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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rahmen in Niro blank



einrad
13.05.2010, 19:39
Ich überlege beim OPTIMA Condor den Niro-Rahmen zum Sandstrahlen, dann Kugelstrahlen, zu geben.
Dann ohne Lack weiter zu fahren.

Gibt's dazu pro/contra Meinungen, Erfahrungen?

PS:
Die alten Silberpfeile von Mercedes haben dies ja schon mal vorgemacht:
von http://de.wikipedia.org/wiki/Silberpfeil
"... den weißen Lack abzuschleifen, um das Gewicht auf das zulässige Limit zu verringern. Über Nacht schrubbten daraufhin ... "

Selbermacher
14.05.2010, 08:47
Auch Niro Stahl kann rosten, bzw. wenn es Alu ist bildet sich ne Oxidschicht die unansehnlich werden kann, also würde ich nach dem Strahlen eine Schicht klarlach auftragen. Wenn das Rad richtig glänzen soll empfehle ich es nach dem Strahlen zu Polieren und dann Klarlack drauf zu machen. Nach dem Sandstrahlen ist die Oberfläche nämlich eher Matt.

Edith: Ich hab Kugelstrahlen grad mal bei Wikipedia nachgeschlagen und sehe dass es zur härtung der Oberfläche bzw. zum Verändern der Werkstoffeigenschaften genutzt wird. Da ist die Frage ob das wirklich nötig ist bei einem Fahrradrahmen, oder ab dadurch nicht der Rahmen spröde wird o.ä..

Malcolm
14.05.2010, 09:53
Hallo,
schau doch mal, was Lutz hier schreibt: http://www.gingko-spezialradteile.de/html/materialien.html

Ich arbeite auch gerade an einem Trike aus Edelstahl. Mein Cousin hat einen Betrieb für Sandstrahlen & Verzinken. Ich überlege daher auch, wie ich die Oberfläche zuletzt behandle.

Grüße,
Malcolm

Lutz/Co
14.05.2010, 19:07
Hallo Einrad

Gerade letztens hatte ich mein Liegerad (1.1 - siehe Webseite) mal einem kleinen Frühlingsputz (oberflächlich wie immer) unterzogen.
Der Rahmen ist natürlich aus glasperlengestrahltem Edeltahl 1.4301.
Nach 4 Jahren hat der Rahmen noch nicht ein Rostfleckchen gebildet.
Was meiner Erfahrung nach wichtig ist:

- Den frisch gestrahlten Rahmen habe ich fast unmittelbar nach dem Abholen mit medizinischem Parafinöl eingelassen , ist aber nicht unbedingt notwendig. Du kannst den Rahmen auch ein /zwei Tage trocken und rostfrei liegenlassen, damit sich die Passivschicht bilden kann. Nun kann eigentlich nur noch etwas durch Fremdrost passieren. Also keine blanken unvergütete Stahlteile direkt am Rahmen verbauen.
Vorteil des Parafinöls, Dreck und Feuchtigkeit perlen schön ab und das Rad lässt scih sehr gut putzen. (WD40 geht bestimmt auch)
- Noch ein kleiner Tip an alle manischen Radputzer (natürlich auch an alle Faulen): Mit Babyfeuchttüchern lässt sich wasserlösliche Verschmutzung sowie Ketten und sonstige Öle hervorragend abwaschen. Eine Packung Babyfeuchttücher darf also in keiner Werkstat fehlen. Weiss ich auch erst seit meinem kleinen Söhnchen.

Also frohes Schaffen
Lutz

P.S. Mit gelöteten Edelstahlrahmen habe ich allerdings keine Erfahrungen. Es könnte sein , dass es hier zwischen den verschiedenen Materialien zu interkristalliner Korrosion kommt, zumindest bei unbehandelter Oberfläche.
Aber dass passiert auch nicht in ein zwei Jahren.

bike_slow
14.05.2010, 20:03
Vorteil des Parafinöls,

Hmmm, das will ich dann an meinen Rädern nach einer gründlichen Vorreinigung auch mal versuchen. Ich hatte bisher immer die Bedenken, dass sich das Rad dann "fettig / ölig" anfassen könnte. Ist das nicht so?


P.S. Mit gelöteten Edelstahlrahmen habe ich allerdings keine Erfahrungen. Es könnte sein , dass es hier zwischen den verschiedenen Materialien zu interkristalliner Korrosion kommt, zumindest bei unbehandelter Oberfläche.
Ich habe zwei Aufrechträder aus P&P Edelstahlrohrsätzen (keine Ahnung, exakt welche Stahlsorte das sein mag). Beide sind gemufft mit Silberlot gelötet; die Oberfläche ist fein gebürstet. Das Rennrad zeigt keinerlei Rost- oder Korrosionsansätze; es wird aber typischerweise nur von Frühjahr bis Herbst bewegt.
Das andere Rad ist ein Allzwecktrecker und wird auch als Winter- und Drecksmatschwetterrad im rauhen Alltag eingesetzt. Der Salzmatsch im Verbund mit der Dauerfeuchtigkeit und chronischer Putzunlust sorgte für einige Korrosion dort, wo zwischen Rohr und Muffe das Lot sichtbar ist. Das ließ sich aber mit feiner Schleifwolle (einigermaßen mühsam :eek:) beseitigen, war also wohl nur oberflächlich. Hier wäre ein geschweißter Rahmen eventuell von Vorteil.

-Andreas

Lutz/Co
15.05.2010, 14:09
Hallo Andreas

Die Dosis macht das Gift. Es ist natürlich ein Rahmen und keine Ölsardine. Ich trage das mit einem Lappen auf und ziehe das überschüssige Öl mit einem trockenen Lappen dann wieder ab. Das Öl bleibt praktisch nur in der gestarhlten Oberfläche zurück und versiegelt diese.
Ja bei gelöteten Rahmen hast Du halt einen anderen Werkstoff swischen den Edelstahlmuffen, aber ich würde trotzdem nicht den ganzen Rahmen mit Klarlack überziehen. Erstensmal bringt das auch wieder Gewicht und wenn zweitens durch mechanische Beanspruchung mal etwas abplatzt sieht das auch wieder unschön aus.
Es wäre einen Versuch wert nur die Lotnaht mit einem Künstlerpinsel und Lack zu überziehen. Dadurch werden die Muffen nochmal hervorgehoben und nur das lot ist versiegelt. Mit der entprechenden Farbe könnte ich mir das durchaus gut vorstellen.

Viele Grüsse
Lutz

einrad
16.05.2010, 12:09
Eine Packung Babyfeuchttücher darf also in keiner Werkstat fehlen.


Hi Lutz,

Danke für Deine Tips.

Das mit den Babyfeuchttüchern wird's bei mir nicht werden, da ich meist erst zum Putzen anfange, wenn die Gewichtszunahme durch den Dreck spürbar wird.

Gruß, Harald

bike_slow
16.05.2010, 13:46
Das Öl bleibt praktisch nur in der gestarhlten Oberfläche zurück und versiegelt diese.
Das klingt gut. Ich werde das mit dem dreckanfälligerem Rad auf jeden Fall mal testen. Ich gehe davon aus, dass sich die gebürstete Oberflächenstruktur ähnlich der gestrahlten verhalten wird.


Ja bei gelöteten Rahmen hast Du halt einen anderen Werkstoff swischen den Edelstahlmuffen, aber ich würde trotzdem nicht den ganzen Rahmen mit Klarlack überziehen.
Ich auch nicht. Natürlich nicht. Ich habe mir diese Rahmen ja genau wegen der nicht durch Lack oder Pulver verdeckten Oberfläche ausgesucht. Einmal gesehen und schon war ich fasziniert.


Es wäre einen Versuch wert nur die Lotnaht mit einem Künstlerpinsel und Lack zu überziehen. Dadurch werden die Muffen nochmal hervorgehoben und nur das lot ist versiegelt. Mit der entprechenden Farbe könnte ich mir das durchaus gut vorstellen.
Das sähe bestimmt ziemlich gut aus. Ich selbst würde mir das allerdings eher nicht in hinreichender Genauigkeit / Qualität zutrauen und als "Paint-Job" lag sowas außerhalb des Budgets.

-Andreas