazugehörten) mit einigen Stücken Wassermelone versorgt. Klasse!

Das letzte Stück zum Hotel war ziemlich kurz und flott. Die ersten 4 km bergab, dann wieder leicht hügelig. Hier habe ich einen Schnitt von etwas mehr als 25 km/h erreicht. Für mich ein sagenhafter Wert! Ich habe da deutlich gemerkt, dass ich mich auf der bisherigen Strecke nicht verausgabt habe, sondern schön einen gleichmäßigen Rhythmus gefahren bin.

So war ich gegen 0:35 am Hotel. Frank (der Brevet-Organisator) hatte bereits den Check-In erledigt und meine Tasche ins Zimmer gelegt, sodass ich direkt duschen und gut vier Stunden schlafen konnte. Um keinen anderen zu wecken, bekamen diejenigen ein gemeinsames Zimmer, die mehr oder weniger zugleich ankamen. Klasse durchdacht!

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Andreas

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Das einfache, aber völlig ausreichende Hotelfrühstück begann für uns schon um 05:30, und um 6:06 Uhr fuhr ich wieder in den Norden. Auf fast völlig leeren Straßen rollte es gut, der (Rücken)wind war noch ziemlich schwach.

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Der Ort heißt "Rad, das sich dreht". Sehr hübsch. :)

Um 09:04 Uhr hatte ich nach 60 km die sechste Kontrolle (bzw. die erste des Tages) erreicht. In der Kontrollkneipe gab es wieder nur Getränke. Der Umweg zur Bäckerei war aber auch nur ein Kilometer extra. Mit Croissants in der Hand fuhr ich weiter.
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Jetzt ging es erstmal ganz flach entlang des Canal du Nord.
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Allerdings auch direkt Richtung Norden, womit der Wind wieder leicht bremste. Das sollte dann die nächsten 50 km so sein, bis zur Kontrolle 7 in Flamicourt.

Die hatte ich um kurz vor 12 erreicht, ein Imbiss. Und da habe ich, wie schon öfter, das britische Team getroffen. Es war kurz vor mir angekommen und fuhr kurz nach mir ab. Der nächste Abschnitt nach Villers-en-Cauchies war ganz leicht hügelig und der Rückenwind half, die leichten Steigungen zu überwinden.
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Etwas nervig: In vielen Orten gab es eine Verkehrsberuhigung, indem die Durchgangsstraße nicht als Vorfahrtstraße beschildert war, sondern Stop-Schilder hatte. Oder Ampeln, die nur gelegentlich grün werden. Die Bereitschaft, da jedesmal anzuhalten, war doch eher gering.
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Ansonsten war das Stück nach Villers-en-Cauchies ohne besondere Vorkommnisse und sehr flüssig zu fahren. An der Kontrolle habe ich mal wieder die Briten getroffen. Wir haben ganz nett gequatscht und so blieb ich lange 27 Minuten.

Dann ging es zur letzten Kontrolle in Ath, das wieder in Belgien (in der Wallonie) liegt. Bis auf eine extrem üble, diesmal mehrere Kilometer lange Kopfsteinpflasterstrecke kurz vor der Grenze, gibt es auch hier nichts besonderes zu berichten. Die Grenze selbst war innerorts und in Belgien reihten sich die Geschäfte aneinander, als gäbe es in Frankreich nichts zu kaufen. Vor allem Tabakläden in großer Anzahl.

Die letzten 17 km vor der Kontrolle ging es am Kanal Blaton-Ath entlang, leicht bergab (gefühlt alle 500 Meter eine Schleuse) und mit Rückenwind. Die Kontroll-Kneipe in Ath hatte geschlossen, aber direkt nebenan war eine Pizzeria. Die hatte gerade gut zu tun, sodass ich dort nichts gegessen habe, nur zwei Cola gekauft, eine für sofort und eine für unterwegs.

Und weiter ging es am Wasser entlang, nämlich satte 46 an der Dender. Mit Wind und Sonnenlicht von hinten ein großer Genuss! Sehr flüssiges fahren, ohne große Kraft 30 auf dem Tacho, wenig (und kurze) lästige Ortsdurchfahrten.
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Ein Umweg wegen einer Baustelle war perfekt im Track (und gut beschildert). Auf dem letzten 15 km war dann noch ein "Hügel" zu überwinden (60 Höhenmeter, ganz gemächliche Steigung) und die letzten 2 km rollte es ganz leicht bergab zum Organisator, der alle Teilnehmer in seinem Garten empfangen hat, wo es Snacks, belgische Schokolade (die bessere!) und Getränke gab.

Da ich immer einen guten Rhythmus gefahren bin, war ich nicht völlig fertig und hätte auch noch gut ein ganzes Stück weiterfahren können. Trotzdem war ich natürlich froh, dass ich nur 2 km zur Übernachtung hatte. Am Montag bin ich dann mit dem Zug nach Hause, wobei ich es in Brüssel-Nord geschafft habe, in nur 12 Minuten die internationale Fahrkarte zu kaufen und den Zug in Richtung Westen zu erreichen. Die Zugfahrt nach Hause war dann völlig stressfrei, immer ausreichend Zeit um Umsteigen und alle Züge pünktlich. Ja, das gibt es auch. :whistle:

Mein Fazit: Ein ganz toller 600er. Optimaler Abstand zwischen den Kontrollen zwischen 60 und 70 km. Nur einmal 100 km, mit Geheimkontrolle auf halber Strecke (mit Verpflegung). In der ersten Hälfte durchaus hügelig, 2.700 Höhenmeter, aber nie steil und man konnte bei fast jeder Abfahrt den Schwung nutzen, um wieder ein Stück nach oben zu kommen. Fast keine Ampeln, wenig Autoverkehr (alle 10-15 Minuten ein Auto). Die zweite Hälfte deutlich flacher, ansonsten sehr ähnlich. Gepäcktransport zur Übernachtung und zurück. Snacks und Getränke bei Ankunft. Und das für 8 Euron (plus 32 für ein halbes Hotelzimmer mit Frühstück, wenn man wollte). Da können sich viele andere Organisatoren mal eine Scheibe von abschneiden! (y)

Grüße
Andreas
 
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Nö, ohne. Mit 25 Tacken, mein Geldbeutel war fast leer nach der Anmeldung. Ich hatte das zwar vorher natürlich gelesen, mir ist aber dennoch fast die Kinnlade runtergefallen.
Tja da ist man vom Niederrhein anderes gewohnt....;)

Im Weserbegland hat der 400er ein 10er gekostet und es war dafür ein Nudelgericht bei km200 enthalten(y)
 
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Tja da ist man vom Niederrhein anderes gewohnt
Wobei ich allerdings davon ausgehe, dass der günstige Kurs dort bei dem Service ohne das gemästete Sparschwein nicht zu halten wäre.
Dieses Sparschwein finde ich eine gute Idee, wer sich im Ziel wie ich schön den Pansen vollschlägt, kann und sollte das dann auch dem Schwein antun:D
Obwohl, das mit dem Pansen, das waren doch die Rindviecher?:ROFLMAO:
Im Weserbegland hat der 400er ein 10er gekostet und es war dafür ein Nudelgericht bei km200 enthalten
Das ist mir auch sehr positiv in Erinnerung geblieben.

Letztlich sind die Organisatoren doch alles Enthusiasten, die einfach nur ihre Unkosten halbwegs decken möchten.
Vielleicht ist der schicke Edelstahlbriefkasten in Lohne noch nicht abbezahlt:LOL:
 
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wer sich im Ziel wie ich schön den Pansen vollschlägt, kann und sollte das dann auch dem Schwein antun:D
Obwohl, das mit dem Pansen, das waren doch die Rindviecher?:ROFLMAO:
Das sind doch die Tiere mit den 7 Mägen oder?;)

IMHO fliesst der Ertrag aus dem Sparschwein komplett an Moni.
Wie man das Ganze für den geforderten Betrag stemmen kann ist mir auch ein Rätsel....
 

Andreas

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Bitte was? Incl. Hotel, Gepäcktransfer, Geheimkontrollen- und Zielverpflegung? Hammer. Da muss der Organisator doch was zuschiessen. Oder gibt es Sponsoren?
Die Hotelübernachtung war separat zu bezahlen. Bei rechtzeitiger Anmeldung 32 EUR inclusive Frühstück (Zimmer zu zweit genutzt). Ich hatte mich etwas spät angemeldet, das Zimmer selbst gebucht und dafür etwa 36 EUR mit Frühstück bezahlt.

Grüße
Andreas
 
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welches über drei 2000er-Pässe führt: Bebilderter Bericht.
Waaaaahnsinn. Wahnsinnig stark gefahren, wahnsinnig netter Bericht. Und offenbar (von kleineren Misslichkeiten abgesehen) eine wunderbare Strecke. Furka-Pass; ... den kenn ich ja nur von einer kfz-getriebenen Alpenquerung von Süd nach Nord.

Und was war da mit der verschwiegenen Gefahr? ;)
 
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Challenge Fujin
Danke
Und was war da mit der verschwiegenen Gefahr? ;)
Die Erinnerung an eine ca. 30km lange Strecke (Walchwil-Adliswil) beschränkt sich auf nicht viel mehr als
  • ein paar Ampeln in Zug
  • kurze Schlafpause nach Baar
  • dank beim letzten Stop angezogenen trockenem Woll-Shirt unter der Jacke ist es nicht mehr so kalt
  • ein paar Mal bin ich an Orten auf der Fahrbahn zu mir gekommen, wo ich eigentlich nicht fahren soll/will...
@flx hat später berichtet, ich sei eigentlich ganz kontrolliert gefahren, was ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann.
 

flx

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Schlitter Encore
Übers "Alpenluft+"-Brevet hat @veloeler wirklich gut berichtet - danke. Ich fing schon eine Woche vorher mit Planen an: was nehme ich zum Essen mit, was an Kleidung, ich konsultierte verschiedene Wetterberichte, studierte die Route und checkte sie mit BRouter usw. Aber - Planung ist ja eine Sache, die Realität sieht anders aus.
  • Ich schätzte, ich käme mit 28 Stunden durch, was ohne Schlaf zu schaffen sein sollte (es dauerte schliesslich länger).
  • Auf der Route hatte ich mir drei Badeplätze markiert, wie diesen hier gleich beim Kontrollpunkt Volg-Supermarkt in Gersau, wo ich mir vorstellte, am Spätnachmittag etwas einzukaufen und dann den Schweiss der Alpenpässe im See abzuspülen:DSCF2878.jpg
    Tatsächlich war es dann 21 Uhr abends, der Laden zu, es goss bei frischen 14°C wie aus Kübeln und die Lust auf ein erquickendes Bad kam nicht so wirklich auf.
  • Schön war, dass es nun im dritten Anlauf/Brevet über weite Stücke mit dem Zusammenfahren geklappt hat - auch dank unserem "disziplinierten" SMS-Kontakt unterwegs. Lustigerweise waren wir bei der Frage nach der aktuellen Position zweimal nur 100 m voneinander entfernt.
  • Sehr erfreulich war auch, dass mir der Mechaniker in Ilanz morgens früh um 7.15 Uhr auf der Strasse vor seinem Radladen einen neuen Schaltzug einzog, und zwar in flotten drei Minuten. Er wollte partout keine Bezahlung dafür (ich werde ihm zum Dank eine schöne Postkarte schicken). Lesson learned: Lieber einen Ersatzschaltzug mitnehmen als z.B. drei Schläuche. Aber eigentlich weiss ich auch, dass nächstes Mal etwas anderes bricht/reisst/abfällt, wie etwa eine Felge, oder ein Schnellspanner oder sonst was.
 
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