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Als hätte ich es wissen können....
randonneur (-euse) [ʀɑ͂dɔnœʀ, -øz] SUBST m, f - randonneur (-euse) = Wanderer (m) /Wanderin (f)
Zwischen Rhein und Seine – RM 1200km
Im Kalender tauchte für das Jahr 2025 ein 1200er in Belgien auf. Natürlich musste ich neugierig auf den Link klicken und schauen, wo die Route entlang führt. Eine Doppelschleife von Jabbeke / Brügge an den Rhein bei Emmerich, bei meiner Familie nahezu vor der Haustür vorbei und nahezu topfeben. Danach zurück zum Start-Zwischenhalt-Ziel und eine Schleife durch Belgien und Nordfrankreich nach Rouen zur Kathedrale.

Luc als Organisator schreibt auf seiner Seite https://www.garde-boue.be/rm-1200
Ein Stück Geschichte
Vor 2000 Jahren war Gallien in drei Teile geteilt, von denen die Aquitanier den südlichsten Teil, die Belger den nördlichsten Teil und die Kelten (in unserer Sprache Gallier) den mittleren Teil bewohnten. Diese drei Völker unterschieden sich in Sprache, Institutionen und Gesetzen voneinander. Die Garumna (Garonne) bildete die Grenze zwischen Galliern und Aquitaniern, die Mátrona (Marne) und die Séquana (Seine) die Grenze zwischen Galliern und Belgiern.
Weitere Informationen hierzu finden Sie in dem Buch: Ave Caesar – Johan De Ryck.
Belgica begann also am Unterlauf des Rheins in nordöstlicher Richtung und reichte südlich bis zur Seine.
„1200 km zwischen Rhein und Seine” können wir also auch als „quer durch das alte Belgica” beschreiben
Soundtrack zum ersten Teil – Don’t Stop Believin’ - Journey
So begab es sich, das sich @Cars10 und ich beide wild entschlossen mit zwei Velomobilen und 40 Mitstreiterinnen und Mitstreitern auf die rund 1200 Kilometer lange Strecke zu begeben.
Am Donnerstag, pünktlich um die Mittagszeit aus der Arbeit geflüchtet machte ich mich mit dem A7 im Auto und reichlich Vorräten auf den Weg nach Belgien.
Am Vorabend waren wir etwas zu spät zum Buffet und durften uns noch zusammen mit Ole, der mir auf seinem Zeltplatz-Stellplatz einen Platz gewährte, über die reichlich vorhandenen Reste hermachen
Direkt zum Start um 6 Uhr gab es die erste Entscheidung zu treffen, gemütlich mit der Gruppe zur Fähre um in 2 Stunden und 18 Minuten nach dem Start die Fähre zu erreichen oder etwas „flotter“ um gegen 7:18 Uhr die frühere Fähre zu erreichen. Wir hatten beide die Fahrkarten vorab ausgedruckt und waren somit hervorragend vorbereitet ;-).
Der Start erfolgte und die gesammelte Gruppe rollte entspannt und der Distanz angemessen vom Hof bei 13 °C vom Hof des Ibis Hotels, wir hinterher.

Für die ersten 5 Kilometer hatten @Cars10 und ich noch einen angenehm entspannten Schnitt von 30,4 km/h und einer Durchschnittsleistung von 175 Watt auf den Pedalen des A7. Dann nachdem uns beiden klar wurde, dass die Fähre vielleicht doch erreichbar wurde kam der Übermut durch.
Für die nächsten 45 Kilometer bis zur Fähre, entlang der Kanäle und breiter, freier Straßen ging die Geschwindigkeit bis auf 49 km/h bei einem Schnitt von 39km/h hoch, ich musste dafür 225W über die Stunde treten, das ist ziemlich genau, der Wert den ich sonst bei FTP-Tests noch trete. Über die Vernünftigkeit können wir jetzt diskutieren, vor allem als Cars10 einen Stein oder Erdklumpen mitnahm und sich einen Schleicher auf den letzten 5 Kilometern zur Fähre zuzog und sicherlich noch mal deutlich mehr Treten musste, wenn er die Fähre erreichen wollte.
Natürlich haben wir es gerade noch rechtzeitig geschafft, mit einrollen auf die Fähre ging die Klappe hoch und wir waren auf dem Weg über die Schelde.
Cars10 hisste erstmal die Paris-Brest-Paris-Flagge auf dem Achterdeck um dann auf der Fähre den Platten zu flicken, mehr schlecht als recht.
Nach der Ankunft in Vlissingen nutzten wir die Gelegenheit Fotos zu machen und den Schlauch zu tauschen.

Einen Frühstückstop in Vlissingen und ein paar Kilometer später kam der nächste Schleicher. Während des Schlauchtauschs zog die erste Rennradfahrer-Gruppe an uns vorbei, natürlich gebührend mit einer La-Ola-Welle gefeiert.

Da wir beide am Wendepunkt eine Schlafgelegenheit hatten, ich in Goch, Cars10 in Weeze, war klar, dass der Tag entspannt entlang der Kanäle und Wege durch die Niederlande laufen durfte.
Für den Rest der Strecke bis zum Rhein hatten wir einen entspannten 29-30er Schnitt bei 151 Watt Leistung. Mit einigen Eis und Essenspausen rollten wir schön unserem Wendepunkt entgegen.

Über schmale Feldwege, teilweise mit spannenden Drift-Einlagen durch Landwirtschaftlichen Verkehr mit Mähmessern auf Velomobilisten-Kopfhöhe und einige Gravel-einlagen auf schmalen Radwegen durch Wunderschöne Landschaft näherten wir uns der ersten Bergwertung, der Heumensebaan zwischen Molenhoek und Groesbeek.
Gut ein Kilometer mit 2,5% Steigung bevor es über die Europaradbahn nach Kleve ging. Dank der Umbauarbeiten an der Emmericher Rheinbrücke, der längsten (KFZ-)Hängebrücke Deutschlands und dank der Farbe auch die Golden-Gate-Bridge des Niederrheins genannt, konnten wir zügig über breite und leere Straßen unseren Wende-Check-Point erreichen.

Wäre da nicht der unfreundliche Niederländer mit Hilfssherrif-Komplex und zwei großen, im Naturschutzgebiet nicht angeleinten Hunden gewesen wären wir sogar noch zwei Minuten eher da gewesen. Das Organisatoren-Team war vor Ort und begrüßte uns herzlich, wir konnten den Brevet-Pass von Klaas, der diesen am vorherigen Stopp vergessen hatte nur an Luc weitergeben da Klaas uns enteilt war. Hier gab es überraschenden Besuch von Eltern, Bruder und Kind 2, die uns eigentlich an der Europa-Rad-Bahn winken wollten. Trotz der Ermahnung von Kind 2 „Papa ist schnell!“ waren wir aber zu schnell und wurden erst am Kontrollpunkt wieder eingeholt.

Cars10 stärkte sich mit einem guten Abendessen für das letzte Stück bis Weeze ich hatte etwas Flüssiges, da ich schon eine große Portion Pasta mit Bolognesesoße in Goch für mich gebucht hatte. Nach einer schönen Abendrunde durch den Niederrhein, begleitet von einem wundervollen Sonnenuntergang, trennten wir uns in Goch. Cars10 wollte in Goch einkaufen und dann in Weeze auf jeden Fall länger schlafen da die Nacht vorher kurz war und die Anreise von gut 200km und der erste Tag noch in den Beinen steckten.
Ich plante ganz lose bis 4 Uhr zu schlafen und dann zu starten, sollte ich nicht eher wieder wach werden.
Um halb drei war ich wach und machte mich, nach auffüllen der Flaschen, um 2:45 Uhr auf den Weg. Die Frage "Warum fährst DU denn für Holland?" meiner Schwester konnte ich mit einem "Das Trikot hat vorne Taschen!" ganz einfach beantworten :-D

Weiter geht es gleich, auf dem Rückweg der ersten Schleife.
randonneur (-euse) [ʀɑ͂dɔnœʀ, -øz] SUBST m, f - randonneur (-euse) = Wanderer (m) /Wanderin (f)
Zwischen Rhein und Seine – RM 1200km
Im Kalender tauchte für das Jahr 2025 ein 1200er in Belgien auf. Natürlich musste ich neugierig auf den Link klicken und schauen, wo die Route entlang führt. Eine Doppelschleife von Jabbeke / Brügge an den Rhein bei Emmerich, bei meiner Familie nahezu vor der Haustür vorbei und nahezu topfeben. Danach zurück zum Start-Zwischenhalt-Ziel und eine Schleife durch Belgien und Nordfrankreich nach Rouen zur Kathedrale.

Luc als Organisator schreibt auf seiner Seite https://www.garde-boue.be/rm-1200
Ein Stück Geschichte
Vor 2000 Jahren war Gallien in drei Teile geteilt, von denen die Aquitanier den südlichsten Teil, die Belger den nördlichsten Teil und die Kelten (in unserer Sprache Gallier) den mittleren Teil bewohnten. Diese drei Völker unterschieden sich in Sprache, Institutionen und Gesetzen voneinander. Die Garumna (Garonne) bildete die Grenze zwischen Galliern und Aquitaniern, die Mátrona (Marne) und die Séquana (Seine) die Grenze zwischen Galliern und Belgiern.
Weitere Informationen hierzu finden Sie in dem Buch: Ave Caesar – Johan De Ryck.
Belgica begann also am Unterlauf des Rheins in nordöstlicher Richtung und reichte südlich bis zur Seine.
„1200 km zwischen Rhein und Seine” können wir also auch als „quer durch das alte Belgica” beschreiben
Soundtrack zum ersten Teil – Don’t Stop Believin’ - Journey
So begab es sich, das sich @Cars10 und ich beide wild entschlossen mit zwei Velomobilen und 40 Mitstreiterinnen und Mitstreitern auf die rund 1200 Kilometer lange Strecke zu begeben.
Am Donnerstag, pünktlich um die Mittagszeit aus der Arbeit geflüchtet machte ich mich mit dem A7 im Auto und reichlich Vorräten auf den Weg nach Belgien.
Am Vorabend waren wir etwas zu spät zum Buffet und durften uns noch zusammen mit Ole, der mir auf seinem Zeltplatz-Stellplatz einen Platz gewährte, über die reichlich vorhandenen Reste hermachen
Direkt zum Start um 6 Uhr gab es die erste Entscheidung zu treffen, gemütlich mit der Gruppe zur Fähre um in 2 Stunden und 18 Minuten nach dem Start die Fähre zu erreichen oder etwas „flotter“ um gegen 7:18 Uhr die frühere Fähre zu erreichen. Wir hatten beide die Fahrkarten vorab ausgedruckt und waren somit hervorragend vorbereitet ;-).
Der Start erfolgte und die gesammelte Gruppe rollte entspannt und der Distanz angemessen vom Hof bei 13 °C vom Hof des Ibis Hotels, wir hinterher.

Für die ersten 5 Kilometer hatten @Cars10 und ich noch einen angenehm entspannten Schnitt von 30,4 km/h und einer Durchschnittsleistung von 175 Watt auf den Pedalen des A7. Dann nachdem uns beiden klar wurde, dass die Fähre vielleicht doch erreichbar wurde kam der Übermut durch.
Für die nächsten 45 Kilometer bis zur Fähre, entlang der Kanäle und breiter, freier Straßen ging die Geschwindigkeit bis auf 49 km/h bei einem Schnitt von 39km/h hoch, ich musste dafür 225W über die Stunde treten, das ist ziemlich genau, der Wert den ich sonst bei FTP-Tests noch trete. Über die Vernünftigkeit können wir jetzt diskutieren, vor allem als Cars10 einen Stein oder Erdklumpen mitnahm und sich einen Schleicher auf den letzten 5 Kilometern zur Fähre zuzog und sicherlich noch mal deutlich mehr Treten musste, wenn er die Fähre erreichen wollte.
Natürlich haben wir es gerade noch rechtzeitig geschafft, mit einrollen auf die Fähre ging die Klappe hoch und wir waren auf dem Weg über die Schelde.
Cars10 hisste erstmal die Paris-Brest-Paris-Flagge auf dem Achterdeck um dann auf der Fähre den Platten zu flicken, mehr schlecht als recht.
Nach der Ankunft in Vlissingen nutzten wir die Gelegenheit Fotos zu machen und den Schlauch zu tauschen.

Einen Frühstückstop in Vlissingen und ein paar Kilometer später kam der nächste Schleicher. Während des Schlauchtauschs zog die erste Rennradfahrer-Gruppe an uns vorbei, natürlich gebührend mit einer La-Ola-Welle gefeiert.

Da wir beide am Wendepunkt eine Schlafgelegenheit hatten, ich in Goch, Cars10 in Weeze, war klar, dass der Tag entspannt entlang der Kanäle und Wege durch die Niederlande laufen durfte.
Für den Rest der Strecke bis zum Rhein hatten wir einen entspannten 29-30er Schnitt bei 151 Watt Leistung. Mit einigen Eis und Essenspausen rollten wir schön unserem Wendepunkt entgegen.

Über schmale Feldwege, teilweise mit spannenden Drift-Einlagen durch Landwirtschaftlichen Verkehr mit Mähmessern auf Velomobilisten-Kopfhöhe und einige Gravel-einlagen auf schmalen Radwegen durch Wunderschöne Landschaft näherten wir uns der ersten Bergwertung, der Heumensebaan zwischen Molenhoek und Groesbeek.
Gut ein Kilometer mit 2,5% Steigung bevor es über die Europaradbahn nach Kleve ging. Dank der Umbauarbeiten an der Emmericher Rheinbrücke, der längsten (KFZ-)Hängebrücke Deutschlands und dank der Farbe auch die Golden-Gate-Bridge des Niederrheins genannt, konnten wir zügig über breite und leere Straßen unseren Wende-Check-Point erreichen.

Wäre da nicht der unfreundliche Niederländer mit Hilfssherrif-Komplex und zwei großen, im Naturschutzgebiet nicht angeleinten Hunden gewesen wären wir sogar noch zwei Minuten eher da gewesen. Das Organisatoren-Team war vor Ort und begrüßte uns herzlich, wir konnten den Brevet-Pass von Klaas, der diesen am vorherigen Stopp vergessen hatte nur an Luc weitergeben da Klaas uns enteilt war. Hier gab es überraschenden Besuch von Eltern, Bruder und Kind 2, die uns eigentlich an der Europa-Rad-Bahn winken wollten. Trotz der Ermahnung von Kind 2 „Papa ist schnell!“ waren wir aber zu schnell und wurden erst am Kontrollpunkt wieder eingeholt.

Cars10 stärkte sich mit einem guten Abendessen für das letzte Stück bis Weeze ich hatte etwas Flüssiges, da ich schon eine große Portion Pasta mit Bolognesesoße in Goch für mich gebucht hatte. Nach einer schönen Abendrunde durch den Niederrhein, begleitet von einem wundervollen Sonnenuntergang, trennten wir uns in Goch. Cars10 wollte in Goch einkaufen und dann in Weeze auf jeden Fall länger schlafen da die Nacht vorher kurz war und die Anreise von gut 200km und der erste Tag noch in den Beinen steckten.
Ich plante ganz lose bis 4 Uhr zu schlafen und dann zu starten, sollte ich nicht eher wieder wach werden.
Um halb drei war ich wach und machte mich, nach auffüllen der Flaschen, um 2:45 Uhr auf den Weg. Die Frage "Warum fährst DU denn für Holland?" meiner Schwester konnte ich mit einem "Das Trikot hat vorne Taschen!" ganz einfach beantworten :-D

Weiter geht es gleich, auf dem Rückweg der ersten Schleife.

































