PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : HPV-Magazin (war Re:Vision 2010)



Stefan
14.09.2000, 15:07
Hi Leute,
jenne schrieb:
>
"Tour" testete zuletzt ja überhaupt nicht mehr Liegeräder. Scheint fast ein Boykott zu sein, oder? Seitdem "Bike" auch "Move" übernommen hatte, waren da auch keine Lieger mehr drin, aber das ist schon lange her. Schade, warum eigentlich? Der Liegermarkt wurde doch immer besser, immerhin testen das Radl-Magazin und Aktiv Radfahren ab und zu Lieger, nur der Bike-Clan hält Abstand. Dabei wären Move und Tour vom Thema her "liegeradnah", nur Bike natürlich nicht. Wer von Euch hat Lust, ein echtes HPV-Heft zu gründen. Und wie sollte es dann am besten heissen? Vielleicht "HPV-Magazin" oder "Lowrider"?
>

Vergiss bei dem Thema "Wer testet was" nicht, dass Magazine wie "Tour" nicht die Stiftung Warentest sind. Solche Magazine sind nicht darauf gerichtet, dem Kunden eine möglichst objektive und umfassende Marktübersicht samt Tests zu bieten. Sie wollen Zeitungen verkaufen. Dafür muss man die Leser zielgruppengerecht ansprechen. Und der Delius-Klasing Verlag sieht seine Zielgruppe in den Bikern und Rennradfahrern.
Dass das Liegeradfahren letztendlich auch Strassenradsport ist, steht dabei auf einem anderen Blatt. Zeitschriften wie "Aktiv Radfahren" oder das "Radl Magazin" haben ihre Leserschaft mehr im Bereich der Alltags- und Reiseradler. Für die ist ein Liegertest schon interessanter. Die Leserschaft der Tour kommt halt hauptsächlich aus dem Umfeld des Vereinsradsports bzw der RTF- und Marathonszene. Und die sind halt etwas konservativer als andere.

Diese Fragen nach der Leserschaft muss man sich auch bei einem HPV-Magazin stellen. Wer soll das lesen? Wieviel muss davon verkauft werden, damit es sich trägt. Welche Inhalte sollen transportiert werden? Soll mehr der Sportler angesprochen werden, oder der Alltags- und Reiseradler?
Wenn das wieder nur ein Insidermagazin wie das InfoBull wird, kannst Du die Breitenwirkung gleich vergessen. Und damit auch gleich das eigentliche Ziel eines solchen Magazins: Lieger bekannter zu machen.

Meiner Meinung nach krankt das Liegerad an seinem Image. "Das sind doch alles nur sendungsbewusste Ökospinner". Ausserdem muss man einen Sportler erstmal klar machen, warum er denn ausgerechnet auf einem Lieger Rennen fahren soll. Da passiert nichts anderes als bei einem herkömmlichen Rennen auch. Nur sind erheblich weniger wirklich gute Fahrer dabei.
Für den Radsport ist es letztendlich auch völlig egal, ob man mit dem "besten" Material fährt. Es kommt garnicht darauf an, wer absolut der schnellste ist. Der relativ schnellste wird vor allen anderen ins Ziel kommen. Der Mensch steht dabei im Mittelpunkt, nicht die Technik (vgl. <a href="http://www.uci.ch/english/about/rules.htm">Wettbewerbsordnung der UCI</a>)
Also ist auch nicht zu sehen, warum sich jemand dafür einsetzen sollte, die Lieger zu den Olympischen Spielen zuzulassen.

Also bleibt als Zielgruppe im Sportbereich nur noch die RTF Szene übrig. Dort spielt der Lieger seine Vorteile bei Bequemlichkeit und Effizienz voll aus. Da hilft aber kein noch so buntes Magazin. Da hilft nur Mitfahren und sich Zeigen. Auch in den Vereinen müssten sich die Liegeradfahrer zeigen. Ein Radsportverein hat nämlich nicht nur die Tempobolzer. Da sind auch andere Sportler, die das ganze zum Spass, zur Gesunderhaltung oder auch nur aus Geselligkeit betreiben.
Gerade in diesem Bereich haben sich die HPVler in der Vergangenheit bewusst zurückgehalten. An diesem Punkt greift z.B. auch der <a href="http://www.speedbikebgl.de">RSC Speedbike Berg.-Gladbach e.V.</a> an. Wir wollen bewusst keine Trennung zwischen Liegern auf der einen und Bikern und Rennradfahrern auf der anderen.

Gruss
Stefan

_jenne
14.09.2000, 16:22
Hallo Stefan,
du hast da ein interessantes Posting geschrieben, ein guter Ansatz für weitere Gedanken.

>Und der Delius-Klasing Verlag sieht seine Zielgruppe in den Bikern und Rennradfahrern.

Ok., das müsste als Grund auch schon reichen.

>Dass das Liegeradfahren letztendlich auch Strassenradsport ist, steht dabei auf einem anderen Blatt.

Ist leider noch nicht hinreichend bekannt.

>Zeitschriften wie "Aktiv Radfahren" oder das "Radl Magazin" haben ihre Leserschaft mehr im Bereich der Alltags- und Reiseradler. Für die ist ein Liegertest schon interessanter.

Leider zuviele mittellange Lieger.... :-)

>Die Leserschaft der Tour kommt halt hauptsächlich aus dem Umfeld des Vereinsradsports bzw der RTF- und Marathonszene. Und die sind halt etwas konservativer als andere.

Ja, manchmal überrascht es mich fast, wie wenig Interesse der Schnitt der RTFler an Liegern hat. Manche kommen allerdings schon mal ran und fragen was dazu. Trotzdem, eigentlich erstaunlich wenig.

>Diese Fragen nach der Leserschaft muss man sich auch bei einem HPV-Magazin stellen. Wer soll das lesen?

Zunächst mal ein Grossteil der derzeitigen HPVer. Dazu muss es aber interessant sein. Man könnte sich auch an den holländischen und englischen Heften orientieren. Weiterhin würde ich versuchen einige aufgeschlossene Renn-Radsportler ins Liegerrad-Lager zu locken. Hierzu wären auch immer mal SRM-Vergleich sinnvoll, die dem Leser zeigen, wo das Rennrad seinen "Makel" hat.
Berichte über CycleVision, die WM's, EM's, Bergisch Gladbacher Liegeradtage etc. müssten schön in Farbe kommen. Hier wird dann deutlich, dass ein potentieller Liegeradkunde nicht alleine mit seinem Interesse steht sondern gleich ein Szene finden kann, wenn er will. Es gibt ja auch Indoor-Races in Holland oder irgendwi (?) auf Cartbahnen. Wäre auch interessant. Rennräder dürften da wegen des niedrigen Tretlagers auch Nachteile haben.

>Wieviel muss davon verkauft werden, damit es sich trägt.

Bei Farbbildern muss schon eine stattliche Auflage kommen. Ein Einstieg in Schwarzweiss kann schon gleich wieder zum Absturz führen, schätze ich. Muss aber nicht. Für einen richtigen Einstieg braucht man einen starken Verlag.

>Welche Inhalte sollen transportiert werden?

Rund ums Liegerad. Ja, daskommt auf die Leserschaft an... Sportler würde ich auf jeden Fall ansprechen wollen (ca. 50%), denn das wird eine regelmäßige Leserschaft, denen das Rad zum Hobby wird. Alltagsradler vielleicht zu 30% und Reiseradler zu 20%.

>Soll mehr der Sportler angesprochen werden, oder der Alltags- und Reiseradler?

S.o..

>Wenn das wieder nur ein Insidermagazin wie das InfoBull wird, kannst Du die Breitenwirkung gleich vergessen. Und damit auch gleich das eigentliche Ziel eines solchen Magazins: Lieger bekannter zu machen.

Ja, klar. Infobull ist nett zu lesen, denn es gibt kaum Konkurrenz dazu. ProVelo ist nix kommerzielles, geht meiner Meinung etwas bei vielen Lesern vorbei. Es muss schon richtig was Aktuelles sein, eine Zeitschrift, die lebt, auf die man sich jeden Monat aufs Neue freut...

>Meiner Meinung nach krankt das Liegerad an seinem Image. "Das sind doch alles nur sendungsbewusste Ökospinner".

Ja, so ungefähr stimmt das noch immer. Genau da würde ein Zeitschrift ansetzen, wenn sie an jedem Kiosk zu kaufen wäre. Das erste heft natürlich schön billig zum Einführungspreis, so 3,50 DM vielleicht, später 6 ,-. Das wäre angemessen.

>Ausserdem muss man einen Sportler erstmal klar machen, warum er denn ausgerechnet auf einem Lieger Rennen fahren soll.

Jau, gehört auch ins Heft.

>Da passiert nichts anderes als bei einem herkömmlichen Rennen auch. Nur sind erheblich weniger wirklich gute Fahrer dabei.

Bilder von Liegeradrennen können mind. genauso animierend sein wie Rennradbilder. Man braucht einen guten Fotografen.

>Für den Radsport ist es letztendlich auch völlig egal, ob man mit dem "besten" Material fährt. Es kommt garnicht darauf an, wer absolut der schnellste ist. Der relativ schnellste wird vor allen anderen ins Ziel kommen.

Naja, in der Liegeradszene gibt es ja nicht nur Strassenrennen, sondern auch häufiger Zeitfahren oder andere Disziplinen (6 h, 1 h, 200 m, etc.). Ein richtiger Vollzeit-Redakteur wäre gut. Knud J. hat ja schon mal einen guten Bericht für die TAZ geschrieben (Siehe unten im Liegeradforum), der wäre ein guter Redakteur, weiss aber nicht, ob er sowas Vollzeit machen würde, er promoviert ja schon in seinem Beruf, soweit ich weiss.

>Der Mensch steht dabei im Mittelpunkt, nicht die Technik (vgl. <a href="http://www.uci.ch/english/about/rules.htm">Wettbewerbsordnung der UCI</a>)

Liegerad ist ja gerade NICHT UCI. Die Tour-Leute sind ja manchmal auch schon genervt von den neusten UCI-Gesetzen... Wir können uns ganz dem Technik-Wahn hingeben :-). Allerdings bleibt natürlich die Tatsache, dass auch im Liegeradsport die menschliche Leistung die wichtigste ist, um schnell zu sein.
Über eine HPV-Zeitschrift könnte man auch die RTF-Szene bekannter machen. Wäre doch nett, wenn zunehmend mehr Lieger dabei wären.

>Also ist auch nicht zu sehen, warum sich jemand dafür einsetzen sollte, die Lieger zu den Olympischen Spielen zuzulassen.

Klar, es ist ein langer Weg, man muss ja ganz unten anfangen. Lieger müssen schon halbwegs populär werden. Andererseits sind ja auch nicht-sonderlich-populäre Sportarten bei Olympia dabei, die dafür aber Tradition haben.

>Also bleibt als Zielgruppe im Sportbereich nur noch die RTF Szene übrig. Dort spielt der Lieger seine Vorteile bei Bequemlichkeit und Effizienz voll aus.

Jau, genau! RTF mit Lieger iss was Feines.

>Da hilft aber kein noch so buntes Magazin.

Doch! Ich denke schon.

>Da hilft nur Mitfahren und sich Zeigen.

Das versuchen ja schon welche (Ich :-)). Aber es gibt halt noch so wenig Lieger, dass bei RTF's hier um Hamburg oft nur ca. 2 dabei sein. Wenn es 4 sind, ist das schon viel...

>Auch in den Vereinen müssten sich die Liegeradfahrer zeigen. Ein Radsportverein hat nämlich nicht nur die Tempobolzer. Da sind auch andere Sportler, die das ganze zum Spass, zur Gesunderhaltung oder auch nur aus Geselligkeit betreiben.

Ja, stimmt schon, aber die Substanz der Liegeradler ist noch zu gering, es sind hier in HH vielleicht 10 sportlich orientierte Liegeradler, die anderen 40 oder mehr fahren zum Spaß, aber keine RTF's.

>Gerade in diesem Bereich haben sich die HPVler in der Vergangenheit bewusst zurückgehalten.

Bewusst zurückgehalten? Wie meinst du das?

>An diesem Punkt greift z.B. auch der <a href="http://www.speedbikebgl.de">RSC Speedbike Berg.-Gladbach e.V.</a> an. Wir wollen bewusst keine Trennung zwischen Liegern auf der einen und Bikern und Rennradfahrern auf der anderen.

Finde ich klasse. Organisiert ihr eigentlich auch RTF's?

j.


Wettbewerbsordnung der UCI (http://www.uci.ch/english/about/rules.htm)
RSC Speedbike Berg.-Gladbach e.V. (http://www.speedbikebgl.de/)

Stefan
14.09.2000, 17:59
Hi Leute,
ich lass das mit dem zitieren jetzt mal, sonst wird das zu unübersichtlich und es wird nicht mehr klar, was von wem ist.

Vielleicht ist es in meinem vorherigen Posting nicht richtig herübergekommen, aber meine Aussagen bezogen sich nicht nur auf den Inhalt eines möglichen HPV-Magazins, sondern auch auf grundlegendere Fragen.

An erster Stelle steht da, was denn am Liegeradsport so anders ist, dass man andere dafür motivieren kann? Die sportlichen Aufgaben bei solchen Rennen sind in keinster Weise anders, als bei UCI-Rennen. (sieht man mal von den Besonderheiten des Karossefahrens ab - Hitze etc.)
Man fährt mehr oder weniger im Kreis, gegen einen Gegner oder die Uhr. Der Zuschauer am Rande der Strecke bekommt nicht mit, ob da nun 50 oder 52km/h gefahren wird. Ist auch letztlich egal. Das Erlebnis bei einem Rennen mit Massenstart liegt für den Zuschauer in der geballten Fahrermasse, die vorbeikommt und den Boden beben lässt und den Zwischensprints, gerade bei Kriterien.
Da wird die Liegerklasse nur eine weitere Rennklasse, mit mehr oder weniger Unterhaltungswert. Selbst wenn Lieger einzeln Zeiten erzielen, die die Rennradfahrer nur im Pulk erreichen, der Zuschauer bekommt das nicht mit. Insofern bleibt nur noch der "Spinner-Bonus" bzw. der Reiz des Ungewöhnlichen. Aber gerade das ist ja in der Vergangenheit kritisiert worden.

Wenn eine Karosse z.B. auf einer Bahn mal eben neuen Bahnrekord fährt, zucken die Zuschauer nur mit den Achseln, weil der körperlich erfahrbare Vergleich fehlt. Man sieht einfach nicht, wie schnell das ist. Und die rein akademische Beschäftigung mit der Technik oder den Möglichkeiten lockt auch keinen hinter dem Ofen vor.

Da helfen dann auch keine noch so guten Berichte. Was schon bei der Austragung keinen aufregt, schafft auch die Nachbetrachtung nicht.

Wenn schliesslich doch nur der menschliche Faktor entscheidend ist, wozu dann noch ein neues Sportgerät? Das ist die grundlegende Frage die ich mir stelle. Alles bezogen auf den Rad-renn-sport
Für die täglichen Wege brauche ich kein Liegerad und Radreisen unternehme ich nicht. Aber das sind auch Zielgruppen, die durch ein Radrennen nicht erreicht werden. Und wir unterhalten uns ja im Moment über die Rennszene und wie man dort Aufmerksamkeit erreicht, oder?
Und wenn man diese Aufmerksamkeit hat, wofür nutzt man sie? Der Absatz von Liegerädern braucht nicht von mir gefördert zu werden. Das ist Aufgabe der Hersteller. Und um mehr Leute aufs Rad zu bringen, ist ein Radrennen wenig geeignet.
Was also ist "die Sache" für die hier, mit einem Magazin z.B., gefochten wird?


Bei RTFs sieht es ähnlich aus. Da geht es auch darum, dasselbe Material wie das Idol oder der Vereinskamerad zu haben. Oder die Strecke mit demselben Material wie letztes Jahr schneller zu bewältigen um den persönlichen Leistungsfortschritt zu sehen.
Hier muss der Ansatz sein, den Fahrern klar zu machen was am Lieger besser ist. Hier muss niemand auf ein Reglement achten (StVZO mal aussen vor), sondern kann sich das nehmen, was seinen persönlichen Bedürfnissen und Vorlieben am nächsten kommt. Hier sehe ich die grössten Chance für Lieger im Sportbereich. Ansonsten bleibt nur noch der Spass- und Reisebereich übrig. Im Stadtverkehr bleibt, gerade für den Normalbürger, von den Vorteilen des Liegers nicht mehr genug übrig, als dass das Liegerad aus seiner Nische herauskommt.


Noch zu jennes Frage:
>Organisiert ihr eigentlich auch RTF's?
Nein. Mit 25 Leuten ist das nahezu unmöglich. Selbst ein Verein wie die "Staubwolke Refrath" kommt da an seine Kapazitätsgrenzen. Für uns ist es nur möglich eine Permanente RTF zu erstellen. Die haben wir dann auch gemacht. Zur Zeit arbeitet einer von uns auch an einem Brevet.

Gruss Stefan

_jenne
15.09.2000, 16:26
Hei Stefan,
es sind zweierlei Ansichten... einmal vom Fahrer, dann vom Zuschauer.

>Da wird die Liegerklasse nur eine weitere Rennklasse, mit mehr oder weniger Unterhaltungswert.

Ist es nicht eine Bereicherung für die Zuschauer?

>Selbst wenn Lieger einzeln Zeiten erzielen, die die Rennradfahrer nur im Pulk erreichen, der Zuschauer bekommt das nicht mit.

Das stimmt. Ich hätte die vorbeifahrenden Lieger in Lelystad auch oft als langsamer eingeschätzt als sie waren.

>Insofern bleibt nur noch der "Spinner-Bonus" bzw. der Reiz des Ungewöhnlichen. Aber gerade das ist ja in der Vergangenheit kritisiert worden.

Das ist schon richtig. Der Reiz des Ungewöhnlichen interessiert oft nur bestimmte Leute, also weniger Traditionalisten, die recht lange zum Umdenken brauchen.

>Wenn eine Karosse z.B. auf einer Bahn mal eben neuen Bahnrekord fährt, zucken die Zuschauer nur mit den Achseln, weil der körperlich erfahrbare Vergleich fehlt.

Wenn Karossen wesentlich schneller fahren, ist das schon zu sehen. Zumindest kann es ja auch dem Zuschauer übers Micro gesagt werden.

>Man sieht einfach nicht, wie schnell das ist. Und die rein akademische Beschäftigung mit der Technik oder den Möglichkeiten lockt auch keinen hinter dem Ofen vor.

Manche schon! Und das sind wir :-).

>Da helfen dann auch keine noch so guten Berichte. Was schon bei der Austragung keinen aufregt, schafft auch die Nachbetrachtung nicht.

Evtl. wird erst im Bericht einiges klarer als man es live gesehen hat. Live fehlt evtl. die Kommentation, die das ganze noch interessanter macht.

>Wenn schliesslich doch nur der menschliche Faktor entscheidend ist, wozu dann noch ein neues Sportgerät? Das ist die grundlegende Frage die ich mir stelle.

Ja, und das kann man doch auch durchaus in einem Magazin deutlich machen. Wénn ich zur RTF komme und viele mich/uns Lieger sehen, kommen nur recht wenige, die nach Infos fragen. Aber gerade die Infos können so ein Gefährt erst richtig interessant machen. Man muss es mal irgendwo in den Mittelpunkt stellen. Bei RTF's stehen Lieger aber nicht im Mittelpunkt, wenn da bloss 2 oder 4 Lieger kommen.

>Alles bezogen auf den Rad-renn-sport
>Für die täglichen Wege brauche ich kein Liegerad

Naja, da ist es vielleicht auch mehr eine Philosophie :-)

>und Radreisen unternehme ich nicht.

Andere aber schon. Ich denke, es sind nicht wenige, die gerne mal eine Radreise machen würden, aber im Hinterkopf haben, dass es doch eine Folter wird, spätestens nach 3 Tagen haben viele schon genug davon täglich 100 km auf dem schmalen Sattel zu sitzen. Ein Lieger lässt wieder von solchen Reisen träumen. Träume braucht der Mensch.

>Aber das sind auch Zielgruppen, die durch ein Radrennen nicht erreicht werden.

Man muss es nicht unbedingt so sehr auf den Sport konzentrieren. Mit einem Tieflieger kann man auch wunderbar Touren machen.

>Und wir unterhalten uns ja im Moment über die Rennszene und wie man dort Aufmerksamkeit erreicht, oder?

Hauptsächlich ja, ok.

>Und wenn man diese Aufmerksamkeit hat, wofür nutzt man sie? Der Absatz von Liegerädern braucht nicht von mir gefördert zu werden. Das ist Aufgabe der Hersteller.

Du hättest aber auch was davon. Ich wünsche mir z.B. bei RTF's mehr Liegeräder, dann würde man leichter Gruppen finden und es macht mehr Spaß. Auch fände ich es nett, wenn Lieger nicht überall ausgeschlossen werden, siehe T.-O., HEW-Cyclassics, Deutschland-Tour, Riderman, Vätternrundfahrt...
Wenn Lieger zumindest eine gewisse Masse darstellen würden, würde man sie nicht so leichtfertig ausschliessen.

>Und um mehr Leute aufs Rad zu bringen, ist ein Radrennen wenig geeignet.

Indirekt schon. Schau mal, wieviele Leute sich hier nach den HEW-Cyclassics alles Rennräder gekauft haben. Das war ein Boom.

>Was also ist "die Sache" für die hier, mit einem Magazin z.B., gefochten wird?

Dafür, dass die Zeit nicht stehen bleibt. Für das Neue. Wer weiss, vielleicht gehört ein Alleweder oder Quest eines Tages zum Strassenbild :-).

>Bei RTFs sieht es ähnlich aus. Da geht es auch darum, dasselbe Material wie das Idol oder der Vereinskamerad zu haben.

Idole werden durch die Presse gemacht. Berichtet man über Liegeradrennen, wird vielleicht ein Ymte Sybrandy das Idol und die Leute kaufen, was er fährt.

>Oder die Strecke mit demselben Material wie letztes Jahr schneller zu bewältigen um den persönlichen Leistungsfortschritt zu sehen.

Oder genauso schwach trotzdem schneller fahren, dank eines Liegers. Daran könnten durchaus viele Interesse haben, denn viele vergleichen gerne das eigene Tempo mit dem von anderen. Getunt wird auch viel, in der Hoffnung, dass es was bringt.

>Hier muss der Ansatz sein, den Fahrern klar zu machen was am Lieger besser ist. Hier muss niemand auf ein Reglement achten (StVZO mal aussen vor), sondern kann sich das nehmen, was seinen persönlichen Bedürfnissen und Vorlieben am nächsten kommt. Hier sehe ich die grössten Chance für Lieger im Sportbereich.

So sehe ich es auch.

>Ansonsten bleibt nur noch der Spass- und Reisebereich übrig.

Der Spassbereich ist nicht zu unterschätzen. Sonst wäre das MTB nicht so gross rausgekommen. Und schau dir mal die ganzen Miniroller in den Städten jetzt an. Wer braucht die denn wirklich?

>Im Stadtverkehr bleibt, gerade für den Normalbürger, von den Vorteilen des Liegers nicht mehr genug übrig, als dass das Liegerad aus seiner Nische herauskommt.

In der City ist das zutreffend. Leute vom Lande könnten dem Lieger wohl mehr abgewinnen.

>Noch zu jennes Frage:
>>Organisiert ihr eigentlich auch RTF's?
>Nein. Mit 25 Leuten ist das nahezu unmöglich.

Ja, wenn es mehr Liegeradler gäbe, wäre euer Verein bestimt bald grösser. Schaun mehr mal, wie das wird in Zukunft. Wieviele von Euch fahren denn gar nicht Liegerad, sondern nur Rennrad?

Ciao
j.