_jenne
24.10.2000, 17:49
Habe eben mal kurz beim <a href="www.rennradforum.de">rennradforum</a> reingeguckt. Bei den FAQ ist auch was über Lieger drin. Was meint ihr so dazu?
j.
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Liegerad kontra Rennrad
Mir ist klar, daß ich mich mit dieser Fragen wieder einmal zwischen die Fronten eines Religionskrieges wage. Dennoch fand ich ein Posting von Ralf Schmidt dazu so interessant und informativ, daß ich es hier zitieren möchte:
"... Ich habe es auch nach Wochen nicht geschafft, Berge mit dem Lieger in ähnlicher Weise wie mit dem RR zu fahren. Auch Dreifachkurbeln und ein leichtes Rad ermöglichen nicht die uneingeschränkte Bergtauglichkeit:
1. Bei extremen Steigungen kann man nicht in den Wiegetritt gehen, um durch Ganzkörpereinsatz weiterzukommen,
2. Bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten wird ein Liegerad kippliger als ein Upright, das ich fest zwischen den Beinen führen kann. Das RR kann ich noch nahezu im Stand um die engste Serpentine drücken.
3. Bei sehr langen Steigungen entfällt die Möglichkeit, sich durch Wiegetritt zu entspannen (auch auf nicht zu steilen Strecken). Man verkrampft nach einer gewissen Zeit stärker.
4. In der Abfahrt ist das Normalrad besser zu kontrollieren. Ich kann engere Kurven fahren, notfalls durch Gewichtsverlagerung oder sogar durch Springen mit dem Rad gefährliche Situationen umgehen. Sollte durch Laub, Sand etc. in der Kurve eines oder beide Räder wegrutschen, kann ich beim Normalrad das Bein ausstellen und den Sturz noch verhindern.
5. Stadtverkehr mit dem Lieger hat ebenfalls Nachteile durch die etwas schlechtere Übersicht und die nicht so perfekte Kontrolle über das Rad (mal schnell auf'n Bürgersteig springen, wenn ein Autofahrer mal wieder pennt und einen fast plattbügelt).
6. Schlaglöcher, Bürgersteige, Sandplacken, Glasscherben, etc. müssen voll über- bzw durchfahren werden. Ausweg: Drüberheben. Auch eine Vollfederung bringt nur bedingt Abhilfe.
Aber: Alles andere ist korrekt.
Man(Frau)
* kann stundenlang ohne Probleme in Händen, Armen, Schultern, Nacken, Hintern, etc. Radeln,
* bekommt keine Probleme durch eingeschlafene oder gepreßte Körperteile,
* Hat einen sehr guten Rundumblick durch entspannte Sitzhaltung und Blick geradeaus (nicht auf die Straße, weil der Nacken schmerzt),
* Ist auf nicht zu steilen Strecken schneller als mit dem RR,
* wird weder von MTB'lern noch von RR'lern gegrüßt ,-))
* hat ein geiles Fahrgefühl, wie im Sessel."
Ralf betont allerdings, daß der Eindruck, der ziehe generell das Rennrad vor, täuscht - der Lieger ist für ihn ideal "für lange Strecken, Fahrten mit Gepäck und 'Kilometerfressen'". Aber es ist nicht so leicht. Er schreibt:
"Nichts desto trotz finde ich das RR mit seinen Einschränkungen als das optimale Allround-Gerät. Damit geht praktisch alles.
Zur Umgewöhnungszeit: Die Liegeradler, die ich kenne, die gut bis sehr gut den Berg (>10\%) hochkommen, sind besser trainiert als vergleichbare Rennradler. Mit dem Rennrad bin ich nach 2 Monaten Training (von 0 auf 100) den Bimbacher Supercup mitgefahren. Nach 3 Monaten Lieger war immer noch bei 6-8\% Steigung Schluß."
Zu bedenken ist noch, daß die übliche Gruppenfahrtechnik mit dem Liegerad nicht ganz ungefährlich ist - allerdings braucht ein Liegeradler auch nicht so viel Windschatten.
Abschließend - obwohl es nicht nur das Thema Liegerad betrifft, sondern ebenso Reifenwahl, Haltung auf dem Fahrrad usw. - ein interessanter Link zum Roll- und Luftwiderstand , der anders (und praxisnäher) als ein früherer TOUR-Test durchgeführt wurde.
Ebenfalls auch für Rennfahrer interessant (Berechnung von erbrachter Leistung z.B.) der "Kreuzotter-Link" www.kreuzotter.de .
Für Freaks noch die Liegerad-Online-Zeitschrift Bentrider
j.
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Liegerad kontra Rennrad
Mir ist klar, daß ich mich mit dieser Fragen wieder einmal zwischen die Fronten eines Religionskrieges wage. Dennoch fand ich ein Posting von Ralf Schmidt dazu so interessant und informativ, daß ich es hier zitieren möchte:
"... Ich habe es auch nach Wochen nicht geschafft, Berge mit dem Lieger in ähnlicher Weise wie mit dem RR zu fahren. Auch Dreifachkurbeln und ein leichtes Rad ermöglichen nicht die uneingeschränkte Bergtauglichkeit:
1. Bei extremen Steigungen kann man nicht in den Wiegetritt gehen, um durch Ganzkörpereinsatz weiterzukommen,
2. Bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten wird ein Liegerad kippliger als ein Upright, das ich fest zwischen den Beinen führen kann. Das RR kann ich noch nahezu im Stand um die engste Serpentine drücken.
3. Bei sehr langen Steigungen entfällt die Möglichkeit, sich durch Wiegetritt zu entspannen (auch auf nicht zu steilen Strecken). Man verkrampft nach einer gewissen Zeit stärker.
4. In der Abfahrt ist das Normalrad besser zu kontrollieren. Ich kann engere Kurven fahren, notfalls durch Gewichtsverlagerung oder sogar durch Springen mit dem Rad gefährliche Situationen umgehen. Sollte durch Laub, Sand etc. in der Kurve eines oder beide Räder wegrutschen, kann ich beim Normalrad das Bein ausstellen und den Sturz noch verhindern.
5. Stadtverkehr mit dem Lieger hat ebenfalls Nachteile durch die etwas schlechtere Übersicht und die nicht so perfekte Kontrolle über das Rad (mal schnell auf'n Bürgersteig springen, wenn ein Autofahrer mal wieder pennt und einen fast plattbügelt).
6. Schlaglöcher, Bürgersteige, Sandplacken, Glasscherben, etc. müssen voll über- bzw durchfahren werden. Ausweg: Drüberheben. Auch eine Vollfederung bringt nur bedingt Abhilfe.
Aber: Alles andere ist korrekt.
Man(Frau)
* kann stundenlang ohne Probleme in Händen, Armen, Schultern, Nacken, Hintern, etc. Radeln,
* bekommt keine Probleme durch eingeschlafene oder gepreßte Körperteile,
* Hat einen sehr guten Rundumblick durch entspannte Sitzhaltung und Blick geradeaus (nicht auf die Straße, weil der Nacken schmerzt),
* Ist auf nicht zu steilen Strecken schneller als mit dem RR,
* wird weder von MTB'lern noch von RR'lern gegrüßt ,-))
* hat ein geiles Fahrgefühl, wie im Sessel."
Ralf betont allerdings, daß der Eindruck, der ziehe generell das Rennrad vor, täuscht - der Lieger ist für ihn ideal "für lange Strecken, Fahrten mit Gepäck und 'Kilometerfressen'". Aber es ist nicht so leicht. Er schreibt:
"Nichts desto trotz finde ich das RR mit seinen Einschränkungen als das optimale Allround-Gerät. Damit geht praktisch alles.
Zur Umgewöhnungszeit: Die Liegeradler, die ich kenne, die gut bis sehr gut den Berg (>10\%) hochkommen, sind besser trainiert als vergleichbare Rennradler. Mit dem Rennrad bin ich nach 2 Monaten Training (von 0 auf 100) den Bimbacher Supercup mitgefahren. Nach 3 Monaten Lieger war immer noch bei 6-8\% Steigung Schluß."
Zu bedenken ist noch, daß die übliche Gruppenfahrtechnik mit dem Liegerad nicht ganz ungefährlich ist - allerdings braucht ein Liegeradler auch nicht so viel Windschatten.
Abschließend - obwohl es nicht nur das Thema Liegerad betrifft, sondern ebenso Reifenwahl, Haltung auf dem Fahrrad usw. - ein interessanter Link zum Roll- und Luftwiderstand , der anders (und praxisnäher) als ein früherer TOUR-Test durchgeführt wurde.
Ebenfalls auch für Rennfahrer interessant (Berechnung von erbrachter Leistung z.B.) der "Kreuzotter-Link" www.kreuzotter.de .
Für Freaks noch die Liegerad-Online-Zeitschrift Bentrider