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Thema: Spinner oder Propheten?

  1. #21
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    Zitat Zitat von olek1311 Beitrag anzeigen
    Na,Na,Na! das ist jetzt aber etwas weit weg der Wirklichkeit und wiederspricht sich selbst. Würden wir hier eine Diskussion über SUV`s führen, wäre ich Deiner Meinung. Aber alle über einen elitären Kamm zu scheren die VM fahren, zeugt von nicht allzu großem Wissen über die Materie und die Szene.
    Gruß
    Oliver
    Machen wir halt mal den Realitycheck:
    wie viele VM-Eigner sind Harz IV-Empfänger, bzw waren es als sie es anschafften, wie viel VM-Eigner haben sich ihr VM angeschafft als sie Niedrigstlohnarbeiter mit staatlichem Zuschuss waren, bzw sind es, wie viele VM-Eigner sind Niedriglohnarbeiter, bzw waren es bei der Anschaffung, wie viele sind Durchschnittsverdiener, wie viele VM-Eigner sind keine Hochschulabsolventen, wieviele sind Studenten, wie hoch ist der Prozentsatz von VM-Eignern mit akademischen Graden oder Titeln, und wie viele VM-Eigner sind Hochschulabsolventen mit mit gut bis sehr gut bezahlten Jobs? Schau Dich doch einfach mal hier im Forum um. Soweit bin ich von der Szene nämlich nicht weg.

    Es wird dann auch in einigen Beiträgen angeführt, dass die Ersparnis an Kosten ja den Abstellraum finanzieren würde. (Wobei ja etliche der VM-Treiber auch noch ein Auto haben, sogar das VM damit befördern, also diese Ersparnis gar nicht erst ensteht)
    Diese Logik kommt deshalb für mich von Leuten, die die materiellen Probleme der breiten Masse eben nicht haben/kennen.

    Beziehen wir also die späteren Ersparnisse ein:
    Die Logik sähe so aus, ich kauf mir zum Preis eines guten Gebrauchtwagens ein VM, stelle es dann ungeschützt auf die Straße und wenn dann die Ersparnis sich materialisiert und ich das VM endlich wo einstellen könnte, brauch ich den Raum nicht mehr, weil mein VM schon geklaut oder zerstört wäre, bzw könnte ich mir den Raum wiederum nicht leisten, weil ich das Geld für die Reparatur der Vandalismusschäden am VM bräuchte.

    OK, das hier sollte kein Glaubenskrieg gegen VMs sein, nur mein Hinweis, dass es außer der fehlenden Erleuchtung von Otto/Ottilie Normalverbraucher/in über die alles übertreffenden Vorzüge des VM gegenüber anderen Verkehrsmitteln auch noch andere Gründe gibt, warum die Masse dem Ruf der Propheten nicht so ohne weiteres folgen mag.
    Ich bevorzuge mein Fahrrad und die S- und U-Bahnen.

    Witzig finde ich es schon, hier auf die gleiche pseudoreligiöse Haltung ihrem Fahrzeug gegenüber zu treffen wie bei etlichen Rennradlern, Liegeradlern und vielen Autofahrern.

    Grüßle

    EHW
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  2. #22
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    Hallo,

    1. VMs sind auf Grund der niedrigen Produktionszahlen Manufakturwaren und daher teurer. Die erheblichen Konstruktionskosten fallen dabei m.W. nur marginal ins Gewicht (und beim Auto gibt es dann noch an die Marketingkosten - öko zeigen ist wichtiger für den Verkauf als öko haben !).

    2. Ein erheblicher Faktor zur Abschreckung vom VM ist der Umstand, daß die Fahrt im VM durch die niedrige Fahrposition "gefährlicher" wirkt. Wenn der schützende Blechkäfig fehlt, braucht man zumindestens Rundumübersicht!

    3. Man braucht im VM ein solides Selbstbewußtsein, um die nicht immer liebevollen Kommentare der Passanten wegzustecken (das geht wohl einfacher, wenn man sich als Prophet fühlt

    4. Das Automobil ist nach wie vor ein Statussymbol. Das gilt für jede Wohnumgebung, ob EFH mit Garten oder Wohnsiedlung. Nur ist die Wahrscheinlichkeit, sich noch nicht einmal ein Auto leisten zu können, für Bewohner eines Wohnblocks größer als für die im Eigenheim, und der Autobesitz daher wichtiger.

    Velomobile böten für viele logistische Probleme einfache und ökologisch wie ökonomisch günstige Lösungen. Neben der Gefährdung im Verkehr (betrifft ja alle Radler!) und der Angreifbarkeit durch Vandalismus (übrigens sind auch die optisch auffälligen Elektromobile davon extrem betroffen) gibt es auch einige weitere Nachteile im Alltagsgebrauch, die den "Siegeszug" der VMs verhindern:
    - Man muß sich (anders bei der Fahrt mit dem Upright) Gedanken um die richtige Kleidung machen.
    - Bei der Nutzung für die Fahrt zur Arbeit bedarf es entsprechender Möglichkeiten vor Ort, sich wieder "arbeitsfein" zu machen.
    - Die Transportmöglichkeiten für Kinder und Einkäufe sind beschränkt und bedürfen gesonderter Lösungsansätze. (Allerdings hätte sich vor 10 Jahren noch niemand träumen lassen, Kinder mit dem Fahrradanhänger zu transportieren, was heute gang und gäbe ist.)
    - In Anbetracht des städtischen Stop-and-Go-Verkehrs (auch auf Radwegen) ist eine kleine Motorunterstützung sehr hilfreich (auch im Hinblick auf das Schwitzen )

    Diese ganzen Probleme ergeben sich natürlich nicht, wenn man sich einfach ins Auto setzt - die perfekte Paketlösung. Und solange das pünktlichste im ÖP(N)V die alljährliche Fahrpreiserhöung ist, mit der sorgfältig der großen Kostenunterschied zum motorisierten Individualverkehr verschleiert wird, besteht ja auch kein großer Anreiz für viele, sich mit Alternativen auseinanderzusetzen...

    Aber das ist ein anderes Problem (s. Thread zur Geschwindigkeit eines VMs) :-)

    VIele Grüße
    Luise
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  3. #23
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    Zitat Zitat von EHW Beitrag anzeigen
    Witzig finde ich es schon, hier auf die gleiche pseudoreligiöse Haltung ihrem Fahrzeug gegenüber zu treffen wie bei etlichen Rennradlern, Liegeradlern und vielen Autofahrern.
    Pseudoreligiös? Hat hier irgendjemand behauptet, daß das Velomobil grundsätzlich und in jedem Fall die richtige Lösung für alle Verkehrs-/Umwelt- und Budgetprobleme ist? Hier im Forum hat noch jeder für sich selbst entschieden, warum er wieviel Geld für sein Mobilitätsmanagement ausgibt und wie sinnvoll er welches Fahrzeug einsetzt.
    Ich zum Beispiel bin autolos und kann dadurch das Geld aufbringen, mir einen Unterstellplatz fürs VM zu leisten. Und ich antworte gern interessierten Menschen auf ihre Fragen über den Gebrauch des VM und die Vor- bzw. Nachteile, die der Alltag mit einem allwettertauglichen Autoersatz mit sich bringt. Falls das Deiner Meinung nach pseudoreligiös ist, dann bin ich es halt
    Was wolltest Du durch Deinen Beitrag erreichen? Besser gefragt: Was glaubst Du, damit erreicht zu haben? Wenn Fahrrad und U-Bahn der ideale Mix für Dich sind, umso besser für Dich.

    Gruß

    bernd i.

    -für den eine U-Bahn nicht infrage käme. Erstens fehlen mir die Gleise, zweitens die Unterstellmöglichkeiten und drittens: Der Preis!!!!! -
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  4. #24
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    Standard AW: Spinner oder Propheten? Gehe zum vorherigen Beitrag

    Pseudoreligiös? Hat hier irgendjemand behauptet, daß das Velomobil grundsätzlich und in jedem Fall die richtige Lösung für alle Verkehrs-/Umwelt- und Budgetprobleme ist?
    Hand aufs Herz- manchmal klingt das so zwischen den Zeilen. Doch, wirklich.
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  5. #25
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    Zitat Zitat von Sutrai Beitrag anzeigen
    Genau davor würde mir grauen. Im Verkehrskollaps mitzuschwimmen und nicht wie die Aufrechtradler einfach am Stau vorbeifahren zu können. Ständig Ampeln, an denen man halten muss und danach erst wieder den Dampfer in Schwung bringen zu müssen, überall die freundlichen Stadtbewohner, die nur mit den Fingern schauen können, wenn sie nicht gleich mit Fußtritten die Stabilität eines Gegenstands testen.
    Das ist das Problem alternativer Verkehrskonzepte - solange ein Konzept mit all seinen Vor- und Nachteilen dominiert, können sich andere Konzepte mit anderen Vor- und Nachteilen nur schwer durchsetzen, da das System für das dominierende optimiert ist.
    Ein dominierendes Konzept durch ein anderes zu ersetzen, ist auch nicht der Weisheit letzter Schluß. Zukunftsweisend und erfolgreich kann nur eine intelligente Symbiose aller Konzepte sein. Die Umsetzung einer solchen Symbiose kann aber m.E. kaum als schleichender Prozeß funktionieren - sie müßte aufoktroyiert werden, einer Revolution gleich, was eine detaillierte Planung voraussetzt und äußerst fehlerträchtig ist.

    Zitat Zitat von Sutrai Beitrag anzeigen
    Für mich liegt der größte Vorteil eines (schnellen) Velomobils in der Überbrückung längerer Distanzen und ich bin sehr glücklich, eine nahezu ideale Auslaufstrecke für mein Quest zu haben. 45km in die Arbeit und im Gegensatz zu meinen Kollegen bin ich hellwach, wenn ich anfange zu arbeiten.
    Der Gedanke eines speziellen HPVs für Langstrecken ist auch bei mir der Auslöser für den Wunsch nach einem VM. Auf meinen 12km Arbeitsweg bräuchte ich es nicht unbedingt. Der läßt sich auch so mit jedem anderen Rad (aber am liebsten mit dem Tieflieger) erledigen, egal bei welchem Wetter.
    Auch für sonstige Alltagsfahrten sehe ich keinen wirklichen Bedarf für ein VM. Eine nüchterne Kosten/Nutzen Rechnung spricht für mich eher gegen ein VM - es wäre ein reines Luxusobjekt.

    Zitat Zitat von Sutrai Beitrag anzeigen
    Das Velomobil hat meine mit dem Rad erreichbare Reichweite deutlich erhöht. Wo ich früher ohne Nachzudenken mit dem Auto hingefahren wäre, überlege ich mir heute, ob es nicht auch mit dem Velomobil geht.
    Diese Frage stellt sich mir schon seit Jahren nicht mehr. Auch als noch ein Auto da war (und die meiste Zeit in der Garage vor sich hin rottete), wurden alle Alltags-Regelfahrten per Velo erledigt. Bei div. Familienfahrten wurde damals allerdings doch recht unüberlegt und selbstverständlich zum Auto gegriffen.

    Zitat Zitat von Sutrai Beitrag anzeigen
    Und zu den Kosten: Sicher ist es erstmal eine heftige Investition, soviel Geld in ein Fahrrad zu stecken. Aber wenn ich bei mir rechne, dass ich beispielsweise an der Hälfte der Arbeitstage mit dem Velomobil zur Arbeit fahre, dann sind das etwa 10.000km pro Jahr, die mein Auto nicht zurücklegt.
    Das Problem ist, das ich bei Beispielsrechnungen nicht ein VM gegen ein Auto aufrechnen kann. Da spielen persönliche Mobilitätsanforderungen eine große Rolle. Viele müßten, um das Auto ersetzen zu können, auch Netzkarten des ÖPV mit hinzu rechnen, die oft schon im alleinigen Vergleich mit einem Auto nur wenig positive Bilanz zeigen.
    Halte ich nach wie vor ein Auto vor, bleiben die Fixkosten, was die Bilanz auch nicht gerade schönt.


    Zitat Zitat von christoph_d Beitrag anzeigen
    Glaubst du ernsthaft, dass Autohersteller sowas hinbekommen??? Da müssten die Leute dort ihre eingefahrenen Denkstrukturen ja verlassen. Da die Autofritzen einen großen Beitrag zur Finanzierung der Fakultät für mein Maschinenbau Studium leisten, "darf" ich mir auch immer ihre tollsten Forschungsthemen ansehen, echte Innovation ist da eher nicht dabei.
    Beim Ingenieuring könnten sie sich evtl. schwer tun - zumindest, was Ergonomie und Leichtbau betrifft. Aerodynamik, Statik und Fertigungstechnik beherrscht die Kfz Industrie jedoch ganz passabel.

    Symbiosen zwischen Automobiler Industrie und Velomobiler Manufaktur könnte ich mir durchaus vorstellen. Auch wenn es nur als Image Pflege bzw. Werbegag dient ("Kaufen sie ein Stinki öko und sie erhalten ein VM dazu"). Autos, die damit beworben werden, einen Fahrradheckträger bereits integriert zu haben, gibt es ja schließlich auch schon. Der nächste Schritt ist das dazugeben der Fahrrades, dann kommt die VM (um im EU Stadtmix auf 0,5l zu kommen - vorausgesetzt, man fährt alle Strecken unter xx km mit der VM )

    Zitat Zitat von christoph_d Beitrag anzeigen
    Wobei der Sinn der vielen Transport- und Pendlerfahrten ernsthaft zu hinterfragen ist (nicht für den einzelnen aber allgemein).
    Es führt aber zu nichts, solche Fahrten zu hinterfragen - zumindest nicht im privaten Bereich. Siedlungs- und Wirtschaftsstrukturen sind nun einmal gegeben.

    Zitat Zitat von christoph_d Beitrag anzeigen
    Mit 2 Autos kann ich zwei Personen zu zwei Zielen fahren (gemeinsame Ziele sind ja eher selten).
    In der familiären Praxis sieht es doch in zersiedelten Gebieten eher so aus, das der Zweitwagen das Mamataxi ist. Knapp die Hälfte der Fahrten des Zweitwagen sind dann besonders überflüssig.

    Zitat Zitat von christoph_d Beitrag anzeigen
    Auto ist meiner Meinung nach nur für Lasttransporte sinnvoll.
    Velo vs. ÖPV liegt die Entfernung, bei der ich mit dem Velo schneller bin, je nach Startzeit und Ziel zwischen 20km und 100km. Das Auto gewinnt, außer im Stadtbereich, bei reiner Geschwindigkeitsbetrachtung eigentlich immer. Ab 20km wird der Vorsprung des Autos ggü. des Velos recht deutlich.

    Zitat Zitat von christoph_d Beitrag anzeigen
    Alles andere wie RRs, MTBs, Rennliegeräder... sind Hobbygeräte, die sowieso zusätzlichen Platz beanspruchen.
    Reine Radsportgeräte gibt es bei uns nicht. Jedes Velo muß auch für Alltagseinsätze herhalten.


    Zitat Zitat von Eusebius Beitrag anzeigen
    Meine noch sehr jungen Begegnungen mit Betrachtern unserer Leitra zeigen mir ein aufgeschlossenes Bild: Die meisten finden die Idee sehr interessant und überzeugen. Der Preis schreckt sie logischer Weise etwas ab, was ich gut verstehe.
    Die sich anbahnende Energiekrise macht Velomobile sicher attraktiver als auch schon, sodass sie sich vielleicht bald etwas stärker ausbreiten.
    In der Theorie sind viele Leute schnell zu begeistern. Genauso schnell kommen dann auch Gründe, warum das ausgerechnet bei ihnen nicht möglich wäre. Solange MIV verfügbar ist, solange wird er intensiv genutzt werden. Wenn überhaupt, sehe ich eine Chance für einen Massenmarkteinstieg über Leichtfahrzeuge.

    Zitat Zitat von Eusebius Beitrag anzeigen
    Mir gefiele es nicht, wenn Automobilbauer plötzlich Velomobile bauen würden.
    Och, spätestens hier würde mein Idealismus enden. Wer warum ein Produkt auf den Markt bringt, ist mir solange egal, wie es nicht zu meinem Nachteil ist.

    Grüße,
    André
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  6. #26
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    Zitat Zitat von christoph_d Beitrag anzeigen

    Wobei die Ersparniss an Sprit, Versicherung, Steuer etc. einen Abstellraum finanzieren sollte.
    Naja, 5000€ Investition, abgeschrieben über 12 Jahre bei 4% Zinssatz macht 530€ pro Jahr, Betriebkosten setze ich mal mit 170€ pro Jahr an (Reifen Bastelein, Reperaturen, ggf Versicherung usw...), ist vermutlich sogar eher niedrig...

    Macht 700€ pro Jahr.

    Für fast alle Personen kann dmait das Auto nicht ersetzt, sondern nur ergänzt werden. setzt man bei den Kosten fürs Autofahren mal 14€/100km an (an den Fixkosten ändert sich wenig, wenn mans seltener nutzt), dann muss man mindestens 5000km im Jahr fahren, damit sichs überhaupt erst mal finanziell rentiert gegenüber dem Benutzen des vorhandenen Autos.

    Das wird die Zielgruppe ziemlich einschränken, die sich so ein Fahrzeug tatsächlich wegen des Einspareffektes kaufen will.

    Und mir scheint, dass ich hier durchaus großzügig gerechnet habe.

    mfg
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  7. #27
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    Hallo,

    Für fast alle Personen kann dmait das Auto nicht ersetzt, sondern nur ergänzt werden.
    Wobei es auch Räder gibt, die ein Auto auf der Kurzstrecke ersetzen können.

    wie z.B. die Lissy.

    Naja, 5000€ Investition, abgeschrieben über 12 Jahre bei 4% Zinssatz macht 530€ pro Jahr, Betriebkosten setze ich mal mit 170€ pro Jahr an (Reifen Bastelein, Reperaturen, ggf Versicherung usw...), ist vermutlich sogar eher niedrig...
    setzt man bei den Kosten fürs Autofahren mal 14€/100km an (an den Fixkosten ändert sich wenig, wenn mans seltener nutzt), dann muss man mindestens 5000km im Jahr fahren, damit sichs überhaupt erst mal finanziell rentiert gegenüber dem Benutzen des vorhandenen Autos.
    Du rechnest es halt als Ergänzung, ich habe es als Ersatz angenommen und da die Anschaffungskosten für einen guten Gebrauchtwagen (!) und ein neues(!) Velomobil gleich sind. Beginnt das sparen von Anfang an.
    Wenn man das Auto nicht ersetzen kann, sondern nur ergänzen will, gibt es auch wunderbare Lösungen, wie z.B. ein Trike mit Streamer, das gibt's für die Hälfte und 2500km Jahr, sind nicht so viel.
    Selbst ich fahre als Student in der Großstadt 1500-2000km mit meinem Trekking- und meinem Liegerad pro Jahr, nur auf meinen kurzen Alltagswegen. Im Frühling, wenn mein Kleiner dann im Anhänger fahren kann, kommen hoffentlich noch die km dazu, die wir jetzt mit dem Bus fahren müssen.

    viele Grüße

    Christoph
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  8. #28
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    Standard AW: Spinner oder Propheten? Gehe zum vorherigen Beitrag

    Zitat Zitat von Sutrai Beitrag anzeigen
    GDas heißt, ein altes billiges Alleweder könnte sich schon nach einem Jahr Fahren vollständig abbezahlt haben, bei nem gebraucht gekauften Quest oder nem Versatile dauert es halt etwas länger.
    Aber der Wertverlust ist doch viel geringer. Natürlich kann man nicht immer beim Weiterverkauf den selben Preis erzielen wie beim Kauf (bei älteren Fahrzeugen ist es einfacher, den zustand durch Reparaturen konstant zu halten), aber auch ohne die Lieferzeiten des Quest, z.B. bei der Leitra, sieht man eigentlich nie ein gebrauchtes Exemplar unter 1000,- EUR.
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  9. #29
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    Na wenn ich das so lese tendiere ich eindeutig zu Spinner
    im ernst, über pseudowirtschaftliche Fakten den Kauf eines VMs zu begründen - das ist eine spinnerte Argumentation. Das nehme ich keinem ab. VM fahren ist teurer als (Liege)rad fahren wenn man nicht gerade günstig an eine alter AW oder ähnliches kommt. Bei den wenigsten ersetzt das VM das Auto komplett was die wirtschaftlichen Effekte weiter reduziert. Kaufentscheidungen werden, wie alle Entscheidungen emotional getroffen auch wenn wir es uns nicht gern eingestehen.

    Meine Motivationen ein VM zu kaufen waren

    - Liegeradbegeisterung seit 18 Jahren

    - ein Besuch bei Flevobike auf einer Liegeradtour vor ca. 15 Jahren bei der ich die neue AW probefahren durfte - wow, das war comfortabler als mein ungefederter Kurzlieger, der etwa gleich teuer war wie die ersten Bausätze der AW

    -ich dachte, dass ich schneller wäre als auf dem Liegerad

    - mein Umweltgewissen zu erleichtern / CO², Schadstoffe, Lärm einsparen

    - das AW ist bequemer als ein (Liege)rad (gefedert, warm, man kann kleineres Gepäck einfach reinwerfen und losfahren

    - ich träume von einem gemischten Verkehrskonzept mit vielen Arten von Fahrrädern und nur wenigen Autos, von bewusstem Umgang mit Umwelt und Ressourcen, ...

    Kurz wenig wirklich rationale Gründe für mein AW. Würde sagen, dass ich eine Mischung aus Spinner und Prophet i.S. von jemandem mit einem Zukunftsideal, was von der heutigen Realität abweicht bin. Ich glaube, dass alle Propheten ein wenig versponnen waren - ohne spinnen keine Vision. Es ist aber schwierig eine Vision der Zukunft mit Argumenten der aktuellen Ideale (Wirtschaftlichkeit) begründen zu wollen. Das ist immer aufgesetzt und geht glaube ich nach hinten los.

    Gruß an alle Spinner und solche, die es werden wollen
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  10. #30
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    Velomobile und anspruchsvolle Trikes oder Liegeräder werden aus einem Grund zur Option für den bürgerlichen Normalverbraucher:

    - Gesundheitsbeitrag / Sport / Freizeitbeschäftigung


    Weil:
    = Sport ein Hobby ist
    = Sport Fun bedeutet
    = Menschen für Fun viel Geld ausgeben wollen

    Wenn sich der Faktor Gesundheit mit anderen kombiniert, kann ein Velomobil auch für die bürgerliche Mittelklasse interessant werden:

    - Geld sparen

    Weil:
    = kein Benzin
    = kaum Steuern

    - Individualismus

    Weil:
    = man mit einem Velomobil stärker auffällt als mit einem Porsche.
    = ist aber auch ein Nachteil: weil der Bürgerliche nur beschränkt auffallen will

    - Zeitersparnis

    Weil:
    = man nicht mehr ins Fitnessstudio gehen muss und die Fitness aufm Arbeitsweg erledigen kann

    - Gewissensberuhigung

    Weil
    = man der Umwelt etwas Gutes tut (obwohl das auch ein Witz ist, hat doch das Verhalten eines Einzelnen nur verschwindend kleinen Einfluss, daher eben: Gewissensberuhigung)


    Eusebius
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  11. #31
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    Moin.

    Zitat Zitat von Eusebius Beitrag anzeigen
    Velomobile und anspruchsvolle Trikes oder Liegeräder werden aus einem Grund zur Option für den bürgerlichen Normalverbraucher:

    - Gesundheitsbeitrag / Sport / Freizeitbeschäftigung
    Mit Freizeitbeschäftigung ganz dick unterstrichen!

    Weil:
    = Sport ein Hobby ist
    = Sport Fun bedeutet
    = Menschen für Fun viel Geld ausgeben wollen
    Wobei alle hochgebildeten, vernunftmotivierten ächten Liegeradfahrer und Velomobilisten wieder reflexartig erschreckt aufquieken, wenn die Stichworte "Trend" und "Fun" in die Diskussion einfließen. Schließlich hat man aj die Vernunft gepachtet.

    Wenn sich der Faktor Gesundheit mit anderen kombiniert, kann ein Velomobil auch für die bürgerliche Mittelklasse interessant werden:
    Hm. Ich bin Industriearbeiter, Zeitarbeitnehmer und muß mich alle paar Monate auf eine neuen Beschäftigung mit unterschiedlichen Einsatzorten einrichten, und ich arbeite körperlich. Und damit meine ich körperlich, heben, tragen, schieben, Lasten bewegen, "human powered".
    20km Arbeitsweg einfach sind keine Seltenheit, eher die Untergrenze, und nach einem Arbeitstag unter "human power" habe ich wenig Lust, solche Strecken auch noch "human powered" zurückzulegen.

    - Geld sparen

    Weil:
    = kein Benzin
    = kaum Steuern
    Aber trotz alledem kaum unter 1500 Euro zu bekommen, und wenn, dann mit ziemlicher Sicherheit mit ein paar absehbaren ganz dicken finanziellen Klöpsen am Horizont.

    - Individualismus

    Weil:
    = man mit einem Velomobil stärker auffällt als mit einem Porsche.
    = ist aber auch ein Nachteil: weil der Bürgerliche nur beschränkt auffallen will
    Je nun- entweder soll sich eine Idee durchsetzen, dann muß man "die Masse" mitnehmen und den jeweiligen (individuellen, haha!) Bedürfnissen Rechnung tragen (s.o., Stichworte Trend und Fun...).
    Oder man pflegt halt weiterhin seinen Sonderlingsstatus, ein guter Teil der Gemeinde scheint sich in dieser Nische sehr wohl zu fühlen- und jammert gleichzeitig permanent, daß es ihnen unbegreiflich ist, wieso das überlegene Konzept Lieger/ verkleideter Lieger/ Velomobil sich nicht durchsetzt.

    Ent oder weder.

    - Zeitersparnis

    Weil:
    = man nicht mehr ins Fitnessstudio gehen muss und die Fitness aufm Arbeitsweg erledigen kann
    Das mag für Büroarbeiter gelten, die ihr Heil in körperlicher Betätigung auf dem Arbeitsweg suchen.
    Meine Arbeit verschafft mir deutlich mehr körperliche Anstrengung als jedes Fitnesstudio.

    - Gewissensberuhigung

    Weil
    = man der Umwelt etwas Gutes tut (obwohl das auch ein Witz ist, hat doch das Verhalten eines Einzelnen nur verschwindend kleinen Einfluss, daher eben: Gewissensberuhigung)
    Um mal von Deiner "Bürgerlichen" vs. Pedalisten- Soziologenrhetorik wegzukommen, Kernfrage:

    Wer fährt Liegerad und Velomobil? Wer? Ich behaupte mal ganz frech, daß der Großteil eher zu den sog. "Besserverdienenden" zählt, oder eh irgendwie mit der Thematik Fahrrad zu tun hat, sei es beruflich oder auf der Schiene Sport/ Hobby.

    Liegerad- und Velomobilbenutzer teilen sich doch so ziemlich zu gleichen Teilen auf in finanziell besser gepolsterte, Technikfreaks, Sportfreaks und Bastler, Schnittmengen nicht ausgeschlossen.

    Zum größten Teil doch eher Akademiker, angehende Akademiker, Ingenieursberufe, tendenziell höhere Bildung, mit Hang zu irgendeiner Form von Individualismus, der sich die Ökoschleife, die da im Paket mitgeliefert wird, mal mehr, mal weniger offensiv ans Revers pinnt.

    Echte, wirlkiche, unschlagbare Vernunftsgründe für die Anschaffung eines Velomobils als 100% Autoersatz sehe ich für mich nicht wirklich.

    Dafür konnte ich gerade einem Velomobilisten aus der nähreren Umgebung anbieten, sein Flevo- Tretboot in unseren Kleintransporter (Opel Combo, 5-6l Normalbenzin/100km) zu schieben, um ihn zwecks größeren Umbaus aus der Rhein- Main- Region nach Lorch zu chauffieren...

    Gruß

    Ivo
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  12. #32
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    Standard AW: Spinner oder Propheten? Gehe zum vorherigen Beitrag

    Zitat Zitat von EHW Beitrag anzeigen
    Machen wir halt mal den Realitycheck:
    wie viele VM-Eigner sind Harz IV-Empfänger, bzw waren es als sie es anschafften, wie viel VM-Eigner haben sich ihr VM angeschafft als sie Niedrigstlohnarbeiter mit staatlichem Zuschuss waren, bzw sind es, wie viele VM-Eigner sind Niedriglohnarbeiter, bzw waren es bei der Anschaffung, wie viele sind Durchschnittsverdiener, wie viele VM-Eigner sind keine Hochschulabsolventen, wieviele sind Studenten, wie hoch ist der Prozentsatz von VM-Eignern mit akademischen Graden oder Titeln, und wie viele VM-Eigner sind Hochschulabsolventen mit mit gut bis sehr gut bezahlten Jobs? Schau Dich doch einfach mal hier im Forum um. Soweit bin ich von der Szene nämlich nicht weg.
    Man kann sich auch als normaler Arbeiter ein VM leisten. Ich arbeite seit 22 Jahren Schicht und bin an Anfang immer mit den Rad zur Arbeit gefahren. Als ich dann mal einen Liegeradfahrer sah, hat das bei mir das Interesse geweckt und ich habe mit dann ein Antrhotech geholt. Dabei störte mich immer das man jeden Wetter ausgesetzt war. Das es so was wie VMs zu kaufen gibt hab ich erst erfahren als ich 2 Leitras gesehen habe und mich mit den Fahrern unterhalten habe. Danach habe ich nach einigen Erkundungen und mehreren Probefarten mit verschiedenen VMs mich für die Leiba entschieden. Die musste ich zwar teilweise finanzieren, aber das müssen die meisten bei preislich vergleichbaren Gebrauchtautos auch.
    Dann könnte man sich auch fragen wär sich alles dein Zox leisten kann.

    Es wird dann auch in einigen Beiträgen angeführt, dass die Ersparnis an Kosten ja den Abstellraum finanzieren würde. (Wobei ja etliche der VM-Treiber auch noch ein Auto haben, sogar das VM damit befördern, also diese Ersparnis gar nicht erst ensteht)
    Diese Logik kommt deshalb für mich von Leuten, die die materiellen Probleme der breiten Masse eben nicht haben/kennen.

    Beziehen wir also die späteren Ersparnisse ein:
    Die Logik sähe so aus, ich kauf mir zum Preis eines guten Gebrauchtwagens ein VM, stelle es dann ungeschützt auf die Straße und wenn dann die Ersparnis sich materialisiert und ich das VM endlich wo einstellen könnte, brauch ich den Raum nicht mehr, weil mein VM schon geklaut oder zerstört wäre, bzw könnte ich mir den Raum wiederum nicht leisten, weil ich das Geld für die Reparatur der Vandalismusschäden am VM bräuchte.
    Eine Garage kann man auch schon für um die 50 Euro mieten. Diese Ersparnis hast du bestimmt wenn du das VM statt eines gebrauchten Autos hollst jeden Monat an Benzin. Ausserdem scheinst du in einer für Autos sehr friedlichen Gegend zu wohnen. Bei uns auf den Dorf ist es schon öfters vorgekommen das Autos zerkratzt, Reifen zerstochen, Antennen oder Aussenspiegel abgebrochen wurden. Diese Kosten müsste du in dein Beispiel dann auch einrechnen.

    OK, das hier sollte kein Glaubenskrieg gegen VMs sein, nur mein Hinweis, dass es außer der fehlenden Erleuchtung von Otto/Ottilie Normalverbraucher/in über die alles übertreffenden Vorzüge des VM gegenüber anderen Verkehrsmitteln auch noch andere Gründe gibt, warum die Masse dem Ruf der Propheten nicht so ohne weiteres folgen mag.
    Ich bevorzuge mein Fahrrad und die S- und U-Bahnen.
    VMs haben vor und Nachteile die hier schon in vielen Beiträgen beschrieben wurden. Ich würde mich machmal auch morgens um 4:00 Uhr in den Zug setzen und gemütlich zur Arbeit fahren. Nur leider fährt um diese Zeit noch kein Zug.
    Mein Arbeitgeber ist einfach nicht dazu bereit mir zu erlauben das ich Wochentags immer ca. 40 min und Samstags, Sonntags und an Feiertagen immer 90 Min später komme.
    Wenn ich also Wettegeschützt auf die Arbeit kommen will bleiben mir 3 Möglichkeiten.
    1. Auto fahren (geht nicht nie denn Führerschein gemacht.)
    2. Imer in der Frühschicht mit Taxi zur Arbeit (8 mal 25 Euro = 200 Euro +73,50 Euro Monatskarte Öffentlicher Verkehr. Ist mir zu teuer.)
    3. VM fahren ( macht Spass, ist Wettergeschützt und auf dauer an billgsten)
    Also ist für mich Punkt 3. am besten.

    Gruss
    Stefan
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  13. #33
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    Zitat Zitat von Ivo Beitrag anzeigen
    Aber trotz alledem kaum unter 1500 Euro zu bekommen, und wenn, dann mit ziemlicher Sicherheit mit ein paar absehbaren ganz dicken finanziellen Klöpsen am Horizont.
    Finde mal einen guten gebrauchten PKW für den Preis, der auch noch in ein paar Jahren fahren soll/darf. (Stichwort Feinstaubplakette, etc.)

    Zitat Zitat von Ivo Beitrag anzeigen
    Wer fährt Liegerad und Velomobil? Wer? Ich behaupte mal ganz frech, daß der Großteil eher zu den sog. "Besserverdienenden" zählt, oder eh irgendwie mit der Thematik Fahrrad zu tun hat, sei es beruflich oder auf der Schiene Sport/ Hobby.

    Liegerad- und Velomobilbenutzer teilen sich doch so ziemlich zu gleichen Teilen auf in finanziell besser gepolsterte, Technikfreaks, Sportfreaks und Bastler, Schnittmengen nicht ausgeschlossen.

    Zum größten Teil doch eher Akademiker, angehende Akademiker, Ingenieursberufe, tendenziell höhere Bildung, mit Hang zu irgendeiner Form von Individualismus, der sich die Ökoschleife, die da im Paket mitgeliefert wird, mal mehr, mal weniger offensiv ans Revers pinnt.
    Interessant, was ich da alles über mich erfahre, von dem ich selbst nichts gewußt habe. Muß wohl auch mal mein Konto genauer unter die Lupe nehmen, vielleicht gibt's da noch irgendwelche schwarzen Kassen, von denen ich noch nichts weiß.
    Zitat Zitat von Ivo Beitrag anzeigen
    Echte, wirlkiche, unschlagbare Vernunftsgründe für die Anschaffung eines Velomobils als 100% Autoersatz sehe ich für mich nicht wirklich.
    Wer sagt, daß es 100%-Autoersatz sein muß?
    Eine 90%-Ergänzung kann immer noch ein unschlagbarer Vernunftgrund sein.

    Ich für mich kann sagen, daß ich einen Autokauf zu Gunsten des VM auf die lange Bank geschoben habe. Rechnung: jetziges Fahrzeug fährt sehr viel weniger, ergo direkte Einsparungen bei den Betriebskosten (je älter das Fahrzeug, desto größer die Reparaturen!).
    Dieses Geld wird gespart, falls die alte Rostlaube irgendwann auseinander fällt.

    Hätte ich kein VM, würde ich nur ca. 1/3 meiner Fahrten zur Arbeit mit dem normalen Fahrrad erledigen, der Rest der Zeit ist zu nass, zu kalt oder zu windig. Also hätte ich nach wie vor immer mehr steigende Betriebskosten beim Auto (egal ob alt oder neu).

    Konsequenterweise müßte ich das Auto ganz abschaffen, um die optimale Einsparung der Fixkosten zu erzielen. Stimmt. Aber das ist mir aus Bequemlichkeit bei Transporten der "Luxus" das wert.

    So habe ich in ein paar Jahren die Möglichkeit, mir erst dann ein anderes Auto zu kaufen UND habe noch das VM.
    Bis dahin ist die Rechnung neutral, ab dann liegt es an mir, welches Fahrzeug ich nehme. Daß ich dann mit dem VM mit jedem Kilometer günstiger fahre, ist logisch und vernünftig.

    Grüße
    Sebastian

    PS: Vor ein paar Jahren bin ich mit dem Rad pro Jahr max. ca. 2500 km gefahren, mittlerweile bin ich bei weit über 8000 Rad-km angekommen.

    PSS: Daß es für die Automobilindustrie unvernünftig klingt, weil ich quasi einen Autokauf-Zyklus aussetze, ist mir schon klar...
    Daran verdienen die nix!
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  14. #34
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    Hi,
    Ich denken, mit den Velomobil ist es wie mit allen "Randerscheinungen". Alle, die eines haben (wollen), finden es gut, manche brauchen eine gute Rechtfertigung für das teure Teil (an eigene Nase fass).
    Die, die es nicht kennen, reagieren in Rahmen ihr Möglichkeiten. Erstaunlich viele trauen sich, ihre Neugierde offen zu zeigen, manch' wenige verstecken diese hinter Kopfschütteln und Lachen.

    Für mich ist das Velomobil ein Ersatz für die Kurzstrecke bei (fast) jedem Wetter. Ich hatte Jahrelang ein recht gutes Fahrrad, bin aber nie viel gefahren. Und das, obwohl ich seit etwas über einem Jahr nur 6km ins Geschäft habe. Warum? hat einfach kein spaß gemacht.

    Die ganze Rechnerei, lohnt es sich, Wie viel muss ich radeln, damit ich mir ein "Fahrrad" für über 8000 € Kaufen darf, finde ich wenig Zielführend.
    Die Tatsache das ich ohne Benzin unterwegs bin, 100 % mehr für die Fitness tue-und das mit Spass.Dass ich bei -5°C nicht friere (im Auto ist mir auf der kurzen Strecke noch Kalt).... Das ist nicht anrechenbar.
    Auf's Auto möchte ich aber mich verzichten. Möglich wäre es, aber ich habe für mich entschieden, das Auto und Velomobil, Fahrräder aller Bauart und was sonst noch unterwegs ist, wunderbar zusammenpassen. Die Frage ist eher, wie ich fahre, weniger mit was.
    Wenn Bus, Bahn, Car-Sharing und so weiter besser und vor allen auch außerhalb der Städte besser funktionieren, überlege ich mir die notwendikeit eines eigenen Autos nochmal.

    Viele Grüsse
    Roland
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  15. #35
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    Zitat Zitat von EHW Beitrag anzeigen
    Machen wir halt mal den Realitycheck:
    wie viele VM-Eigner sind Harz IV-Empfänger, bzw waren es als sie es anschafften, wie viel VM-Eigner haben sich ihr VM angeschafft als sie Niedrigstlohnarbeiter mit staatlichem Zuschuss waren, bzw sind es, wie viele VM-Eigner sind Niedriglohnarbeiter, bzw waren es bei der Anschaffung, wie viele sind Durchschnittsverdiener, wie viele VM-Eigner sind keine Hochschulabsolventen, wieviele sind Studenten, wie hoch ist der Prozentsatz von VM-Eignern mit akademischen Graden oder Titeln, und wie viele VM-Eigner sind Hochschulabsolventen mit mit gut bis sehr gut bezahlten Jobs? Schau Dich doch einfach mal hier im Forum um. Soweit bin ich von der Szene nämlich nicht weg.
    Ok,Ok. Dieser Zielgruppe muß man wahrscheinlich mit anderen Argumenten beikommen. Das Stichwort heißt Endorphine!!! Lt. Wikipedia ist das ein „endogenes Morphin“, ein vom Körper selbst produziertes Opioid, die Resultierende aus zu viel Sport. Hansa-Pils lässt Grüßen.
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  16. #36
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    Blinzeln AW: Spinner oder Propheten? Gehe zum vorherigen Beitrag

    Zitat Zitat von yuriko Beitrag anzeigen
    Man kann sich auch als normaler Arbeiter ein VM leisten. Ich arbeite seit 22 Jahren Schicht und bin an Anfang immer mit den Rad zur Arbeit gefahren. Als ich dann mal einen Liegeradfahrer sah, hat das bei mir das Interesse geweckt und ich habe mit dann ein Antrhotech geholt. Dabei störte mich immer das man jeden Wetter ausgesetzt war. Das es so was wie VMs zu kaufen gibt hab ich erst erfahren als ich 2 Leitras gesehen habe und mich mit den Fahrern unterhalten habe. Danach habe ich nach einigen Erkundungen und mehreren Probefarten mit verschiedenen VMs mich für die Leiba entschieden. Die musste ich zwar teilweise finanzieren, aber das müssen die meisten bei preislich vergleichbaren Gebrauchtautos auch.
    Dann könnte man sich auch fragen wär sich alles dein Zox leisten kann.
    Wenn Du schon 22 Jahre arbeitest, Arbeit hast, bist Du -kein- normaler Arbeiter. Du bist dann die Ausnahme.
    Und wenn Du dann noch auf dem Dorf wohnst, geht natürlich erheblich mehr als in den Ballungsräumen.
    Anscheinend hast Du also keinen Bezug zur Realität der Mehrheit sondern lebst auf Deiner Insel der Glückseligen.
    Und wenn ich davon spreche, dass es in der Regel "Besserverdienende" sind die auf die Idee kommen, sich VMs zu leisten, heißt das nicht, dass es nicht auch andere Käufer gibt. Ich verstehe also nicht wo da ein Widerspruch sein soll.
    Wohl zumeist nur jemand der einen akademischen Background hat, und entsprechend bezahlte Jobs hatte, wird so verrückt sein, mehr als viertausend Euro (mit zwei Bahnfahrten Hamburg-Erlangen-Hamburg plus jeweils Hotelkosten) für ein Fahrrad auszugeben. Ich hatte damals nach jahrelangem Prozess eine Nachzahlung aus einem früheren Beratervertrag bekommen.

    Zitat Zitat von yuriko Beitrag anzeigen
    Eine Garage kann man auch schon für um die 50 Euro mieten. Diese Ersparnis hast du bestimmt wenn du das VM statt eines gebrauchten Autos hollst jeden Monat an Benzin. Ausserdem scheinst du in einer für Autos sehr friedlichen Gegend zu wohnen. Bei uns auf den Dorf ist es schon öfters vorgekommen das Autos zerkratzt, Reifen zerstochen, Antennen oder Aussenspiegel abgebrochen wurden. Diese Kosten müsste du in dein Beispiel dann auch einrechnen.
    Eine Garage kann man sich offenbar auf Deinem Dorf für fünfzig Euro mieten, das zweifel ich nicht an. Hier bei mir ist sowas etwas mehr als doppelt so teuer, ausserdem sind freie Garagen seltener als VMs. Auch da fehlt Dir etwas der Bezug zur Realität der großen Masse.
    Zitat Zitat von yuriko Beitrag anzeigen
    VMs haben vor und Nachteile die hier schon in vielen Beiträgen beschrieben wurden. Ich würde mich machmal auch morgens um 4:00 Uhr in den Zug setzen und gemütlich zur Arbeit fahren. Nur leider fährt um diese Zeit noch kein Zug.
    Mein Arbeitgeber ist einfach nicht dazu bereit mir zu erlauben das ich Wochentags immer ca. 40 min und Samstags, Sonntags und an Feiertagen immer 90 Min später komme.
    Wenn ich also Wettegeschützt auf die Arbeit kommen will bleiben mir 3 Möglichkeiten.
    1. Auto fahren (geht nicht nie denn Führerschein gemacht.)
    2. Imer in der Frühschicht mit Taxi zur Arbeit (8 mal 25 Euro = 200 Euro +73,50 Euro Monatskarte Öffentlicher Verkehr. Ist mir zu teuer.)
    3. VM fahren ( macht Spass, ist Wettergeschützt und auf dauer an billgsten)
    Also ist für mich Punkt 3. am besten.

    Gruss
    Stefan
    Im übrigen lese doch bitte meinen Beitrag nochmal. Mir ging es nicht darum das VM abzuwerten, Du scheinst Dich etwas angegriffen zu fühlen, es ging mir darum Gründe aufzuzeigen, warum sich VMs wohl nicht so schnell zum Massenschlager entwickeln werden. Hat also mit Deiner persönlichen Situation herzlich wenig zu tun.
    Aber so wie ich mich selbst mit meinem ZOX etwas als elitären Spinner einschätze und durchaus auch mal belächle (klar es durfte nicht ein ordinäres Allerweltsliegerad sein, es musste nen SON haben, und eine Rohloff und Scheibenbremsen und selbstverständlich Frontantrieb, anders ging es nicht), sehe ich die Velomobilisten. Hier wurde gefragt, Propheten oder Spinner und ich sag mit einem Augenzwinkern ;-) : Spinner.

    Grüßle

    EHW

    PS:

    hatte ich nicht was von pseudoreligiöser (gemeint war allerdings quasi religiöser) Haltung gegenüber dem eigenem Fahrzeug gesagt? QED
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  17. #37
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    Das Thema bewegt die Massen!
    In kürzester Zeit so viele Einträge, alle Achtung! Aber mir wäre es recht, wenn wir nicht hier aufeinander draufschlagen, sondern mit vernünftigen Argumenten diskutieren. Schade, dass einige Formulierungen so getätigt recht angespannt wirken.
    Ich denke, dass man niemanden zum Vorwurf machen kann, auf dem Land zu wohnen und dort offensichtlich nicht auf dem neuesten Stand zu sein, was die Masse der Leute betrifft.
    Ich wohne auch auf dem Land und freue mich darüber, dass ich auch auf dem Land in naher Umgebung Arbeit habe.
    Natürlich wohnen viel mehr Leute in der Stadt und man kann deren Lebenssituation sicherlich nicht mit Leuten vom Land vergleichen.
    Dazu muss aber auch gesagt, dass es unterschiedliche Städte mit unterschiedlichen Voraussetzungen bezüglich der Verfügbarkeit von Garagen und anderen Unterstellmöglichkeiten gibt. Es wohnen ja nicht alle in Großstädten, wo die Situation so angespannt ist.
    Kurzum: man kann nicht alle über einen Kamm scheren, was hier sicherlich auch keiner beabsichtigt. Aber es wäre doch schön, wenn alle Deutschen mehr Fahrrad (in welcher Form auch immer) statt noch mehr Auto fahren würden. Da sind wir uns wohl alle einig - hoffe ich zumindest!

    Gruß Velobaer
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  18. #38
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    Zitat Zitat von EHW Beitrag anzeigen

    hatte ich nicht was von pseudoreligiöser (gemeint war allerdings quasi religiöser) Haltung gegenüber dem eigenem Fahrzeug gesagt? QED
    Deine Lebensarchitektur und Selbstschilderung (zeitweise elitärer Spinner) muß sich nicht zwangsläufig mit den Beweggründen anderer Velomobilisten decken; schon gar nicht mit den Gedankenspielen der zitierten 'breiten Masse' zum Thema alternative Mobilität.
    Zwischen Deinen Zeilen klingt IMO zuweilen herablassende Ironie. Auch ich 'arbeite' seit Ende der 70er Jahre und wohne auf dem Land, weil man sich hier viel Wohnraum plus Garage für den Preis einer kleineren Stadtwohnung leisten kann. Und aus dieser von Dir unterstellten Distanz zur 'Realität der Mehrheit' kann ich sehr wohl erkennen, daß ein herkömmliches Velomobil grundsätzlich nicht als eierlegende Wollmilchsau für Otto Normalmobilisten missioniert wird.

    Würde ich citynah leben und arbeiten, stände auf meiner Agenda wohl auch viel eher die Anschaffung eines Faltrades samt ÖPNV-Aboticket als der Gedanke an ein Velomobil. Mache Dich gegebenenfalls einfach frei von dem Gedanken, jeder Velomobilist hier im Forum wäre aufgrund religiöser Durchfeuchtung gleichzeitig Missionar und hätte ein Problem mit abweichenden Lebensentwürfen. Dann braucht der wie auch immer interpretierte Begriff von Religiosität auch nicht weiter von Dir breitgekaut zu werden.
    Nix für ungut und weiter viel Spaß auf Deinem Zox!

    Grüße

    bernd i.
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  19. #39
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    Zitat Zitat von EHW Beitrag anzeigen
    Anscheinend hast Du also keinen Bezug zur Realität der Mehrheit sondern lebst auf Deiner Insel der Glückseligen.
    Ich bin dafür, dass es für die Liegeradforer eine Nettiquette gibt, in der sie ersehen können, dass wir uns hier bemühen, die Meinung der Anderen zu achten.

    Meine Befürchtungen bezüglich der Veränderung unserer Diskussionskultur scheinen sich zu bestätigen. Schade.

    Martin
    Der Optimist glaubt, dass wir in der besten aller Welten leben. Der Pessimist befürchtet, dass das wahr ist.
    ---
    Best talk ever: http://www.albartlett.org/presentations/arithmetic_population_energy_video1.html
    Lesefutter: http://www.peak-oil.com/effizienzrev...ie-bundeswehr/
    How will YOU ride the slide?: http://www.youtube.com/watch?v=Ulxe1ie-vEY
    Tips for cyclists: https://www.youtube.com/watch?v=koh7QoMGKJo
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  20. #40
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    Liebes Forum!
    Ich finde es sehr beeindruckend, was durch eure zahlreichen Beiträge aus diesem Thema geworden ist. Ich habe folgenden Vorschlag zu machen, der vielleicht eure Zustimmung findet:
    Ich habe heute schon angefangen, eure Beiträge zu sichten und das Wichtige anzustreichen. Als nächsten Schritt würde ich gerne eure Standpunkte strukturiert gliedern und in einem Artikel zusammenfassen. Es ist sehr viel klug formulierter Gehirnschmalz in dieses Thema geflossen und es sind so viele Beiträge, dass man manchmal ein bißchen die Übersicht verliert, was alles schon geschrieben wurde.
    Hat es eurer Meinung nach Sinn, dass ich mir diese Arbeit mache? Es könnte ein Aufsatz für die Wiki werden.

    Kleine Idee am Rande:
    Zum Thema Mobiltätskonzept für die eigene Familie:
    Viele haben ihr Konzept in jahrelanger Erfahrung gefunden und immer wieder modifiziert. Ich träume von einer Möglichkeit, im Internet eine Konfiguration für Mobiltätskonzepte vorzufinden:
    Nach Eingabe der beabsichtigten km-Leistung jedes Familienmitglieds und der notwendigen Kombinationen (Kinder zum Kindergarten usw.) folgen die Kriterien, die beachtet werden sollen
    - maximale Kosten pro Monat
    - Gesundheit
    - Fahrtzeit
    - Klimaschutz
    - verkehrstechnische Infrastruktur, in der man lebt
    - uvm
    Die Ergebnisse werden besser aufallen, je mehr Kriterien eingegeben werden. Das könnte zum Nachdenken anregen und helfen, Lösungen zu finden, die durchdacht sind.
    Viele Grüße!
    Manuel
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