3 VMs 4 France Reprise 2018

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Wir sind schon ganz nah an der Grenze, daher haben wie noch etwas einkauft. Die letzten 2 Flaschen Orangina von denen eine das Land nicht verlassen wird und 4 Entenbeine entführen wir nach Deutschland. Die hätten wir eigentlich heute morgen selbst erlegen kömnen als 8 Enten und ein Reiher gelangweilt über den Radweg schlenderten. Die brachten erst mal mehrere Radfahrer zum Stillstand. Der Reiher flatterte dann doch mal hoch, setzte sich wieder und flog wieder hoch..... Bild folgt :) schmeckt Reiher??
 
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...... und es war noch (!) wärmer als gestern :( gibt es einen „Schmelz“ Smiley? :cry: So wurden es 116 sehr sehr sehr warme Kilometer. Wir sind noch ca. 40 km dem EV 6 gefolgt, immer noch sehr gute Strecke, nur durch Mühlhausen durch eher mühselig und zeitaufwendig. In Weil am Rhein sind wir dann wieder auf unseren geplanten Track gewechselt. Schatten war wieder Mangelware, die Temperatur im VM ging immer wieder auf 40 bis 43 Grad, mein Hirn schmolz. Also viele Pausen im Schatten und das heute morgen erworbene Kühltuch wieder nass machen. Das funktioniert prima solange es feucht ist, aber bei den Temperaturen ist das leider nur sehr temporär. Also immer wieder nass machen und die Kernschmelze etwas verzögern.

Heute morgen bekamen wir un Mühlhausen noch ein paar „geniale!!“ und Daumen hoch, ein netter einheimischer Radfahrer lies es sich nicht nehmen, uns zum nächsten grossen Supermarkt zu eskortieren...... und dann waren wir wieder in Deutschland und wurden auf der gut befahrenen Bundesstrasse hartnäckig, häufig und laut daran erinnert, das wir den Dosen im Weg sind ...... :(

Jetzt sind wir auf dem Campingplatz und durften erstmal lernen, das man nur etwas zu trinken bekommt wenn man sich hinsetzt und der Tante Händchen gibt..... haben die Angst wir klauen ihre Gläser?? Wir wollten doch nur ein Radler zum Zelt aufbauen und hätten die Gläser brav zum essen wieder mitgebracht. Das einchecken dauerte ziemlich ewig, vor uns eine Grossfamilie, da hätte das Radler schon Spass gemacht... nun denn, man muss das Etablissment ja nicht wieder beehren :). Jetzt carboloading!
 
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ja nicht wieder beehren
Da mußte dann aber auch schreiben, um welchen CP es sich denn handelt. Sonst könnte ja anderen der Fauxpas mit dem unrechtmäßig verlangten Radler auch passieren, und das kann ja keiner wollen!
 
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Da mußte dann aber auch schreiben, um welchen CP es sich denn handelt.
Waldshut-Tiengen! Da waren wir schon mal uns waren ganz zufrieden, da wollten wir aber such kein Glas 15 m (!) weiter auf die Zeltwiese entführen ...... :whistle:

Heute mirgen dann direkt noch so eine Erfahrung der dritten Art: 6.45 Uhr gestartet, im nächsten Käffel ein Bäcker und ein Metzger. Oh dachte ich, Mettbrötchen! Mjammmm! Es ist 6.57 Uhr, die Ladentür offen, aber es steht noch ein Schild in der Tür über das ich erwartungsfroh drüber schaue. „Mir hebbe noch gschlosse!“ wurde mir mitgeteilt. Aha, also ab zum Bäcker und dort ein Bütterchen (übrigens sehr wohlschmeckend) erworben. Nachdem wir den Bäcker verliessen, war auch der Metzger „geöffnet“. Was geht bloss in den Köpfen vor? :confused: Egal, wir können zuhause schon riechen :).
 
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Wir sind zurück, wohlbehalten und positiv von Leistungen und Erlebnissen der 3 vergangenen Wochen erschöpft.

Etwas weiter vorne in diesem thread hatte ich ja bereits ein paar Worte über die Reise gefunden - eine Woche fahren, gemischt mit sightseeing, dann eine Woche Urlaub und sightseeing, und nochmals eine Woche Rückfahr, wieder gemischt mit sightseeing. Gestartet haben wir am Samstag, den 7. Juli., in Chinon angekommen sind wir am Freitag Abend, den 13. Juli, nach 990 km. Nach einer Woche Aufenthalt mit 160 km begann die Rückfahrt wieder am Samstag Morgen, den 21. Juli, Ankunft in Konstanz am Freitag, den 27. Juli nach 942 km. Macht, alles zusammen, 2093,5 km.

Anna wird über ihre gemachten Erfahrungen sicherlich noch mehr und genauer schreiben, darum werde ich mir einiges sparen. Für sie war es schliesslich die erste große Velomobilreise, für mich nicht. Nachdem ich letztes Jahr ja zur Jupp-Schule gegangen bin und den 3-wöchigen Sommerkurs erfolgreich abgeschlossen hatte, wusste ich ziemlich genau, was mich erwarten wird, und das war auch so. Wir die Planung nur ehr rudimentär gemacht und nur formale 200-km-Strecken geplant, uns aber die Campingplätze zur Übernachtung nach Lust und Erschöpfungsgrad gesucht. Das hatte natürlich hier und da ein Ändern der Route erfordert, aber wir sind ja im Urlaub, also alles kein Problem. Die Hinfahrt war, rein theoretisch, eigentlich mit 6 und die Rückfahrt mit 5 Tagen geplant gewesen, letzten Endes hatten dann aber, weil wir - vor allem wegen der Hitze auf der Rückfahrt - beide Fahrten 7 Tage gedauert. So bleiben jetzt noch 2 Tage zur Erholgung, bis es wieder ins Büro geht.

Viele der Eindrücke kann man nicht so in einen Text zusammenfassen. Die Erlebnisse sind einfach viel intensiver als wenn man mit dem Auto in den Urlaub fahren würde. Überall sieht man Tiere, trifft Menschen - man erlebt einfach mehr. Von vielem habe ich Photos, aber bei weitem nicht von allem. Aber die Erinnerungen...

Positiv überrascht war ich davon, dass ich die Reise so gut weggesteckt habe. Dass ich die Strecken bewältigen kann, hatte ich letztes Jahr bereits "erfahren". Dieses Jahr war es über Tage sehr heiss, und mein Körper lief und lief - wobei... der Schweiß lief, der Körper funktionierte ohne Ausfälle und brachte mich ans Ziel. Nicht, dass ich das immer so bräuchte, etwas wohltemperierter dürfte es gerne sein. Aber es ging, und das war schön.

Auch das DF funktionierte. Die eine SPD-Pedale quietscht ein wenig, hin und wieder, wenn noch alles vom Morgentau feucht ist, quietschen auch die Bremsen, bis sie wieder trocken sind, und unebene Straßen lassen die Karosse, wie man das gewöhnt ist, ordentlich bollern. Also alles wie gewöhnt. Pannen hatte ich keine einzige wirkliche. Losgefahren bin ich mit zwei bereits abgefahrenen Durano-Mänteln, so dass erwartet hatte, diese irgendwann austauschen zu müssen. Auf der Hinfahrt verlor ich dann rechts auch bereits am zweiten Tag Luft und konnte das mit einem Flicken nicht beheben. Da sich Karkassenauflösungserscheinungen zeigten, hatte ich also Schlauch und Mantel einfach ausgetauscht. Seitdem ist Ruhe! Auf der Rückfahrt dann am drittletzten Tag beim linken Rad das gleiche - Druckverlust, Karkassenschaden, Loch geflickt und Mantel ausgetauscht. Genaue Werte kann ich leider nicht geben, da ich nicht weiss, wie lange die Reifen bereits gelaufen sind, bevor ich losgefahren bin. So über den Daumen ist der rechte Reifen aber nach dem Manteltausch rund 1800 km ohne Panne gelaufen, und der linke Reifen ist bis zum Manteltausch ebenfalls (mindestens, eher viel mehr) 1800 km gelaufen. Und beide werden das vermutlich auch weiterhin tun. Und das nicht nur auf gutem Straßenasphalt, sondern auf sehr gemischt durchwachsener französischer Straßenqualität sowie auch Schotterwegen. Für die ach so beliebten pannenfreien Reifen á la Marathon Plus etc. sehe ich wirklich keine Notwendigkeit.

Schön war der Urlaub. Und ihr konntet hoffentlich ein wenig mit daran teilhaben und auch etwas Spaß haben.

Zum Schluß noch ein Bild von der Ankunft zuhause, mit dem ausgebreiteten Gepäck der drei Wochen.

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Sehr schön, danke Euch beiden. Das war ein bisschen wie selbst dabei sein, Fernweh weckend und leichtes Kribbeln in den Beinen auslösend. Morgen vor 7 Jahren war der Start zu Roll over America. Ich werde den Tag mit einem 330 km nach Papenburg begehen — wenn mein Körper die Hitze mitmacht. In America hatten wir die ersten Tage bis 40 Grad, Celsius. Und ganz wenig Schatten.

Und heute vor einem Jahr waren wir in Carcassonne ...

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Und gestern vor vier Jahren war der Great Baltic Sea Ride schon wieder zu Ende und wir alle gesund und munter zurück in Lübeck ...

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Der Sommer mit Velomobil ist doch schön.
 
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So, seit einer Stunde wind wir wieder zuhause, nach 2047 km, 8800 Höhenmetern und 128 Stunden in Bewegung. Hier mein Fazit für meine erste große Reise mit dem VM.

1. DF XL 62: Die Krähe ist gestartet mit 200 km auf dem Grand Prix hinten und etwas über 1000 km Laufleistung auf den Duranos vorn. Null Platten, alle Reifen sehen noch immer tiptop aus, trotz des Fraßes durch die rauhen französischen Straßen. Auch sonst keine technischen Probleme, außer einem Kettenabwurf 35 km vor zuhause. Madame hat sich tapfer geschlagen, überhaupt keine Probleme gemacht und möchte jetzt nur gern mal etwas Öl auf die Kette.

2.Ausrüstung: Das Zelt von Big Agnes war ja nicht neu und bereits erprobt und tat exakt was es sollte, die eingebaute LED Beleuchtung war angenehm und wurde oft Abends noch zum lesen genutzt. Wir hatten nur einen Schlafsack als Decke mit, das war bei der Hitze mehr als genug, die Matten von Exped waren problemfrei und wir haben gut geschlafen. Unser Ablauf zum Auf- und Abbau unseres Lagers war schnell eingespielt und wir waren üblicherweise in 45 min zusammengepackt und aufbruchfertig.
Was uns allerdings fehlte, waren zwei Stühlchen, die hätten wir dann doch gern gehabt und diese stehen jetzt auf der Einkaufsliste. Mit 600 gr pro Stühlchen ein Luxus den man sich gönnen kann.
Unsere Elektrobox: Plastikkiste mit einer Dreifach Steckdose (5 m Zuleitung), darin drei 4 fach USB Ladegeräte und alle Ladekabel für das übliche Geraffel. Am CP angekommen, Box einstecken, Geräte dran, fertig. Falls nass, Deckel drauf. Diese Dose paßte prima unter den Sitz der Krähe. Jeder eine Powerbank, für das Nachtanken tagsüber.
Reifen und Mäntel hatten wir reichlich mit und haben wir auch reichlich wieder zurück gebracht (zwei Duranos gingen auf Christophs DF, geplante Abnutzung), trotzdem war es gut sie dabei zu haben, Nachkauf in Frankreich wäre schwierig geworden, da ist etwas Reserve dann doch kein Fehler.

Der Kreidebeutel aus dem Kletterbedarf der auf Tillerhöhe unter der Haube angebracht ist (Pilzband, Danke Detlef!) war super, denn da paßt die Powerbank rein und ein Putztuch, so das das Ladekabel zum Garmin gar ncht so lang ist das man es beim einsteigen abreißen kann (hatte ich schon!) und man ab und zu die Schmierfinger vom Bildschirm wischen kann.

Strecken: Gerouted mit BRouter Fastbike low traffic. Ohhhh jaaaaaa, hat schon was, aber man muß sich auch die Nachteile bewußt machen. Wir hatten großartige Strecken durch das französische Niemandsland, null Einkaufsmöglichkeiten, außer BRouter konnte es nun gar nicht vermeiden uns durch eine bewohnte Ortschaft zu bringen, die mehr als 5 Häuser hat. Der hat Straßen gefunden, da wußte sicherlich nicht mal die zuständige Behörde, dass es die noch gibt :ROFLMAO:. Dafür hatten wir tolle Landschaften und teilweise herrliche Ausblicke. Einen Orangina Dealer haben trotzdem irgendwie immer gefunden und einen CP auch, auch wenn die in einigen Gegenden nicht sonderlich breit gesäät waren.
Der Straßenbelag..... Schwamm drüber, habe ich bereits genug gemeckert und buche das unter Training ab. Wenn ich mal eine Flaschenfee finde, wünsche ich mir, dass sie alle Straßen neu machen läßt.

Campingplätze: Sehr gemischt von der Qualität. Gerade an den heißen Tagen hätte ich mir gewünscht, dass man die Wassertemperatur der Dusche selbst bestimmen darf.

Garmin Edge 1000: hat wie gewohnt zuverlässig getan was er sollte, aber brauchte dann doch nachmittags immer mal etwas Strom extra.

Klamotten: Wir hatten ja extrem sparsam gepackt, zwei mal Radklamotten und einen Satz Zeugs für Abends. Das Radzeugs mußte dann halt Abends mal gewaschen werden und an der mitgeführten Wäscheleine getrocknet werden. Wir haben unterwegs bei Decathlon noch in eine längere Leine investiert, das war sinnvoll. Regenjacke wurde unbenutzt wieder heim gebracht, Trikot das ich mitgenommen hatte auch, die T-shirts waren schon zu warm. Vergessen wurde das Badezeug, das wurde dann ebenfalls bei Decathlon für ein paar kleine Taler nachgekauft. Ein Kleidchen zum Abends überwerfen hätte mir Freude gemacht, das kommt fürs nächste mal auf die Packliste. Sehr sinnvoll waren die Five-Fingers als alternatives Fußwerk wenn man nicht radelt, superleicht und für alle Fußläufigkeiten gut geignet. Die waren exakt die richtige Wahl.

Alles in allem hatten wir eher zu viel mit als zu wenig. Das mitgeführte Schloß haben wir auch nicht gebraucht, die DFs haben wir nirgendwo angeschlossen, sie standen immer brav da wenn wir wiederkamen.

Ja, wie wars sonst so....... großartig!!!!! Ich bin eigentlich total fertig losgefahren, erschöpft von viel Hektik bei der Arbeit und erschlagen von der Wärme, mit der ich noch nie gut umgehen konnte. Ich hatte keine Ahnung wie ich mit den geplanten Etappen fertig werden würde, meine einzige “Langstrecke” davor war die Reise zur Spezi und die machte mir klar, ich kann 200 km am Tag auch mit reichlich Höhenmetern fahren, aber nicht mehrere Tage hintereinander! Also, einfach losfahren und gucken was geht, ggfs muß Christoph halt warten, umplanen, Mitleid haben, nasse Tücher auflegen.... whatever. Es ging deutlich besser als gedacht, nur meine Füße bereiten mir nachhaltig Probleme, das wurde streckenweise schon bitter schmerzhaft. An den Schuhen liegt es nicht, ein bei Decathlon gekauftes Paar Shimanos brachte keine Linderung, im Gegenteil, es wurde eher schlimmer und bestätigte, das meine brettharten Schuhe weniger Sorgen bereiten als die eher weichen Schuhe, so habe ich diese neu erworbenen Treter dann nach 3 Tagen ganz hinten ins DF gefeuert und habe sie spazieren gefahren, das Thema Füße werden wir mal untersuchen und mit der Sitzposition im DF anfangen, mal schauen was Abhilfe schafft. Allein das Gewicht der herumgekurvten Schuhe hätte man prima mit zwei leichtgewichtigen Stühlchen ersetzen können. Das Fußproblem wurde mit steigenden Temperaturen heftiger, also brauche es an den heißen (Untertreibung der Woche!) Tagen deutlich mehr Pausen (in den letzten 3 Tagen auch um die Kernschmelze zu verhindern, da traten schon Aussetzer ein und einmal hat mich Christoph für zwei Stunden an die Kette gelegt, ich hätte schon verschwommen gesprochen), nicht zu ändern. So waren wir nicht viele Stunden in Bewegung pro Tag, aber immer ziemlich lange unterwegs, was aber auch an unseren Besichtigungen lag, ich wollte ja auch was von Frankreich sehen außer Landschaft.

Zu sehen gab es richtig viel, wir haben nur einen Bruchteil tatsächlich angeschaut, sonst wären wir gar nicht mehr von der Stelle gekommen. Wir hatten Touristenattraktionen die total überlaufen waren, Chateau Chombord, aber auch viele kleinere chateaus die wir teilweise auch zu besucherarmen Tageszeiten angetroffen haben und wirklich genießen konnten. Außerdem haben wir viel Viechzeugs gesehen (sogar einen Eisvogel), haben die Landschaft betrachtet, die Städte........ aber vor allem waren wir begeistert unterwegs zu sein. Unsere Tageskilometerleistung war daher abhängig von der Anzahl Sehenswürdigkeiten, der Temperatur und den Höhenmetern. Es war entspannend, nicht einen bestimmten CP erreichen zu müssen, sonst wäre manche Tage seeeehr lang geworden, so haben wir aufgehört wenn es uns reichte und es Zeit war das Zelt aufzubauen und etwas zu essen.

Was habe ich gelernt in Frankreich? Steigungen fahren :ROFLMAO:, ehrlich! Irgendwann machte es “klick” und es ging. Langsam aber stetig habe ich mich überall hochgearbeitet. Steigungen über 7% finde ich immer noch furchtbar, aber die laaaaaangen Steigungen mit bis zu 5% die ich immer grauenvoll fand sind jetzt gut machbar. Einen Col de irgendwas brauche ich immer noch nicht, aber alles andere fahre ich sehr stetig rauf und manchmal hat es sogar Spaß gemacht. Der Schwarzwaldaufstieg war diesmal deutlich einfacher, da war es auch noch merklich kühler. Mein Trainingszustand hat sich sicherlich stark verbessert, aber die Ruhewoche in Chinon hat auch sehr geholfen, das sie alles regenerieren konnte und die Muskeln wieder ins Gleichgewicht kamen, bevor es auf die Rückreise ging.

Ich hatte wirklich Angst in den letzten Tage bevor es los ging das ich mich maßlos überfordere, überschätze, was auch immer. Ich wollte die beiden Jungs schon allein fahren lassen, mir erschien das doch als Herausforderung eine Nummer zu groß, vor allem wenn man ohnehin schon auf dem Zahnfleisch latscht in den Wochen vor der Abreise. Auch gab es ja keinen easy way home per Bahn oder so, wenn ich losfahre muß ich auch durchhalten....... leichte Panik setzte ein. Trotzdem bin ich gefahren und verdammt froh es getan zu haben. Man wächst über sich hinaus, findet manchmal unverhofft einen Sack Körner wenn man eigentlich keinen Schritt weiter will, erlebt euphorische Momente wenn es plötzlich noch mal richtig rennt und 40 km im Nu weg sind, wenn Streckenstücke dir nochmal deutlich machen warum du ein VM fährst! Toll!! Das geht aber nur mit einem verständnisvollen Mitfahrerteam die dann auch mal damit leben können das Pausen länger werden, oder das Tempo mal zeitweilig stark sinkt. Daher ein dickes Danke an Christoph und Markus (der uns ja leider unverhofft verlassen mußte) für deren Geduld und die Fähigkeit mich immer irgendwie motiviert zu kriegen weiter zu machen. Christoph hat mich bei der Hitze dann einfach mal gründlich mit Wasser begossen, mit der Wäscheleine Lappen an steilen Ufern eingetaucht um Kühlung zu beschaffen, hat mich sanft wieder in Bewegung geschupst wenn ich nicht mehr wollte. Irgendwie geht es immer weiter und das ist gut zu wissen, ich habe viel über mich gelernt ich diesen drei Wochen.

Hui, das war jetzt lang, sorry dafür, vielleichts hilfts ja jemand der sich fragt ob man sich sowas antun kann, darf, muß. Die Antwort: Unbedingt!! Wer nicht losfährt wird nie wissen wie weit er kommt und was er tatsächlich kann :D. Nach der Reise ist vor der Reise und jetzt denken wir mal nach, wohin es als nächstes geht, diesmal aber mit Stühlchen :whistle:.
 
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