PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sind Trikes die "besseren" Lieger ?



_markus klotmann
03.11.2000, 21:27
Das Foto eines schnittigen Dreirades in der HPV-Gebraucht-Liste hat mich wieder ins Grübeln gebracht, welche Konstruktion als "HPV-Alltagsfahrzeug" die größeren Zukunftschancen hat.

Angeblich hat das Dreirad einen spürbar höheren Rollwiderstand. Wieviel? Hat das mal jemand theoretisch durchdacht (50\% mehr?) Und macht nicht die konstruktionsbedingt deutlich tiefere Sitzposition den Nachteil unter'm Strich wieder wett? Sturz-Sicherheit, bequemeres Halten im Stadtverkehr, Möglichkeit einer Vollverkleidung - Argumente, die ein Trike als Standardgerät im städtischen Nahverkehr realistisch erscheinen lassen.

Hat jemand praktische Erfahrungen (ich muss das unbedingt bis zum kommenden September eruieren, weil der fällige TÜV-Termin dann meine automobile Alternative ad acta legen wird und ich ernsthaft daran denke, diese dauerhaft zu streichen ...)

Gruß
Markus

_chris
04.11.2000, 14:26
<i> >Angeblich hat das Dreirad einen spürbar höheren Rollwiderstand. Wieviel? Hat das mal jemand theoretisch durchdacht (50% mehr?)
</i>

Theoretisch (wenn ich die Formeln richtig im Kopf habe) müsste
der Rollwiderstand gleich sein, da er proportional zum Gewicht
ist, und sich das Gewicht bei 3-Rad ja nur anders verteilt,
pro Rad also weniger Gewicht, insgesamt somit gleicher Rollwiderstand.

In der Praxis sind 3-Räder jedoch aus eigener Erfahrung einiges langsamer
als 2-Räder trotz der niedrigeren Sitzhöhe. Ich denke, das liegt im
Wesentlichen an der höheren Stirnfläche!

chris

_nobody
04.11.2000, 16:54
>Das Foto eines schnittigen Dreirades in der HPV-Gebraucht-Liste hat mich wieder ins Grübeln gebracht, welche Konstruktion als "HPV-Alltagsfahrzeug" die größeren Zukunftschancen hat.
>Angeblich hat das Dreirad einen spürbar höheren Rollwiderstand. Wieviel? Hat das mal jemand theoretisch durchdacht (50% mehr?) Und macht nicht die konstruktionsbedingt deutlich tiefere Sitzposition den Nachteil unter'm Strich wieder wett? Sturz-Sicherheit, bequemeres Halten im Stadtverkehr, Möglichkeit einer Vollverkleidung - Argumente, die ein Trike als Standardgerät im städtischen Nahverkehr realistisch erscheinen lassen.
>Hat jemand praktische Erfahrungen (ich muss das unbedingt bis zum kommenden September eruieren, weil der fällige TÜV-Termin dann meine automobile Alternative ad acta legen wird und ich ernsthaft daran denke, diese dauerhaft zu streichen ...)
>Gruß
>Markus


Hallo,
selber fahre ich nun schon fast 2 Jahre ein Flevo-Trike und habe es noch nicht bereut.
Es ist eine Frage, was Sie mit dem Trike tun möchten. Zur Arbeit fahren, Einkäufe erledigen und mal eine Tour durchführen? (200 km am Tag sind auch per Trike kein Problem). Nun, dann gibt's damit wohl keine Einschränkungen. Für höhere Geschwindigkeiten allerdings ist ein 2-Rad besser. Zudem ist ein Trike wesentlich unhandlicher als ein Bike und meistens auch schwerer; meine Flevo wiegt mittlerweile fast 40 kg. Ein Flevo-Trike könnte ich, trotz der Vorteile des abschließbaren Kofferraumes, wegen seines Vorderradantriebes nur bedingt empfehlen, wenn Sie im Gebirge wohnen und auch mal im Wald fahren würden. Bei nichtasphaltierten Steigungen ist zu schnell die Traktion weg. Sodaß man da früher absteigen und schieben muß, als es bei einem Velo mit Hinterradantrieb der Fall ist. Einen Vorteil des Trikes will ich aber auch nicht verschweigen; Sandwege, wie sie in meiner Region gehäuft auftreten, sind mit dem Flevo-Trike auch ohne Schieben besser zu befahren als mit einem 2-Rad. Vorausgesetzt, daß ausreichend leichte Gänge vorhanden sind. Aber Achtung, dieses sind nur meine Erfahrungen mit dem Flevo-Trike. Bei einem anderen Trike oder einem anderen Fahrer mag dies schon ganz anders ausschauen.

mfg

_markus klotmann
05.11.2000, 16:44
<i>In der Praxis sind 3-Räder jedoch aus eigener Erfahrung einiges langsamer
>als 2-Räder trotz der niedrigeren Sitzhöhe. Ich denke, das liegt im
>Wesentlichen an der höheren Stirnfläche!
>chris
</i>

Klar, leuchtet ein: beim 1-Spurer verschwinden die Räder in der Frontalprojektion zu 3/4 in der Silhuoette des Fahrers; beim Trike stehen sie voll im Luftstrom.

Andererseits müsste die Angriffsfläche durch die tiefere Sitzposition wieder kleiner werden. Geht da vielleicht auch Energie in den (leicht schräg stehenden) gelenkten Vorderrädern verloren?
Mich würde mal interessieren, bis zu welcher Dauer-Reisegeschwindigkeit man als mittelmäßig trainierter Fahrer (140 Watt?) man auf einem Trike/Alleweder rechnen kann. Auch wenn "nur" eine Reisegeschwindigkeit von 22-25 km/h herum kommt, könnte das Trike eine brauchbare Alltagslösung für den Stadtverkehr datsellen.

Fragt sich nur, wo man damit fahren kann - auch dem Radweg macht man sich zur Zielscheibe für Autos aus Seitenstraßen und kommt durch viele "Barrieren" nicht durch. Auf der Straße dürfte man täglich ein gutes Dutzend schwerer Nötigungen von Autofahrern zu ertragen haben (Notizblock mitnehmen, Kamera mit Rückwärts-Perspektive einbauen ...)

Gruß
Markus

_herbert raddatz
14.01.2001, 23:28
><i>In der Praxis sind 3-Räder jedoch aus eigener Erfahrung einiges langsamer
>>als 2-Räder trotz der niedrigeren Sitzhöhe. Ich denke, das liegt im
>>Wesentlichen an der höheren Stirnfläche!
>>chris
></i>
>Klar, leuchtet ein: beim 1-Spurer verschwinden die Räder in der Frontalprojektion zu 3/4 in der Silhuoette des Fahrers; beim Trike stehen sie voll im Luftstrom.
>Andererseits müsste die Angriffsfläche durch die tiefere Sitzposition wieder kleiner werden. Geht da vielleicht auch Energie in den (leicht schräg stehenden) gelenkten Vorderrädern verloren?
>Mich würde mal interessieren, bis zu welcher Dauer-Reisegeschwindigkeit man als mittelmäßig trainierter Fahrer (140 Watt?) man auf einem Trike/Alleweder rechnen kann. Auch wenn "nur" eine Reisegeschwindigkeit von 22-25 km/h herum kommt, könnte das Trike eine brauchbare Alltagslösung für den Stadtverkehr datsellen.
>Fragt sich nur, wo man damit fahren kann - auch dem Radweg macht man sich zur Zielscheibe für Autos aus Seitenstraßen und kommt durch viele "Barrieren" nicht durch. Auf der Straße dürfte man täglich ein gutes Dutzend schwerer Nötigungen von Autofahrern zu ertragen haben (Notizblock mitnehmen, Kamera mit Rückwärts-Perspektive einbauen ...)
>Gruß
>Markus

Hallo,

mit dem Alleweder kann man nicht sehr schnell fahren. Über eine Strecke von 90 Km habe ich schon mal 27er Schnitt erreicht. Kürzere flüssige Strecken kann man mit ca 28 Kmh fahren. Allerdings muss man schon ganz schön reintreten.

Gruß Herbert

_norman
15.01.2001, 09:19
>><i>In der Praxis sind 3-Räder jedoch aus eigener Erfahrung einiges langsamer
>>>als 2-Räder trotz der niedrigeren Sitzhöhe. Ich denke, das liegt im
>>>Wesentlichen an der höheren Stirnfläche!
>>>chris
>></i>
Ich habe an diesem Wochenende mal einen Vergleichstest mit M5 LR und Nöll D3M mit Streamer gemacht. Wetterbedingungen waren ja am Sa. und So. ungefähr gleich. Am Sa. mit dem Nöll+Streamer c.a 95 km, am So. die gleiche Strecke mit dem M5 LR. Ich muß zugeben, das der Tacho am Nöll mehr anzeigt als der am M5, aber wenn ich das so ungefähr rausrechne (so ca. 3%, die Umfangsangabe vom M5 stammt von Jenne mit den 1550mm für den IRC 451), dann habe ich mit dem M5 33km/h (mit Schiebestellen durch verschlossene Stadttore) und mit dem Nöll so um 31,5 (hatte nur eine über 650km kumulierten Durchschnitt). Also nur 5% Unterschied mit dem Streamer, aber ein deutlich entspannteres Gefühl auf dem Nöll gegenüber möglichen Reifenschäden wg. Splits und Steinen auf den Straßen. Da überlege ich mir doch, ob ich an's Nöll nicht eine Verkleidung dranmache (so was wie die Carbon-Schaumstoffverkleidung bei M5 - leicht und leise).

Noch eine Frage:
Habe schon viel über's Meuffl'n von Verkleidungen gelesen - was ist das genau von ein Material (wohl so ähnlich wie Isomatten?) und wo bekommt man's am besten?

Gruß
Norman

_jenne
15.01.2001, 10:25
> Am Sa. mit dem Nöll+Streamer c.a 95 km, am So. die gleiche Strecke mit dem M5 LR. Ich muß zugeben, das der Tacho am Nöll mehr anzeigt als der am M5, aber wenn ich das so ungefähr rausrechne (so ca. 3%, die Umfangsangabe vom M5 stammt von Jenne mit den 1550mm für den IRC 451)

Was habt ihr so bei 406 eingestellt? Ich habe ja jetzt wieder 406.

> dann habe ich mit dem M5 33km/h (mit Schiebestellen durch verschlossene Stadttore) und mit dem Nöll so um 31,5 (hatte nur eine über 650km kumulierten Durchschnitt). Also nur 5% Unterschied mit dem Streamer,

Und ohne? Wie schätzt du den Unterschied mit und ohne Streamer ein? Ist es mit eindeutig schneller?

>aber ein deutlich entspannteres Gefühl auf dem Nöll gegenüber möglichen Reifenschäden wg. Splits und Steinen auf den Straßen.

Weniger Platten oder weniger Angst vorm Platten (Sturz)? Eigentlich könnte man mit 3 Rädern doch auch mehr Platten haben. Ist der Conti 406 plattenfester als der IRC 451?

>Da überlege ich mir doch, ob ich an's Nöll nicht eine Verkleidung dranmache (so was wie die Carbon-Schaumstoffverkleidung bei M5 - leicht und leise).

Vielleicht passt die ja sogar aufs Nöll, trotz Rädern? Hatte Nöll nicht auch mal selbst eine Vollverkl. im Sinn? Was ist daraus geworden?

>Noch eine Frage:
>Habe schon viel über's Meuffl'n von Verkleidungen gelesen - was ist das genau von ein Material (wohl so ähnlich wie Isomatten?)

Ja, ähnlich. Weiss und leichter als Isomatte. Hat Vor- und Nachteile. Wirkt aber irgendwie noch oft zusammengeschustert, nicht so ästhetisch. Wenn man es mit Stoff überklebt (wie M5), dürfte es aber schöner und auch gleich sturzunempfindlicher (abriebsfester) werden. Aufgebaut mit Streamer kann es ganz gut aussehen und bleibt leise, aber Carbon sieht immer noch prächtiger aus :-)

>und wo bekommt man's am besten?

Ich maile dir gleich mal die Email von einem Bekannten, der vielleicht noch was davon hat.
j.

_thomas schomisch
15.01.2001, 20:31
Hallo Norman,

zum einfachen Selberbau von Liegeradverkleidungen habe ich zwei recht aussagekräftige Webseiten gefunden:

http://www.wichtel.de/liegerad/heckkoffer/index.html
und
http://experte.kt2.tu-harburg.de/Fahrrad/HPV-Bilder/Flux_Birthler/index.html

Ich habe vor ein paar Tagen mal erste Gehversuche gemacht, und meine alte Isomatte zu seitlichen Radabdeckungen verarbeitet, damit Packtaschen nicht so vollgesifft werden. Isomatte läßt sich mit einer scharfen Schere gut schneiden, aber zu beachten ist, daß Löcher nur im Linkslauf "gebohrt" werden können (im Rechtslauf wickelt es die halbe Matte um die Maschine).

Viel Spaß
Thomas

_simon kellett
31.01.2001, 12:35
>Noch eine Frage:
>Habe schon viel über's Meuffl'n von Verkleidungen gelesen - was ist das genau von ein Material (wohl so ähnlich wie Isomatten?) und wo bekommt man's am besten?

http://www.schaumstoff.com/

_birgit
05.04.2005, 11:03
Isomatte ........ aber zu beachten ist, daß Löcher nur im Linkslauf "gebohrt" werden können (im Rechtslauf wickelt es die halbe Matte um die Maschine).

Warum ist das? Bloss neugierhalber, bin noch nicht wirklich selbst am Meuffeln

Birgit

_peterh
05.04.2005, 11:10
>Isomatte ........ aber zu beachten ist, daß Löcher nur im Linkslauf "gebohrt" werden können (im Rechtslauf wickelt es die halbe Matte um die Maschine).
>Warum ist das? Bloss neugierhalber, bin noch nicht wirklich selbst am Meuffeln
>Birgit

hallo,
bin zwar auch kein meuffl-Papst, aber ich würde die Löcher, wenn es denn welche sein müssen, mit einem passenden Rohr stanzen.
Gruß
Peter

_mandi
05.04.2005, 11:20
>Isomatte ........ aber zu beachten ist, daß Löcher nur im Linkslauf "gebohrt" werden können (im Rechtslauf wickelt es die halbe Matte um die Maschine).
>Warum ist das? Bloss neugierhalber, bin noch nicht wirklich selbst am Meuffeln
>Birgit

Hallo Birgit

Weiche Materialien wie Schaumstoff, Stoffe, oder auch sehr dünne Bleche können gar nicht oder nur mit tricks gebohrt werden. Es besteht die Gefahr das sich Fasern oder bei Blechen spähne im Borere verhaken. Dann gibt es die berümten Wickel die sogar schwere Versetzungen verursachen könne.

Also Schaumstoffe, Stoffe, Bleche oder ähnlichse lassen sich viel besser Stanzen.

Gruss
Mandi

_uwea
05.04.2005, 22:44
>hallo,
>bin zwar auch kein meuffl-Papst, aber ich würde die Löcher, wenn es denn welche sein müssen, mit einem passenden Rohr stanzen.

Richtig, oder mit einer gaaaanz langsam laufenden Lochkreissäge aussägen.

_frisch
05.04.2005, 22:54
Ein Versuch ein Loch mit einem heißen Rundstahl zu brennen hat ein "schönes" Loch mit stabilen Rändern gebracht. Ob das mit allen Matten gut funzt kann ich nicht sagen, werde es aber mit einer Matte mit der ich arbeite wieder probieren und bei ähnlich überzeugendem Ergebnis anwenden.
Ansonsten gibts in Baumärkten Lochzangen die einen Gutteil des Lochmachbedarfs in Isomatten abdecken können
Friedrich