ALU schweissen, womit, wasfür draht, wie lernen?

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ich würde evtl. gern anfangen alu zu schweissen.
dabei taucht natürlich die frage auf, wie und womit etc?
vorher aber erstmal hab ich fragen zu gerätschaften:

geschweisst werden sollen einige alu-vierkantrohre, 30x30x2mm, 40x40x3mm und ähnliches, also nicht ganz dünnes.
an die rohre sollen zb einige aluplatten 3-5mm dick angeschweisst werden.
dazu würde ich mir halterungen bauen so das die zu schweissenden stücke genau positioniert werden können, aufgabaut mit bosch-profilen, von denen hab ich noch einige von meinem quad-bau.

nun zu den geräten.
wie wäre es mit zb so einem schweissgerät:
https://www.ebay.de/itm/WIG-Schweisgerat-200-Ampere-IGBT-Inverter-TIG-MMA-DC-E-Hand-HF-Zundung-230-V/273871044211?_trkparms=aid=555018&algo=PL.SIM&ao=1&asc=20140117130753&meid=6ed84cf94fbc4385ac79df38bcd186c2&pid=100005&rk=6&rkt=12&sd=143288977251&itm=273871044211&_trksid=p2047675.c100005.m1851

wie wäre es mit solch einer schweissmaske:
https://www.ebay.de/itm/Schwarz-Solar-Schweisschirm-Schweismaske-Automatik-Schweishelm-Schweisschild-DE/233149490206

tips, anregungen anmerkungen und informationen warum zb die geräte nichts taugen immer bitte gerne hier reinschreiben.

anfangen wollte ich erstmal emit in paar platten an ein paar rohre schweissen und ein paar rohre miteinander verbinden.

wenn ich dann ein wenig übung habe wollte ich erstmal die schwingen schweissen.
diese sollen so aufgebaut werden wie bisher auch, also mit platten an 30er vierkantrohren, nur das ich noch ein rohr 10x10 oder 20x20 diagonal einschweissen wollte zum oberen punkt der platte, das die schwinge steifer wird.

ich hoffe einige können sich vorstellen was ich meine.
wenn ich da jetzt zu blauäugig dran gehe, bitte ich um aufklärung :)
bevor ich geräte hole und üben anfange werde ich natürlich noch einiges lesen und brauche natürlich noch weitere info's
zb: welchen schweissdraht nimmt man genau für alu?
sollte doch lieber erstmal stahl schweissen angesagt sein (weil alu doch soooo schwer zum anfangen ist?), wasfür draht, gibt's da tabellen?

fals der zufall es so will und es in HH jemanden gäbe der mir mal die ersten handgriffe schweissen zeigen könnte, bitte auch gerne melden, ich kenne da leider niemanden in meinem bekanntenkreis.
da ich nur wenig geld habe kommt ein schweiss-lehrgang nicht in frage.
 
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Damit nicht. Für Alu brauchst du ein Gerät, was auch AC (Wechselstrom) erzeugen kann. Und nicht jede Alusorte ist überhaupt schweißbar. Manche Alusorten brauchen nach dem Schweißen eine Wämebehandlung, wenn die Festigkeit eine Rolle spielt.

Das ist auf jeden Fall der Preis-Leistungs-Sieger. Es kommt darauf an, dass die Maske eine ausreichende Verdunklung hat und schnell genug abdunkelt. Evtl hilft ein Vergleich mit einem hochpreisigen Modell, von 3M vielleicht.

fals der zufall es so will und es in HH jemanden gäbe der mir mal die ersten handgriffe schweissen zeigen könnte, bitte auch gerne melden, ich kenne da leider niemanden in meinem bekanntenkreis.
da ich nur wenig geld habe kommt ein schweiss-lehrgang nicht in frage.
Der Sprung von Null auf Alu Schweißen mit wenig Geld ist ziemlich groß, vorsichtig ausgedrückt. Unterstützung von kundiger Seite wäre sicher nicht schlecht. Plane aber auf jeden Fall einen mehr oder weniger langen Lernprozess ein. Im Vergleich der verschiedenen Schweißarten scheint mir WIG eher die Kunsthandwerk-Variante zu sein... Aber ich bin auch nur Laie.

Es gibt auch die Möglichkeit, Alu hartzulöten. Mehr als das, hm, Produktplacement-Video vom Bert Schanner auf Youtube kenn ich da aber auch nicht. Alu-Reibelot ist das Stichwort.

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über löten hab ich auch schon nachgedacht, aber das ginge ehr bei steck-rohr verbindungen und wenn nicht so beantsprucht wären die nähte dann
-meine meinung-
aber super idee!

hintergrund des ganzen ist das ich mit den profilen soweit zwar gut klar komme, gerade zum testaufbau, weil man diese auf einer achse, der längsachse wunderbar verschieben kann und so super korrigieren, ändern, optimieren kann.
aber, es wiegt.

bei meinem quad ist das bisher grob kalkuliert so: ich hab keine passende waage womit ich messen könnte was das teil real wieg, unsere körperwaage ist aus glas, soll nicht kaputt gehen.
4Räder =8kg
ZG =2kg
Kurbel =2kg
Bremsgriffe mit bowdenzug usw=1kg
Ketten =2kg(ca 3 ketten 2x single(hier bleibt eine 1/3 ca reststück) und 1x8-fach)
Aluachsen=1kg
Bundlager 20x37, 9stk=3kg
aluplatten = ca 2kg (alle 21stk, gemittelt 10x15cm 4mm alu)
sitz, novosport M= ca.2kg
3xDämpfer= 1,5kg
ca 100schrauben und muttern/scheiben= 3kg?
----------------------------------
zusammen=27,5kg

dazu kommt dann noch der rahmen und der ist so ziemlich das einzige wo ich was einsparen kann.

mit den profilen ist mir auch aufgefallen das die sich, wenn man die M8 schrauben richtig 'anknallt' damit es auch SICHER fest ist, quetschen/eindellen, ausser, wie ich an wichtigen stellen schon vorgegangen bin, mann macht sich 5mm aluplatten als u-scheiben statt der 8,4x30mm edelstahl-karosseriescheiben, parallel zum leichterbau werde ich das mit den eigenbau-alu-scheiben weiter ausbauen mit der zeit.

ausser mit schweissen hab ich auch nachgedacht (wengen obigem) ob ich doch mit 'normalem 30x30x2 vierkantrohr' weiter mache/austausche, sobald die dimensionen fertig sind -die boschprofile kann ich später für andere sachen weiter nutzen, zb für werkzeugtische usw, da geht nur wenig 'verloren'. wobei das mit den versteifungs-hülsen nervig ist diese, dann auch in der richtigen reihenfolge, alle so rein zu pfriemeln beim zusammenbau ;-) das ist aber kein kern-problem sondern ehr meine ungeduld.... ;-)

allein mit dem umstieg auf 'normales vierkant-rohr könnte ich wohl am rahmen selbst ca 50% gewicht sparen (geschätzt, nicht gewogen).

selbst über carbon oder CFK denke ich nach aber das ist viel viel sauerei mit chemie und braucht gtenaueres fachwissen über material-dicken, laminieren usw, usw....

irgendwie bin ich da etwas unschlüssig momentan und könnte ein paar blicke 'von aussen' bzw erfahrungen gebrauchen :)
meinen 'panzer' kann ich derzeit kaum heben und ich werde nicht jünger :) schätz so 35-38kg wiegt der wohl derzeit......
 
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Mit Stahl kann man viel ausprobieren, es ist schnell zusammengebraten und mit einer Flex genauso schnell wieder auseinander, es braucht nur Wandstärke für ein einfaches Schweißgerät was es nicht besonders leicht macht und man muss es irgendwie vor Rost schützen.

Alu ist fast immer leicht, auch wenn die Teile mal dicker sind, aber nicht so flexibel und einfach zu verarbeiten.

Mit Carbon geht alles leicht und steif, dafür ist es echt nicht schön wenn man es frei verarbeitet und recht teuer.

Ich denke du solltest mal mit Stahl rumprobieren wenn du es langsam angehen lassen willst, wenn du dir sicher bist kannst du aber auch gleich ein ordentliches Schweißgerät für ein paar Hunderter kaufen und Richtung Alu gehen.
 
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Wenn die Geometrie nicht gar zu kompliziert ist, habe ich bei Aluverbindungen mit einer kombinierten Klebe-Niet-Technik sehr gute Erfahrungen gemacht. An Stoßstellen der Aluprofile seitlich passend geschnittene Alubleche auflegen, festklemmen, Löcher für Popnieten bohren. In jedes Profil mindestens für zwei, besser drei Nieten. Alle Teile entfetten, dann die zu vernietenden Flächen anschleifen und nochmals reinigen. Mit Uhu Endfest 300 verkleben und sofort vernieten. Austretenden Klebstoff abwischen, Klebung 24h bei Zimmertemperatur aushärten lassen, oder noch besser bei höheren Temperaturen (geht auch schneller). Dank der Nieten kann man auch gleich an den nächsten Verbindungen weiterarbeiten.

So hergestellte Verbindungen sind dauerfest, auch gegen Vibration und Stösse. Nach Ausbohren der Nieten lassen sie sich zur Not durch Erhitzen lösen, der Kleber wird bei grosser Hitze weich (Gasbrenner, gute Belüftung).
 
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Ich denke du solltest mal mit Stahl rumprobieren wenn du es langsam angehen lassen willst, wenn du dir sicher bist kannst du aber auch gleich ein ordentliches Schweißgerät für ein paar Hunderter kaufen und Richtung Alu gehen.
plus noch einen Hunderter oder mehr für die Argon-Flasche.
plus Druckminderer. (30EUR?)
Das Wig-Teil von Ebay kann anscheinend nichtmal Pulsen. Schon sehr spartanisch. Vielleicht doch etwas mehr ausgeben?

Dann weiter, das eigentliche Schweißen.
Die Gasflasche einfach auf den Boden legen und das Gerät daneben stellen? Ja geht, aber schön ist irgendwie anders.
Dann braucht man irgendwas, wo man das Werkstück fixiert. Was hitzefestes. Evtl eine Eisenplatte auf der Werkbank, plus irgendelche Magnete/Klemmen?
Der Ort sollte gut belüftet sein, wegen Schweißrauch und wegen Argon. Das ist schwerer als Luft, also eher nicht im Keller.

Schweißen ist nicht einfach bloß das Gerät. Das zieht mehr nach sich. Darüber muß man sich klar sein.

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Weltreisenden wird immer gerne zu einfacher Technik geraten, die jeder Dorfschmied in irgendwelchen abgelegenen, armen Ecken der Welt reparieren kann.
Geschweißte Alukonstruktionen zählen eher weniger dazu.
Und das hat nicht nur mit der ggfs. nicht vorhandenen Technik zu tun. Eher ist es die notwendige Fachkenntnis, um material- und anforderungsgerecht arbeiten zu können.
Jetzt willst Du zwar nicht auf Weltreise gehen, aber wenn ich mir mal den Schmied und seine Schmiede ansehe dann ist die Situation vielleicht ein wenig vergleichbar? :whistle:;)(Da ich selber nur Laie mit Holzschuppen bin erlaube ich mir das mal )

Hier im Forum habe ich schon oft von gebrochenen Aluverbindungen gelesen und für mich den Eindruck gewonnen, das Aluschweissen nicht so einfach ist, wie es aussieht. Zumindest nicht, wenn die Konstruktion Schwingungen und wechselnden Belastungen ausgesetzt ist.

Im Fahrradrahmenbau hat Stahl sich bis heute halten können, weil Stahl spezifische Vorteile haben kann und nicht zwingend Mehrgewicht bedeuten muß.
Das im Hinterkopf behaltend und die einfachere Verarbeitung im Blick ist Stahl für Bastler wie Dich und mich die richtige Wahl.
Die ganzen Selbstbauer-Seiten zB. aus der Liegerad- und Lastenradszene zB. sprechen da eine deutliche Sprache.

So ein einfaches Mig-Mag-Gerät ist erschwinglich und m.E. eine gute Wahl für den Einstieg.
Nicht ganz unwichtig ist aber auch, wo Du schweißen wirst. Vom WIG heisst es zwar, man könne es am berühmten Küchentisch nutzen. Aber in der Realität gehören ja auch noch flexen, feilen, sägen etc. dazu, was man vielleicht nicht in der Küche erledigen möchte oder darf.
Mig/Mag erzeugt deutlich Schweißrauch und Spritzer, aber es eignet sich dafür auch für draußen, wenn man ein wenig auf Windschutz achtet.

Du denkst sicherlich von selber dran, aber trotzdem: vor dem Kauf checken, ob der Stromanschluß am Arbeitsplatz zum Gerät passt.

als der zufall es so will und es in HH jemanden gäbe der mir mal die ersten handgriffe schweissen zeigen könnte,
Das wäre wirklich prima und viel besser als alle Tips aus dem Netz. Da drücke ich dir die Daumen!
 
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Du könntest Patrick @Jack-Lee wegen eines guten und günstigen Gerätes fragen, er hatte auf dem Schweißkurs mehrere gute Hinweise. Patrick findet Alu-Schweißen nicht schwerer als Wig-Stahlschweißen (Wenn man stahlschweißen beherrscht :p )
Viel Erfolg bei Deinem Projekt,
Gruß Krischan
 
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sollte doch lieber erstmal stahl schweissen angesagt sein (weil alu doch soooo schwer zum anfangen ist?),
Klares "Ja".
An Stahl unter Schutzgas halbwegs haltbar zu Schweißen, kann man in einigen Tagen lernen. Der Schweißverzug ist überschaubar und gut korrigierbar.
Aluschweißen ist nicht nur schwieriger, der Schweißverzug viel größer und schlechter zu korrigieren.
Alu muss für tragende Konstruktionen (Fahrradrahmen: ja, Kamerahalter: nein) auch fachgerecht wärmebehandelt werden, sonst hält es nicht. Das gelingt selbst Profis manchmal nicht.
 
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Das stimmt, aber solche Stahlrohre kann man auch nicht einfach schweißen.
Da war ich wohl etwas zu ungenau mit der Formulierung. Hatte gar nicht mal an Speziallegierungen gedacht, sondern an konstruktive Feinheiten. Im Sinn hatte ich eher "man kann auch mit Stahl so bauen, das sich das Mehrgewicht in Grenzen hält".
 
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… Im Vergleich der verschiedenen Schweißarten scheint mir WIG eher die Kunsthandwerk-Variante zu sein...
Aus eigener Erfahrung, WIG ist Kunsthandwerk. Alu ist dann noch die Steigerung.
Ich hab ein wenig Erfahrung mit verschiedenen Schweißverfahren, WIG ist schön, aber lernintensiv. Und ohne guten Lehrer sehr schwierig zu lernen.
 
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na dann bleib ich bei meinem ja nur 'ein projekt' bei dem was ich kann.
es sei denn ich kann mal bei wem etwas lernen gehen in und um HH was schweissen angeht ;-)
 
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Wenn es weiter hin bei Aluminium bleiben soll, würde ich auch zu dem Kompromiss mit genieteten Knotenblechen raten. Als schönes Beispiel: Das Avial Bike ( https://avialbikes.com/wp-content/uploads/2019/01/2-2.jpg )
ja, genietet ist auch noch eine option.
hab da aber kaum erfahrungen mit, bei den paar nieten die ich in meinem leben gesetzt hab, kam es nicht auf belastbarkeit an sondern ehr daran 'irgendwas, irgendwie an zu nieten', also keine belastbaren rahmen oderso ;-)

gibt es da quellen mit tabellen usw das man sich das mal anschaut wasfür nieten usw man verwendet?
könnte mir zb gut vorstellen das die vorderachse, da zb die dreieckslenker, mal neu gemacht und die dann genietet wird.
 
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Alu schweißen ist garnicht so schwer. Ich empfinde es erheblich schwerer dünnwandige Stahlrohre zu verbinden. Wichtig bei Alu ist : Sauberkeit!
Keine Grate, Fett, Schmutz, o.ä. Und natürlich kein Sauerstoff (auf guten Gasschutz durch "Jumbodüse" mit "Gaslinse" achten. 12l/min Gasstrom ist normal bei 3mm dickem Material). Bei sehr dünnwandigem Rohr auch formieren/Wurzelschutz anwenden. Ansonsten ist Alu eigentlich recht dankbar, da kann man auch mal 2mm Spalt problemlos "zubraten" ohne das die Haltbarkeit leidet.
Wärmebehandlung kann man "LowCost" via Pulverung machen. 2h @ 195-210°C ist ausreichend für ca. 75-80% der ursprünglichen Festigkeit bei AW6060.
 
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