Anbei ein Bericht vom vergangenen Samstag.
War ne schöne Tour.

LIEGERADLERBLUT IST KEINE BUTTERMILCH !
nach ein bisschen Werbung und Vorbereitung trafen sich am Samstagmorgen, den 01. April um kurz vor 8 Matthias, Lutz und ich (Bernd)beim Gasthof Schnieders in Lohne (bei Lingen), um den 200er Brevet auf dem Liegerad "abzureiten".
Ein weiterer Liegeradler aus Holland auf M5 low mit Tailbag war auch dabei. Insgesamt also 4 Liegen und ca. 20 Rennräder.
Nachdem die Deutsche Bahn uns am frühen Morgen schon 30 Minuten (!) Verspätung bescherte, wurde die Zeit für Matthias und mich knapp, denn vom Bahnhof Leschede nach Lohne waren es dann 17 statt 12 km zum "warmfahren".
Na ja, 2 Minuten vor 8 reicht doch, wenn`s um 8 losgeht.
Kurz geschnackt und Stempelkarte eingesteckt, dann ging`s auch schon los. Mindestens 2000 Kalorien im Gepäck und 2 L Rennbenzin in den Bidons. Aufgrund der mäßig guten Wettervorhersage entschied ich mich für den schweren Peer Gynt; besser trocken treten, als auf dem Baron das Gebimse geduscht bekommen.
Matthias unternahm sozusagen die Jungfernfahrt auf seiner nagelneuen Speedmachine und Lutz zog mit seinem Kreuzotternachbau die Blicke der RR-Fahrer auf sich.
Kurz nach der Abfahrt setzte ein böiger Gegnwind ein und die RRdler enteilten uns mit annähernd 30 km/h langsam. Ein paar Tiere vorne im Wind und der Rest "lutscht" hintendran. Wir ließen uns nicht aus der Ruhe bringen und entschieden uns für einen etwas ruhigeren Schnitt. Mit einer passablen Geschwindigkeit GEMEINSAM durchhalten war für uns das wichtigste Ziel.
Eine gute Entscheidung, denn einige RRdler mussten später entkräftet aufgeben und umkehren.
Vom Wind leergeblasen, sozusagen.
Die Wege waren auch viel zu schön, um einfach so halbblind drüberzuprügeln. Landschaftsgenuss pur ! Es ging in einem großen Bogen im wesentlichen durch die Niederlande vorbei an Kanälen, kleinen Dörfern mit z.T. reetgedeckten Dächern. Da störten auch die Regenschauer nicht wirklich.
gegen Mittag steuerten wir die erste Kontrollstelle Cafe Poortman, um einen Stempel für die Kontrollkarte zu bekommen. Er dient später als Nachweis, dass wir auch wirklich die gesamte Route gefahren sind. Nach einem Koffie und jeder Menge fies süßem Kuchen scheint sich Matthias auf seiner Speedmachine eingelebt zu haben. kommt auf einmal an mir vorbei gesaust.
Was war in dem rosa Kuchen drin? Es läuft jetzt prima-das Wetter wird immer besser, die Sonne kommt heraus und wir machen jede Menge Tempo.
Die zweite Kontrolle im Cafe Fransmarie bringt uns nach 150 km neben ausgesprochen netter Bedienung und köstlichem Appelgebak den zweiten Stempel auf die Karte. Fast schon gemütlich das Ganze. Anschließend sausen wir mit über 30km/h immer am Almelo-Nordhorn-Kanal entlang nach Westen Richtung Grenze-Tiefflug mit Rückenwind!
Kaum sind wir über die Deutsche Grenze, gibt es Ärger mit der Radwegeführung.
Bald ist der Radweg links-dann führt uns das blaue Schild direkt in den Wald auf eine Sand-/Matschpiste. Super! Hier verlieren wir viel Zeit, um einen besseren Weg zu suchen und landen schließlich, um sicher zu gehen, am Radweg, der die B 213 begleitet. Hier war es dann auch nicht mehr weit bis Lohne- unserem Zielort nach etwas über 200km.
Fazit ist: Es hat uns allen dreien Spaß gemacht. Ne tolle Nummer, nicht unbedingt jedes Wochenende erforderlich, aber gerne wieder.
Am 22. April ist der 300er! -Schade, leider habe ich an dem Termin keine Zeit.
Der passende Zug für die Heimreise kam dann pünktlich. Den hätte ich dann auch fast nicht mehr bekommen. 17 km und nur noch 28 Minuten Zeit. Im letzten Moment unter Missachtung aller Tempo 30 Zonen und der maximalen Herzfrequenz für meine Altersgruppe: Endorphin-Reisen !!

Wer mehr über Brevets und Langstreckenfahrten wissen möchte, googelt auf die Seite von AUDAX RANDONNEUR ALLEMAGNE.
Schöne Grüße
Bernd