Aus dem Leben eines EVO-R

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Es gibt viele schnellere Reifen als den Durano. Und es gibt viele robustere Reifen als den Durano. Aber kaum einer bringt beides so gut unter einen Hut wie der Durano. Ich hatte mit denen bisher nur eine Panne, und da war das Gummi auf der Lauffläche bis auf die Karkasse runtergefahren. Rundum !

@Joerg046 ist auf seinem Evo-R einen Teil von ROAM mit dem Tryker gefahren. Soll auch nicht sooo langsam gewesen sein, ich meine mich nur an den leicht erhöhten Wendekreis zu erinnern.
 
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@Joerg046 ist auf seinem Evo-R einen Teil von ROAM mit dem Tryker gefahren. Soll auch nicht sooo langsam gewesen sein, ich meine mich nur an den leicht erhöhten Wendekreis zu erinnern.
Ich bin fast 5000 km mit dem Tryker gefahren, der hat sich kaum abgenutzt, weil es kaum Kurven gab.
Bremsen musste ich auch nicht, das hat @madeba für mich gemacht :eek:

Auf den rauhen Strassen lief der deutlich besser und schneller als der Kojak.
War ein Vorserien-Testreifen.

In USA kann man ja überall mit einem Sattelschlepper umdrehen, da war das auch mit dem 40er Tryker im R kein Problem...
 
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Der Winterschlaf ist vorbei.

Winter ist bei uns Ruhezeit. Zum Glück fährt Dynamik bei Schnee und Matsch nicht in der Weltgeschichte rum. Das ist nichts für Prinzessinnen. Dynamik hat die Zeit genutzt, um Verbesserungen anzubringen. Nützen tut es zwar meistens nichts aber es ist gut gemeint.

Als erstes gab es dickere Stormstrips. Denn wenn dünne schon soviel helfen, dann müssten dickere ja direkt sensationell sein. Und - fast noch wichtiger - jetzt habe ich Stormstrips oben und unten. Denn - ist ja vollkommen logisch - Querwind gibt es unten durch genau so gut wie oben drüber. Die Wirkung sei umwerfend. Hoffentlich nicht allzu wörtlich.

20190228_123401.jpg

Stormstrips oben und unten

Als nächstes hat Dynamik hinten die Felgenbremse durch eine hydraulische Scheibenbremse ersetzt. Jetzt geht das Bremsen viel gefühlvoller. Dumm ist nur, dass man diese Bremse gar nicht verwenden darf. Die Wirkung kann echt "umwerfend" sein. Es sei nur als Notbremse gedacht, quasi als Redundanz.

Des weiteren hat Dynamik die Umwerfer-Befestigung "modifiziert". Schön ist anders, aber jetzt kann man tatsächlich alle drei Blätter schalten. War ja auch langsam Zeit.

20190228_123328.jpg

Gekröpftes Umwerferrohr

Die dritte Modifikation war nicht gerade eine Erfolgsgeschichte: Hydraulische Bremsen für die Vorderräder. Wie erklärt man denen, dass sie links und rechts exakt das gleiche tun müssen und zwar exakt zur gleichen Zeit. Ich glaube, da braucht es einen Mechaniker und nicht einen Dynamiker. Jetzt habe ich wieder gekoppelte Seilzugbremsen. Die funktionieren.

Die letzte Modifikation hingegen war ein voller Erfolg: Elastomer-Federbeine. Geschmeidig und ruhig fliegen wir über alle Unebenheiten, wie es sich für eine Prinzessin geziemt. Grosses Dankeschön an Roland.

20181220_094928.jpg

Elastomere haben die Stahlfedern ersetzt

Neue Reifen vom Typ Tryker hat Dynamik auch aufgezogen. Sehen hübsch aus aber schleifen ein bisschen in scharfen Kurven. Er bleibt wohl besser den Duranos treu.

Nun kann der Frühling kommen. Zur Einstimmung eine kleine Tour de Suisse, dann solls ein Rennen um den Genfersee geben und als Höhepunkt die Akropolis von Athen.
 
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Der Winterschlaf ist vorbei.

Die letzte Modifikation hingegen war ein voller Erfolg: Elastomer-Federbeine. Geschmeidig und ruhig fliegen wir über alle Unebenheiten, wie es sich für eine Prinzessin geziemt. Grosses Dankeschön an Roland.
Are these better than the springs? How come? I am having issues with the steel springs recently. Is the elastomer stronger or weaker?
 
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Are these better than the springs? How come? I am having issues with the steel springs recently. Is the elastomer stronger or weaker?
It has been discussed that these should have a better damping potential. But as always, there are many opinions out there so you will have to give it a try and make you own experience. They are lighter that the steel version. This is something I would consider as an argument even the other abilities are almost equal.
 
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sind das neue Erkenntnisse - so wie du dein Federbein befüllt hast...
wenn ich das richtig sehe - 3mal dicke, und auch keine blauen (?)

ich hab ja für meinen Geschmack zuwenig positiven Federweg mit den Elastomeren
 
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??
hat Roland neue Elastomere ?
blau sind doch die extra-weichen (für negativen Federweg) - die du mit Finger quasi zusammendrücken kannst..
die braunen sind die "harten"
 
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Dummerweise sind die Veränderungen nicht messbar sondern nur subjektiv bewertbar.
Da hast Du vollkommen recht. Nach 15'000 km beherrsche ich mein VM natürlich auch etwas besser. Trotzdem, das Fahrgefühl ist wirklich viel entspannter. Jetzt kann man 70 kmh fahren, vorher war es eher ein Hochseilakt.

Uebrigens mit dem Bernoulli-Ansatz kommt man natürlich zum Schluss, dass bei Querwind auch durch den Windanteil, der unten durchfliesst, eine Querkraftkomponente entsteht und nicht nur durch den Windanteil, der oben drüber fliesst. Und da Stormstrips in Fahrtrichtung verlaufen, ergeben sie keinen nennenswerten Fahrwiderstand.
 
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Uebrigens mit dem Bernoulli-Ansatz kommt man natürlich zum Schluss, dass bei Querwind auch durch den Windanteil, der unten durchfliesst, eine Querkraftkomponente entsteht und nicht nur durch den Windanteil, der oben drüber fliesst.
Hm - hm
Aber wo greift die entstehende Kraft an? Darf man sie zu einem "Angriffspunkt" bzw. -linie zusammenfassen oder verteilt sie sich über die Karosserie.
Im letzteren Fall wären die weiter unten angreifenden Teilkräfte ja gar nicht so schlecht, da sie weniger Kippmoment erzeugen und trotzdem dem Vortrieb durch Seitwind zu Gute kommt.
 
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Der störende Sog bei Querwind entsteht bei der Krümmung. Mit Stormstrips erzeugt man Wirbelablösung kurz vor der Krümmung und damit weniger Sog. Die tief unten angreifenden Querkräfte ergeben weniger Kippmoment und stören deshalb weniger. Mit den drei Stormstrips spüre ich die Wirbel bei entgegenkommenden Lastwagen schon noch aber weniger heftig. Man erschrickt nicht mehr.
 
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Ich habe mich tatsächlich 40 Jahre mit Bauwerksschwingungen befasst und am Schluss die vielen Fehler, die ich gemacht habe, in einem Buch (Bauwerksdynamik ... beim Springer Verlag) zusammengefasst. Bei Windproblemen, die eigentlich auch dazugehören, habe ich mich (ausser bei einfacheren Problemstellungen wie Wirbel-induzierte Schwingungen bei schlanken Bauwerken) eher zurückgehalten. Das ist nämlich ein ganz heisses Eisen und ist praktisch nur durch Modellversuche zu meistern.

Beim EVO-R haben wir so etwas wie eine Tragfläche eines Flugzeuges, allerdings um 90 Grad gedreht. Kommt der Wind exakt von vorne, haben wir, bedingt durch den Bernoulli-Effekt, einen Unterdruck auf der Seitenfläche des EVO-R. Der ist links und rechts gleich gross und gleicht sich somit aus. Kommt der Wind leicht von der Seite ist die Windgeschwindigkeit auf der windabgewandten Seite grösser und der Unterdruck entsprechend grösser. Es ergibt sich eine resultierende Querkraft. Beim Flügelprofil entspricht dies dem Auftrieb, beim VM verursacht das Ärger.

Nun ist mein EVO-R noch lange kein Flugzeugflügel. Die Umströmung ist viel komplizierter. Mit den Stormstrips störe ich die laminare Umströmung und hoffe das sich dadurch auch der Unterdruck und dadurch auch die Querkraft verringert.

Ich werde mal die Stormstrips wegnehmen und schauen, ob die Verbesserung echt ist oder nur eingebildet.
 
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So jetzt habe ich die Tagebuchnotizen von Dynamik doch noch gefunden. Wir sind nämlich fast vier Wochen unterwegs gewesen. Und in vier Wochen kann viel passieren. Vorallem mit einem Velomobil. Dynamik hat sich ausnahmsweise recht gut vorbereitet. Als erstes hat er an der Genferseeumrundung teilgenommen. Das sind immerhin 175 km. Und dann hat er noch etwas Höhentraining absolviert: Yverdon - Vallorbe - Pontarlier - Ste. Croix - Yverdon. Das sind zwar nur 100 km aber immerhin 2000 Höhenmeter. Das sei, um die Angst vor den Bergen zu vertreiben. Ich habe neue Vorderreifen bekommen und sonst noch einiges, aber darüber hat Dynamik ja schon berichtet. Schauen wir doch, was in seinem Tagebuch steht:

Domodossolla, 6.6.19

Montalchez - Domodossola

Vor etwa einem halben Jahr hat mir meine liebe Gattin ein Buch in die Hand gedrückt. Ich müsse das unbedingt lesen, denn es sei unglaublich spannend und lustig. Der Titel war schon viel versprechend: "My family and other animals" von Gerald Durrell und handelt von seiner Jugend in Korfu. Seine Familie ist 1935 nach Korfu ausgewandert, weil das Wetter in England einfach zu schlecht war. Das Buch scheint etwas ansteckendes zu haben, denn wegen diesem Buch befinde ich mich mit meinem Velomobil EVA auf dem Weg zu dieser wunderschönen Insel. Dass ich dabei "unbekannte Länder" wie Kroatien, Monte Negro und Albanien durchqueren werde, ist mir erst kurz vor der Abreise bewusst gewoden.

Heute morgen um 7 Uhr ging's los. Zuerst zum Genfersee und dann der Rhone entlang. Die Strecke ist ideal für ein VM, denn hier hat die Rhone praktisch keine Gefäll. In St. Maurice gab's die obligate heisse Schokolade mit Kuchen. Ab Sion wurde es etwas harzig. Schliesslich hatte ich schon 150 km hinter mir. Zum Glück winkte mir eine Gruppe Schülerinnen zu und die mutigste rief:"Mais Monsieur, vous êtes génial!". Nacher gings grad etwas besser.

In Brig habe ich gerade noch den Autozug erwischt und gegen acht Uhr, nach 230 km, Domodossola, mit seiner wunderschönen Altstadt, erreicht. Das Hotel Corona, das ich bereits von meiner Apulienreise her kenne, scheut keine Mühe, um die Gäste zu verwöhnen. Sogar EVA hat einen Ehrenplatz in der Reception bekommen.

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Domodossola by night

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Ehrenplatz für EVA
 
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