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Thema: Brevet-Berichte 2010

  1. #21
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    Bericht 200 km Brevet KIEL

    Gestern bin in mein erstes Bevet gefahren, 200 km im schönen Schleswig - Holstein.
    Die Anfahrt zu Kanuverein an der Schwentine am Kieler Ostufer war problemlos, und am Startplatz sind auch ausreichend Parkplätze vorhanden. Aus Kombis werden von bunt gekleideten Gestalten Rennräder zusammengebaut, und auch ein paar Forumskollegen sind da.

    Ich sehe Spreehertie, Iqual, Bearlin, Veloraptor und Heiko. 2 weitere Liegen trafen so kurz vorm Start ein, das ich kleine Namen zuordnen konnte

    Wir melden uns an, alles ist Bestens vorbereite. Wir bekommen Wertungskarte, Wegbeschreibung und eine Karte mit gemarkertem Weg. Ich falte Alles passend in eine Durchsichtige Kartentasche und hänge sie mir um den Hals. Startklar!


    Der Baron ist auch fertig: Für das Brevet habe ich einsteckt:

    Regenkleidung & Dicke Handschuhe (es was ergiebiger Regen angekündigt) je 2 Ersatzschläuche und Reifenheber, Taschenlampe zur Navigationshilfe bei Dunkelheit, Kompaktwerkzeug, Ersatzrücklicht, 2 Rosinenbrötchen, Apfelsaftschorle. Vorne fahre ich SON & Edelux, da hoffe ich auf Zuverlässigkeit,

    Es ist meine erste Fahrt über 200 km seit Jahren und so lautet der Plan: Sehr locker angehen, und dann durchkommen. Zielzeit etwa 12 Stunden incl. Pausen.


    Heiko hat einen ähnlichen Plan und so reihen wir uns hinten in den Pulk ein. Start! Nach der ersten Ampel werden wir Nachzügler abgehängt und so treiben wir das Feld vor und her.

    Ich habe in Kiel studiert, und so wird die Fahrt ein Deja Vu mit Trainingstrecken aus alten Tagen.

    Die tüchtigen Organisatoren führen uns auf schönen Nebenwegen durch den dänischen Wohld, durch Gettorf über Eckernförde nach Schwansen. In Rieseby ist die erste Kontrolle. Leicht zu finden, aber wir zwei Nachzügler sind knapp in der Zeit. Trotzdem: Essen muss sein, und so lasse ich mir ein frisches Ei Brötchen schmecken. Ich fühle mich sehr gut, und wir beschließen uns zu trennen. Bis zur nächsten Kontrolle in Kappeln drehe ich etwas auf, und ich habe dann auch wieder ein gutes Polster um auch mal einen Platten oder so abfangen zu können. Beine noch gut.

    Es folgt ein Abschnitt Gegenwind nach Schleswig, schön geführt in Schleinähe, Der Gegenwind und die Hügel(chen) zähren Körner. In Schleswig verdüddel ich mich das erste mal etwas. Ich finde das Schild „Richtung Hafen“ nicht (Das Schild der Wahl zeigte zu Parkplatz Hafen), aber da ich den Ort der Tankstelle kenne ist das außer einem weiteren Anstieg kein Maleur.

    Kurz vor der Kontrolle findet sich ein weiterer Mistreiter ein, wir werden den Rest zusammen fahren. HALBZEIT

    Froh den Gegenwind jetzt von der Seite (oder sogar von hinten) zu haben lassen wir es gen Aschberg rollen. Auf einem engen Weg werde ich von einem LKW ins Grüne abgedrängt, der Baron schwimmt aber ich kann den Sturz verhindern. UFF!

    Kurz vor Achberg dann Straßensperre. Die aufrecht radelnde Fraktion trägt ein Rennen aus, das Elitefeld ist unterwegs und wir dürfen nicht „gegen den Strich“ fahren. Verständlich. Zum Glück dürfen wir in Rennrichtung auf die Runde, ist halt gut 10 km Umweg, Im Zielbereich werden wir von der Meute überholt, ich hatte mich aber auf den Gehweg verdrückt und schob, ich wollte einem möglichen Sprint nicht im Wege sein. SIRRRRR! Danach folgte der heftige Aufstieg zu Aschberg. Bergab kamen uns grad die liegenden Kollegen entgegen.

    Oben in den Aschbergstuben erstmal Stempel und dann ein gutes (Alkoholfreies!) Bier.

    Gemeinsam rollten wir im Bogen Um Kiel herum, umrundeten den Westensee und erreichten bei einbrechender Dunkelheit die letzte etwas um di Ecke gelegene Kontrolle bei Rotenhahn.

    Hier wurden beide Räder & Fahrer Nachtklar gemacht. SON ein, Warnweste über, Taschenlampe griffbereit. Noch gut 20 km. Jetzt fing es auch an zu nieseln, und ich bekam deutliche Probleme. Ohne Brille besonders bei Gegenverkehr Doppelbilder, oder Regentropfen auf der Brille. Hohe Konzentration nötig! Es lief aber alles prima, aber schon in Kiel verfransten wir uns dann doch, Aber mit ein bisschen Fragen erreichten wir glücklich das Ziel im Kanuheim.Ziemlich genau nach 12 Stunden. Ein heißes Süppchen erwartete uns! SEHR LECKER! DANKE. Von meinem Mitfahrer verabschiede ich mich mit: „Bis in drei Wochen beim 300er!“

    Von Heiko keine Nachricht. Ich hoffe, dass er es noch im Zeitlimit schaffen konnte, ich fand die ersten knapp 70km in seiner Gesellschaft sehr angenehm. Viel Glück!

    Gruss, rwd
    Geändert von Reinhard (28.03.2010 um 13:54 Uhr) Grund: Fontwahl zurückgesetzt
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  2. #22
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    Zitat Zitat von Rolf K. Beitrag anzeigen
    BRM 300 ARA Niederrhein Wankum 27.03.2010
    Guten Morgen,
    nach einigen Jahren Mitlesen möchte ich mich heute endlich einmal aktiv am Forum beteiligen.
    Tststs, immer diese geheimnisvollen Unbekannten...

    BRM 300 ARA Niederrhein Wankum 27.03.2010

    Bei mir gings wieder um 6:30h los.
    Rad aus der Garage holen und nach Wankum 38km 'warmfahren'.
    Kurz vor 8 war ich auch da. Anmelden, Kaffee und Kuchen und alle Bekannten begrüssen....

    Auf die Strecke gings kurz nach 9 Uhr mit 73 Startern. Die RRler liessen es auch direkt zügig mit 37-38km/h angehen. Es war Süd bis Südwest Wind und es ging erstmal 30km nach Norden Richtung Weeze. Wie üblich rollten Hanns und Peter eher hintendran, immer Ausschau haltend wo man ein Käffchen trinken kann. Ich für mein Teil fuhr vorne weg. Den GO-One Evo Fahrer hab ich nur am Start gesehn.

    Ab der holländischen Grenze führte der Weg Richtung Norwesten über Gennep nach Grave an der Maas entlang.
    Wenn es durch die kleinen Städchen ging oder der Asphalt hollandtypisch schlecht wurde, tauchten auch öfters die Rennradler im Rückspiegel wieder auf, aber einholen schafften sie nicht. Nun ja, die können ja auch nicht ewig mir 38 fahren. Bei mir war das Tempo nach 2h auch auf eher 34km/h zurück gegangen.

    Dann gings über die Maas ins 'Zweistromland' über Wijchen zur Waal und über die Brücke. Danach kam eine Abfahrt in Form eine großen Schlaufe unter die Brücke durch und weiter Richtung Nordwest.
    Letztes Jahr konnte ich hier noch meine Verfolger sehen, jetzt konnte ich nur ein Grüppchen wei hinter der Brückenmitte erahnen. Wie sich später herausstellte trügten meine Augen nicht.

    Nun gings erstmal kilometerlang den Rheindeich entlang, dann nach Rhenen auf die N205. Und es kam wie es bei Michaels Brevets kommen musste: Die Strasse war auf 2km komplett weggerissen und wurde neu planiert. Ich kam da nur noch gerade am Rand dran vorbei. Letztes Jahr liefs auf dieser Straße richtig gut, Aber diesemal zog das Stück sich quälend langsam dahin.

    Bei Doorn kam unsere Querfeldein-Einlage namens Fietspad durch den Wald, gerade breit genug für ein Quest. Eine Leitra müßte hier wohl aufgeben.

    Um 14Uhr erreichte ich dann den Wendepunkt: Die Pyramide von Austerlitz. Leider war hier alles zu. Tja wo den Stempel bekommen?
    Nach dem Navi war die nächste Tanke in Maarn. Das lag aber nicht auf meiner Strecke und würde 6km Umweg bedeuten. Ich entschied mich daher weiterzufahren. Laut Plan war der nächste Ort 5 km entfernt.

    Um 14:20h war ich in Woudenberg und hab mir direkt im ersten Laden einen Stempel abgeholt. Danach hab ich geschaut wo ich was zu Trinken bekomme. Die 1,5l Flasche war jetz fast leer.
    In einem Supermarkt wurde nachgetankt und ne viertel Stunde später war ich wieder auf der Strecke.

    Nun gings in weitgehend bewaldeter Umgebung Richtung Osten.
    Die Spur(siehe BrevetNR-200km) hatte ich zwar jetzt richtig eingestellt, aber irgend wie liefs zäh. Ich hatte immer den Eindruck die Strecke ist geringfügig ansteigend. Ein Lichtblick waren die Neuen Radwege vor und hinter Otterlo. Endlich mal richtig geteerter Asphalt und keine gepresste Rau-Stein-Pampe.
    Den 2ten Kontrollpunkte Loenen erreichte ich um 16:20h.
    Ich ging dann in den selben Supermarkt wie 2008, kaufte ne Coke und lies meine Karte abstempeln.
    WeiterRichtung Süden wurden die letzten 100km wurden in Angriff genommen. Es ging über Doesburg und Didam nach Emmerich.
    Immer 500m fahren über einen Kreisverkehr fahren und wieder 500m fahren und wieder um einen Kreisverkehr..... Ach ja habe ich schon erwähnte dass es auf holländischen Radwegen nicht rollt?
    Zwischendurch gabs noch schnellste Abfahrt des Tages mit 66km/h.
    Da soll noch einer sagen in Holland ist alles flach.

    Kurz vor 18Uhr erreichte ich kurz nach der deutschen Grenze die Reinbrücke. Von dort rief ich Moni an und gab eine geschätzte Ankunftszeit von 19:45 bis 20Uhr an. Nach Tacho waren es noch 50-60km. Aus 2008 hatte ich aber noch im Hinterkopf dass die Strecke länger war als erwartet. Letztendlich waren es doch noch 70km.

    Hinter der Brücke endlich wieder auf halbwegs rollendem Asphalt, wurde das letzte Brot gegessen und der Blick auf die Trinkflasche verriet mir, dass es knapp wird. Jedenfalls konnte ich jetzt mal wieder fortwährend 35 fahren. Der Weg führte durch Ortschaften mit dem kuriosen Namen wie Obermörmter und vorbei am Kernwasser-Wunderland.

    Als kleines Schmankerl war der Rheindeich auch gespeert. Ich sparte ihn dann komplett aus und fuhr direkt nach Vynen. Sonderbarer Weise kam die Umleitungsausschilderung für Radler erst 1km später an der nächsten Abzweigung nach der Rheindeichsperrung, als wie gewöhnlich....

    Es wurde nun Dunkel und der Weg führte durch die Sonsbecker Schweiz. Es war kurz vor 19Uhr und noch 35km zu fahren. Nach Sonsbeck kam das langweiligste Stück der Strecke: 20km B58 in Dunkelheit, bei ca 34km/h. Das Interessanteste war dem Navi zu zugucken wie die Zahlen kleiner wurden. OK der fast volle Mond war auch ganz nett, wenn er nicht von ein paar Wolken verdeckt wurde.
    So langsam meldet sich auch mein Magen, 2h nichts gegessen und über den Tag nur 3l getrunken, naja selbst Schuld. Wobei ich mindestens seit Emmerich auch kein offenes Geschäft mehr gesehen habe.
    Ich fuhr jetzt zwar etwas langsamer, aber eigentlich war es jetzt schon zu spät. Tja die Strecke war für meinen Magen 10-15km zulang, schlechtes Timing.

    Um 20:15h war ich dann wieder in Wankum. Nur spielte der Magen gar nicht mehr mit. Die Cola war kurz vorm hochkommen. Um 20:50h. traffen dann die ersten RRler ein. Während diese direkt der Gulaschsuppe frönten, nippte ich wechselweise Wasser und Cola. Nach über 2 Stunden bequemte sich dann auch endlich mein Magen wieder zu arbeiten. Endlich GULASCHSUPPE!

    Mittlerweile waren auch die Hälfte der Fahrer zurück.
    Von den liegenden Kollegen fehlte aber jede Spur. Selbst als ich um 23:30h nach Hause fuhr war noch keiner da.
    Der Rückweg verlief unspektakulär zumal jetzt auch nur noch wenige Autos auf der Straße waren.

    Kurz vor 1Uhr morgens beendete ich dann in Duisburg meine kleine Radtour mit 389km auf dem Tacho.
    Uff, Geschafft!

    Tschö
    René
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  3. #23
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    Brevet Kiel "Rund um die Schlei", 200km, 27.3., Bericht eines Neulings

    Ich reiste bereits am Freitag nach Kiel, so dass ich am Samstag nur noch 8km zum Startpunkt zu fahren hatte. Am Kanuverein angekommen, traf ich einige aus dem Forum (iqual, runwithdog, baerlin). Ich musste mich erstmal orientieren und fand Stefan dann letztendlich im ersten Stock des Gebäudes, wo ich alle Papiere erhielt. Wieder unten kam ich mit runwithdog ins Gespräch und wir vereinbarten, die ersten Kilometer gemeinsam zu fahren.
    Als es um 8Uhr losging, waren eine Hand voll Liegeradler am Start und ein Mango.
    Wie runwithdog bereits schrieb, bildeten wir beide das Schlusslicht. Bereits nach wenigen Minuten war der große Pulk mit fast 40 Fahrern verschwunden. Ich merkte schnell, dass es nicht wirklich gut lief. Der Puls war eindeutig zu hoch und das Wetter war auch nicht gerade nach meinem Geschmack (8° kühl und feucht, aber immerhin nicht regnersich). Auf dem Weg zum ersten Kontrollpunkt in Rieseby konnte mich runwithdog regelmäßig schon an kleinen Steigungen hinter sich lassen. Ich fuhr diese kleinen Hügel/Erhebungen meist am oberen Ende des GA-Bereichs, so dass meine Oberschenkel schnell sauer gefahren wurden. Trotzdem versuchte ich, bis Rieseby ein wenig zu folgen.
    In Rieseby angekommen, einigten wir uns schnell darauf, dass wir getrennt weiterfahren sollten. Der Leistungsunterschied war einfach zu gewaltig. Wir waren gerade noch 15min vor Kontrollschluss in Rieseby, so dass ich mir nicht sicher war, ob ich im weiteren Verlauf in meinem Zustand überhaupt eine Chance haben würde, im Zeitrahmen zu bleiben.
    Ab Rieseby fuhr ich dann mit Musik in den Ohren alleine weiter. Den Puls bekam ich aber nicht wirklich in den Griff. Jede kleinere Steigung sorgte dafür, dass ich wieder am Anschlag fuhr.
    Ca. 10 Minuten nach dem Aufbruch in Rieseby wurde auf einmal die Lenkung schwammig. Ich hatte mir einen Platten gefahren.

    „Na dann kannste das mit dem Zeitrahmen eh knicken“, dachte ich mir. Nach einigen Minuten hatte ich den Schlauch gewechselt und annehmbar aufgepumpt. Wie sich heute zu Hause herausstellte, fuhr ich ab da mit gerade mal 2.5bar im Vorderreifen weiter. Nach kurzer Zeit sah ich einen Rennradler im Rückspiegel. Er hatte sich ca. 10km verfahren und war ganz froh, dass er mir und meinem Navi ein wenig folgen durfte. Vom Tempo und den Ambitionen her, passten wir deutlich besser zusammen, so dass wir bis zum Kontrollpunkt 2 in Kappeln zusammen blieben. Dort hatten wir noch eine halbe Stunde bis zum Kontrollschluss, also passte es erstmal. Meine Beine fühlten sich allerdings mies an und der hohe Puls beunruhigte mich auch ein wenig. Trotzdem ging ich mit Knut, so war sein Name, die Strecke von Kappeln nach Schleswig an.
    Es war das härteste Stück und es sollte mich endgültig platt machen. Die Strecke war zwar schön, aber sie war auch so wellig, dass ich Knut bald fahren lassen musste und mir meine Schenkel endgültig weich fuhr. Einige kurze Steigungen musste ich bereits schieben, weil ich nicht mehr die Kraft hatte, den ersten Gang durchzuziehen. Bis Schleswig hatten wir auch noch Gegenwind, so dass die gewonnenen Höhenmeter nicht einmal mehr durch Rollen abgebaut werden konnten. Sogar bergab musste ich mittreten.
    In Schleswig angekommen, suchte ich nach dem dritten Kontrollpunkt und traf an einer Kreuzung wieder auf Knut, den ich die letzten ~15km fahren lassen musste. Wir suchten zusammen die Shell-Tankstelle, holten uns den Stempel ab und beschlossen, gemeinsam die Heimreise mit dem Zug anzutreten.
    Der nächste Streckenabschnitt hätte durch die Hüttener Berge und hinauf zum Aschberg geführt. Ich sah für mich keine Chance, diesen Abschnitt im Zeitrahmen und einigermaßen gesund zu überstehen.
    In Kiel fuhren wir noch gemeinsam zurück zum Kanuverein und verabschiedeten uns von den ersten Rennradlern, die bereits die 200km hinter sich gebracht hatten. Die letzten 8km nach Hause nieselte es noch leicht, sonst war es zum Glück den ganzen Tag trocken.

    In der Summe bin ich an dem Tag 149km gefahren, womit ich sehr zufrieden bin. Ich habe an meinem ersten Brevet teilgenommen und viele Erfahrungen gesammelt. Ob ich noch mal an einem Brevet teilnehmen werde, weiß ich nicht.
    Ich habe für mich mitgenommen, dass ein 20er-Schnitt nicht ausreicht (schon gar nicht, wenn man dafür an der oberen Grenze des GA-Bereichs fahren muß). Mein Fazit ist, dass man mindestens einen 23er-Schnitt im unteren GA-Bereich fahren können sollte, um bei einem Brevet auch ausreichend Pausen machen zu können. Mir fehlt dazu definitiv noch die Leistung. Neben der fehlenden Leistung war es sicher auch das Gelände, was für mich als Flachländer doch schon eine Herausforderung war. Bis Schleswig sind um die 700 Höhenmeter zusammengekommen auf 129-Gesamtkilometer.
    Im Nachhinein bin ich mit meiner Leistung sehr zufrieden. Und da ich hier unter den Brevetfahrern nicht mit Lob und Anerkennung rechnen darf, habe ich mir beides natürlich von meiner Familie geholt

    Gruß und Dank an die beiden Kollegen, die mich zeitweise begleitet haben!
    Heiko
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    Geändert von Heiko (28.03.2010 um 20:28 Uhr)
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  4. #24
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    bei mir der 200er.
    Los ging es um 9 Uhr. Die nächste Kontrolle nur 25km weit. Da macht es nur Sinn langsam und vorsichtig aus meinem Heimatort zu rollen, wo wir für reichlich Aufsehen sorgten. Bei den ersten Steigungen im Ort wurde ich gleich mit Ampelrot belohnt. Die offenen, d.h. Rennräder, die Lieger, das Singlespeed, das Fully waren weg. Nur noch Manfred im Milan bei mir. Im nächsten Ort der Zuruf "bei Dir schleift was auf der Erde".... Anhalten und ich war einsam. So sollte es auch bleiben. Nach 10 km hatte ich die Gruppe wieder, an der ersten Kontrolle stempelte ich als erster und war gerad am Einsteigen als die nächsten ankamen. Der Himmel ging auf und es wurde nass. Der Regen fiel senkrecht, gar kein Wind. Eine halbe Stunde später klarte es auf und die Sonne kam raus. Die Strecke wurde wieder trockener. Für mich immer der Zeitpunkt, wo ich das Bülk laufen lasse. Bei Nässe "trage" ich es durch die Kurven. Denn bei einem Brevet den Abflug zu machen ist so ziemlich das dööfste, was man mit so einem Rad machen kann. Bis Weferlinge rollte es gemischt. Teils schlechter Belag mit Wirtschaftsweg, also piano - defensiv treten. Dann bei Helmstedt wieder Wasser (nur von unten). In Richtung Moorsleben ist der Straßenbelag so ziemlich das schlechteste, was man sich vorstellen kann. (Vermutlich damit niemand sich das Atomlager anschaut, das so in unmittelbarer Nähe der Allerquelle liegt). Danach wird der Belag gut, ab der B1 Überquerung traumhaft gut. Mäßige Kurven, alles kann man voll fahren. Ich hole auf. Bei Seehausen noch eine nasse und gefährliche Abfahrt mit Kurven im Ort. Noch über ein paar Kuppen. Der Wind stark von hinten rechts. Ich fliege mit 30 über jeden Buckel. Bei Wanzleben trennen mich 16 Minuten von der Minimalzeit. Zurück in den Wind zuerst auf eine unangenehm volle und schnell befahrene Straße. 10 km, voll draufhalten. Tempo 50 oder etwas mehr. Dann nach Südwesten schwenken in Richtung Harz. Halberstadt, zum Glück ist es gerad mal wieder trocken. Jetzt habe ich etliche km Kopfsteinpflaster in Erwartung. Doch was kommt? Alle Straßen neu, kein Kopfsteinpflaster. Die Straßenbahnschienen so verlegt, das sie kein Problem sind. Das habt Ihr gut gemacht liebes Tiefbauamt. Was mir im Ort neben der schönen Sicht auf die Kirchtürme bleibt sind rote Ampeln. Städte zu Durchfahren kostet Zeit. Richtung Werningrode geht ein Autobahnzubringer. Viel Verkehr und fiese Steigung. Aber ich komme mit Puls 125 locker rüber. Richtung Werningerode geht es weiter hoch. In Werningerode bekomme ich eine Sinnflut ab. Die Kontrolle freut sich, das wieder ein Radfahrer kommt und werde dementsprechend freundlich begrüßt. Als Brevetfahrer fühle ich mich an den Tankstellen immer hochwillkommen. Dafür bin ich dem Personal riesig dankbar. Dann nach Norden, vorsichtig die Abfahrt nach Berßel runter bei der Nässe. Dann wird es wieder trocken und ich treibe den Puls noch einmal hoch. 6h18 Fahrzeit für 211km. 24 Minuten Standzeit inklusive Ampeln bei 6 Kontrollen. Summe komplett 6h42.

    Die Reifen vorne Vredestein perfekt moire und hinten Conti Gand prix. Die bleiben für den 300er drauf
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  5. #25
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    Kieler Brevet am 27.03.2010 über 200 km:

    Ich stelle den Bericht einfach mal rein, auch wenn ich mit dem MTB gefahren bin.

    Kurz nach 6 Uhr war ich mit dem MTB nach Kiel gefahren. Ganz gemütlich. 16 km in 55 Minuten. Auf dem Hinweg merkte ich schon, dass ich es nicht mehr gewohnt bin mit Rucksack zu fahren. Seit November fahre ich nur noch mit Gepäcktaschen. Gestern wollte ich nicht mit den Taschen fahren, wg. dem Wind. Rucksack war gut bepackt. 2,5 Litern Getränke, Wechselkleidung (Regen war angekündigt), 2 Ersatzschläuche, usw..

    In Kiel angekommen habe ich mir erst mal die Startunterlagen geholt. Gab sogar eine Landkarte mit der eingezeichneten Strecke. Hätte ich meine Landkarten gar nicht mit schleppen müssen. Die Kontrollkarte habe ich gut in meiner Bauchtausche verstaut. Streckenbeschreibung und Landkarte habe ich in eine Wasserdichte Kartentasche getan. Die Kartentasche habe ich mir um den Hals gehängt und unter die Weste getan. Und erst wieder in Kiel rausgeholt, als ich im Ziel war.
    Am Start/Ziel traf ich dann noch, runwithdog, Heiko, iqual……

    Gegen 8 Uhr ging es los. Quer durch Wellingdorf, über die Hörn und weiter über die Hochbrücke in Holtenau. Hier habe ich mich dann von der Gruppe getrennt. Das Tempo war mir zu hoch. Mit meinem RR könnte ich da mit fahren, aber nicht mit dem MTB. Kurze Zeit später hatte ich dann auch schon den ersten Radfahrer aus der Gruppe überholt. Es war eigentlich die ganze Zeit ein einholen und überholt werden. Der Wind stand zu dem Zeitpunkt noch sehr gut und so konnte ich meine 25 – 27 km/h locker halten. Irgendwann überholte ich dann die beiden Liegeradfahrer, die gerade dabei waren einen Platen zu beheben. Kurze Zeit später hatten mich die beiden auch wieder überholt, weil ich an einer Ampel anhalten musste, da ich Radweg gefahren war. Irgendwann kam dann Eckernförde. Da habe ich ein wenig Zeit verloren, wg. den blöden Ampeln. Die haben mich in den Wahnsinn getrieben. Auf dem Weg nach Riseby wurde ich dann noch von einem Liegeradfahrer eingeholt.
    An der Kontrollstelle in Riseby habe ich noch ein paar Rennradfahrer und die drei Liegeradfahrer wieder getroffen. Ich hatte mir nur schnell den Stempel geholt und bin sofort weiter. Pausen sind nichts für mich. Das Tempo pendelte sich dann wieder bei 24 km/h ein.

    Der weitere Weg führte mich über landschaftlich sehr schöne Nebenstraßen. Hat mir sehr gut gefallen. Irgendwann wurde ich dann wieder von den Liegeradfahrern eingeholt. Die Rennradfahrer hatten mich tatsächlich erst vor der zweiten Kontrolle in Kappeln eingeholt, aber auch nur weil ich Radweg gefahren war und mal wieder an einer Ampel stand. An der Kontrolle nur kurz Stempel geholt und weiter ging es.

    Bis Kappeln hatte ich einen 24iger Schnitt auf dem Tacho. Aber dann wurde es eklig. Gegenwind vom Feinsten. Das auf dem ganzen Stück bis nach Schleswig. Knappe 40 km. Das war schon heftig. 18 – 20 km/h konnte ich doch immer fahren. Ganz selten ging das Tacho auch mal auf 13 km/h. Das hat schon kraft gekostet. Mit Gewalt gegen ankämpfen, dass macht kein Sinn!
    Der Weg führte teilweise direkt an der Schlei entlang. Wieder sehr schön, bis auf den Wind.
    Unterwegs wurde ich dann wieder von der Liegeradgruppe eingeholt.
    Bei km 100 habe ich dann mal ein Gel gefuttert. Bis dahin hatte ich nur eine Scheibe Brot gegessen. An der Kontrolle in Schleswig wollte ich eigentlich was futtern. Also bei km 122. Die letzten 40 km hatten aber soviel Zeit gekostet, so dass ich mir dort auch nur schnell einen Stempel geholt hatte und schnell die Wasserflaschen aufgefüllt habe. Der Rucksack wurde doch gleich erheblich leichter. Ich merkte den Rucksack ein wenig in den Schultern.
    Dann schnell aus Schleswig gefahren. Jetzt hatte ich teilweise wieder Rückenwind, allerdings wurde es jetzt hügeliger. Hüttener Berge!
    Bei km 135 kam ein ziemlicher langer und heftiger Anstieg. Anschließend auch eine schöne Abfahrt. Bin ich aber langsam runter gefahren, da ich die Strecke nicht kannte.
    Kurz vor Ascheffel überholte ich wieder die Liegeradfahrer, weil sie erneut eine Panne hatten.
    Dann kam der Aschberg. Kannte ich vorher überhaupt nicht. Da hatte man das Gefühl, man würde im Sauerland oder im Harz fahren, aber nicht in S-H. Ich musste mittleres Kettenblatt und 32iger Ritzel fahren und das war schon teilweise grenzwertig. Auf dem Weg nach oben, traf ich dann noch einen Bekannten, der aber schon wieder auf dem Rückweg war. Auf dem Berg war dann die nächste Kontrolle. Dort traf ich dann noch einen Liegeradfahrer und einige Rennradfahrer. Den Stempel musste ich mir in einer Gastwirtschaft holen. Die hatten freundlicherweise Apfelsinnen bereitgestellt für die Radfahrer. Nach einem kurzen Smalltalk mit dem Liegeradfahrer bin ich dann weiter gefahren.

    In Sehestedt mussten wir den NOK über queren.
    Kurzer Schreck Moment. Da stand plötzlich ein Schild: Fähre außer Betrieb. Kurz links und rechts geschaut und dann sah ich, dass die Fähre zwar fuhr, aber nur für Fußgänger. Also gleich auf die Fähre drauf und rüber ging es. Glück gehabt, dass die Fähre gerade da war. Die Strecke führte dann weiter über Felde an den Wittensee. Der Radweg bestand aus einem Schotterweg, also rauf auf die Straße. Trotzdem eine sehr schöne Strecke. Inzwischen pendelte sich mein Tempo auch wieder bei 25 km/h ein.
    Dann kam am Wittensee noch mal ein etwas steilerer Anstieg. Plötzlich wurde ich dann langsamer. Warum ist mir unerklärlich! Fing das Trödeln an. Ich war nur noch auf knapp 20 km/h. Das auf einem Stück von ca. 8 km.
    Und dann kam auch schon die letzte Kontrolle. Schnell Stempel geholt. Und noch kurz was gegessen. 2 Cookies. Hatte ja noch fast gar nichts gegessen. Und weiter ging es. Ich war gerade los gefahren, da traf ich wieder die 3 Liegeradfahrer, die sich noch einen Stempel holen mussten. In Flintbek kam mir dann noch eine Gruppe Rennradfahrer entgegen, die sich verfahren hatten und dadurch an der Kontrolle in Roten Hahn vorbei gefahren sind. Dann fing es auch noch an zu nieseln. Zum Glück nur für einige Minuten. Aber die Straße war nass. Also etwas vorsichtiger fahren.
    Kurz vor Boksee, wurde ich dann zum letzen Mal von der Liegeradgruppe überholt. Ab Boksee stand der Wind wieder sehr gut und ich kam wieder auf meine 28 km/h. Dann kam noch mal ein kurzer Anstieg, da hat man schon ein wenig die Beine gemerkt. Ansonsten war ich noch total fit.
    In Kiel haben mich dann die Ampeln wieder ein wenig genervt! Ich hasse Stadtverkehr.

    Gegen 18:30 Uhr war ich dann im Ziel.
    Mir hat das ganze sehr viel Spaß gebracht.

    Ich bin mit der Leistung von mir sehr zufrieden. Ich hätte im Leben nicht gedacht, dass ich unter 10 Stunden Fahrzeit bleibe. Im Prinzip bin ich bis auf 20 km, die ganze Strecke alleine gefahren.


    Strecke: 208,68 km
    Fahrzeit: 09:45:30 Stunde
    Durchschnittsgeschwindigkeit: 21,30 km/h
    Höhenmeter: 1.532 m

    Und heute konnte ich dann noch den Kieler Hochbrückenlauf über 29,1 km in 02:35 Stunden finishen. Eine respektable Zeit!
    Geändert von Baerlin (28.03.2010 um 21:24 Uhr)
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  6. #26
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    Brevet 200km ab Wolfenbüttel, 27.03.2010, Start 9:00
    Brevet-Anfänger-Bericht:

    Im Folgenden versuche ich mal meine erste Brevetteilnahme zu beschreiben.

    Eckdaten:
    Fahrrad Zox20low, Schwalbe Kojak, Akkubeleuchtung
    Training ab Anfang März ca. 600km Arbeitsweg
    Navigation per Nokia 5800 mit Ovi-Maps

    Los gings um 7.15 Uhr mit dem Rad zum Bahnhof, um nach Wolfenbüttel zu fahren. Ich wollte im Vorfeld noch keine Körner verpulvern. Nachts hatte ich wegen Heuschnupfen schlecht geschlafen und in Verbindung mit meiner Aufregung (angesichts meiner ersten Brevetteilnahme) war mein Puls schon bei kleinen Anstrengungen in ungeahnten Höhen. Naja, das legt sich schon wieder. Um 8.35 Uhr war dann das nervige Bahnfahren endlcih vorbei, und ich rollte vom Bahnhof zum Startpunkt bei Christian. Hier war schon ein ansehnliches Rudel Randonneure versammelt, darunter außer Christians Bülk noch Manfred im Milan und ca. 5 Liegeradfahrer, die ich noch nicht kannte. Kurz die Stempelkarte geholt und schon gings los. Das Rudel rollte durch Wolfenbüttel und an den folgenden Steigungen hatte ich plötzlich außer Christian und Manfred niemanden mehr in Sichtweite. Egal, meine Strategie war strikt nach Puls zu fahren, um mich nicht zu verausgaben. Mein selbst gestecktes Ziel von 125-135bmp in der Ebene und bis 145bpm am Berg konnte ich Anfangs zwar nicht halten (es wurden ein paar Schläge mehr), aber das lag an der Aufregung und der morgentlichen Kälte. So wollte ich mich notfalls alleine durchschlagen, und alleine war ich dann auch ganz schnell.
    Nun ging es durch mir bekanntes Gebiet Richtung Norden zur ersten Kontrolle in Lehre, das Wetter war kühl und windig, wolkenverhangen aber trocken. An einem Stereckenabschnitt versuchte ich mich auf dem Radweg, ließ das aber schnell wieder sein, da alle huntert Meter eine zerborstene Glasflasche lag und auch der Split vom Winter noch nicht entfernt wurde. Schade, denn der Asphalt war ansonsten neu, glatt und schnell. Gott sei Dank bliebt der Reifen heil und ich ignorierte seitdem die Radwege weitestgehend. Bis zur Tanke in Lehre passierte nichts Spannendes und so rollte ich bei Aral vor. Und siehe da: Hier waren noch zwei Mitstreiter kurz vorm Aufbruch. Matthias aus Lüneburg mit einer roten Speedmachine und ein Japaner aus Frankfurt mit einem gefederten Tourenrad von Riese&Müller, dessen Name ich leider wieder vergessen habe (sorry).
    Ab hier fuhr ich mit Matthias zusammen, der Japaner wollte schon vorfahren. Locker plaudernd fuhren wir nun gemeinsam über schöne Sträßchen in mir unbekanntes Gebiet hinein, gut geführt vom Navi, Richtung Weferlingen. Für uns blieb es trocken, aber trotz Rückenwind lief es über die hügelige Landschaft mit teils schlechten Asphaltabschnitten nicht so recht. So ging es aber ganz gut über die Kontrolle bei Weferlingen bis nach Wanzleben, wo wir nach 5h30min bei ca. km100 ankamen. Bis dahin hatte wir nur kurze Pinkelpausen mit Nahrungsaufnahme gemacht. Zwischendurch kam auch öfter die Sonne raus und der Wettergott war uns gnädig gestimmt. Hier in Wanzleben machten wir eine etwas längere Pause, ich versuchte meinem Handy-Navi über ein Batteriezusatzpack wieder Strom zuzuführen, was aber leider aus unerfindlichen Gründen nicht geklappt hat. Mist, also bald ohne Navi. Das war der erste Grundstein zum Disaster. Der zweite Grundstein zum Scheitern wurde mit der Richtungsänderung ab Wanzleben Richtung Halberstadt gelegt. Ab hier gabs heftigsten Gegenwind, wir krochen mit ca. 14-16km/h weiter. Dabei viel Verkehr und haarsträubende Überholmaneuver, die nur mit Einsatz vieler Schutzengel glimpflich abliefen. Matthias hatte im Gegensatz zu mir glücklicherweise den Streckenplan mitgenommen und so hangelten wir uns von Dorf zu Dorf. Die damals bei der Wiedervereinigung versprochenen blühenden Landschaften sind zum teil echt gruselige Gegenden, in denen man nicht mal begraben sein möchte. Also schnell durch, soweit es der heftige Wind zuließ. Wir verlieren viel Zeit beim Wegsuchen, durch den Wind und dann bei der Durchquerung von Halberstadt. Mein Ziel von 10h fahren plus 1h Pausenzeiten wird nicht zu halten sein.
    Nun gings Richtung Wernigerode am Harz zur nächsten Kontrolle. Seit einiger Zeit merke ich die Belastung schon unangenehm in Bändern und Gelenken, die Muskeln spielen aber noch mit. Hier rentiert sich jetzt meine Puls-Planung. Auch Essen und Trinken klappt weiterhin gut und mental bin ich noch gut drauf, obwohl ich gerne in Wanzleben Feierabend gemacht hätte. Das habe ich nur meinem netten Mitstreiter Matthias zu verdanken, ohne den ich sicherlich den Zug in Halberstadt genommen hätte. Nun ja, weiter gehts mit der zeitverlustbehafteten Art der Navigation mit dem Routenplan. Viel Zeit vergeht, es wird dunkel und wir krepeln Richtung Wenigerode. Hier machen wir einen Navigationsfehler und fahren falsch nach Wenigerode rein, brauchen ewig an Ampeln und fragen uns zur Kontrolltankstelle durch. Zeitverlust hier allein bestimmt 30min. Aber wir geben nicht auf, obwohl ich mit Beginn der Dunkelheit an der ganzen Unternehmung zweifele und mich für bescheuert erkläre, so eine (Tor-)Tour freiwillig zu machen. Wieder bin ich froh, nicht alleine fahren zu müssen.
    Also weiter zur Kontrolle in Osterwiek. Es rollt auf einmal sehr gut, es geht etwas bergab vom Harz weg und der Wind kommt auch meistens von hinten. Leider können wir in der Dunkelheit den Speed nicht so richtig nutzen und müssen zur Wegfindung oft anhalten. Inzwischen hoffen wir das Zeitlimit gerade noch zu schaffen. Meist fahren wir nur noch nach der Autoverkehr-Ausschilderung, die uns aber immer recht ungünstig führt und so kommen wir wieder "falsch" nach Osterwiek rein, irren lange über üble Kopfsteinpflasterstraßen und fragen uns zur Kontroll-Tanke durch. Die Zeit vergeht im fluge, aber wir kommen nicht recht voran. Immer wenn wir bei den Kontrollen hören, wann die anderen durch sind, fragen wir uns: Wie kann man nur so schnell sein? Schon lange halten wir uns nicht groß mit Pausen auf, nur kurz Essen und Trinken, Beine lockern, dann weiter.
    Wir nehmen den Rest der Strecke in Angriff, Richtung Hornburg. Naja, wir kommen irgendwie durch, mit den üblichen Wegfindungsschwierigkeiten, liegen nicht immer auf der geplanten Strecke, weil wir mal wieder einem Schild Richtung Wolfenbüttel gefolgt sind. So fahren wir kurz vor dem Ziel falsch über Bornum und Kissenbrück mit reichlich Höhenmetern nach Wolfenbüttel, hier schlängeln wir uns noch durch die leeren Gassen bis vor Christians Haus. Uhrzeit war glaube ich kurz nach 23 Uhr, also Zeitlimit verpasst. Wir wollen Christian nicht mehr so spät stören, halten noch einen kurzen Plausch und gratulieren uns zum Nichtaufgeben. Matthias beläd nun seinen hier geparkten Wagen, ich fahre noch weiter nach Hause mit dem Rad. Nicht weil ich noch Power und Lust gehabt hätte, aber zu so später Stunde kann Bahnfahren noch länger dauern und noch anstrengender sein, als selbst zu radeln. Also die müden Beine wieder eingeclickt und mühsam zur Bewegung überredet, die 20km Richtung Heimat. Interessanterweise ging es nach Haus genauso, wie der Brevet begonnen hatte und so setzte ich an zu einer zweiten Runde
    Bei Cremlingen bog ich dann aber ab und war irgendwann nach 0 Uhr und 235km daheim. Uff, sowas mache ich nicht so schnell nochmal. Oder nur mit mehr Training und zwei Ersatzakkus für die Navigation. Immerhin war uns langsamen Fahrern das Wetter wohl gesonnen und sind die ganze Zeit trocken geblieben.

    Soweit erstmal von mir, ich habe bestimmt die Hälfte der interessanten Ereignisse vergessen. Insgesamt war es aber eine gute Erfahrung, spannend was der menschliche Körper so alles leisten kann.
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  7. #27
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    300er Brevet Wankum 27. 03. 2010

    So richtig Vorfreude wollte sich nicht einstellen. Vom 200er her war mir klar, dass ich recht lange und recht allein unterwegs sein würde . Das macht mir erst einmal noch nichts - aber für einen 300er ist die zu erwartende Plackerei ja nicht normal. Aber gut, es ist ja durchaus möglich, dass sich demnächst hier ein Liegerad einstellt, dass meinen Bedürfnissen eher gerecht wird und dann wäre die Erfahrung auf der Langstrecke absolut nötig. Also mal nicht die schnelle und bequeme Lösung.

    Aufgrund der etwas chaotischen Wettervorhersage hatte ich stundenlang überlegt, welche Jacke ich mitnehmen sollte. Völlig nutzlos, denn ich hatte meine Wahl dann morgens schlicht und ergreifend zuhause hängen lassen. Und natürlich fällt mir das erst in dem Moment ein, als ich schon in Sichtweite des Startorts an der Ampel stehe. Na super.

    Zum Glück kann Moni helfen und bietet mir ihre zivile Windjacke an. Sehr viel besser als nichts und im Nachhinein besser als das, was ich mitgehabt hätte, denn es regnete so gut wie nicht und die Jacke hatte: Brusttaschen. Wunderbar, warum gibt es so etwas nicht in sportlich wasserfesterer Ausführung für Liegeradler?

    Weiterhin stelle ich fest, dass meine vage Erinnerung daran, dass der Start um 9:00 Uhr sein sollte, besser war, als der Zeiteintrag auf der Wegbeschreibung von 2008, der 8:00 Uhr vorgibt und auf den ich am Vorabend noch geguckt und die Weckzeit dementsprechend eingerichtet habe. Das hätte nicht wirklich sein müssen, aber dafür bekomme ich einen guten Parkplatz und die Wartezeit vergeht gut, man ist ja in bester Gesellschaft, sogar Jan auf seinem Seiran fährt dieses mal mit, allerdings müsste ich schon auf meinem Brevetrenner unterwegs sein, um mit ihm mithalten zu können. Immer mal wieder kann ich mich mit den typischen Vorurteilen, nämlich dass Liegeräder per se schnell sind und so strömungsgünstig, dass Wind nicht interessiert, auseinandersetzen. René lässt mal kurz sein Velomobil anheben: Du liebe Güte, diesen Trümmer würde ich im Leben nicht durch das Hohe Venn und die Eifel bewegen können, wie er das schon gemacht hat. Respekt!

    Der Start dann wie beim 200er: Kaum geht es los, sind alle anderen weg, nur das Tandem, vollgefederte Treckingversion, sehe ich noch sehr lange vor mir. Zuerst geht es ja noch zügig, denn der Wind steht günstig, aber das hat sich dann doch bald erledigt. Im Zweistromland (eigentlich sind es ja drei, Maas, Wal und Niederrhein) kommt der Wind, der die angekündigten 2 - 3 bf doch um einiges überschreiten dürfte, abwechselnd frontal und frontal - seitlich, und das direkt ohne irgendeinen Windschutz auf dem Deich. Absolut zermürbend, ich komme nicht so richtig von der Stelle und sinniere darüber, dass es, wenn es weniger windig wäre, wahrscheinlich regnen würde und ob mir das besser gefallen könnte. Ziemlich morbide.

    Das Tandem ist irgendwie immer noch in der Nähe, die Beiden, die ja auch sehr aufrecht sitzen und einiges an Energie in der Federung lassen, kämpfen ebenso wie ich. Besonders schlimm ist es auf dem Waldeich, es schaudert uns bei dem Gedanken, dass es noch rund vierzig Kilometer so weiter gehen könnte. Zum Glück geht es aber zwischendurch doch immer mal wieder herunter vom Deich über weniger windanfällige Stücke, auf denen wir uns ein wenig erholen können.

    Nach gut einhundert Kilometern ist die Trinkblase leer, eine Ortschaft mit Supermarkt, an dem ich nachfassen kann, ist aber direkt erreicht. Den windigsten Teil habe ich nun wohl auch geschafft, dafür wird jetzt die Navigation etwas schwieriger. Ich habe das Navi immer noch nicht gescheit anbringen können und verpasse damit hin und wieder den genau richtigen Punkt zum Abbiegen, weil ich Kartenbild und Realität nicht schnell genug zur Deckung bringen kann. Besonders eben nicht im Stadtverkehr, wo die Radspur hin und wieder ohnehin einem Geschicklichkeitsparcours für Liegeradfahrer gleicht, ein Eindruck, der durch eine lange Baustelle noch verstärkt wird. Aber auch wenn ich öfter mal umdrehen muss, um den Kurs zu korrigieren: Alles wird gut und auch ich erreiche, zufällig wieder mal zusammen mit dem Tandem die Pyramide von Austerlitz.

    Die Kontrolle hat interessanterweise genau in der Zeit, in der hier alle durch müssen, geschlossen. Nichts geht hier, also telefoniert die Stokerin kurz mit Moni, danach bestätigen wir uns gegenseitig per Unterschrift unsere Durchgangszeit.

    Jetzt sollte zur Belohnung der Teil mit dem Rückenwind kommen. Tut er auch. Passenderweise sind wir allerdings schon seit einiger Zeit in einem Gebiet, das sich "Utrechter Hügelrücken" nennt. Dieser wird gefolgt vom "Nationalpark Hohe Velouve". Holland ist nicht komplett flach und Holland kann auch Wälder haben, die vor Wind schützen. Bevorzugt beides zusammen offensichtlich dort, wo er von hinten kommt. Immerhin ist hier der Radweg wirklich brauchbar und es rollt, nicht schnell, aber ich komme mal vorwärts. Gut, dass ich nichts brauche, denn die folgenden Streckenteile sind doch eher ländlich bis einsam. Allerdings rächt es sich, dass ich gehofft hatte, im Restaurant an der Pyramide etwas Gescheites essen zu können. Jetzt lebe ich von dem typsichen Sportlersüsskram und langsam wird mir und meinem System das Zeug über. Wenigstens ist gerade klares Wasser in der Trinkblase, ein kleiner Trost.

    Ich schliesse eine kleine Wette mit mir selbst ab, ob ich es schaffe, bis um acht Uhr die ersten zweihundert Kilometer zu schaffen. Es sieht gut aus, allerdings muss ich kurz vorher noch halten, um mich und das Rad in Dunkelmode zu versetzen. Nicht viel später rolle ich dann in Loenen, der zweiten Kontrolle ein und traue meinen Augen nicht: An einem Imbiss steht eine ganze Horde Randonneure, die sich abfahrfertig machen. Wieso sind die denn alle noch da? Es wird kurz geklärt, dass die Tandemfahrer nach nur kurzer Pause direkt mit der Gruppe weiter wollen und dass noch irgendwer hinter mir sein muss. Der Bergfloh gibt mir noch tröstend mit, dass ich gar nicht so schlecht bin, drei der Velomobile wären auch erst vor fünf Minuten weitergefahren, und dann verziehe ich mich allein nach innen: Ein Satz salzige und fettige Pommes mit Mayo müssen es schon noch sein. Die Bedienung ist schnell und freundlich, man füllt mir sogar meine Trinkblase wieder mit Wasser. Anscheinend reichen anderthalb Liter ziemlich genau für einhundert Kilometer, wenn es nicht zu warm ist, also sollte ich mit dem, was ich jetzt habe, ins Ziel kommen und brauche keine weiteren Stopps zu planen.

    Das ist auch gut so, denn der nächste Teil wird wieder etwas anstrengender, die Kontrolle ist naturgemäss ein Wendepunkt und nun geht es wieder vorwiegend nach Süden. Der Wind kommt immer noch aus West-Südwest und es liegen mehr Ortschaften auf der Strecke. Das heißt mehr Durchfahrten, mehr Kreisverkehre, halt wieder hinein in den Geschicklichkeitsparcours. Auch wenn ich das Gefühl habe, dass auch die Ortsfahrten nahezu reibungslos ablaufen: Manöver kosten Zeit und Anfahren kostet mit dem Toxy doch verhältnismässig viel Kraft. Dann kommt noch der Hügel, vor dem René mich gewarnt hatte. Entweder mit mir ist nun gar nichts mehr los, oder die Strasse durch den Bergherbos ist richtig steil. Der rauhe Asphalt hilft auch nicht, aber ich schaffe es doch. Die Abfahrt ist abenteuerlich, ich kann das Rad knapp in der Spur halten. Komisch, ich bin doch sonst abwärts auch schon mal viel schneller und auch ruhig unterwegs? Vielleicht liegt es daran, dass ich versuche, innerhalb des markierten Radstreifens zu bleiben? Egal, es ist ja nicht wirklich kritisch.

    Wieder in Deutschland wird das nächtliche Panorama durch das bunt angeleuchtete Kernwasser Wunderland Kalkar beherrscht. In einem Bogen geht es darum herum und auf die Rheinbrücke zu. Auf der anderen Rheinseite muss ich dann mal wieder feststellen, dass die Radverkehrtanlagen in Deutschland noch unbequemer und unberechenbarer sind als die holländischen, aber nun gut, der Verkehr ist schnell und hektisch, die Fahrbahn muss ich mir deswegen auch nicht antun.

    Erst einmal geht es jetzt auf Strassen dicht am Rhein lang. Dumm nur, dass der Deichweg, den wir eigentlich benutzen sollten, wegen einer Baustelle gesperrt ist. Ich hörte nachher, dass andere sich durch Baustelle und Bauzaun gekämpft haben, aber mir sieht das zu kompliziert aus, um das mit dem Liegerad machen zu können, und so versuche ich, ein, zwei und drei Wege später auf den Deich zu kommen. Reine Zeit- und Kilometerverschwendung, im Endeffekt ziehe ich mir die Karte auf und suche mir einfach einen Schnittpunkt zwischen Track und offener Strasse aus. Klappt dann auch, erheitert aber nicht.

    Der nächste Teil übrigens auch nicht. Ich sehe das Schild Richtung Sonsbeck und dank des Marathons, der in Rees veranstaltet wird und den ich schon mehrfach gefahren bin, habe ich eine gute Idee, was auf mich zukommt, nämlich das, was auch schon mal "Sonsbecker Schweiz" genannt wird. Manchmal möchte man ja gern falsch geraten haben, aber dieses mal ist meine Ahnung ein Volltreffer. Schade auch, dass die Anstrengung nicht wirklich belohnt wird, denn die Abfahrt zwingt mich im Dunklen auf der sehr engen und verwinkelten Strasse doch immer wieder in die Bremsen zu greifen.

    Was nun noch kommt, wirkt, als würde es endlos immer die gleiche Strasse immer geradeaus gehen, nur kommt der Wind mal von der Seite, mal von vorn. Tatsächlich muss man doch immer wieder mal abbiegen und dabei fällt mir auf, dass ich in alte Gewohnheiten verfalle, wenn ich müde bin. Dumm nur, dass ich mit dem Liegerad keine Trackstand kann und deswegen an einer Stelle einfach umkippe, als ich kurz orten will, wo der Radweg jetzt weiter geht. Aber man fällt ja nicht tief und es war keiner da, der es gesehen hätte. Also merken, nächstes mal besser aufpassen und weiter.

    Mir ist schon klar, dass die Kilometerangaben nun nicht mehr passen können und es mir auch nicht mehr gelingen wird, in meiner Wunschzeit von siebzehn Stunden zu bleiben. Ich möchte jetzt nur noch ankommen. Ich stelle mir vor, wie Moni und Michael ganz allein im Sportheim sitzen, halb eingeschlafen, nur weil ich so langsam bin, und warte darauf, dass ich den Abzweig vom Hinweg auf dem Navi sehe. Der kommt dann endlich auch, aber es ist doch erstaunlich, wieviel länger das gleiche Stück Weg ist, wenn man müde auf dem Rückweg ist. Zu allem Überfluss fängt es jetzt wirklich noch an zu regnen, gerade als ich nach Tacho drin sein müsste, aber nun gut, zehn Kilometer reichen nicht, um Monis Leihgabe zu durchdringen und so komme ich immer noch fast trocken nach knapp achtzehn Stunden und 316 Kilometer ins Ziel.

    Erstaunlicherweise ist das Sportheim gar nicht leer und ich bekomme noch einen kleinen Applaus. Vielen Dank Leute, aber irgendwie - bin ich jetzt einfach fertig. Noch ein Brevet
    fahre ich mit dem Toxy sicher nicht, nun reicht es, mehr davon möchte ich nicht, da ist keine Reserve. Sicher, das Teil ist furchtbar bequem, man kann sicher wunderbare Reisen damit unternehmen und auch sonst mal gemütlich durch die Gegend gondeln, aber dafür, es auf Brevets etwas flotter zu bewegen, bin ich einfach zu schwach.

    Die Gulaschsuppe wird dankbar angenommen, für die Jacke, ich ich nun leider in einem deutlich weniger appetitlichen Zustand zurückgeben muss, kann ich mich gar nicht recht bedanken und noch kurz werden Informationen, wer wie durchgekommen ist und auf wen man noch wartet, ausgetauscht. Wie auf ein Wort brechen dann fast alle Übriggebliebenen auf, mich eingeschlossen. Vielen Dank noch einmal an Moni und Michael.
    "You either get better or you get worse. There is no plateau." Chris MacDonald
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  8. #28
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    @christian S.
    mit dem Namen des japanische Riese&Müller-Rad Fahrers kann ich dienen
    http://www.akademie-fuer-tonkunst.de...gium/Noda.html

    Hättest noch vorbei kommen können, wir Jan König und ich haben gewartet bis etwa 0 Uhr.

    Freue mich auf jeden Fall, daß Ihr gut heim gekommen seid.
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  9. #29
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    Zitat Zitat von Igel Beitrag anzeigen
    Noch ein Brevet
    fahre ich mit dem Toxy sicher nicht, nun reicht es, mehr davon möchte ich nicht, da ist keine Reserve.
    Du hattest doch noch 2h Reserve?!

    Warum ist es dir so wichtig ob du z.B. 16Stunden oder 18Stunden brauchst? Ist doch kein Rennen. Solange du nicht länger als 20Stunden brauchst.
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  10. #30
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    Brevet Osterdorf, 27.03.2010, 200km, 9Uhr - ca. 19:00 Uhr

    Nun ist auch mein ersts Brevet dieses Jahr vorbei, das ich mit relativ wenigen Kilometern in den Beinen (da den Winter über ständig erkältet und hustend) letztes Wochenende in Angriff genommen hatte.

    Bereits die Anreise gestaltete sich abenteuerlich. Den Freitag hatte ich mir freigenommen, um mein Quest nochmals in aller Ruhe durchzusehen, Steinchen aus den Reifen zu popeln (es steckten auch tatsächlich mehrere drin), die Bremsschirme wieder anzubringen und den Winterdreck mal runterzuwaschen. Das Wetter war ideal, strahlend blauer Himmel, der Föhn wehte und bis zum Mittag hatte ich 26°C. Sommerfeeling machte sich breit! Als ich aufbrach, kündigte sich aber auch schon die angekündigte Kaltfront an. Innerhalb der ersten 50km fiel die Temperatur soweit, dass ich ich mir mein Wollunterhemd unterziehen und später auch mit geschlossenem Schaumdeckel fahren musste. Mit der Front wechselte dann auch der Föhn aus Süden in starken Südwest-, später Westwind. Auf einer geraden Strecke hatte ich genau Rückenwind und rollte mit 50km/h dahin, ohne irgendeinen Fahrtwind zu spüren. Lediglich Böen kamen wie Faustschläge an. Später bog ich 90° dazu ab und hatte plötzlich über viele Kilometer etwa 50km/h starken Seitenwind. Wenn ich bisher immer recht kritisch den Segeleffektberichten gegenüberstand, so konnte ich es diesmal am eigenen Leib erfahren. Auf der einen Seite hatte ich Bedenken, dass mich der Wind einfach umweht, rückte ganz auf die linke Seite und hielt den Kopf aus dem Quest (Sah sicher ulkig aus, aber auch nicht ulkiger als das Motorrad, das mir mit 10° Schräglage entgegenkam...), zum anderen verkeilte ich meine Beine, um möglichst fest mit dem Quest verbunden zu sein. Treten brauchte ich eh nicht mehr, es lief ständig zwischen 40 und 48km/h. Einige Male bremste ich ab, da es mir zu heikel wurde. Auch ohne Treten war ich nach etwa 10 gesegelten Kilometern regelrecht fertig. Dann aber änderte sich wieder meine Fahrtrichtung und der Wind hatte keine so große Angriffsfläche mehr. Nach Osterdorf fuhr ich diemal durch das Altmühltal, weil dort einfach weniger Wind ging als auf der Hochfläche und ich den vielen Bäumen dort bei diesem Wetter nicht so recht über den Weg traute.

    Kurz vor Osterdorf noch was zu Abend gegessen, in Osterdorf hat man keine Chance noch etwas zu kaufen. Dann gings die letzten (heftigen) Höhenmeter hinauf. Es waren schon einige da und so war es ein netter Abend, außer dass ich immer mal wieder schnell aufs Klo rennen musste, denn ich hatte mir irgendwie Dünnpfiff eingefangen. Am nächsten Morgen ging es mir aber wieder gut und so gab es keinen Grund, nicht das Brevet mitzufahren.

    Kurz vor dem Start um 9:00 Uhr kam Harald mit seinem Quest an. Dem Armen war der Schaltzug gerissen und er hatte dummerweise keinen Ersatz dabei. Ich auch nicht (Merken: Auf Tour immer einen Tandemschaltzug einpacken!) und so musste er das Basteln anfangen, während wir schon mal starteten. Es lief ganz gut, ich fühlte mich auch recht fit an dem Tag, aber nach 70km hatte mich Harald wieder eingeholt, obwohl er über eine halbe Stunde lang geschraubt hatte und ich nicht wirklich getrödelt habe. Wenn ich ihn nicht kennen würde, wäre ich jetzt vielleicht etwas gefrustet gewesen, dass jemand so viel mehr leisten kann als ich selbst. Vielleicht ein guter Grund, mal endlich 20kg abzuspecken? Harald hielt es nicht lange mit mir aus und zog weiter. Ich sah ihn erst an der dritten Kontrollstelle wieder, wo er seinen zweiten Platten flickte.

    Karl hatte sein Brevet im Vergleich zu 2009 wieder etwas abgeändert und es hat nochmals an Schönheit gewonnen. Einige Bergaufstrecken wurden verlegt und sind nun nahezu verkehrsfrei. Frustrierende Höhenmeterschindereien (hoch aus dem Altmühltal, nächste Möglichkeit wieder runter, 100m das Tal entlang und wieder hoch) entfielen, es gibt nur ganz wenige Teilstrecken auf größeren Straßen, ansonsten ist es eine wirklich idyllische Tourenplanung. Und natürlich eine, die ich mir in der Form niemals für das Quest zurechtgeschneidert hätte. Mein großer Bremsschirm war wieder beständig im Einsatz, trotzdem kam ich einmal mit meinen Bremsen in den Grenzbereich und hätte eine Pause einlegen müssen, wenn es noch länger bergab gegangen wäre. Eine Abfahrt kannte ich schon von letztem Jahr und wusste, dass sie sich ohne zu bremsen fahren lässt und es dahinter wieder einen Hügel hochgeht. Und mit dem Rox 9.0 hatte ich diesmal einen Radcomputer, der am Quest nicht bei 82km/h aussteigt. Ich beschleunigte bis 98km/h, den Hügel danach überflog ich ohne zu treten.. Allerdings muss man mit dem Quest diese Abfahrten auch wieder büßen und so ging es immer mal wieder mit 6km/h irgendwo den Berg hoch. Aber mach nix, irgendwann ist man oben.

    Das Wetter hat den längsten Teil des Tages schön mitgespielt und es blieb trocken. Erst bei einsetzen der Dännerung kam Regen auf, aber der war dann auch so ekelhaft kalt und mit starkem Wind versetzt, dass mir die rennradelden Kollegen echt leid taten. Kurz nach 19:00 Uhr kam ich an und gab mein gestempeltes und mit allen Antworten auf die drei Kontrollfragen versehenes Kärtchen ab, wurde mit einerdampfenden Erbsensuppe erstversorgt, konnte mich unter der Dusche wieder an die Zivilisation gewöhnen und danach mit den anderen zusammensetzen und dummes Zeug quatschen. Lange ging der Abend aber nicht, denn alle waren etwas mitgenommen und verkrochen sich in die bereitgestellten Feldbetten. Super de luxe Servie in Osterdorf!

    Für die, die übernachtet hatten, gab es am nächsten Morgen noch ein gemütliches Frühstück und so machte ich mich gegen 10 Uhr wieder auf den Heimweg. Diesmal über die Bundesstraße, da die am Sonntag nahezu LKW-frei und deutlich kürzer war. Die andere Strecke ist aber deutlich schöner, die werd ich beim nächsten Mal wieder nehmen. Beim Versuch, eine neue Route über die Donau zu finden landete ich nach einem kleinen Brückchen östlich von Donauwörth auf einer Schotterpiste. Das in meiner Karte eingezeichnete "Sträßchen" entwickelte sich zu einem Schlammweg, aber auf einer anderen Route konnte ich zumindest wieder auf Schotter zur nächsten Straße gelangen. Beim Weiterfahren fühlte sich mein linker Fuß aufgrund des verschlammten Cleats etwas schräg eingeklickt an. Ich versuchte das zu korrigieren, löste den Fuß dabei aber aus Versehen vom Pedal und knallte mit der Sehne an die Verkleidung des Fußausschnitts. Schmerzen! Ausrollen lassen und aussteigen. Gehen geht noch, gut. Die Schmerzen lassen auch schnell nach und ich kann weiterfahren. Schwein gehabt. So rolle ich noch die restlichen Kilometer bis nach hause. Dort angekommen fühle ich mich plötzlich schwach und fange das Zittern an. Mein Holzofen schafft es, das Zimmer auf 30°C aufzuheizen, einer Temperatur, die ich brauche. Die Nase läuft etwas und im Magen macht sich auch wieder so ein flaues Gefühl bereit. Ob ich mir doch was eingefangen habe? Oder ist das nur "normale" Erschöpfung? So kenne ich das gar nicht. Heute am Montag ging es mir in der Arbeit auch nicht sonderlich gut, aber des öfteren mal ein Toilettengang brachte Linderung. Jetzt hoffe ich, dass alles bis übermorgen wieder passt, wenn ich zu Ostern mich wieder auf den Weg machen möchte.

    Soweit mein kleiner Brevetbericht. Bilder und das Höhenprofil gibt es unter:
    http://www.randonneure.de/brevets_2010/20010.htm

    Viele Grüße,
    Martin
    Der Optimist glaubt, dass wir in der besten aller Welten leben. Der Pessimist befürchtet, dass das wahr ist.
    ---
    Best talk ever: http://www.albartlett.org/presentations/arithmetic_population_energy_video1.html
    Lesefutter: http://www.peak-oil.com/effizienzrev...ie-bundeswehr/
    How will YOU ride the slide?: http://www.youtube.com/watch?v=Ulxe1ie-vEY
    Tips for cyclists: https://www.youtube.com/watch?v=koh7QoMGKJo
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  11. #31
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    Zitat Zitat von Ingmar E. Beitrag anzeigen
    Du hattest doch noch 2h Reserve?!

    Warum ist es dir so wichtig ob du z.B. 16Stunden oder 18Stunden brauchst? Ist doch kein Rennen. Solange du nicht länger als 20Stunden brauchst.
    - Das Wetter war ok, das gab es auch schon in schlimmer.
    - Ich hatte kein einziges technisches Problem, nicht mal einen Platten.
    - Ich musste unterwegs nur Wasser nachfasssen und habe das problemlos und rechtzeitig bekommen.
    - Ich habe mich kaum verfahren.
    - Ich habe kaum Pausen gemacht.
    - Ich habe keine Fehler gemacht.
    - Die Strecke ist flach wie ein Pfannkuchen (ca 700 hm auf 316 km)

    Das hätte auch anders laufen können und das wird spätestetens beim 300er "Ardennendreieck" anders sein. Der hat nämlich ca 2700 hm, wenn ich mich recht entsinne. Es kann regnen, es wird wahrscheinlich kälter sein, Ardennen halt. Daraus folgt für mich, dass ich keine Chance habe, das mit diesem Material zu schaffen, wenn überhaupt.

    Und mal abgesehen davon: Im Feld sind natürlich auch Leute gefahren, die ich kenne, mit denen ich schon gefahren bin. Ich weiß, wie viel schneller die waren. Bei dem einen oder anderen würde ich ja noch sagen: Ok, Tagesform. Aber wenn alle so viel schneller sind, dann, denke ich, lässt das schon vermuten, dass es am Material liegt.

    Weitergedacht: Ich weiß, wie schnell ich 2007 war. Ich weiß, wie es mir bei PBP gegangen ist und ganz trocken und einfach extrapoliert: Wenn ich langsamer bin, als Leute, die es nicht oder nur so gerade geschafft haben, zu finishen, muss es erlaubt sein zu sagen: Da ist keine Reserve drin.

    Nun könnten wir ja noch darüber debattieren, wie gut das für die Psyche ist, ständig allein hinter Leuten herfahren zu müssen, die man auch schon locker hat stehen lassen, und ob man lernen müsste, so etwas souverän wegzustecken, aber ich denke, das spielt eigentlich auch keine Rolle mehr.
    "You either get better or you get worse. There is no plateau." Chris MacDonald
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  12. #32
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    Zitat Zitat von Sutrai Beitrag anzeigen
    [B]...Harald mit seinem Quest an. Dem Armen war der Schaltzug gerissen und er hatte dummerweise keinen Ersatz dabei. Ich auch nicht (Merken: Auf Tour immer einen Tandemschaltzug einpacken!) ...
    Mittlerweile habe ich das Quest auf "normale" Schaltzuglänge (2000mm) umgebaut, somit die Möglichkeit in jedem Radladen (evtl. auch Supermarkt)
    entsprechenden Ersatz zu erhalten (-> geradlinige Schaltwerksanlenkung).
    Schaltet sich nun leichter, ist etwas leichtgewichtiger, etc.

    Der Osterdorf-200km-Brevet war für mich techn. eine Katastrophe.
    Bei der morgentlichen Anfahrt (130km) gerissenen Schaltzug, während des
    Brevets 2x Schaltung justiert und zwei platte Reifen.
    Bei der nächtlichen Heimreise hatte ich noch einen Schleicher (undichtes Ventil) und 12km vor Buchloe (Heimatort) noch einen Akkuausfall, wobei ich
    feststellen musste, den Ersatzakku in Osterdorf liegen gelassen zu haben...

    Nur gut, dass nicht jeder Brevet so laufen muss

    Harald
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  13. #33
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    Na super, da hast du dieses Jahr ja schon alles erlebt und es kann jetzt nichts mehr schief gehen...

    Zitat Zitat von McElburg Beitrag anzeigen
    Der Osterdorf-200km-Brevet war für mich techn. eine Katastrophe.
    Bei der morgentlichen Anfahrt (130km) gerissenen Schaltzug, während des
    Brevets 2x Schaltung justiert und zwei platte Reifen.
    ... und dabei ne halbe Stunde nach mir in Osterdorf gestartet, ne ganze Zeit hinter mir rumgetrödelt und ne halbe Stunde vor mir angekommen...

    Wenn ich ehrgeiziger wäre als ich bin, wäre ich jetzt entweder sehr frustriert oder ich würde abnehmen und anfangen zu trainieren.

    Viele Grüße,
    Martin
    Der Optimist glaubt, dass wir in der besten aller Welten leben. Der Pessimist befürchtet, dass das wahr ist.
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  14. #34
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    Servus Martin,
    Zitat Zitat von Sutrai Beitrag anzeigen
    Wenn ich ehrgeiziger wäre als ich bin, wäre ich jetzt entweder sehr frustriert oder ich würde abnehmen und anfangen zu trainieren.
    Ein Brevet ist doch kein Rennen, sondern eine Genießertour.
    Der einzige Grund in Osterdorf wieder früh anzukommen ist, die Rund-um-Sorglos-Verpflegung länger zu genießen und derweil den anderen Radlern bei ankommen zuzuschauen.

    Gruß
    Felix
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  15. #35
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    Zitat Zitat von spreehertie Beitrag anzeigen
    Ein Brevet ist doch kein Rennen, sondern eine Genießertour.
    Ja, schon klar. Seh ich auch selbst so. Hat auch gar nichts mit dem Brevet zu tun, ich finde es einfach nur faszinierend, wie viel fitter als ich manche Leute sein können.

    Wer mit nem Velomobil nach Osterdorf geht, um sich ein Rennen zu liefern, dem ist eh nicht mehr zu helfen. Ich seh das auch als Genußtour auf wunderbaren kleinen Sträßchen ohne viel Verkehr. Selbst würde ich niemals auf die Idee kommen, eine Strecke so zu legen. Aber wenn man beim Brevet einfach da hoch "muss", um gleich drauf wieder runterzufahren, nur um zehn Minuten später wieder an der nächsten Steigung zu hängen, dann ist das einfach so und wird akzeptiert. Solange alle über die Steigungen fluchen, nur um beim Ankommen ein breites Grinsen im Gesicht zu haben, ist ja alles in Ordnung.

    Viele Grüße,
    Martin
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  16. #36
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    300er Brevet "Ardennendreieck" Maastricht, 04. 04. 2010

    Normalerweise reise ich ja erst morgens vor dem Start an, aber weil mein Mann mitkommen will, weil er ausgerechnet einen Ardennenzweihunderter braucht, um das erste mal Brevetluft zu schnuppern, haben wir das Botel, 200 m vom Startort entfernt, gebucht. So nett, wie die Leute dort sind: Das erweist sich als Fehler. Wer auch immer die anderen Gäste sind, sie haben anscheinend keine Idee, wie laut ihr Getrampel,ihre Unterhaltungen und ihr Türenklatschen sich durch das Schiff verbreiten, durchgängig die ganze Nacht. Da hätte ich vielleicht doch lieber weniger, aber dafür sinnvollere Zeit im eigenen Bett verbracht. Obendrein stelle ich morgens beim Anziehen fest, dass ich mein Unterhemd vergessen habe. Wunderbar. Als Notbehelf trenne ich die Ärmel von der Windjacke, die ich für den Fall, dass das Wetter besser wird, als erwartet, mitgenommen habe und ziehe den Rest gleich über das Trikot, unter die Regenjacke. Muss reichen.

    Der Kaffee am neuen Startort, dem StayOkay, ist nicht besser als der am alten und so langsam geht mir auf, dass die Leute der Gegend den so mögen müssen. Nun gut, dafür freue ich mich über die anderen Starter, die so nach und nach eintreffen. Sechzehn Leute sind am Start und viele davon kenne ich schon eine ganze Weile. Vier davon starten auf der 200er Strecke und von dem Dutzend, dass auf die 300er geht, sind zwei Liegeradfahrer: Arvid mit seinem Furai und ich mit dem nagelneuen und kaum getesteten Fujin dabei. Eigentlich war ein belgischer Velomobilfahrer angemeldet, aber er erscheint nicht. Schade, es hätte mich sehr interessiert, wie sich ein Velomobil auf einer solchen Strecke schlägt.

    Um Sieben verabschiedet Ivo, der Veranstalter, uns mit ein paar freundlichen Worten und ziemlich gleich finde ich mich wieder hinten, um nicht zum ersten mal darüber nachzudenken, ob das denn alles eine so gute Idee ist. Aber ok, ich bin hier, jetzt kann ich es auch probieren. Ich habe ja schon einen 300er in der Tasche, diesen dürfte ich also im Zweifelsfall in den Sand setzen, und ich wollte es ja wissen.

    Zunächst geht die Strecke an Maas und Albertkanal entlang ziemlich direkt nach Süden, ideal zum Einrollen, bis es dann ab Kilometer siebzehn die ersten gut zweihundert Höhenmeter zu bewältigen gibt. Ich kämpfe ein wenig in den Serpentinenkurven, aber mehr mit der Lenkung als mit der Steigung selbst und bin extrem erleichtert, dass ich zwar nicht schnell, aber verhältnismässig einfach aus dem Maastal herausgekommen bin. Der Wind hier oben ist allerdings dann doch ziemlich bösartig, zumal er uns auch schon den ersten Regen entgegenträgt. Auch hier zeigt sich das Fujin dem Toxy überlegen, es ist bei weitem aerodynamischer und so wird der Höhenmetergewinn im Wind nicht zum Drama. In der ersten Abfahrt überzeugt die Scheibenbremse vorn, denn die Strasse ist, wie auch im Folgenden, nach diesem Winter in einem noch schlechteren Zustand als sonst schon, dazu nass und auch unübersichtlich. Ein Gegenanstieg, dann wieder runter nach Nessonvaux, der ersten Kontrolle. In einer der Kurven hat man einen wunderbaren Ausblick auf einen für die Gegend recht typischen Friedhof: Während die deutschen Friedhöfe wie Parks oder große Gärten gestaltet sind, wirkt dieser auf den ersten Blick wie eine Modellstadt: Stein und Kies sind die Gestaltungselemente, Grabsteine wie Gebäude, ab und zu vielleicht einmal eine Blume, ein kleiner Strauch, ein paar ewige Lichter. Ich bin jedes mal wieder verblüfft, wenn ich dort vorbei fahre, aber so, wie die Fahrbahnoberfläche ist, sollte ich mich in dieser Abfahrt doch etwas mehr auf das Fahren - und Bremsen - konzentrieren.

    An der üblichen Bäckerei bereiten sich gerade noch drei von den anderen auf die Weiterfahrt vor. In der Bäckerei gilt es ein wenig zu warten, denn die anderen Kunden decken sich für den Feiertag ein. Für mich gibt es einen Eclair, mein Mann nimmt einen kleinen Reiskuchen, dann geht es weiter, in eines der anspruchsvollsten Stücke dieses Brevets hinein: Die Côte de Banneux hinauf, etwa zweihundert Höhenmeter in drei Kilometern. Es ist anstrengend, langsam, aber nicht die Quälerei, die ich erwartet hatte. Im oberen Teil wurden rechts neben der Straße die Bäume gefällt und nun sieht man genau, dass rechts neben mir genau nichts ist und es dann ziemlich steil heruntergeht. Gewöhnt an gepolsterte Leitplanken bei solchen Straßenverhältnissen wird mir schon ein wenig anders. Ich kann mich bei dem Blick herunter auf Nessonvaux nicht einmal daran freuen, wie viel höher ich es schon geschafft habe. Wir bleiben noch ein wenig oben und lassen uns vom Gegenwind unterhalten, bis es wieder fast alle erkämpften Höhenmeter hinunter geht nach Remouchamps. Flotte Kurve noch hinein in das Tal der Amblêve, geflogt von der Lienne, und ein siebenunddreissig Kilometer langer, recht gleichmässiger Anstieg hinauf nach Lierneux, der zweiten Kontrolle, beginnt.

    Die beiden Täler sind wunderschön, wenn auch noch ein wenig karg. Wo im letztens Jahr die Täler blumengeschmückt im grünen Festkleid standen und wir die Beinlinge abstreiften, kämpfen wir dieses Jahr im Regenzeug um jeden Kilometer. Trotzdem, die Gegend ist einfach wunderschön, ich war jetzt schon so oft da und freue mich immer wieder daran. Dieses mal allerdings ist die Freude nicht ungetrübt, die Zahlen auf dem Tacho sind bedrückend niedrig, die Kontrollschlusszeit rückt nahe. Als wir ankommen, haben wir noch eine halbe Stunde. Arvid und ein anderer 200er-Fahrer sind noch oben und weil ich hier nicht stempeln muss, nehme ich Arvids Einladung, doch zusammen zu fahren an, verabschiede meinen Mann mit einem herzhaften: "Du schaffst das" und weiter geht es.

    So richtig glückt es aber nicht, mit Arvid zusammen zu fahren, schon in der kleinen Abfahrt, die jetzt folgt, verliere ich den Anschluss an das gefederte Furai, dass förmlich an der Strasse klebt, kann im nächsten Anstieg gerade so einigermaßen wieder aufholen, um ihn auf den folgenden sieben Kilometern bergab wieder zu verlieren. Arvid wartet unten, sieht aber schnell ein, dass jeder von uns fahren sollte, so gut er kann und so geht es weiter, mal mehr oder weniger in Sichtweite voneinander.

    Nun folgt das, was die Ardennen eigentlich so zermürbend macht: Es geht in einem fort auf und ab, mal fünzig, mal hundert Meter, aber nie flach, ständig darf man durch das komplette Getriebe schalten, nirgendwo rollt es einfach. Es gelingt auch fast nie, den Schwung aus der Abfahrt in den nächsten Anstieg zu nehmen, denn die Abfahrten muss man vorsichtig fahren und die Anstiege beginnen oft hinter einer engen Kurve oder nach einem Abzweig. Die Schaltung des Fujin überzeugt, sie quittiert Kommandos mit einem deutlichen Knacken, reagiert schnell, nimmt nicht viel übel und nur wenn ich als Kompaktkurbel am Up gewöhnter Grobmotoriker zu krass am Umwerfer reisse, möchte die Kette schlimme Dinge tun, aber ich bin ja lernfähig. Ich erreiche die Kontrolle in Gouvry, wo ich Corinna, Johann, Mario und Arvid treffe. Wir haben noch eine halbe Stunde des Zeitfensters für diesen Punkt offen und tauschen in der warmen Gaststube bei Kaffee und den Nahrungsmitteln der Wahl die ersten Erfahrungen aus. Dafür frösteln wir dann so richtig, als es dann wieder herausgeht.

    Von hier aus sind es noch dreiunddreißig Kilometer bis zur nächsten Kontrolle in Bastogne. Dieser Streckenteil ist neu und er wartet mit einer sehr angenehmen Überraschung auf: Einem RaVel, der direkt nach Bastogne hineinführt. Nach dem ewigen Auf und Ab bin ich sehr erleichtert, als ich auf diesen Weg einschwenke, denn als Bahntrasse kann dieser Weg nur moderate Steigungen und Gefälle aufweisen. Ganz im Gegensatz zur alten Strecke, wo besonders der lange Anstieg an einer stark befahrenen Betonplattenstrasse eher unangenehm in meiner Erinnerung verankert ist. Hinein in den Imbiss, Corinna und Johann haben schon bestellt, mir scheint die Aussicht auf warmes Essen auch sehr verlockend, Arvid und Mario folgen und wollen auch richtig essen. Ich tausche noch die feuchten Wollsocken gegen solche aus Neopren und lasse mir die Trinkblase auffüllen und mal eben so ist die halbe Stunde Zeitreserve, die wir bis hier hatten, aufgebraucht.

    So langsam stellt sich ein Gefühl von Hetze ein. Eigentlich sollte die Strecke jetzt etwas leichter werden, bei Rochefort sollte dann endgültig das Schlimmste hinter uns liegen, auf dem Rest sollte man dann etwas schneller werden können. Corinna und Johann fahren mir davon, irgendwo hinter mir folgen dann wohl Arvid und Mario. Eigentlich ist dieser Teil wieder sehr idyllisch, er geht vorwiegend durch hügelige Agrarlandschaften und Wälder. Dennoch, es zieht sich, der Wind ist nicht mehr frontal aber immer noch ziemlich kalt und es regnet immer wieder so, dass ich nicht sicher bin, ob da Hagel dabei ist. Ich fahre schon lange ohne Brille, weil die in dem kalten Regen ohnehin nur noch beschlagen ist, und das macht die Abfahrten, in denen ich doch fröstele, wenn ich mal wieder komplett nass bin, nicht angenehmer.

    Das ist überhaupt in dieser Gegend ein Problem, dass man nicht recht lösen kann. Alles, was man anhaben müsste, um es bei kalter Nässe in den Abfahrten gemütlich zu haben, lässt einen beim Bergauffahren abkochen, abgesehen vielleicht von Rainlegs, aber die vertragen sich schlecht mit einem Liegeradantrieb (Fronttriebler ausgenommen), da muss man also wohl durch, wenn man sich nicht dauernd umkleiden will. Wobei ich an dieser Stelle mal erwähnen möchte, dass das jetzt drei Premieren für mich sind: Erstens das neue Fujin, zweitens jede Menge Hügel liegend und drittens richtig viel kalten Regen liegend. Alles in allem kann ich nur sagen, dass alles viel besser geht, als ich gedacht hatte, wenn ich davon absehe, dass ich gern schneller wäre. Allerdings durchlaufe ich gerade ein Tief. Der Tacho zeigt bergauf zu kleine Zahlen, ich kann nichts daran ändern und im Moment lässt mich jeder neue Anstieg verfluchen, dass ich je auf die Idee gekommen bin, mir das anzutun. Ich könnte ja in Rochefort den Zug nehmen, aber dazu muss ich halt noch dort hin, also weiter.
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  17. #37
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    Teil 2

    Durch das schlechte Wetter kommt die Dämmerung viel früher, und so mache ich weit vor Sonnenuntergang die Lichter an, sicher ist sicher. Beim Weiterfahren stelle ich fest, dass die Lampe vorn ganz schön wackelt. Komisch, hatte ich doch festgezogen? Blöde Plastikhalterungen halt. Doch als die Lampe sich noch weiter dreht und mittlerweile in die Gegenfahrbahn leuchtet, halte ich wieder, um das Ding fest anzuziehen und muss zu meinem Entsetzen feststellen, dass da eine Mutter verloren ist. Die Halterung ist offen. In der Werkzeugtasche meines Brevetrennerchens hätte ich jetzt Kabelbinder, aber hier habe ich versäumt, welche einzupacken. Ein Stück Schnur hilft dabei, dass die Halterung einigermaßen fest bleibt, nur kann ich das nicht so fest bekommen, dass sich die Lampe nicht mehr dreht, zumal die Kunststoffschnur sich immer wieder etwas löst. Aber egal, die Lampe ist soweit sicher, ich werde gesehen und es ist ja noch nicht wirklich dunkel.

    Das blöde Gefummel mit dem Teil hat mich ziemlich aufgehalten. Auf recht guten Strassen geht es nun in drei Stufen mit leichten Gegenanstiegen über viele Kilometer nach Rochefort herunter und zwangsläufig wird einem dabei doch ziemlich frisch, bis man unten ankommt. Da die Kontrolle frei ist, ich Rochefort mittlerweile halbwegs überblicke, fahre ich direkt durch zur Tankstelle am Ende der Stadt. Die Bedienung dort ist sehr freundlich, stempelt meine Karte, bedauert mich ein wenig, dass ich so schlechtes Wetter für so ein heroisches Unterfangen erwischt habe und lässt mich die warme Ecke an der Kaffeemaschine volltropfen. Ich sinniere eine Weile darüber nach, ob ich eines der Croissants essen soll, die dort angeboten werden, nehme dann aber einfach ein Gel. Schnell, viel Energie, die Zeit wird knapp, denn ich hatte ohnehin nur noch zwanzig Minuten innerhalb der Kontrollschlußzeit und obwohl ich nun die schwersten zweihundert Kilometer hinter mir habe, ist der Rest auch kein Zuckerlecken.

    Ich bin gerade mal wieder aus dem Tal heraus, als Corinna und Johann von hinten kommen. Sie haben Kabelbinder! Während Johann so freundlich ist, die mit seinen kräftigen Händen richtig festzuziehen, tauschen wir uns kurz über die jeweiligen Befindlichkeiten aus. Die Beiden hatten mehr Zeit und sich daher eine anständige Pizza gegönnt und mich, aber nicht Arvid und Mario vorbeifahren sehen. Mein Licht ist jetzt beruhigend fest, scheint in die richtige Richtung und ich kann noch eine Weile an den beiden dran bleiben, dann bin ich wieder allein. Es folgt unter anderem noch ein richtig fieser, aber sehr kurzer Anstieg, den ich zum Teil schon 2008 geschoben hatte. Dieses mal komme ich um die enge Kehre - und steige gleich ab. Im Dunklen so steil - da kann ich die Balance wahrscheinlich ohnehin nicht halten, warum riskieren, umzufallen?

    Mittlerweile habe ich nämlich herausgefunden, warum ich schon beim letzten 300er Probleme hatte, an manchen Stellen geradeaus zu fahren: Wenn ich keine Strassenmarkierungen und nicht genug anderes Licht habe, um meinen Blick darauf zur richten, schaue ich nach meinem Licht und das pendelt naturgemäß etwas. Weil man dahin fährt, wohin man schaut, gibt es dann eine Art Resonanzkatastrophe. Wenn man das erst einmal weiß, geht es leichter: Einfach irgendeinen Turm, Baum, Strauch direkt in Fahrtrichtung fokussieren und schon geht es wie gewohnt geradeaus. Leider kommt nun ein Teil, wo weite Teile des Wegs ohne Markierungen oder Restlicht verlaufen und weil die Lampe nun leider ein wenig zu weit nach unten gerichtet ist, kann ich, obwohl es oft rollt, nicht überall so zügig fahren, wie mir sonst möglich wäre. Zum Glück erkenne ich etliche Streckenteile, die ich ja nun schon zum dritten mal fahre, wieder, das hilft wenigstens, ohne weitere Zeiteinbussen auf Kurs zu bleiben, mal abgesehen davon, dass ich mich wie immer in Huy verfahre und so treffe ich, wieder mit einer halben Stunde Reserve, an der letzen Kontrolle ein.

    Die anderen sind schon alle durch und an irgendeinem Punkt hat der Besitzer dort wohl gefragt, was wir treiben. Das hat ihn so beeindruckt, dass er allen Folgenden aus eigener Kasse ein heißes Getränk spendiert. Das sind dann halt genau die Sachen, bei denen man trotz oder vielleicht gerade wegen der Umstände stolz darauf ist, dabei zu sein. Trotzdem, ich bin durch. Wie durch, fällt mir erst nachträglich auf. Statt zu essen, trinke ich nur den heißen Kakao und lutsche an einem Powershot. Was jetzt kommt ist ja leicht, irgendwann zwischendurch kann ich ja noch nachlegen. Ich weiß es sogar, dass das dumm ist, aber es kümmert mich nicht. So blöd kann man eigentlich nur sein, wenn man schon unterzuckert ist, aber was soll es, ich war in dem Moment halt nicht schlauer und irgendwie geht es ja auch immer noch. Nur halt nicht so schnell, wie man sein könnte, wenn man rechtzeitig für Nachschub gesorgt hätte.
    In dem Zickzackkurs kleiner Strassen zwischen kleinen Ortschaften brauche ich meine ganze Konzentration, um auf Kurs zu bleiben, an zwei, drei Stellen gelingt es nicht auf Anhieb und ich finde mich durch Seitenstrassen wieder auf den Track zurück. Die Baustelle in Tongeren ist immer noch nicht fertig, die sehe ich jetzt zum dritten mal, nur haben sie dieses mal schon Bordsteine gesetzt, über die ich das Liegerad mühselig heben muss. Dabei verdrehe ich mir elegant das rechte Knie. Autsch! Als hätte das nicht auch so schon genug weh getan. Egal, jetzt ist Stallfieber, es soll einfach nur noch vorwärts und zum Ende gehen. Ich merke jetzt auch, dass das Fujin doch tiefer ist, es fällt mir nämlich schwer, mich aus dem Sitz zu heben, wenn ich halten muss, ich bekomme da sehr deutliche Rückmeldung von beiden Knien und den Oberschenkeln.

    Es sind noch zwei ausgewiesene Radstrecke dabei, die voller großer Pfützen und Schlamm sind. Ein, zweimal rutsche ich auf dem Dreck fast weg und das Fujin, dass dank seiner Schutzbleche bis dahin trotz des Wetters noch gut aussah, hatte danach auch seinen Dreck weg. Hier kommen mir dann und wann Autos voller sehr junger Leute entgegen, die irgendwelches Zeug aus offenen Scheiben heraus brüllen, einmal verstehe ich so viel, dass es ein Kommentar über das Rad ist, aber es ist mir egal, ich bin schon in Riemst, kann Maastricht schon fast riechen, nur noch einmal auf dem Ring runter bis zum StayOkay. Dann ist es geschafft. 2:55 Uhr. 311 km mit 3022 Höhenmetern. Fünf Minuten übrig.

    Es sind noch etliche Leute da, die mich beglückwünschen. Ivo freut sich, dass ich es geschafft habe. Es war wohl für alle recht anstrengend, selbst die guten Fahrer sind erst nach Mitternacht reingekommen. Corinna und Johann sind schon umgezogen und neben ihnen steht - Arvid. Ihm war vor Rochefort sehr kalt geworden, er hatte nichts mehr dabei, was das dauerhaft hätte ändern können und er war gerade erst erkältet. Da hat er dann lieber den Zug genommen. Und Mario hat abgebrochen, als er wegen einer Panne und einmal Unterstellen beim schlimmsten Regen außerhalb des Zeitfensters in Rochefort ankam. So bin ich also wirklich die Letzte. Mir ist kalt, ich kann nicht aufhören zu zittern. Selbst schuld, aber nun ja, geschafft. Das Fujin und ich haben den härtesten Materialtest, den ich kenne, überstanden. Beim Fujin selbst blieb alles fest, alles funktionstüchtig. Und das Rad ist gut genug, dass selbst ich damit innerhalb der Zeit durch ein Ardennenbrevet komme. Dafür ein ganz großes Kompliment an Challenge und Lowrider. Vielleicht sollte ich aber trotzdem noch ein wenig trainieren.
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  18. #38
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    Zitat Zitat von Igel Beitrag anzeigen
    300er Brevet "Ardennendreieck" Maastricht, 04. 04. 2010
    [...]
    Um Sieben verabschiedet Ivo, der Veranstalter, uns mit ein paar freundlichen Worten und ziemlich gleich finde ich mich wieder hinten, um nicht zum ersten mal darüber nachzudenken, ob das denn alles eine so gute Idee ist. Aber ok, ich bin hier, jetzt kann ich es auch probieren. Ich habe ja schon einen 300er in der Tasche, diesen dürfte ich also im Zweifelsfall in den Sand setzen, und ich wollte es ja wissen.
    [...]
    danke für den ausführlichen Bericht und die Entscheidung das Fujin zu nehmen, das war doch genau die richtigen Entscheidung, ohne Druck das neue Rad zu testen und einen guten Vergleich zu Deinem Kurzlieger zu bekommen. Und Dir ist sogar noch eine Punktlandung gelungen.
    Dir fehlt aber wirklich wohl noch etwas Liegeradtraining, es gibt ja einige Liegeradler, die z.B. auch die ganze Serie in Osterdorf mitfahren und einer, der letztes Jahr beim 1200er mit seinem M5-Highracer nur zwei oder drei Stunden nach den Schnellsten im Ziel war.
    Mir reichen ein paar Stunden Polster, ich bin ja nicht auf der Fluch und brauche immer mal etwas Zeit zum fotografieren.

    Bei schlechtem Wetter, auch während P-B-P, hat sich bei mir ein Nachbau dieses Regenzeugs gute Dienste erwiesen; es ist gleichzeitig für kalte Nächte und zugige Abfahrten ein guter Windschutz und hat nach hinten ausreichend Belüftung.
    An den Beinen komme ich auch bei Regen gut mit langen Radlerhosen, ggf. zusätzlich noch Beinlingen, aber ohne Regenhose aus. Die Beine produzieren genügend Wärme.

    Gruß
    Felix

    PS: Warum sollen die Rainlegs bei Fronttrieblern besser funktionieren als bei normalen heckangetriebenen Liegen.?
    Ich hatte mir schon überlegt, etwa ähnliches wie den Regenumhang auf für die Beine zu bauen, das besonders die Schienbeine und Knie bedeckt, die Oberschenkel bekommen meistens kaum Regen ab, außer bei Platzregen.
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  19. #39
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    Zitat Zitat von spreehertie Beitrag anzeigen
    danke für den ausführlichen Bericht und die Entscheidung das Fujin zu nehmen, das war doch genau die richtigen Entscheidung, ohne Druck das neue Rad zu testen und einen guten Vergleich zu Deinem Kurzlieger zu bekommen. Und Dir ist sogar noch eine Punktlandung gelungen.
    Ich hätte ja auch gern noch Pizza gegessen, aber sei es drum, letztendlich möchte ich wohl immer finishen, wenn es irgendwie möglich ist, ein bisschen Druck ist also immer.

    Dir fehlt aber wirklich wohl noch etwas Liegeradtraining, es gibt ja einige Liegeradler, die z.B. auch die ganze Serie in Osterdorf mitfahren
    Ganz ohne Frage. Ich denke, ich bin erst dann einigermaßen gut angepasst, wenn mir die Puste ausgeht statt der Muskelkraft. Ich weiß nur noch nicht, wie ich das hinkriegen soll.

    Mir reichen ein paar Stunden Polster, ich bin ja nicht auf der Fluch und brauche immer mal etwas Zeit zum fotografieren.
    Ich komme auch mit weniger Polster zurecht, es fühlt sich nur besser an, wenn das Polster wächst, statt zu schrumpfen. Perfekt ist es, wenn ich überhaupt nicht darüber nachdenken muss.

    Meine Regenjacke war soweit ok, gut, ein kleiner Zipfel vorn im Schritt hätte jetzt nicht geschadet, aber richtig schlimm war es ohne auch nicht. Falls mir geeignetes Material in die Hände fällt, werde ich mich aber auch mal an einem Nachbau versuchen.
    An den Beinen bin ich auch nicht so empfindlich, nur die Knie hätte ich ab und an gern wärmer gehabt, aber gerade das ist wohl ziemlich schwierig zu erreichen. Falls Dir dazu was Gutes einfällt bitte berichten.

    PS: Warum sollen die Rainlegs bei Fronttrieblern besser funktionieren als bei normalen heckangetriebenen Liegen.?
    Ich ging davon aus, dass man bei Fronttrieblern mit den Oberschenkeln nicht mehr an die Kette kommt. Liege ich daneben?
    Ein Bekannter hat übrigens neulich seine Rainlegs unter der langen Hose getragen, damit die Ränder nicht in den Antrieb kommen. Meiner Meinung nach keine wirklich ideale Lösung.
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  20. #40
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    Zitat Zitat von Igel Beitrag anzeigen
    Ich ging davon aus, dass man bei Fronttrieblern mit den Oberschenkeln nicht mehr an die Kette kommt. Liege ich daneben?
    Hier kämen Rainlegs unter die Räder, äh Kette .

    In Bremen auf der Messe hab ich die Dinger anprobiert und mich dann auf das Toxy ZR gesetzt/gefahren. Entweder hängt das Ding am Antrieb oder das Knie/Bein am Lenker.

    Gruß Joachim
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