PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erfahrungen mit MountainDrive



_norman
28.07.2000, 13:44
Hallo,
Hat jemand Erfahrungen mit dem MountainDrive-Antrieb (in die Kubel/Tretlager) integriertes Getriebe zur Erhoehung der Uebersetzung). Der Typ II mit einem Wechsel von 1:1 auf 1:1.65 Uebersetzung wuerde mich interessieren. Ich habe ein 28" Hinterrad, wuerde dann fuer vorne ein 34er Blatt draufmachen => ergibt mit der Ubersetzung ein 56er. Mit 9fach (12-21)hinten haette man eine sehr gleichmaessige Abstufung ohne Ueberschneidungen, die Kettenlaenge koennte auf das vordere Kettenblatt optimiert werden. Alles im allem, es klingt recht interessant. Also, irgendwelche Erfahrungen (moeglichst eigene, nicht so Geruechtekuechen ueber drei Ecken oder Behauptungen von Technik-Klugsch..., die sowieso alles besserwissen, ohne etwas ausprobiert zu haben)?

Gruss
Norman

_rené
28.07.2000, 17:27
Hallo Norman,

ich hab leider keine Erfahrungen mit dem MountainDrive.
Ich kenne jedoch Personen, die dieses System fahren.
Sie sind mit dem MD zufrieden und haben kein Probleme geäußert.
Das Schalten ist wohl anfangs gewöhnungsbedürftig. Es wird mit einem Knopf auf der Innenlagerachse geschaltet. Stellt aber später kein Problem dar.
Allerdings gebe ich zu bedenken: Dies Menschen sind alles 'normale' Radfahrer bei denen die letzten 10% Leistung bzw. die letzten Sekunden nicht zählen.
(Du als Triathlet hast aber wohl ein Interresse an Effizienz)

Zu dem MD möchte ich daher ein paar Überlegungen anstellen:
(Auch wenn ich dann zu der Sorte Mensch gehöre, von denen du keine Antwort wolltest)
1. Jedes System ist verlustbehaftet.
2. Verlustmäßig ist es egal ob du ein oder zwei Kettenblätter vorne hast,
weil das eine eben nicht benutzt wird!
-> Kurz gesagt es ist egal ob du auf dem 42er oder 56er Blatt fährst.
Nun benutzt du den MD mit Übersetzung:
Du hast den Verlust an der Kette (den du sowieso hast) und zusätzlich einen Leistungsverlust im MD.
Letztendlich must du langsamer sein, als ein reines Kettenschaltungssystem!
Interresant ist nur wieviel man langsamer ist. Ein Geschwindikeitsverlust von 3% reicht aus um in Rennen abgehangen zu werden (nach eigener Erfahrung).
Ich kann mir nicht vorstellen daß ein MD weniger hat.

Ich stehe dem ganzen skeptisch gegenüber wenn man den MD unter Leistungsaspekten
betrachtet. Für den Alltag halt ich allerdings das System für gelungen, um einen
geschlossen und wartungsarmen Antrieb herzustellen.

Tschö
René

_jenne
28.07.2000, 17:31
Hallo Norman,
Infos über 1 Ecke kann ich ein wenig bieten... Knud J. hat zeitweise den MountainDrive drauf (Er wechselt einfach die Tretlagerausleger). Der Wirkungsgrad ist bei 1,65-Übersetzung (Schnellfahren) ein wenig schlechter (spürbar, wie ich verstanden hatte) als ohne MTD, bei Direktdurchschaltung nicht spürbar schlechter (es läuft nur mit). Wenn man bergauf um einen Gang kleiner schalten will, muss man evtl. gleichzeitig mit der Ferse den MTD schalten und durch alle Ritzel wechseln.
Das Schalten des MTD ansich geht fix mit der Ferse. Ich glaube, bei 28" HR ist der Umwerfer vorne die bessere Lösung, aber ich kann ja Knud mal den Link zum Forum geben, vielleicht meldet er sich.
Ciao
j.

_knud
29.07.2000, 02:23
Tach Norman,

der MD hat im 1:1 Gang ziemlich genau 100% Wirkungsgrad, bei der Übersetzung spürbar weniger. Soll heißen vermutlich um die 95-96%. Das ist zumindest das, was rechnerisch bei einem Planetengetriebe an Verlust anfällt. Ich meine aber auch den Verlust zu merken.
Ich wollte den MD ursprünglich auch im (Berg-)rennen fahren, hatte aber noch nicht die Gelegenheit. Bei mir war es wichtig, daß die Bergübersetzung verlustfrei ist, ich aber die Entfaltung vergrößere. Ich bin sehr zufrieden mit dem MD, weil er mich des Umwerfers entledigt hat, den ich unschön fand (liegt an dem Antriebskonzept meines Liegerades). Er ist wartungsfrei, leicht zu schalten - ich bin da nach zwei Tagen Übung bei ca. 0.5 Sekunden gewesen - und sehr gut gearbeitet.
Für Dein Problem der gleichmäßigen Abstufung bei großem Entfaltungsbereich mußt Du abwägen zwischen dem Verlust und dem Gewinn an Ergonomie durch die feinere Stufung, ich kann Dir da nichts empfehlen. Aber ich werde den MD bei Touren weiter fahren, im Gebirge könnte ich mir nichts besseres Vorstellen. Bei Rennen wäre er für mich vermutlich nichts, weil ich fast nur flach fahre und dann mit 8fach/9fach auskomme.
Das Prinzip jedenfalls ist ausgereift, sehr gut verarbeitet und sein Geld wert. Jedenfalls wenn man die Anwedung dafür hat.

Knud.