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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bodewig=Radfahrer=Hoffnung?



_arne
17.11.2000, 08:09
Guten Morgen!
Der neue Verkehrsminister Bodewig ist überzeugter Rennradfahrer. Kann man sich da nun Hoffnungen machen bei so Themen wie radwegebenutzungspflicht? Masterplan fiets? Könnten da HPV, ADFC, BDR mal so richtig aktiv werden?
Arne

_peter
17.11.2000, 08:33
Hei Arne!
Wie wär's: Wollen wir ihm nicht eine Glückwunschnote zusenden mit herzlichen Radlergrüßen und viel Erfolg für seine Arbeit? Vielleicht könnte der "Chef der Liste" (mit meinem laienhaften Verstand kann ich das nicht anders ausdrücken) so etwas organisieren. Es muss doch nicht ein Verein sein - wir sind doch auch wer!
Vielleicht bin ich aber auch nur etwas voreilig - so früh am morgen und der Tag ist noch lang.
So long!
pit

_markus klotmann
17.11.2000, 08:52
Der Chef der Bahngewekschaft Transnet, Hansen, hat es heute morgen im NDR4-Interwiev schön auf den Punkt gebracht: In wohl keinem anderen Ressort ist ein Minister solch starken organisierten Lobbys ausgesetzt wie im Verkehrsministerium. Industrie, Automobilverbände, Pendlerorganisationen, Gewerkschaften geben sich in Berlin die Klinke in die Hand. Bodewigs Vorliebe fürs Rennradeln dürfte politisch also höchstens in Form krankheitsbedingter Fehlzeiten (siehe Scharping) sichtbar werden.

Vieeel stärkere Impulse erhoffe ich mir von der Entfernungspauschale - so sie denn hoffentlich durchkommt. Erstmals ein ordnungspolitischer Ansatz, der über Marktmechanismen die Bedeutung des Radverkehrs deutlich steigern könnte: Radfahren, das sich auch finanziell lohnt, könnte erstmals Pendler in größerer Zahl auf das Auto umsteigen lassen, wenn auch nur in den warmen Monaten. Potentielle Liegeradler, die die hohe Investition abschreckt, könnten angesichts der Entlastung umsteigen.

Das Fahrrad könnte im städtischen Verkehr auch durch einen anderen Effekt gefördert werden: Wenn die Entfernungspauschale wirklich durchkommt, könnte das indirekt zu einer Erhöhung der Preise in den öffentlichen Nahverkehrsverbünden führen. Die Kommunen (notorisch klamm in der Kasse) dürften sich nämlich relativ schnell fragen, warum sie den nicht-motorisierten Pendler jetzt doppelt subventionieren sollen: über den Verzicht auf den kommunalen EK-St.-Anteil <B>und </B> die Zuschüse zum defizitären Nahverkehr, während die Autofahrer nur den Steuervorteil genießen. Aus der ersten Entscheidung (so die Pauschale kommt) sind sie ausgeklammert (keine Interessenvertretung der Kommunen auf Bundesebene). Da werden sie in der Zweiten Sache (ÖPNV-Zuschüsse) versuchen, den finanziellen Dammbruch zu verhindern.


Gruß
Markus