Hallo an alle,
ich stelle hier mal den Eigenbau eines vollgefederten 20/26" Kurzliegers mit Stahlrahmen und Untenlenker vor.
Zweck ist neben meinem natürlichen Mitteilungsdrang auch die Weitergabe von Erfahrungen und Anregungen an alle, die sowas auch schon mal gemacht- oder vorhaben, schließlich habe ich auch von ähnlichen Berichten profitiert. Ich werde erst einen Gesamteindruck geben und dann nach und nach einzelne Teile näher beschreiben. Ich versuche, es nicht zu lang werden zu lassen.
Allgemeines:
Wie ich überhaupt auf Liegeräder (LRs) aufmerksam geworden bin, weiß ich gar nicht mehr; war glaube ich ein Bericht irgendwo, dass LRs schneller als Rennräder sein sollen. Konkreter wurde der Gedanke dann vor etwa einem 3/4 Jahr, da ich seit ca. einem Jahr täglich 25Km Arbeitsweg fahre, und mir das langsam etwas zu unbequem wurde, obwohl ich davor zum Teil mehr Km auf Rennrad und MTB gemacht habe, halt nur nicht täglich.
Bevor ich mit dem Bau begann, habe ich nie ein LR live gesehen, geschweige denn drauf gesessen. Ich mag es, ins Blaue zu konstruieren, so Dinge wie Probemodelle zum Erfahrung sammeln o. Ä. finde ich schrecklich. Beim Bauen zu sehen, ob die Theorie funktioniert, ist bei mir die Motivation. Natürlich alles innerhalb vernünftiger Grenzen (Sicherheit). Die nötige Internetrecherche brachte mich dann zu diesen Eckdaten:
-Kurzlieger "semi-tief"
-20/26" Räder
-Untenlenker (zuerst hauptsächlich wegen der Optik)
-Hauptrahmen aus Stahl (wegen der Verarbeitung)
-vollgefedert
Erstes grobes Vorbild war dann die Speedmachine von HP.
Das Rad ist prinzipiell jetzt zu Weihnachten fertig geworden, da habe ich nämlich die letzten Teile (Bremsen) bekommen. Die Gesamtbauzeit ist sehr schwer zu beschreiben, da ich immer mal kleine Teile zwischendurch auf der Arbeit gemacht habe und auch zwischendurch länger keine Zeit hatte. So hat es ca. ein 3/4 Jahr gedauert. Vom Gefühl her könnte ich es, vorausgesetzt ich hätte alle Kaufteile und Maschinen und Urlaub, in höchstens zwei Wochen noch mal bauen.
Daten:
Radstand: 120cm
Lenkwinkel (belastet): ca. 66°
Nachlauf: 6cm
Sitzhöhe (belastet): ca. 40cm
Tretlagerüberhöhung: ca. 27cm
Sitzwinkel: ca. 40°
Gewicht: komplett ca. 16,5kg (unter Vorbehalt, da mit einer alten Personenwaage gewogen)
Farbe: Ral 9001
Auf diesem Bild ist das Rad zu 95% fertig. Z.B. Schutzbleche und Bremsen sind noch nicht final.
Der Plan:
Als erstes habe ich einen 1:1 Plan auf drei Bögen Transparentpapier gezeichnet. Hierzu habe ich zuerst den Radstand festgelegt; das ist eine Entscheidung, die ich am Anfang einfach treffen musste, um dem Rad eine grundlegende Richtung zu geben. 120-130cm sind geläufige Maße für Kurzlieger. Dann konnte ich schon die Räder einzeichnen. Die nächste Entscheidung war der Nachlauf, wiederum entscheidend für den Charakter des Rades. Hat man den Nachlauf festgelegt und kennt die Maße der Gabel ergibt sich daraus der Lenkkopfwinkel. Dadurch war die Lage des Steuerrohrs auch schon festgelegt und ich konnte es einzeichnen. Im Prinzip habe ich dann so weitergemacht, also unveränderliche oder gewollte Maße (z.B. Sitzhöhe) zuerst eingezeichnet und den Rest dann angepasst, bis der Lenkkopf mit dem Schwingenlager möglichst effizient verbunden war, was ja die Hauptfunktion des Rahmens ist. Das Ganze erforderte natürlich einige kleinere Kompromisse, da ja ziemlich viele Maße unter einen Hut gebracht werden mussten, die teilweise von einander abhängen. Eine 1:1 Zeichnung ist sehr hilfreich, um zu sehen, ob etwas wirklich passt, und man muss nichts umrechnen. Ich hatte ja nur Material für einen Versuch.
Alles in allem kann ich sagen, dass sich der Entwurf relativ organisch entwickelt hat, viele Dinge ergaben sich überraschend flüssig, aber Arbeit war es schon.
Als nächstes kommt der Rahmen

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und mein Rollator ist das Strada
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